Beiträge von Alex_aufdemweg

    Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken

    Ja, dann lass es doch.

    Ich würde niemals mit dem Falschirm aus einem Flugzeug springen.

    Aus dem Grund denke ich auch nicht daran und würde mich auch nicht zwingen mir das vorzustellen und auszumalen.

    Keiner schubst mich aus dem Flugzeug und keiner kommt gerannt und zwingt dir ein Bier rein.

    Also, passt doch alles.

    Es gibt hier bereits viele gute Gründe, warum ein Leben ohne Alkohol sinnvoll ist und sie stimmen alle.

    Doch meine zentrale Frage bleibt: Warum übernimmt bei ihm das Suchthirn noch immer das Denken? Ich habe außerdem den Eindruck, dass du teilweise noch nicht gut zwischen deinen eigenen Gedanken und denen des Suchthirns unterscheiden kannst.

    Was ich beobachte: Du umgibst dich weiterhin mit nassen Menschen. Du hältst dich im Wirtshaus auf, weil es „das einzige“ ist. Du schaust nassen Menschen beim Feiern zu und erwartest sogar, dass sie dich einladen.
    Meine früheren Freunde haben sich über vier Jahre nicht gemeldet. Ich bin ehrlich gesagt froh darüber. Ich würde ohnehin absagen, allein schon, weil ich mir diese angesoffene Art nicht mehr antun möchte.

    Ich brauche Lösungen, sonst kann ich zum Beispiel nicht schlafen. Und du brauchst sie genauso. Sonst hängst du früher oder später wieder an der Flasche. Ich würde das auf Dauer nicht aushalten.

    Abstand ist notwendig. Auch wenn der Balkon in die Richtung zeigt: Fenster und Tür zu. Wenn nötig, geh an einen anderen Ort. Und natürlich gibt es in Deutschland mehr als ein Wirtshaus. Dann fährt man eben ein Stück, um ein Restaurant zu finden, das übrigens auch nicht diesen Wirtshaus-Charakter hat.

    Es gibt viele Menschen, die nicht trinken oder nur sehr wenig. Ich wollte früher nichts von ihnen wissen. Aber man kann sie finden. Die Welt besteht nicht nur aus deinem Dorf.

    Hör auf, Gründe zu suchen, warum du dich weiter mit der nassen Welt abgeben „musst“. Werde aktiv. Du hast Hobbys, und andere Menschen teilen diese.

    Vor allem: Hör auf, dir betrunkene Menschen anzuschauen.

    Der Grund, warum es bei dir noch nicht Klick gemacht hat, ist dein Umfeld. Du hast es nicht wirklich verändert. Es ist nicht möglich, im nassen Umfeld glücklich trocken zu bleiben.

    Übertragen: Wenn du im Regen stehen bleibst, wirst du irgendwann nass. Der Schirm aus deinem Notfallkoffer hält das nicht ewig ab.

    Tut mir (fast) leid. Musste kurz lachen.

    stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich

    Da würde ich mich aber gerne mal dazustellen. ^^

    Zu Ostern hin geht es natürlich wieder los.

    und gerade vor Feiertagen verstellen die ja nahezu jeden Gang damit,

    Ich bin schon mal fast in einen Berg Sekt gerauscht. Den haben sie wirklich direkt nach dem Eingang aufgebaut. Gerade anfangs fiel mir da das Ausblenden schwer. Denn genau so habe ich es auch gemacht.

    mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet

    Es war sogar so. Ich sollte für *privat* Malzbier kaufen. Hatte noch kaum einen Plan und für mich einstehen, war mir noch nicht richtig bekannt. Sonst hätte ich das erst gar nicht gemacht. Jedenfalls stand das tatsächlich zwischen dem "normalen" Bier. Mein Hirn hat alles, bis auf das Malzbier verpixelt. Das war echt erstaunlich. Ich habe mich schrecklich unwohl gefühlt dabei. Inmitten von dem ganzen Gift. Als könnte es mich gleich anspringen.

    Es ist sehr gut, dass Du aus der Situation raus bist. Respekt. Alles richtig gemacht. :thumbup:

    Hier wird die Zeit für Dich arbeiten. Das wird ganz von selbst viel entspannter. Weil es Dir immer weniger interessieren wird. Wozu auch?

    So, wie auch das Katzenfutter da ist, brauche ich beides nicht.

    Hier komme ich immer gerne mit meinem Windel-Beispiel. Die interessieren mich ja auch nicht mehr. Keine Ahnung was die kosten.

    Da musste ich übrigens das zweite mal schmunzeln.

    War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen

    DAS würde dann ja bei mir auch nichts bringen. ;)

    Du hast das für Dich richtige in dieser Situation gemacht. Klingt komisch, aber besser hätte es in dieser Situation nicht laufen können.

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

    Und schon dabei einen neuen Plan zu basteln. Das finde ich gut. Sicher kann das Risiko nicht ausgeschaltet werden. Aber gerade am Anfang so gut es geht vermeiden und nichts einfach nur hinnehmen.

    Menschen zu unterstützen, die auch mit Alkoholsucht kämpfen.

    Das ist es. Das Wort "auch" müsste zuerst mal weg. Solange Du damit kämpfst, bleib erst mal bei Dir.

    Ich hatte in meiner SHG mal versucht einem zu helfen. Da war ich ca. ein Jahr trocken. Ging nur kurz gut. Er hat wieder gesoffen und roch wie ein Schnapsladen. Es war für mich nicht auszuhalten und ich musste den Raum verlassen.

    Heute (nochmal gute drei Jahre später) würde ich immernoch den Raum verlassen. Weil ich keinen Grund habe mir das zu geben.

    Ich selbst bin nicht zimperlich und kann gut damit Leben, wenn (auch hier) jemand einen Rückfall hat. Aber schön ist das nicht. Und im Realen noch mal eine andere Hausnummer.

    Starte besser erst mal mit dem VHS-Kurs. :)

    Das ist nicht immer leicht,

    Es wird immer einfacher. Die Zeit arbeitet für dich. Mein erster Faden hieß noch "mein neuer Weg". Dann wurde er stabiler und wurde zu "Mein Weg". Vom Trampelpfad zur richtigen Weg. Zwischendurch kam es mir dann schon wie die Schnellstraße vor. Mein Leben hat sich von Grund auf geändert.

    Mir war nicht bewusst, wie sehr Alkohol mein Leben negativ beeinflusst hat. Erst als ich mit etwas Aufwand feststellen durfte, wie viel besser es doch sein kann.

    Nach ein paar Monaten wird es Tage geben, an denen du gar nicht mehr an Alkohol denkst. Wozu auch? Es bringt ja nichts. Es wird eh nicht gesoffen.

    Wie sieht es mit der Risikominimierung bei Dir aus? Außer jetzt natürlich. Daheim später. Umfeld und Familie.

    warum ich immer wieder angefangen habe zu saufen.

    Weil Du Alkoholiker bist. Da ist jeder Grund recht.

    Aus Frust, um Glück mehr zu spüren. Weil es regnet oder die Sonne scheint.

    Es gibt Millionen Männer die einen Streit mit ihrer Frau haben, aber nicht deswegen zur Flasche greifen.

    Die Sucht "sucht" sich ihre Gründe. Vielleicht heißt sie deswegen so.

    Also brauchst Du eigentlich gar nicht mehr weiter zu suchen. Außenstehende - besonders keine Alkoholiker - würden dir noch Recht geben. "Ja, deswegen wirst du getrunken haben." Das sehen sie so, weil sie die Sucht nicht verstehen.

    Jetzt geht es darum Wege durchs Leben zu finden, ohne zur Flasche zu greifen.

    Das können auch mal Umwege sein. Zum Beispiel um den Alkoholgang im Supermarkt herum.

    Wege finden. Nicht Gründe.

    Ich habe einen guten Weg gefunden. Er ist inzwischen fest und bereits ausgetreten. Dann ist es nicht mehr schwer. Schauen muss ich dennoch wo ich hin laufe. Damit ich auf dem Weg bleibe.

    Hm, ich hätte nicht gedacht als ich mich hier vor über vier Jahren hier angemeldet habe, dass mein Name mal so Programm für mich wird.

    Hast Du die Grundbausteine schon bekommen? Ich kann jetzt nicht zurück blättern. Hab Bedenken, dass dann mein Geschriebenes futsch ist. ;)

    noch mehr trockenkotzen.

    Oh ja. Danke, das hatte ich schon ganz vergessen.

    Ich "brauchte" abends mehr. Dafür ging es mir morgens immer schlechter.

    Eigentlich kam ich zum Glück nicht auf die Idee morgens etwas zu trinken. Dann wäre das ganz ja noch länger gegangen. So ging es bald einfach nicht mehr. Auch jeden Tag, im Geschäft, gegen 10 Uhr mit geplatzen Äderchen in den Augen, aus der Toilette zu wanken, wäre irgendwann aufgefallen.

    Für mich heute nicht zu begreifen, wieso ich nicht früher aufgewacht bin. Ich durfte einfach kein Alkoholiker sein. Weil ich wusste, dass ich dann ja nicht mehr würde trinken können.

    Es kamen noch einige Dinge dazu und irgendwann ist "der Knoten geplatzt".

    Es gab eine große Umstellung in meinem Verstand. Der erst mal trocken werden musste. Das brauchte Zeit und ich muss mich heute öfters daran erinnern, dass das eben so ist, wenn ich bei Neuen lese. Denn auch ich bin ein ganz "normaler" Alkoholiker. ^^

    Ich habe mich bei Deiner Geschichte in vielem wiedergefunden. Danke dafür.

    strammen Schrittes durch die Landschaft gelaufen

    Das habe ich auch mal gemacht. Aufgestanden, Schuhe an und zur Tür raus. Egal wohin. Nur nicht in den Supermarkt. Wohne direkt neben dem Wald. Nach einer viertel Stunde war alles wieder gut.

    Wenn ich in der Situation verharre, ändert sich auch nichts. Ich denke, alleine der Wechsel der Umgebung bringt da schon etwas.

    Und mich zu outen ,diese Möglichkeit ziehe ich aus Selbstschutz nicht in Betracht.

    Ich hatte die Möglichkeit mich zu outen und das nenne ich Selbstschutz.

    Zumindest im Zusammenhang mit Alkohol.

    Es erspart mir tatsächlich auch viel Stress. Ich habe nicht vor mir die nächsten 40 Jahre Ausreden auszudenken. ;) So wäre das zumindest bei Leuten, die mich besser kennen gewesen.

    Für andere würde ein "Ich trinke keinen Alkohol" reichen.

    Wieso? "Weil es ein giftiges Lösungsmittel ist."

    Ich vermute, Du hast Angst vor Ausschluss?

    Ich bin im Moment alkoholfrei

    Da sollte nur noch das "im Moment" weg.

    Ich springe ja auch nicht "im Moment" nicht aus dem Fenster. In meinem Leben gibt es keinen Alkohol. Darum habe ich auch keinen Stress. Ich muss halt schauen wo ich mich hin begebe und mit wem.

    "Kämpfen" bedeutet, darüber nachdenken. Das brauche ich nicht. Es ist doch schon alles gedacht. Bleibt viel Platz für andere Gedanken. Die machen mein Leben aus.

    Meinem kleinen Teufel auf der Schulter interessiert das relativ wenig

    Dann schnippe ihn mal von der Schulter. Aber mit Überschlag. ;)

    Ich habe jetzt mal in mich rein gefühlt um festzustellen, wieso ich so glücklich abstinent bin. Dabei ist mir aufgefallen, dass mein Antreiber gar nicht "wie schlecht alles war" ist. Obwohl ich, wenn ich länger darüber nachdenke eine Menge Dinge aufzählen könnte.

    Aber das war mal. Und es hat am Anfang ja auch dazu geführt, dass ich mit der Sauferei aufgehört habe. Ich kann aber auf meinem Weg (siehe Name) ja nicht ständig nach hinten sehen, wie es war. Denn dann sehe ich nicht wo es hingeht und "stolpere" gerade erst recht.

    Das Leben wird nach hinten verstanden und nach vorne gelebt. Ich muss nicht mehr trinken. Mir Gedanken deswegen machen und mir ständig etwas besorgen und entsorgen. Ich bin frei und habe Energie um gefestigt voranzuschreiten.

    Ich will, dass es so bleibt und ggfs. noch besser wird. Es gibt viele Dinge, auf die ich mich noch freue im Leben. Das geht nur ohne Alk. DAS ist mein Motivator.

    Es geht Dir besser. Dein Leben wird besser. Es ist wohl noch mal gut gegangen. Sei froh darum. Ich bin es auch. Geh nach vorne. Entwickle Dich weiter. Setze Dir kleine Ziele und ggfs. auch ein Großes.

    VG
    Alex