Natürlich hab ich gewusst, dass das passieren kann. Aber wir hatten darüber gesprochen, dass er einen Notfallplan für sich hat und ich hab offenbar keine Vorstellung davon, wie heftig Suchtdruck sein kann. Im ersten Moment war ich total unter Schock. Dann hatte ich Angst, dass der Terror nun wieder beginnt. Dann hatte ich das Gefühl, nicht liebenswert genug zu sein, weil er sonst nicht alles aufs Spiel gesetzt hätte, dann habe ich angefangen drüber nachzudenken, was ich falsch gemacht haben könnte … dann habe ich mich daran erinnert, dass ich niemals Schuld bin, wenn er sich entscheidet zu trinken und gerade denke ich, dass ich aufgeben will und muss, weil ich keine Energie mehr habe - aber was antworte ich auf den Vorwurf, dass ich ihn hängen lasse und dass es nur ein „Ausrutscher“ ist und er bald wieder aufhört? Schmeiße ich die Flinte zu früh ins Korn? Wieviele Ausrutscher sind zu verzeihen?
Beiträge von Lanananana
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Rückfall. Mein Freund war fast ein halbes Jahr trocken - nun hat er doch wieder getrunken. Nach all der Zeit habe ich gerade wirklich nicht damit gerechnet. Ich bin sehr traurig, wütend und durcheinander. Was mache ich jetzt? Gibt es jemand, der mit mir über das Thema schreiben kann?
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Müsste ich nochmal genauer schauen, wie sich das von der psychoanalytischen Behandlung unterscheidet, die ich über einige Jahre gemacht habe. Das recherchiere ich gleich morgen. Danke, dass du geantwortet hast. Und gute Nacht!
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Ich habe schon auf unterschiedliche Hilfsangebote gesetzt, um an der offenen Wunde in mir zu arbeiten. In einer Angehörigenberatung, mit einem Verhaltenstherapeuten, mit einer klassischen Psychotherapeutin, mit Meditation…. - aber ich schaffe es nicht mich von diesem wie du sagst „Wachsabdruck“ zu lösen. Ich war ungeliebt … und irgendwie fühle ich mich bis heute so …
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Hallo zusammen,
mein Vater ist an den Folgen seines Alkoholkonsums gestorben als ich 17 war - das ist nun locker 30 Jahre her und obwohl ich all die Jahre an mir gearbeitet habe und auch besser klar komme mit meiner Vergangenheit und mir, wollen die Wunden irgendwie nicht wirklich heilen. Ständig gerate ich in Situationen und an Menschen, die mich in meinem Schmerz triggern. Und irgendwie ist es, als würde das Fundament noch immer auf wackligen Beinen stehen. Zumindest sobald jemand an meinen Grundfesten rüttelt. Manchmal denke ich, ich bekomme vom Universum so lang die selbe Aufgabe gestellt, bis ich kapiert habe, wie ich sie löse - aber ich verstehe sie nicht! Ich hab keine Ahnung, was ich tun kann, damit der Spuk endlich vorbei ist. Aktuell lässt mich das wieder fast verzweifeln. Ich fühle mich so unbeschreiblich verletzt. Kennt ihr das? Kann es sein, dass man in dem Gefühl, nicht geliebt und gewollt zu sein, stecken bleibt? Was kann ich tun? Wer hat einen Tipp?
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Ich verstehe, dass dich das alles aufwühlt - für mich von außen betrachtet ist es aber doch ganz klar: Ihr habt einen ruhigen Ort gefunden, ihr fühlt euch dort wohl und euch geht es als Familie besser als vorher. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Stress von vorn beginnt, wenn ihr das Haus übernehmt und dein Vater den Keller mietet ist aus meiner Sicht echt groß.
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Das tut mir leid, dass Du Dich gerade sehr allein fühlst. Aber Du bist nicht allein! Ich fühle mit Dir. Und konsequent sein erscheint mir stark! Liebe Grüße
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Aber ich kann das meiner Tochter nicht mehr antun, dass wir zurückgehen ohne dass er eine Therapie macht. Weil es wieder das gleich wird wie vorher.
Genau! Und dir auch nicht! Ich wünsche Dir viel Kraft. Wenn Du bleibst, hilfst du ihm nicht aber schadest Dir und deiner Tochter. Wer weiß was alles Gutes passiert, wenn du jetzt konsequent bist. Liebe Grüße!
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Mir hat sehr geholfen, mich auf die positiven Effekte des nicht Rauchens zu konzentrieren: „ Ich bin frei ohne Zigaretten, ich habe einen guten Atem, ich rieche insgesamt total frisch, ich muss mir keine so großen Sorgen mehr um meinen Körper/meine Gesundheit mehr machen ...“
Und ich hab mir gesagt: Es ist reine Kopfsache und i c h will das so!
Der körperliche Entzug ist beim Rauchen wirklich super schnell vorbei. Also überhöhe ihn am besten nicht mit Chemie (Pflaster, Kaufummis und anderen Ersatzmitteln.) Wichtig erscheint mir, dein mindset zu bearbeiten. Es ist deine Entscheidung ohne Zigaretten weiter durch Leben zu gehen. Das hat davor auch schon gut geklappt. Du bist stärker als du denkst. Du kannst das! Und: Tief einatmen ist übrigens ebenso effektiv wie der Zug an einer Zigarette, wenn du dem Einatmen volle Aufmerksamkeit schenkst und eine Bedeutung gibst. Irgendwo habe ich mal gehört, rauchen ist wie Atmen mit Krücke - wirf die Krücke weg, du brauchst sie nicht.
Du schaffst das! Ich wünsche Dir viel Kraft!
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Cadda Danke für Deine Antwort. Ja, wir haben gesprochen. Er fand sein Verhalten selbst nicht gut. Und er versteht, dass ich traurig bin. Er hatte keinen Saufdruck! Er war müde. Er war nicht in Silvester-Stimmung. Und er hatte keinen Bock auf mich.
An einem ganz normalen Abend wäre das für mich auch absolut ok gewesen. Kommt vor und muss man nicht überbewerten. Aber auch wenn ich keine riesen Erwartungen an den Jahreswechsel habe (im Gegensatz zu vielen Freunden, die an dem Abend / in der Nacht einen mega Tanz aufführen), ist das an diesem einen Abend im Jahr schon auch für mich was anderes.
Ich hab ja gar nicht verstanden, wie mir geschah. Hab eingekauft, gebacken, gekocht, war mit ihm spazieren und hab im Leben nicht gedacht, dass er sich plötzlich im wahrsten Sinne abwendet und geht. Ich hab mich so verlassen gefühlt. Und abgelehnt. Natürlich war ich auch besorgt, dass er Druck hat, nicht drüber spricht und saufen geht. Aber vor allem konnte ich nicht fassen, dass er mir ganz bewußt weh tut.
Klar durchlebt er im Moment eine sehr anstrengende Zeit. Und ich verstehe total, dass er müde ist. Aber für mich ist das alles auch total anstrengend. Und wir hatten in den vergangenen Wochen wirklich viele Abende, wo ich gesagt habe, ich würde gern mal einen Abend alleine sein und lesen und er dann aber immer darauf gedrängt hat, dass er den Abend aber doch mit mir verbringen möchte bis ich nachgegeben habe - auch weil ich ihn unterstützen wollte in dieser schweren Zeit. Aber es kann doch nicht sein, dass sich alles nur noch darum dreht, was und wann er will. Und vor allem würde ich mir wünschen, dass er in der Situation versucht, zu erklären, was los ist und zu verstehen, was mit mir passiert.
Nun haben wir darüber gesprochen - und das war auch wirklich gut.
Ja, es ist eine anstrengende Zeit für uns beide. Mal schauen, wie es weitergeht.
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Mein großes Kind leidet sehr (das kind hat heute eine Art Nervenzusammenbruch und Papa hat ihn einfach ignoriert, liegt nur im Bett)
Das tut mir so leid! 😔 Wenn es keine Hoffnung gibt, dass dein Mann etwas ändern möchte, was hält dich?
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Bei mir leiden die Kinder sehr
Das ist schlimm. Ich hab auch sehr gelitten wegen meines alkoholkranken Vaters. Trotz mehrerer Therapien leide ich bis heute - 30 Jahre nachdem er sich tot gesoffen hat - sehr unter den schlimmen Szenen, die sich bei uns angespielt haben und auch unter der fehlenden Zuneigung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal selbst in einer Beziehung mit einem Alkoholiker lande. Wenn du keine Hoffnung hast, dass dein Mann sich ändern will, versuch loszulassen. Auch für deine Kinder.
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Es ist soo schwer loszulassen, so viel Lebenszeit miteinander verbracht, so viel geschafft, Kinder
Ja, das verstehe ich gut. Aber schau - ich hab mich, als mein Freund schließlich doch eine Therapie angefangen hat, entschieden zurückzukehren und geglaubt, das ist der Anfang vom Aufwärts … und nun war es völlig unerwartet eines der traurigsten Silvester meines Lebens und ich weiß absolut nicht, was ich nun machen soll. 😔
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achelias ich bin für ihn zu Hause geblieben, ich hab mir echt Mühe mit dem Menü gegeben, ich hab eingekauft und stundenlang gebacken und gebrutzelt, weil er sich darüber so freut, Ich bin stundenlang durch die Dunkelheit gelaufen, weil er unbedingt raus wollte … Ich nehme die ganze Zeit Rücksicht auf alle möglichen Stimmungsschwankungen, ich habe vollstes Verständnis dafür, dass es unfassbar schwer ist, aus Suchtmustern auszubrechen, ich versuche hier die Sichtweisen von Euch einzufangen, um das zu verstehen, was er selbst (noch) nicht in Worte fassen kann und unterstütze ihn bei allem, so gut ich kann - aber ich habe auch Gefühle und eine Vorgeschichte als ungeliebte Tochter eines Alkoholikers und am Ende hab ich mich gestern einsam ins neue Jahr geweint. Er ist nicht weg vom Alkohol - er ist weg von mir! 😢Und ich verstehe überhaupt nicht, was da gestern passiert ist und wie ich jetzt weitermachen soll.
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Moment mal- ich habe für uns gekocht, wie waren lange spazieren und natürlich verzichte ich im Moment konsequent auf Alkohol, um ihn nicht zu triggern achelias . Mangelnde Unterstützung kann man vielleicht seinen Freunden und seiner Familie vorwerfen. Mir aber sicher nicht 🥺Zu seiner Familie wollte er übrigens an Weihnachten und obwohl ich weiß, wie wenig Rücksicht die dort nehmen, habe ich ihn begleitet als er gesagt hat, er möchte sie unbedingt sehen.
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Nein Hartmut, ich hab ihn nicht gedrängt. Ich hab ihm gesagt, dass ich die permanenten Abstürze nicht mehr aushalte und gehe. Darauf hat er erst totalen Terror gemacht und dann eine Entgiftung mit anschließender Therapie begonnen. Da ist er gerade mittendrin. Er hat mich um eine neue Chance gebeten und ich habe mich darauf eingelassen. Bislang - also bis Weihnachten- lief es eigentlich ganz gut. Seit dem Besuch bei seiner Familie am 25.12. ist er ziemlich gereizt und unausgeglichen. Obwohl alle wissen, dass er gerade eine Therapie macht, wurde da lustig gebechert. Aber ob das wirklich der Auslöser war, kann ich nicht sagen. Tatsächlich hatte ich auch den Eindruck, er fühlt sich außen vor ohne Bier dort. Ja, und vermutlich vermisst er auch seine nassen Kumpels und das Gefühl sich wegzuballern. Aber darüber hätte er ja auch mit mir reden können … Danke für deine Nachricht und deine Erklärung und Gruß zurück!
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Euch allen ein glückliches und gesundes Jahr! 🍀 Ich bin leider extrem unsanft hineingerutscht. Ich war so froh, dass ich nicht arbeiten musste und hatte mich wirklich sehr auf den Abend gefreut. Vergangenes Jahr war Silvester wunderschön. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass das diesmal anders sein könnte … Rückblickend betrachtet war mein Freund eigentlich den ganzen Tag schon irgendwie komisch … ganz genau genommen ist er schon seit Weihnachten etwas unentspannt aber so richtig bemerkt habe ich erst am späteren Abend, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Er war abweisend und auch total abwesend und als ich ihn darauf angesprochen habe hat er gesagt, er möchte lieber Fernsehen oder schlafen gehen. Da waren es ungefähr 23:00 Uhr. Ich mach es kurz - er ist tatsächlich gegangen. Und hat mich zum Jahreswechsel hängen lassen. Ich habe gedacht jemand drückt mir die Luft ab. Ich hab gedacht, ich kann nicht mehr atmen. Nie mehr. Und dann kam der Schmerz. Ein ganz dumpfer, tiefer, schrecklicher Schmerz. Versteht ihr mich? Ich bin so unglaublich traurig … und ich kann es überhaupt nicht verstehen 😢
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Nein - mir ist er nüchtern definitiv sehr viel lieber! Und ja - ich glaub auch, dass sich gerade bei ihm viel bewegt und dass er tatsächlich im Moment auch ganz schön mit sich zu kämpfen hat. Nun, wo er nüchtern ist, merkt er offenbar selbst klar und deutlich Verhaltensweisen/ Schwächen die ihn selbst nerven. Die muss er jetzt aushalten, wo er sich sonst weggeballert hat. Zum Beispiel Aufschieberities. Wir haben vorhin über die stressigen Situationen der vergangenen Tage gesprochen. Das war gut. Ich hoffe, er bleibt am Ball. Und mir hat es wirklich geholfen, Deine Nachricht gelesen zu haben. Konnte deshalb viel gelassener mit der Situation umgehen. Danke nochmal, Dante .
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Danke Dante ! Diese Nachricht tröstet mich gerade sehr! Nach den ersten fünf Wochen, die wirklich sensationell gut liefen, gibt es aktuell manchmal aus dem Nichts heraus total unnötig Stress. Meistens verstehe ich überhaupt nicht worum es geht.
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achelias Vielen Dank - wie immer eine für mich super wertvollePerspektive!