Beiträge von achelias

    Hallo L. ,

    ähnliche Gedanken gingen mir auch durch den Kopf. Auch ich hatte Angst, fast panische.

    Ich sagte mir immer, die Sucht, ... was trinken wollen ist „nur“ in meinem Kopf.

    Körperlich brauche ich es nicht. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich noch nicht täglich trank – da ging es ja auch. Warum sollte es nicht wieder funktionieren?

    Ich muss nur die ersten Tage schaffen, dann wird`s leichter … dann weiter, ein Tag nach dem anderen.

    Und genau so war`s! Es wurde immer leichter, der Druck ließ nach und hörte dann auch auf. Gib bzw. nimm dir die Zeit. Es funktioniert.

    Wenn du jetzt wieder trinkst, hast du die Angst für heute „besiegt“ , morgen ist sie wieder da und schon drehst du dich wieder im Kreis.

    Irgendwann bemerken sie es auf der Arbeit (wenn nicht schon längst geschehen ?? ) , was dann folgt, weißt du selbst.

    Habe doch ein bisschen Mut. Suchtberatung, das ist nur ein Anruf! Die Menschen dort haben täglich mit Hilfesuchenden zu tun, das ist ihr Job. Da schaut dich keiner schief an oder macht dir Vorwürfe. Sie wissen genau, wie man am besten vom Alk loskommt und helfen dir.

    Suche bitte Wege, warum nicht trinken möchtest! Wenn der Saufdruck groß ist, trinke viel Wasser, Limo oder sonst was, lenke dich ab – tu`was.

    Aber mache den ersten Schritt, damit es losgehen kann.

    Es hat hier im Forum bei vielen funktioniert, auch sie hatten am Anfang Angst, Furcht, trauten sich sich nicht, doch sie wagten den ersten Schritt und sind nun trocken.

    Ich gehöre auch dazu.

    Hallo L. willkommen.

    Wenn Du wirklich aufhören möchtest, versuche doch Mal herauszubekommen, was alles möglich ist und nicht was nicht geht bzw. Du (lieber) nicht möchtest.

    Suchtberatung ist eine gute Idee: anrufen, Termin ausmachen und hingehen, so schwer kann das doch nicht sein & wie Barthell schon erwähnte, die können dir auch gleich einen guten Arzt empfehlen. Irgendwo musst du ja anfangen - es liegt an dir!

    Viele Grüße

    Hallo Helena.

    Als mein Vater starb, war ich in erster Linie erleichtert. Er hatte es geschafft. Das mag recht gefühllos klingen.

    Als ich noch Kontakt mit ihm hatte, war kein vernünftiges Gespräch möglich. Oft hatte ich es versucht, doch sein alkoholvernebeltes Gehirn verhinderte es. Ich hatte mir oft gewünscht, es wäre anders gewesen. Doch so war es nicht.

    Er hatte seinen Frieden gefunden....

    .Hallo Savia,

    ein Rückfall ist immer eine willkommene Ausrede. Das Schlupfloch.

    Doch schafftest du schon 27 Tage. Respekt!

    Die ersten 4... 6 Wochen waren bei mir die schlimmsten, ich hangelte mich von Tag zu Tag. Fast anfallartig schossen mir die Gedanken durch den Kopf: „ jetzt was trinken, so schlimm ist das ja gar nicht, ich könne ja immer wieder aufhören“ .

    Ich erinnerte mich daran, daß genau dieser Gedanke mich die letzten Jahre ( !!! ) vom Aufhören abhielt.

    Doch ich wollte es unbedingt schaffen, also ließ ich diese Gedanken nicht zu bzw. bekämpfte sie vehement. Und (!) das schöne ist, dieser „Druck“ hält nicht lange an, nach ein paar Minuten und genügend Ablenkung, ist er wieder weg und ich war immer froh nicht nachgegeben zu haben.

    Das wird mit der Zeit immer weniger, auch du wirst das feststellen. Habe ein bisschen mehr Vertrauen zu dir selbst und suche Gründe, um nicht zu trinken. Beschäftige dich, wenn es soweit ist. Du weißt diese Gedanken vergehen auch wieder recht schnell.

    Sport frei ;o)

    Hallo Ela.

    Das kenne ich sehr gut, „sich verstecken“ und sich dann in eine „unbeschwerte Welt“ trinken, allein seine Gedanken betäuben … ohne äußere Störung (von Anderen, mit all den Vorwürfen, daß man zu viel trinke). Ja, ich war ein armer Wurm. Mir war bewußt, daß es nicht vernünftig war, drum tat ich es auch heimlich, allein.

    Natürlich redetet ich mir immer ein, die Anderen würden es nicht merken, ich könne es verheimlichen. Anfangs gelang es (vielleicht), doch kann man eine morgendliche Restalkoholfahne nicht ewig verbergen!

    All` die guten Tips, Vorwürfe von Freunden und Kollegen prallten an mir ab, es konnte ja nicht sein, was nicht wahr sein durfte. Jahre der Verheimlichung (Versuche) gingen ins Land, der Konsum stieg stark an. Ich hatte täglich meinen Alkoholspiegel und war es nur vom Vortag.

    Dann kam der Tag an dem ich mich selbst nicht mehr ertrug. Mittlerweile war ich allein. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir gewünscht, ich hätte auch von außen klare Ansagen bekommen und nicht nur diese zarten, vernünftigen Bemühungen...

    Ich hörte auf zu trinken. Die ersten 4... 6 Wochen waren nicht einfach, sich das tägliche Alkoholtrink-Ritual abzugewöhnen, war für mich der schwerste Teil der Übung. Ich brauchte Zeit, um zu begreifen, daß es auch ohne Alk geht und sogar besser.

    Dann ging es besser von Woche zu Woche. Ich muß dazu sagen, ich änderte total mein Umfeld, sicher ist es von Vorteil, sich in eine Klinik zu begeben, anstatt sein gesamtes früheres Leben aufzugeben.

    Mal sehen, wohin eure Reise geht... einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.

    Hallo.

    Was ist Suchtdruck? Das habe ich mich auch lange gefragt.

    Der Wunsch etwas zu trinken, ein kaum bezwingbares Verlangen, Alkohol trinken zu müssen – man wird dann unruhig, gereizt, man kann es kaum aushalten.

    NudelTante , auch Therapeuten, Fachleute können etwas fehlinterpretieren und deuten es dann als Suchtdruck, weil es ja meistens so ist.

    Ebenso muss in erster Linie dein Mann mit seiner Therapie klarkommen, nur dein Mann.

    ... . Aber gut, am Dienstag sind es 5 Monate ohne Jim und Jonny und ich kann sagen es geht mir gut damit. Wenngleich in bestimmten Situationen doch eine gewisse Trauer über die zerbrochene Beziehung hochkommt.

    Hallo Sunbaer,

    als ich das las, fielen mir sofort (auch) zwei Songs von Westernhagen ein & mußte wieder in die tolle Musik reinhören.

    Bei " eine gewisse Trauer " knallte sofort Jürgen Marcus- Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben durch den Kopf. Und ich mußte herzhaft lachen!

    Danke für die Inspiration! ;o)

    Und herzlichen Glückwunsch zu den ersten fünf Monaten.

    Den Kerl kannst du getrost auf Ignore stellen, solange er trinkt wird sich bei ihm nichts ändern, nur dein Leben wird schlimmer werden.

    Das aus dem Mund eines ehemals Trunksüchtigen zu hören, finde ich beachtlich. Dem schließe ich mich an!

    Hallo Maike,

    versuche es doch Mal durch die Brille der Vernunft zu sehen (Gefühl bitte ausschließen! ). Was ist besser, eine Beziehung voller Lügen und Schmerz, wo man sogar selbst an sich zweifelt und droht daran zu zerbrechen oder ein "halbwegs" sorgenfreies Leben ohne Beziehungsstreß?

    Ein bisschen Egoismus ist erlaubt, wenn nicht sogar erwünscht.

    Viele Grüße, ein ehemals Trunksüchtiger

    Hallo Kiki.

    Als Außenstehender fällt mir folgendes auf:

    Ihr befindet euch bereits im Krieg. Du machst klare Ansagen, er reagiert darauf, verteidigt sich, mit seinen Mitteln. Der Alkoholiker reagiert, meist hilflos auf deine Aktionen, völlig unvernünftig, trotzig, dazu kommt noch der Suff, der die Wirklichkeit verzerrt – er hat seine eigene.

    Völlig hilflos versucht er, noch irgendetwas zu retten, zumindest sich zu schützen. Einem Ertrinkenden ähnlich, er schlägt um sich, in seiner Panik.

    Auch nicht trinkende Partner reagieren ähnlich bei Trennungen, siehe den „berühmten Rosenkrieg“. Nur trinkende sind weitaus gefährlicher, unberechenbarer, verletzlicher.

    Ich bleib` mal beim Beispiel des Ertrinkenden, das trifft es sehr gut. Er ist panisch, d.h. er kann weder zuhören, noch verstehen, noch sonst irgendwas … alles wird ergriffen und unter Wasser gedrückt – normales Reagieren/ Verstehen ausgeschlossen.

    Alles was du (vernünftiger Weise) versuchst, ist zum Scheitern verurteilt und/ oder erzeugt eine Trotzreaktionen.

    Es wäre also von Vorteil, sehr mit Bedacht vor zu gehen – was nützt es, wenn du im Recht bist und trotzdem verlierst? Ich denke, da an deine Kinder. So lange ihr nicht räumlich getrennt seit, mußt du zurückstecken, vernünftig sein, um des Friedens willen. Um den Schaden für dich und deine Kinder so gering wie möglich zu halten. Das ist nicht einfach, doch nötig.

    Auf jede deiner Ankündigungen (Räumungsklage etc.) wird er reagieren (für sich !!! angemessen), sei klug, wenn es sein muß auch listig, schütze dein Heim. Wenn möglich, Freunde zu sensibilisieren, nimm jede Hilfe die du bekommen kannst.

    Als meine Eltern sich trennten, Vater auch Alkoholiker, war ich zum Glück schon groß, doch war es eine sehr schmerzliche Schlammschacht

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.

    Hallo Diego,

    das sagt sich immer so einfach, beende es, verlasse diese Horror-Beziehung. Baue dir ein neues Leben auf. Lasse alles hinter dir.

    Ganz tief im Innersten, weißt du, daß es der einzige Weg ist. Alle Versuche es vernünftig zu lösen, schlugen fehl, es wurde sogar schlimmer. Es droht ein kriegsähnlicher Zustand zu entstehen. Erste Anzeichen sind schon da … Ignoranz, Trotzreaktionen. Was kommt da noch?

    Am liebsten möchte man sich, wie bei Raumschiff Enterprise einfach wegbeamen, irgendwo hin, Hauptsache weg!

    Würde ein Fremder dir eine ähnliche Geschichte erzählen, würdest du sicherlich auch zur Trennung raten, schon aus Gründen der Vernunft ...bloß weg, sich selbst schützen, sonst geht man selbst kaputt.

    Nun hat man die Wahl … ein Arrangement, man fügt sich, ist einverstanden mit der Situation und hält es aus, erträgt es oder man macht den ganzen Scheiß nicht mehr mit.

    Beide Varianten sind nicht schmerzfrei. Eine ist hilfreich.

    Ich habe nur einen Tip: sei wie „der listige Krieger“ , vermeide jegliche Konfrontation, Provokation, vermeide den Kampf – einen Krieg den man nicht gewinnen kann, ist ein sinnloser Krieg.

    Bereite deinen Rückzug sorgfältig vor, mache nichts überstürzt und gehe, wenn du so weit bist. Du kannst nur gewinnen.

    Und genieße deinen Urlaub!

    Hallo Christrose.

    was ich mich immer frage bzw. was ich sehr spannend finde. Wie geht der Co nach der Therapie seines Alkoholikers mit der Situation um? Bzw. wie geht der Alk. damit um?

    Bei vielen, es hört sich zumindest in vielen Berichten so an, geht der Alk. zur Entgiftung, Therapie … eher unfreiwillig, er sieht es mehr oder weniger ein, um des lieben Friedens Willen, um zu retten, was noch zu retten ist.

    Er wird gedrängt bis er einwilligt, ist einsichtig. Während seiner Behandlungszeit ist der Druck relativ groß, die Einsicht wächst … kaum wieder zu Haus, ist der Druck weg, die Versuchung groß und im schlimmsten Fall nervt noch, gerade zu Haus, das Umfeld.

    Wie komme ich auf diese unpopuläre Frage? Wie viele gehen freiwillig, von sich aus zur Entgiftung? Wie viele tun es erst bei äußerem Druck?

    Wie bekomme ich den Alk. dazu, all die Gründe zu ignorieren, die vorher (jahrelang) ihn zum Trinken veranlassten????

    Wie bereitest du dich darauf vor?

    Hallo Christrose.

    es ist immer einfach die Verantwortung auf jemand anderen zu schieben, sei es vom Süchtigen selbst oder vom sogenannten Fachkompetenten. Immer wenn es arg unangenehm wird und man nicht mehr weiter weiß, sind die Anderen die Ursache für das eigene Unvermögen.

    Und man versucht es über/ durch Dritte zu klären, die weder ursächlich, noch verantwortlich sind. Wenig hilfreich.

    Auch ich vermute da einen weiteren Versuch deines Mannes, Verantwortung abgeben zu wollen.

    Dein Kind ist sicherlich auch überfordert mit der ganzen Situation und klammert sich an jede Möglichkeit, so nach dem Motto: schaden kann es ja nicht.

    Ich sehe es genau so, erst muß man von der Sucht weg und das ist ein Ding, was man nur mit sich allein ausmachen kann/ muß.

    Da ist es wenig hilfreich, die Gründe bei anderen zu suchen.

    Deine Selbstfürsorge ist dein tägliches Übungsfeld.

    Antwort meines Mannes.....

    " Weil ich keine Kraft dazu hatte!"

    " Herr XY, das bedarf keiner Kraftanstrengung, sondern ist eine Sache des Willens. Wenn Sie es wirklich gewollt hätten, dann hätten Sie die dauerhafte Abstinenz auch geschafft!"......

    Antwort des Chefarztes

    Damit ist deine Sonderling-Frage beantwortet!

    Oh doch, es ist eine mächtige Kraftanstrengung einen Willen aufzubauen. Gerade für den Alkoholiker - er verfällt ja nicht immer wieder der Versuchung, weil er so stark ist.

    Wem das Wort Kraft nicht gefällt, kann auch Wille oder Stärke nutzen. Ist ja auch egal ... es kommt auf`s gleiche heraus.

    Auch ich hatte oft nicht die Kraft den Willen aufzubringen oder den Willen die Kraft aufzubringen, um mit dem Trinken aufzuhören. Immer wieder gab ich mich meiner "Schwäche" hin und wählte den vermeintlich leichtesten Weg - saufen. Es benebelt so herrlich und der innere Zwiespalt verschwindet.

    ich mußte also erst meinen Willen kräftigen, an mich Glauben, meine Vernunft die Oberhand gewinnen lassen.

    Erst nach ein paar Tagen der freiwilligen Abstinenz, trat ein gewisser aha-Effekt ein = aha, es geht auch ohne Alkohol ... so hangelte ich mich von Tag zu Tag, Woche zu Woche. Anfangs.

    Liebe Christrose,

    deiner Meinung zur Volksdroge Nr.1 schließe ich mich vollumfänglich an! Doch leider ist die Meinung " der Gesellschaft" so. Viele werden erst aufgeschreckt, wenn die "Kacke am dampfen" ist. Auch ich fragte mich schon oft, warum werden diese Themen nicht schon in der Schule erwähnt, der soziale Umgang in der Familie. Doch das ist ein anderes Thema.