Beiträge von Chrissi44

    Danke für Eure Antworten.

    Das Thema beschäftigt mich jetzt eigentlich nur wegen der Reaktion anderer Betroffener, dass es so gefährlich ist. 🤷‍♂️.

    Ich hätte mir ehrlich gesagt gar keine Gedanken gemacht, nur als der Zahnarzt das Wort Alkohol gesagt hat, sind bei mir die Alarmglocken angegangen. Ich werde es aber bei meinem nächsten Zahnarzt Besuch nochmal ansprechen. Wie gesagt, ich meine eigentlich, ich hätte es in der Anamnese angegeben.

    Warum ich schon längere Zeit nicht geschrieben habe: Ich hatte die letzten Jahre so viel andere Themen, die mir auf der Seele gebrannt haben (schwerer Unfall meines Lebenspartners, bei mir selbst gesundheitliche Probleme....neu aufgetretene Colitis Ulcerosa, evtl. OP nötig, immer wieder Verdacht auf Rezidiv meiner Meningitis, Hydrocephalus,....etc.). Wenn ich dann mal Ruhe hatte, wollte ich einfach nur in Garten, Natur, mit meinem Hund abschalten.

    Dazu auch immer wieder psychisch sehr angeschlagen, bin auch aktuell in Psychotherapie und in psychiatrischer Behandlung.

    Hallo zusammen,

    Ich bin jetzt fast 12 Jahre trocken. Die letzte Zeit war Alkohol eigentlich kein Thema.

    Gestern war ich beim Zahnarzt, er hat mir etwas am Zahnfleisch desinfiziert. Ich hätte gar nicht darüber nachgedacht, bis er zu seiner Assistentin gesagt hat, sie solle den Alkohol bringen. (Ich meine eigentlich, ich hätte in der Anamnese den Alkohol angegeben, bewusst verschwiegen habe ich es jedenfalls nicht)

    Habe ehrlich gesagt nicht wirklich geschaltet, sonst hätte ich vermutlich etwas gesagt.

    Ich habe schon kurz darüber nachgedacht, es aber eher abgehakt.

    Die erschrockene Reaktion anderer Alkoholiker hat mich allerding jetzt ziemlich verunsichert. Quasi als wäre jetzt etwas ganz Schlimmes passiert.

    Ich bin eigentlich sehr konsequent, kontrolliere in Lebensmitteln immer, ob kein Alkohol drin ist, auch bei Medikamenten. Benutze auch keine alkoholhaltige Mundspülung. Ich habe aber bei Desinfektionsmittel beim Zahnarzt oder auch bei anderen Desinfektionsmitteln nicht den Eindruck , das es mich triggert. (es gibt ja auch einige, die auch keine alkoholhaltigen Desinfektionsmittel verwenden). Vermutlich muss da jeder selbst seinen Weg finden?! Wie seht ihr das?

    Ich habe kürzlich meine Hausärztin ganz direkt darauf angesprochen. Sie war erstaunt, druckte mir ihre Liste von Diagnosen aus, unter denen ich in dieser Praxis laufe, da stehen ganz am Schluss drin : Zustand nach Alkoholabusus.

    Warum das bei der Krankenkasse ganz oben steht, ...keine Ahnung.

    Eigentlich ist es mir inzwischen auch egal, wo ich jetzt offen mit meiner Ärztin gesprochen habe 🙂

    Guten Abend,

    Ich habe ein neues Medikament verschrieben bekommen, es sind Tabletten (Antiepileptika), die zur besseren Aufnahme in Flüssigkeit aufgelöst werden sollen.

    Bei flüssigen Medikamenten achte ich immer genau darauf, daß kein Alkohol enthalten ist, bei Tabletten habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht.

    Nun habe ich gesehen, dass auf der Verpackung steht, daß eine Tablette 1 mg Ethanol enthält.

    Wenn ich annehme, dass ich eine Tablette in 100 ml Wasser auflöse, komme ich nach meiner Rechnung auf einen Alkohol Anteil der Lösung von 1%, wenn ich richtig gerechnet habe.

    (Ich nehme derzeit die Tabletten zweimal am Tag.)

    Ich habe irgendwie kein gutes Gefühl dabei, oder übertreibe ich es ?

    Was denkt ihr? Danke 🙂

    Nochmal zur Klarstellung: Mir geht es gar nicht darum, dass die Diagnose noch bei mir drin steht. Bei meiner vorherigen Ärztin stand sie auch drin, aber eben ziemlich weit hinten, weil es nicht mehr so relevant ist, gegenüber den anderen Erkrankungen, die ich habe.

    Und die jetzige Ärztin hat eben diese Diagnose F10.2 ganz an den Anfang gestellt....das stört mich einfach und leuchtet mir auch nicht ganz ein.

    Hallo Chrissi44,

    ich fragte einen befreundeten Arzt, Allgemeinmediziner und suchterfahren, der ICD-Code F10.2 bedeutet lt. Bundesministerium für Gesundheit: Psychische und (!) Verhaltensstörung durch das Abhängigskeitssyndrom ...sie sind abhängig von Alkohol, haben dauerhaft den starken Wunsch, Alkohol zu konsumieren ... (ich hoffe, dass war jetzt kein Zitat).

    Nun habe ich diesen o.g. Wunsch nicht (mehr), seit 2 Jahren. Die hier schon viel diskutierte Frage: Bin ich noch abhängig, wenn ich die (meine) Sucht stoppte? kommt immer wieder auf, (mein) der Arzt sagte mir, das sei Ermessensspielraum, wenn er einen neuen Patienten mit der Diagnose F10.2 bekommt, sei davon auszugehen, dass er, entweder noch trinkt und/oder seine Gedanken ständig um Alkohol kreisen (die berühmte Faust in der Tasche).

    Diese Diagnose legitimiert ihn (Arzt) auch dahingehend abzurechnen, da es Ursache sein kann (!), für Folgeerkrankungen. Wenn der Arzt also auf Grund von F10.2 eine Darmerkrankung, Nervenschädigung oder sonst was diagnostiziert, ist das gerechtfertigt, da es weder auszuschliessen sei, noch bewiesen werden könne.

    Das unterstreicht, einmal wieder: ein Mal Alkoholiker immer Alkoholiker, egal ob du noch trinkst oder nicht.

    Naja, als Folge der Alkoholerkrankung kann man es eindeutig nicht ansehen, da ich wegen genau dieser Erkrankungen schon mehrere Jahre vor dem Alkohol regelmäßig behandelt und auch berentet wurde.

    Hallo Chrissi,

    Nun steht ja auch bei den Darmerkrankungen, Rheuma und andere diverse Geschichten ja auch nicht geheilt dahinter. Oder? Warum sollte jetzt nun bei Alkoholiker trocken stehen?

    Oder habe ich da was falsch verstanden?

    Das ist schon richtig, aber wenn ich mir die Definition der Diagnose F10.2 anschaue, steht da z.B."ständige Beschäftigung mit Alkohol, unkontrollierbares Verlangen, etc." das trifft für mich glücklicherweise momentan nicht mehr zu. Und wenn es an erster Position steht, hat es für mich einen sehr hohen Stellenwert.

    Hallo zusammen,

    Mich beschäftigt gerade ein Thema sehr:

    Zu meiner Vorgeschichte: Ich bin seit fast 9 Jahren trocken, seit 5 Jahren bin ich in meiner jetzigen Hausarztpraxis, davon 2 Jahre bei meiner aktuellen Hausärztin. Ich fühlte mich bei ihr eigentlich immer gut betreut, habe aber bisher nie über meine Vorgeschichte mit dem Alkohol gesprochen, es wurde mit keinem Wort erwähnt, einfach weil es nicht relevant war. Der Begriff stand anfangs, also vor ca. 4 Monaten ein oder zwei mal ganz nebenbei in einem Arztbericht. Von daher ging ich schon davon aus, dass es bekannt war, mehr aber auch nicht.

    Nun habe ich in meiner App der Krankenkasse gesehen, dass meine Hausärztin bei meinen Diagnosen als Erstes F10.2, also psychische und Verhaltensstörungen durch Alkoholabhängigkeit, aufgeführt hat.

    Darunter kommt dann noch eine lange Liste der anderen Diagnosen, Rheuma, Darmerkrankungen, etc.etc. ist ziemlich viel bei mir. Aber eben ganz oben der Alkohol.

    Mir lässt das keine Ruhe, ich bin eigentlich nicht kleinlich, mich stört auch nicht, dass der Alkohol irgendwo auftaucht, er gehört schon zur Vorgeschichte. Aber irgendwie müsste auch vermerkt sein, dass ich schon fast 9 Jahre trocken bin. So wie es da steht, fühle ich mich in der Praxis plötzlich nur noch als "Der Alkoholiker" abgestempelt.

    Ich habe auch schon überlegt, ob das eine Sache der Abrechnung ist und der Arzt für bestimmte und besonders viele Diagnosen einen höheren Satz bezahlt bekommt?. Ich weiß ja, eigentlich müsste es mir egal sein, denn ich bin ja für MICH trocken und nicht für die Ärztin. Trotzdem wurmt es mich irgendwie, weil die Sache mit dem Alkohol einfach mein wunder Punkt ist....