... Ich bin leider extrem unsanft hineingerutscht. ... Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass das diesmal anders sein könnte … Rückblickend betrachtet war mein Freund eigentlich den ganzen Tag schon irgendwie komisch …. Er war abweisend und auch total abwesend und als ich ihn darauf angesprochen habe hat er gesagt, er möchte lieber Fernsehen oder schlafen gehen. Da waren es ungefähr 23:00 Uhr. Ich mach es kurz - er ist tatsächlich gegangen. Und hat mich zum Jahreswechsel hängen lassen. ... Ich bin so unglaublich traurig … und ich kann es überhaupt nicht verstehen 😢
Hallo Lanananana,
dein
Freund hat dich nicht hängen lassen, er hat sich selbst geschützt!
Es
ist so unglaublich schwer sich von seiner Sucht zu trennen (gerade im
Kopf), körperlich ist man nach ca. 10 Tagen entgiftet, doch im Kopf
geht es weiter … gerade am Anfang der Abstinenz gehört
unheimlicher Wille/ Stärke dazu, NEIN zum Alkohol zusagen.
Sicher
hast du hier von „triggern“ gelesen, Situationen die besonders
das Suchtgedächtnis ansprechen, viele vermeiden das Vorbeigehen am
Alk-Regal im Supermarkt (anfangs), manchen wird schon komisch wenn
sie nur WEINsauerkraut lesen …
Was
glaubst du, wie es einem frisch Abstinenten geht, wenn er bei einer
Feier ist, wo um ihn herum überall getrunken wird? Die Gläser, die
Getränke, die Gerüche, das mit Alkohol verbundene Fröhlichsein und
man selbst darf/ will nicht daran teilhaben – der absolute
Härtetest.
Natürlich fühlt man sich außer vor ... alle trinken, nur man selbst nicht. Eine Horrorvorstellung und zur Krönung wird einen noch vorgeworfen: " Ich bin so unglaublich traurig … und ich kann es überhaupt nicht verstehen"
"Das
Schlimme an der Alkoholsucht ist, dass so viele Menschen das gar
nicht begreifen, was das eigentlich bedeutet. Und wie schlimm das
eigentlich ist, jemanden zu drängen."
Ich kann deinem Mann nur gratulieren, er tat genau das Richtige - weg vom Alkohol, weg von all diesen Triggern/ Versuchungen. In ein paar Wochen, Monaten wird er entspannter damit umgehen können.
Oberstes Gebot muss immer bleiben, sich der Rückfallgefahr bewußt zu sein und diese vermeiden!!! Am Anfang ist es besonders schwer, das werden die anderen Trockenen bestätigen können.
Genau
am Anfang ist die Rückfallgefahr unheimlich groß und man braucht
die größte Unterstützung, gerade von seinem Partner!
Ein gesundes Neues Jahr.
P,S.
Ich bin gestern, Silvester, auch gegen 23 Uhr ins Bett gegangen,
selbst nach einem Jahr Abstinenz fühle ich mich sehr unwohl, wenn um
mich herum der Alkohol fließt. Damit werde ich wohl leben müssen,
mein Umfeld auch.