Beiträge von Lanananana

    Ich bin ehrlich gesagt auch schockiert. Du musst sofort da weg. Ich hoffe sehr, dass du nun nicht mehr zu deinem LG hältst - vielleicht ist dann deine Familie doch wieder eine Option. Sonst Frauenhaus. Oder Caritas. Du bist nicht alleine! Ich verstehe, dass Du Angst um die Hunde hast - aber du sprichst von ausgerissenen Haaren und einer gebrochenen Rippe!!! Bring dich in Sicherheit - und zwar sofort- alles andere wird sich dann ergeben.

    Aber ich kann nicht loslassen. Egal, was ich mache, ich falle ständig wieder zurück in dieses Loch.

    Ich fühl mich so alleine und vermisse halt auch das körperliche so sehr.

    Gestern hab ich ständig seinen online-Status angeschaut, weil ich mich ihm dann nah gefühlt habe

    Du kannst schon loslassen - du willst nur nicht - warum? Warum klebst Du an einer für dich nicht gesunden Beziehung?

    Wenn ich dann schlafen gehe, bekomme ich Alpträume, die es so heftig in sich haben, dass ich panisch davon wach werde und erstmal die Attacke überstehen muss. Ich schaff es im Moment noch nicht loszulassen. IHN loszulassen, meinen Schmerz loszulassen. Immerhin handeln die Träume nicht mehr von ihm. Schätze sie handeln von meiner Angst allein zu sein. Aktuell kann mir meine Tochter da noch raushelfen. Aber was, wenn ich alleine wohne und mich diese nächtlichen Attacken überfallen. Dann ist da einfach niemand mehr, der mich in den Arm nimmt und mich beruhigen kann.

    Liebe Nova - es hört sich eventuell ein bisschen ungewöhnlich an - aber was spricht dagegen, dass du dich selbst in den Arm nimmst. Dass du liebevoll mit Dir sprichst, Dir Mut machst, Dich tröstest, Dir überlegst, wie Du Dir was Gutes tun kannst und Dir im Spiegel tief in die Augen schaust? Wenn Du es raus hast, wie Du Dir selbst die beste Gesellschaft bist, macht Dich das unglaublich unabhängig und stark. Bei mir hat es zumindest kleine Wunder bewirkt!

    Ist er jetzt froh, dass er mich los ist? Oder glaubt er, er kann mich jetzt weiter benutzen, wie es ihm beliebt?

    Ich vermute, er denkt viel weniger über all das nach als du denkst - er hat ja den Alkohol. Er denkt vermutlich vor allem an sich und die Befriedigung seiner Sucht. Und du solltest am besten auch an Dich denken und daran, was du für dich tun kannst, damit du unabhängig von allen anderen glücklich bist.

    Schätze, ich werde für die jetzt zur Unperson.

    Ist das wirklich wichtig?

    Ich habe wegen ihm Depressionen und Panikattacken.

    Genau genommen hast du die, weil du nicht besser auf dich aufgepasst hast. Dich mehr um ihn als um Dich selbst gekümmert hast. Zugelassen hast, dass er deine Grenzen übertritt, deine Standards verletzt … Ich habe mir Unterstützung gesucht, um selbst wieder in meine Mitte zu kommen.

    Aber dann strahlte alles wieder in einem hellen Licht und ich hatte Hoffnungen. Immer und immer wieder wurden die zunichte gemacht.

    Du hattest Hoffnungen - die haben sich als realitätsfern erwiesen. Was also hindert dich daran loszulassen?

    Ok!

    Aber den Schritt mit Kind zu gehen gestaltet sich bei mir gerade als sehr schwierig.

    Ich komm mal zu Dir, liebe Lotta. Ich glaube wir Co-Abhängigen haben alle ganz viele (unterschiedliche) Gründe, warum sich die Trennung für uns zunächst schwierig gestaltet. Ich will auch gar nicht klein reden, dass es mit Kind nochmal schwieriger ist, weil gewissen rechtliche Vorgaben berücksichtigen muss. Aber es gibt auch ganz viele Beratungsstellen und viel Unterstützung für Angehörige und Alleinerziehende. Und es gibt auch viele Berichte von Müttern, die es geschafft haben.

    Und auch meiner Erfahrung als Tochter eines Trinkers, die in einem für die persönliche Entwicklung wirklich ungesunden Umfeld aufgewachsen ist, kann ich Dir sagen, häng Dich rein - für Dein Kind! Du denkst vielleicht, dein Kind bekommt nicht alles mit und hat aktuell wenigstens scheinbar ein Zuhause ... aber ich merke erst jetzt in vollem Umfang, wie schlimm sich alles, was ich erlebt habe, auf meinen Selbstwert, mein Urvertrauen, meine Selbstliebe ausgewirkt hat und wie viel Arbeit es kostet, das jetzt zu lernen bzw. überhaupt zu erkennen.

    Und fürs "Machen" ist es unglaublich hilfreich, sich auf die kleinen Schritte und die mögliche Hilfen zu konzentrieren - nicht auf die Probleme und Schwierigkeiten. Die lähmen einen nämlich und du willst doch raus aus der Situation.

    fang an zu schauen wie es gehen kann, aber grüble nicht den ganzen Tag.

    Das ist ein wirklich guter Plan! In dem Moment, wo du einen ersten kleinen Schritt tust, wird es einfacher. Und nein, Du musst ihn nicht informieren. Ich nehme an, dass Du ihm bereits oft gesagt hast, was Dich belastet ... Jetzt geht es nur um Dich. Du musst für Dich herausfinden, was deine Ziele sind, deine Standards - unabhängig von ihm. Was musst Du ändern, dass es Dir wieder richtig gut tut? Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut auf dem Weg zurück zu Dir!

    Ich finde es toll, dass du zu deiner Einsicht gekommen bist und wünsche mir so sehr, er würde das auch schaffen.

    Liebe Nova - nun hast du aus dem wunderbaren Statement von Cadda tatsächlich ausgerechnet den Aspekt herausgefiltert den du nicht beeinflussen kannst. Ich wünsche mir deshalb für dich, du würdest das schaffen, was Cadda als Co-Abhängige geschafft hat: Deinen Fokus aus Dich setzen! Das hilft so unglaublich- wie ich Dir aus meiner eigenen Erfahrung versichern kann.

    Ich liebe einfach alles an dem Kerl.

    Prüf bitte nochmal, ob das wirklich stimmt. Die Sucht ist ja nicht unabhängig von ihm zu betrachten.

    Er war nicht mehr zu Hause, als ich heimkam, weil er lieber den Abend saufend bei seinem Kumpel verbringen wollte. Es ist ja schließlich Wochenende, das will er nicht langweilig mit mir verbringen.

    Und das kann doch nicht der Partner deiner Träume sein, oder?

    Ich kenne das Gefühl, dass man plötzlich nur noch das Wunschbild sehen kann, weil die Sehnsucht so groß ist. Aber oft ist es eben auch sehr rosarot gefärbt und hat mit der Realität nicht viel zu tun …

    Ich lese noch super regelmässig hier - auch wenn ich seit einiger Zeit selbst nicht mehr so viele Einträge verfasst habe. Denn ich bin in den vergangenen Monaten tatsächlich zur Ruhe gekommen! Und ich dachte, vielleicht macht es jemandem Mut, der noch mitten in der Verstrickung mit dem Süchtigen steckt, wenn ich das mit euch teile.

    Denn auch ich hab mich sehr (!) schwer getan, mich zu trennen und war anfangs sooooo traurig, dass ich dachte, ich komm nie mehr auf die Beine und kann nie wieder unbeschwert lachen. Aber das ist nicht so: Im Gegenteil! Natürlich denke ich noch immer an meinen Ex-Freund - auch an die schönen Momente, die wir miteinander hatten (gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit), an die Träume, die Hoffnungen und die tiefe Liebe. Aber die Ruhe, die in mein Leben durch die Trennung Einzug gehalten hat, ist sooooo heilsam und wohltuend, dass ich sagen kann, ich bin inzwischen wieder in meiner Mitte angekommen und manchmal sogar richtig zufrieden und glücklich.

    Was mich mit dem Abstand, den ich in den vergangenen Monaten gewonnen habe, wirklich betroffen macht, sind die Opfer die die Co-Abhängigen jeden Tag bringen, weil sie denken, sie müssen dem Süchtigen helfen, weil sie offenbar meinen, dass sie kein Recht auf ihr eigenes Leben haben, weil sie sich beschuldigen und beschimpfen lassen etcpp. Ich erinner mit noch gut, wie ich mich selbst verrannt hatte in dem Wunsch, ihn zu retten. Wie niedrig mein Selbstwertgefühl war, wie ich irgendwann einfach nicht mehr konnte, wie erschöpft ich war, wie dunkel und sinnlos mir alles erschien.

    Und hab ich ihn durch meinen Einsatz gerettet? Nein! Aber ich habe mich darüber verloren. Das Auf und Ab an der Seite eines nassen Alkoholikers macht einen nämlich absolut fix und fertig!!! Und genau das ist der Punkt. Wir entscheiden selbst, an der Seite des Süchtigen zu bleiben. In der irrigen Annahme, dass wir ihn sonst im Stich lassen - und dabei lassen wir uns selbst im Stich.

    Vor drei Wochen bekam ich eine SMS von meinem EX-Freund: "Ich bin auf Entzug. Ich hoffe, es geht Dir gut." Früher hätte ich geglaubt, ich muss ihn unbedingt bestärken und sofort antworten, wie erleichtert ich bin und wie viel Kraft ich ihm wünsche ... Und dann hätte womöglich alles wieder von vorne angefangen ... Heute kann ich bei mir bleiben. Zum Glück!

    Ich würde mich natürlich trotzdem unendlich für ihn freuen, wenn er es nach all den Jahren endlich schafft - aber ich habe keine Lust mehr eine weitere Runde auf diesem schrecklichen Karussell zu drehen. Wenn er wirklich aufhören will, wird er es auch ohne meine Motivation/Rückmeldung packen. Und wenn es nur ein Versuch war, mich wieder an den Haken zu bekommen, habe ich - ein Segen - nicht danach geschnappt. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt, aber ich hoffe, ich werde mich nie mehr selbst verlieren. (Und sonst erinnert mich bitte daran!) Und das wünsche ich euch auch! Ihr seid wertvoll. Lasst euch nicht beschimpfen, benutzen, beschuldigen, fertig machen ... und rettet Euch selbst, anstatt euch aufzuopfern für jemanden, der nicht gerettet werden will.

    Auch ich möchte dir nochmal versichern, du bist nicht Schuld und auch, dass du ihn nicht fallen lässt, wenn Du jetzt gehst. Im Gegenteil. Womöglich rettest Du ihm das Leben, weil Du aus dem Sucht-Co-Abhängigen-System ausbrichst. Wenn er die Therapie ernst nimmt, hat er dort professionelle Hilfe und eine echte Chance auf einen Neuanfang. Alles weitere wird sich zeigen. Das Beste was Du gerade tun kannst, ist die Geschichte für Dich (!) aufarbeiten. Wieso fällt es Dir so schwer, bei Dir zu bleiben? (Toll, dass Du trotzdem gefahren bist.) Wieso bist Du nicht früher gegangen - aus der Beziehung meine ich. Was brauchst Du, damit es Dir (alleine mit Dir) gut geht. Was ist in den vergangenen Monaten alles zu kurz gekommen. Nimm Dir Zeit für Dich - und evtl. ebenfalls professionelle Hilfe.

    Du kannst ihn auch lieben, wenn du gehst. Aber du solltest ihn nicht mehr lieben als dich selbst.

    Und wenn du für ihn alles tun würdest, solltest du schnell gehen. Vielleicht wacht er dann auf. Zumindest aber hast du wieder Raum und Energie für Dich.

    Niemand hat eine so unbefriedigende und unglückliche Beziehung verdient. Ich wünsche Dir, dass du alles für dich (!) tun wirst, weil du dich selbst so liebst! Und das meine ich genauso wie ich es schreibe.

    Ich behaupte mal sie bekommt nicht sooooo viel mit.

    Außer dass ich häufig unentspannt bin und nicht bei der Sache.

    Und natürlich erlebt sie keine liebevolle,harmonische Partnerschaft.

    Das reicht absolut, um den Knacks fürs Leben zu bekommen (sag ich als Kind eines Trinkers) - mach dir da bitte nichts vor.

    Was ist der Weihnachtszauber wert, wenn du dafür aushalten und Lügen wegblenden musst? Warum weiter Zeit verlieren? Der Trinker sagt auch immer „bald hör ich auf“ … sorry, dass ich so direkt bin. Und ja - ich weiß, wie schwer das alles scheint. Aber wenn der erste echte Schritt gemacht ist, wird es leichter … viel Kraft.

    Liebe Anna84 , ich möchte dich nicht entmutigen aber bei mir klingeln gerade die Alarmglocken - „an Lösungen“, „ neuen Wegen“ etcpp. arbeiten war im Fall meines Ex-Freundes mehr Theorie als Praxis. Weil ich so gehofft habe, war ich dafür extrem empfänglich … und bin richtig auf die Nase gefallen. Was zählt sind Taten über die lange Strecke. Lass dich nicht einwickeln.