Beiträge von Alex_aufdemweg

    Ich musste die ersten drei Monate auswärts immer etwas mit Zucker bei mir tragen. Am besten Traubenzucker. Weil ich recht schnell in den Unterzucker kam.

    Habe vorher auch gar nichts Süßes gegessen. Hatte mir die Kalorien für den Alkohol aufgehoben.

    Dann hat sich das normalisiert und inzwischen mache ich praktisch dauerhaft Intervallfasten. Aus dem Grund, würde ich es (anfangs) auch nicht ganz sein lassen.

    Tafelweise reinschieben ist dagegen halt schon wieder Sucht. Bzw. recht bald. Zu versuchen sich etwas zu mäßigen, ist nicht verkehrt.

    Was sind denn die Grundbausteine ? So wie die 12 Schritte bei AA ?

    Die Grundbausteine sind konkrete Anweisungen, wie es läuft. Sie helfen sofort und sind meiner Meinung nach unabdingbar für eine glückliche Trockenheit.

    Ich unterscheide zwischen „nüchtern“ und „trocken“. Ich sehe mich als trocken an, wenn ich nicht mehr trinken will. Das bedeutet, ich würde auch keinen Alkohol mehr trinken, wenn ich kein Alkoholiker wäre.
    Mein Mindset hat sich insoweit verändert, dass ich keinen Sinn mehr darin sehe, mir ausgerechnet ein Zellgift reinzuschütten.

    Es gibt ja wirklich genug andere Dinge, die ich im Leben machen kann.

    Dazu kommt auch noch, dass ich kapituliert habe. Das gibt es bei den AAs auch. Selbst wenn ich wollte, könnte ich eh keinen Alkohol mehr trinken, weil es wieder im Saufen enden würde. Da ich das jetzt weiß, brauche ich auch nicht mehr darüber nachzudenken.

    Kommen irgendwelche Gedanken in diese Richtung auf, erkenne ich sie als meine Suchtstimme. Die wird sofort gestoppt und durch "sinnvolle" Gedanken ersetzt.

    So lebe ich, was Alkohol angeht, sehr zufrieden.

    Angefangen habe ich mit den Grundbausteinen und ich halte mich auch heute noch daran.

    Wie es sich mit Feiern und so verhält, wenn Du zufrieden trocken bist, wirst Du dann ganz einfach selbst herausfinden. Am Anfang alles meiden, wo getrunken wird.

    So. Das war jetzt aber eine ausführliche Antwort. :)

    Dann lies Dir die Grundbausteine durch und schaue auch in die anderen Threads.

    Bis dann.

    mit Alkohol und Drogen zu tun habe, ist es nicht ausgeblieben das ich schon viele Therapien und Clean Phase erleben durfte,

    Willkommen Ceby,

    "zu tun habe" bedeutet, dass Du beides zu Dir genommen hast?

    Du schreibst, dass Du viele Therapien gemacht hast, aber dann wohl immer wieder rückfällig geworden bist.

    Was würdest Du heute sagen, woran das lag? Es liest sich für mich ein wenig so, als wäre es für Dich "normal", Rückfälle zu haben. Siehst Du das derzeit immer noch so? Oder hat sich da etwas geändert?

    Was möchtest Du dieses Mal anders machen? (Außer, dass Du Dich hier angemeldet hast. Was gut ist.)

    Hast Du bereits etwas von den Grundbausteinen umgesetzt? Bzw. kannst Du Dich mit ihnen anfreunden? Ich selbst bin mit ihnen optimal gefahren. Bin jetzt über vier Jahre trocken und es geht mir ausgezeichnet. Ich vermisse nichts. Im Gegenteil, ich habe so viel Leben dazugewonnen.

    Jedenfalls bist Du nicht der Erste, der mit der Nüchternheit feststellt, dass es auf Dauer so nicht weitergehen kann. In einer Beziehung, die eigentlich schon keine mehr ist, zu leben, fällt dann zunehmend schwerer.

    Ging mir auch so. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mein Leben insgesamt zu verbessern. Was anfangs mit einigen Hürden verbunden ist.

    Aber.

    1. Es lohnt sich
    2. Es geht auch nicht anders

    Damit meine ich z. B. Paarberatung, oder Trennung usw.

    Wichtig ist jetzt aber erst mal, dass Du für Dich und Deine Krankheit einstehst. Egal ob sie das derzeit einsehen möchte.
    Da steht die Abstinenz schon etwas über dem Harmoniebedürfnis. Denn sie ist die Grundvoraussetzung für alles.

    viel Tee getrunken

    Ich habe anfangs am Abend gut drei Liter getrunken. Wenn das Hirn meint, es will trinken, dann darf es das. Hauptsache ohne Alk.

    Das ist nur übergangsweise. Irgendwann wird es merken, dass das viele Getrinke nichts "bringt" und es lässt von selbst nach. Da fällt mir ein, mein Teebeutel hängt auch schon wieder seit drei Stunden in der Tasse... 8)

    Anfangs ist das Nüchternbleiben eben noch eine Ausnahmesituation. Dann wird es immer mehr zur Normalität und entspannter. Lass Dir die Zeit.

    Wenn ich denke, wie lange ich getrunken habe. Da kann es ja nicht in ein paar Tagen flutschen, als wäre das nie so gewesen.

    Dann erkläre ihr das mit der Alkoholikerin noch mal in Ruhe. Und dass es wichtig ist, dass nichts in der Wohnung ist.

    Anschließend lass es einfach in ihr arbeiten. Manchmal braucht es etwas Zeit, um das Neue zu verarbeiten.
    Bei mir ging auch nicht alles an einem Tag.

    Wechselmodel usw. sind gute Ziele. Aber immer einen Schritt nach dem anderen und das Wichtigste zuerst.

    Herzlich Willkommen melodyx,

    da kommt ja eine Menge zusammen bei Dir. Nüchtern hast Du die Chance aus diesem Sumpf wieder emporzukriechen.
    Gründe zum Trinken finden sich immer. Auch wenn es einem gut geht, ist das ebenfalls ein Grund.

    Da Du ganz am Anfang stehst, ist es wichtig Dich erst mal in Deinem neuen, nüchternen Leben einzufinden und Deine Abstinenz zu stabilisieren.

    Wie sieht es denn derzeit mit Alkohol in Deiner Umgebung aus?

    Ich lasse Dir hier gleich mal den Link für die Grundbausteine da. Daran konnte ich mich auch gut orientieren.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Konntest Du hier schon etwas umsetzen?

    Es hat ja viele Jahre gedauert, bis ich mir selbst eingestanden habe Alkoholiker zu sein.

    Ich kann mich aber noch gut erinnern. Eine Rettungssanitäterin in Insta sagte mal: "Wer mehr als fünf Bier in der Woche trinkt, ist Alkoholiker".

    Das hat mir schon zu denken gegeben (mit 7 Bier an einem Abend) und war ein weiterer Baustein für meinen Weg zur Erkenntnis. Nach ca. einem halben Jahr Trockenheit, habe ich mich übrigens dafür noch bei ihr bedankt.

    Ich denke manchmal kommt das Suchtgedächtnis auch ganz ohne äußeren Einfluss ums eck,

    Das ist nach den ganzen Jahren nicht ungewöhnlich. Bei mir hatte es schon ausgereicht, wenn ich einfach nur auf dem Weg nach Hause war. Wichtig war nur, dass ich es auch als Suchtstimme erkannt habe. Also, alles richtig gemacht :thumbup:

    Es wird mit der Zeit weniger. Da hilft nur Geduld. Ich bin jetzt vor allem hier, um nicht zu vergessen. Damit ich richtig reagiere, wenn es einmal passieren sollte.

    ich hab mich das erst jetzt nach einem Jahr getraut.

    Und ich nach zwei. Dann aber mit radikalem Rauchstopp. So wie ich es auch beim Alkohol gelernt hatte. Also, entweder rauchen oder nicht.

    Und ca. zwei Wochen hat es ohne Ende getriggert. Ich hatte gedampft und das geht praktisch immer und überall. Also hat mein Suchthirn auch immer und überall "hier" gerufen. Ich war sehr froh, dass ich es nicht in etwa gleichzeitig versucht hatte.

    Übrigens. Wahrscheinlich durch das viel häufigere "der Suchtstimme eins drüber bügeln" war diese Zeit auch schneller durch. Nach zwei Wochen plötzlich, wie weggeblasen. (Nur nicht der Dampf ;)) Müsste jetzt dann ca. zwei Jahre sein. Habe mir das Datum irgendwo aufgeschrieben. :/