Beiträge von Kintsugi

    Hm, Laure, ich bin keine Therapeutin, "nur" selbst Betroffene, aber was hält dich bei einem Mann, der dir gegenüber gewalttätig ist?

    da es mehrfach Handgreiflichkeiten in derEhe gab

    Das klingt sehr verharmlosend. Du sollst dich in deinem zuhause sicher fühlen und nicht Angst haben müssen, dass er eventuell austickt.

    Liebe Laure,

    willkommen im Forum! Entschuldige meine Neugier, aber was bedeutet

    Die Therapie habe ich letzte Woche erfolgreich beendet

    ? Was war denn das Ziel? Du schreibst, dass du "leider" mit einem Alkoholiker verheiratet bist und Unterstützung suchst um deine Bedürfnisse trotz Gegenwind durchzusetzen. Das klingt ein bisschen schräg. Vielleicht erzählst du etwas mehr wie es dir geht und wo gerade der Schuh drückt.

    LG,

    Anni

    Ist das so?

    Zum Großteil nicht, da kann man schon planen. Aber in manche Situationen kommt man ungefragt. Hier sind zu Weihnachten so viele Menschen uneingeladen (!) aufgetaucht, die Alkohol mitgebracht haben. Fremde...naja und wenn man eben nicht ein Schild an die Türe hängen will "hier wohnt ein Alkoholiker - keinen Alkohol mitbringen" dann ist das so.

    Ich meine damit, dass Alkohol so allgegenwärtig ist, man muss schon damit rechnen in den ungewöhnlichsten Situationen damit konfrontiert zu werden.

    Lieber Veru,

    dein Faden, bzw. die Geschichte mit dem 0,0 Bier hatte mich extrem getriggert, da mein nicht einsichtiger Ex-Partner felsenfest davon überzeugt ist, dass er allein durch Willensstärke von der Sucht loskommt.

    Das der Wille allein nicht reicht kann ich jedoch unterschreiben!

    Ich glaube auch, dass es nicht der Wille ist, sondern erstmal die totale Kapitulation vor der Sucht. Und dann wirklich jeden Strohhalm zu greifen und Hilfe anzunehmen und sich so gut wie möglich zu schützen. Alkohol ist fest verankert in unserer Gesellschaft und du hast recht, man wird damit konfrontiert, ob man will oder nicht.

    Toll, wie du dich der Sucht stellst und schrittweise deine Erfahrungen machst mit dem Ziel der Abstinenz! Es ist so viel wert! Ich sehe an meiner Seite einen Mann, der das nicht schafft. Es ist einfach nur traurig.

    Alles Gute weiterhin für deinen Weg!

    Liebe Aloha,

    noch herzliche Glückwünsche zur kleinen Maus! Meine ist morgen "schon" 12 Wochen alt.

    ein Hoch auf die Erfindung von Babytragen

    Oh ja! Bin ebenfalls selbstständig und froh, dass ich mein Tragling überall mitnehmen kann.

    So jetzt zum Thema: mein frischgebackener Ex-Lebensgefährte hat vor 10 Jahren genau die gleiche Geschichte abgezogen. Da war er Anfang 30. Jetzt ist er über 40 und wenn du in meinem Faden liest, dann siehst du, dass sich wenig geändert hat. Er hat die Geschichte immer so erzählt, dass er genug Schuld auf sich geladen hat, damit es wirkt er sei einsichtig und hätte eben "mal" Mist gebaut. Ich gehe davon aus, dass es viel schlimmer war. Seine Ex lehnt bis heute jeglichen direkten Kontakt ab (vermute mal Selbstschutz), seine Tochter darf mit ihm telefonieren und ca. 1x im Jahr hat er sie auch gesehen. Er regt sich auch im Nachhinein darüber auf, dass er damals nicht alleine mit der Tochter gelassen wurde (ich denke mal wegen seines Alkoholproblems) und es ihm dann zu bunt wurde - er hat sich ins Ausland abgesetzt. Vielleicht löst es sich bei dir genauso auf. Wobei du dich darauf gefasst machen solltest, dass er immer wenn es ihm passt, plötzlich Interesse am Kind hat.

    Ach so, und es gibt die Geschichte, dass sie behauptet er wäre handgreiflich geworden. Auch wenn er mir gegenüber nie auch nur ansatzweise physisch gewalttätig wurde, ich lege meine Hand nicht für ihn ins Feuer und tendiere ihr zu glauben. Also falls du es noch nicht getan hast, zeige ihn bitte an. Du tust dir und allen Beteiligten einen Gefallen damit. Ich habe mir geschworen, sollte er jemals handgreiflich werden, dann mache ich das öffentlich!

    Und jetzt zu mir: was habe ich mich reingehängt um zu vermitteln, es ist zum Haare raufen. Habe Nachrichten diktiert und sogar einen Brief in seinem Namen verfasst in dem er beteuert ein verlässlicher Vater geworden zu sein. Was für eine kranke Dynamik.

    Lass dich nicht zermürben mit seiner verdrehten Wahrheit. Wenn man hier genug liest, lassen sich dich Muster ziemlich deutig entlarven.

    LG, Anni

    Liebe JuSe,

    wie geht es dir?

    Ich hab ihn mehrmals damit gedroht und heute war ich soweit....ich fühle mich grad sehr schlecht

    Wir Angehörigen (v.a. Frauen) müssen aufhören uns für normales Handeln schlecht zu fühlen. Hätte er dich einfach in Ruhe gelassen und fertig. Sein Problem. Kannst ja mal raten wer sich nicht schlecht fühlt und dir die Schuld in die Schuhe schieben will. Für SEIN Fehlverhalten.

    Alles Liebe

    Anni

    Liebe Elima,

    noch ein herzliches Willkommen im Forum. Du bist mit deinen Gefühlen nicht alleine. Ich verstehe dich total!

    Man ist selber total unsicher ob es wirklich so ernst ist....

    Gestern habe ich mich getrennt und mir geht es genauso. Aber lass dir gesagt sein, es ist ernst. Man vergisst so schnell die Momente der Verzweiflung. Ich habe mir in manchen Momenten gewünscht, dass er einen Unfall hat und tot ist und wir ihn dann einfach gut in Erinnerung halten können. Was für unglaublich schlimme Gedanken, die doch zeigen wie ernst die Situation ist.

    Ob eine Trennung nötig ist oder nicht, das kann dir niemand sagen. Ich habe mich für die Trennung entschieden weil ich das Gefühl nicht los bekomme, dass er sich für mich nur zusammenreißt. Ich habe mich gefühlt als würde ich die Verantwortung für seine Trockenheit tragen. Er erwartet von mir, dass ich seine Strategie "ertrage" und wirft mir vor, dass ich übertreibe. Das ist für mich keine Beziehungsgrundlage. Ich habe schon so viele Alarmglocken leise gestellt, nachdem ich hier viele Muster erkannt habe, höre ich auf sie.

    Frag dich mal warum dir jegliche Kraft fehlt. Du verpulverst sie um die Beziehung aufrecht erhalten zu können, um es zu schaffen mit ihm zusammen zu sein. Ich habe es genau so meinem Ex-Partner gestern gesagt. Ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen. Behalte jedes bisschen Kraft bei dir und denke nur an dich.

    LG,

    Anni

    Liebe Malea,

    willkommen im Forum! Hier bist du mit deiner Situation genau richtig und du wirst schnell merken, wie viele dich sehr gut verstehen können. Was ich hier im Forum gelesen habe, hat mir ziemlich die Augen geöffnet.

    . Ich liebe ihn sehr und möchte ihn unterstützen.

    Dazu möchte ich sagen: Liebe dich mehr und lasse dich nicht runterziehen!

    Hier geht es nämlich um uns, um dich und was dir gut tut. Ein nasser Alkoholiker bestimmt nicht. Als ich hier angekommen bin, drehte sich viel um die Frage: Wie kann ich ihm helfen. Jetzt bin ich an dem Punkt wo es nur darum geht, wie ich MIR helfen kann. Was bin ich bereit zu (er)tragen?

    Und auch wenn er sich für ein trockenes Leben entscheidet, es ist gar nicht so einfach wieder vertrauen zu finden. Kommt irgendwann der nächste Rückfall?

    Mir ist klar geworden, der Alkohol oder ich. Beides geht nicht. Was ist das bei dir? Kannst du dir vorstellen mit einem nassen Alkoholiker zusammen zu sein?

    LG,

    Anni

    Wenn er nicht gelobt wird, säuft er dann wieder? Was würde dann das Trocken sein für einen Sinn haben?

    Nein, er ist eher der Meinung, dass er ja nichts besonderes leistet wenn er nichts trinkt. Mit der Logik kann man gleichzeitig das Problem klein reden. Wer wird schon für eine Selbstverständlichkeit gelobt?

    Ich versuche es aus. Heute werde ich ihn loben. Und mich sowieso, weil ich mich heute über vieles was ich geleistet habe, gefreut habe.

    CO Verhalten?

    Erwischt! Wenn ich ihn öfters Lobe, bleibt er dann trocken?

    Wie siehst du es für dich als Angehörige, wenn jemand erst das Bedauern über deinen "Alkoholiker" ausdrückt und dir sagt das du toll mit dieser Situation umgehst?

    Dann ist das so, an meinem Verhalten würde es nichts ändern. Als Angehörige wünsche ich mir nicht unbedingt Lob, ich möchte wahrgenommen werden. Das hilft mir.

    Danke für diese interessante Frage und offensichtlich gibt es keine eindeutige Antwort. Schade, denn ich frage mich als Angehörige auch immer wieder ob ich seine Nüchternheit mehr loben sollte...hm es gibt ja Menschen, die zur Motivation eher einen Arschtritt brauchen und andere müssen angefeuert werden um durchzuhalten. Schaffen muss man es ja so oder so alleine.

    Mein Partner sagt zwar er benötige keine Bestätigung von außen, allerdings hatte er mal angemerkt "dass ich ja gar nichts dazu sage", dh nicht positiv hervorgehoben habe, dass er nichts trinkt.

    Und das DULDE ich nicht länger, ich nehme es nicht mehr hin weniger wichtig zu sein als mein Mister X

    Genau dort sehe ich die Aufgabe die alten Co-Strukturen aufzubrechen. Anstatt dulden, könnte man "nicht mehr mitmachen" einsetzen. Das mache ich zur Zeit und finde es unglaublich spannend wo es plötzlich Streit gibt - und was passiert, wenn ich es lerne auszuhalten. Dazu ein Beispiel in meinem Faden.

    Liebe Alba,

    wir haben da ein ähnlichen doch-nicht-Traummann. Wobei ich mich selbst an die Nase fasse, er hat mir ja nicht vorgegaukelt jemand zu sein, der er nicht ist. Zu meiner Persönlichkeit gehört es, dass ich glaube, Menschen von meinem Weg überzeugen zu können. Außerdem sehr gerne Verantwortung für alles und jeden übernehme (dann kann man ja so schön kontrollieren). Ich lerne gerade sehr viel über mich. Wie viele, war ich anfangs "wegen ihm" hier. Aber du hast recht, meinen Seelenfrieden finde ich nicht, nur weil er nichts mehr trinkt.

    Ich bin sehr gespannt wohin die Reise geht. Merke, wie ich langsam aus dem Schatten heraus komme und meine neue Rolle behaupte. Und ich habe dabei nicht mal Angst, ob er dann wieder trinkt, wenn ich aus der alten Rolle aussteige. Weil es nicht mein Problem ist, sondern seins!

    Also ich freue mich immer sehr über deine Beiträge. Sie halten mir ziemlich deutlich einen Spiegel vor und ich mach mir darüber viele Gedanken und überlege, was ich davon für mich umsetzen möchte.

    Tatsächlich empfinde ich es in den letzten Wochen wie Freiheit ihn nur noch sehr zu mögen und nicht mehr zu lieben - weil ich so nicht mehr wie früher darauf warte, dass meine umfangreichen emotionalen Bedürfnisse von ihm gestillt werden.

    Das hat bei mir zB viel Resonanz gefunden. Ich habe ihm gegenüber bereits erwähnt, dass es für mich zur Zeit entspannter ist, wenn ich mich nicht in einer Beziehung mit ihm sehe. Er reagiert darauf nicht, ich glaub er er flieht gerne und lebt dann in seiner eigenen Realität. So lange ich keine Erwartung habe, kann sie ja nicht enttäuscht werden, oder? Sarkasmus beiseite, gerade heute merke ich wieder, dass ich Erwartungen habe, die er nicht erfüllt. Es frustriert mich.

    Redet ihr offen über seine Trockenheit? Oder klammert ihr das Thema aus? Hat er die Kinder alleine? Kannst du ihm vertrauen?

    Ich kann alle Fragen nur mit nein beantworten...

    PS: es freut mich sehr, dass die Situation mit deiner Mutter den Umständen entsprechend gut läuft.

    Liebe Tina,

    willkommen im Forum!

    Denkt das er es alleine schafft ohne Hilfe, ich glaube es nicht.

    Ich hab auch so ein Exemplar zuhause, da bleibt uns nur loslassen und einen eigenen Umgang damit zu finden. Mein Partner meinte zu mir, wenn ich mit seiner Vorgehensweise nicht klarkomme, muss ich mir Hilfe suchen. Da hat er meiner Meinung nach recht. Nur nicht so einfach. Am liebsten wäre mir, er würde sich "neutrale" Hilfe von außen holen. Aber nur weil ich das so machen würde, heißt es nicht, dass er es so machen will. Auch wenn er nicht mehr trinkt, ich kann dem Frieden noch nicht so richtig trauen. Leider stehen die Chancen nicht sehr gut mit der "einfach-nichts-trinken" Strategie. Es bleibt ein Prozess. Bei uns lief die Einsicht in Etappen. Er hat sich selbst überschätzt und es hat ein bisschen gedauert, bis er gemerkt hat, dass er es eben nicht kontrollieren kann. Zur Zeit können wir darüber reden ohne, dass er sich angegriffen fühlt. Allerdings meint er, dass er nicht darüber nachdenkt. Das wurmt mich. Die Gesamtsituation ist zur Zeit aber entspannter, weil ich nicht mehr über sein Trinkverhalten nachdenken muss (ich kanns ja eh nicht ändern) und ich den Alltag so gestalte wie er mir gut tut.

    Ich bin an dem Punkt das ich das Beste für mich mache, mit oder ohne ihm.

    Das ist ein guter Plan! So mache ich das auch. Ich hoffe, dass dieser Weg irgendwann wieder zu einem miteinander führt.

    Alles Gute für Dich!

    LG,

    Anni

    Danke für die lieben Worte! Ja es ist eine andere Hausnummer wenn Kinder im Spiel sind. Mit einem nassen Alkoholiker ist man alleinerziehend. Das gilt meiner Meinung nach auch für Beziehungen, man ist alleine so lange sich der Partner in seine nasse Welt flüchtet. Wünscht du dir das für dich?

    Das sind ja ganz andere Stories

    Same same, but different 😉 die Lebensumstände mögen unterschiedlich sein, die Geschichten, die einem vom Alkoholiker aufgetischt werden, wiederholen sich. Das einzige was zählt sind Taten. Ich dachte lange, ich habe ja noch nen "harmlosen" Alkoholiker erwischt, und selbst das hat mich deutlich über meine Grenzen gebracht.

    Mir fällt auf, dass du Erklärungen suchst, warum er es nicht schafft. Was machst du dann? Kannst du dir eine Zukunft zu dritt vorstellen?

    Er passt in kein Schema der Psychologen.

    Achso und das halte ich für Quatsch. Mein Partner hat damit angegeben, wie er früher den Top-Psychologen Stories erzählt hat und sie ihn ja nicht begreifen und helfen könnten.

    Sagen wir so, Alkoholiker sind keine "beliebten Kunden" so lange sie nicht einsichtig sind, die bleiben beratungsresistent.

    Und wie du hier im Forum lesen kannst, es gibt Alkoholiker, die gar keine Therapie in Anspruch genommen haben. Der Wille versetzt Berge...

    Liebe Mimose,

    ich habe deinen Faden heute zum ersten Mal gelesen und kann vieles erkennen. Es hat über 2 Jahre gedauert bis ich dieses "Selbstmitleid-Aufhör-Gelaber" nicht mehr hören konnte. Lange habe ich daneben gestanden und gesagt, dass ich ihm nicht helfen kann, er muss es selbst wollen. Bis der Alkoholismus angefangen hat die Familie zu zerstören und ich kein Bock mehr auf einen Lügner an meiner Seite hatte. Dann habe ich ihn vor die Wahl gestellt. Hast du ihn schon mal vor die Wahl gestellt? Gegen Alkohol verliert jede Liebe, deswegen kannst du ihn getrost gehen lassen, wenn er nicht auf den Alkohol verzichten möchte.

    An sich bin ich ein extrem realistischer Mensch, deswegen verstehe ich warum ich nicht einen absoluten Schlussstrich ziehe.

    Da ist ein Schreibfehler, oder? Also, Du verstehst nicht warum du keinen Schlussstrich machen kannst? Gute Frage, schau da mal genauer hin. Vielleicht hält einen die Vorstellung von einem "perfekten" Partner, der er ja wäre, wäre nur der Alkohol nicht. Wie ich selbst feststellen durfte, ist auch ohne Alkohol nicht alles Sonnenschein.

    Mir hat eine Zeit lang der letzte Schubs gefehlt wirklich hinzuschauen und das Thema anzugehen (was halte ich aus, wo sind meine Grenzen). Schade, dass es mir erst klar wurde, als er besoffen mit dem Kind Auto gefahren ist. In diesem Sinne wünsche ich dir ein augenöffnendes Wochenende!

    LG, Anni