Beiträge von Alex_aufdemweg

    er wußte nicht gegen was er angetreten ist.

    Ja. gegen was.

    Das ist das Mentale. Verlieren geht nicht. Es würde bedeuten, unten zu liegen.

    Aus dem Grund ist es mehr, als nur ein Wettkampf. Ich bin froh, dass es das im Krav Maga nicht gibt.

    Nur so ein paar Übungen, zum Aufwärmen z. B. versuchen dem Anderen auf die Schulter zu schlagen, oder die Beine. Um in Bewegung zu kommen.

    Mein Schaaatz...die Flasche.

    Golum. Wie passend. Es ist auch nichts anderes.

    Anscheinend ist das nicht ungewöhnlich, dass wir so einen Sport gemacht haben.

    Heute denke ich, dass ich dieses "Ausgeliefert sein" nicht wieder erleben wollte. Nicht mehr von der Willkür einer anderen Person abhängig. Im Prinzip nie mehr unten liegen.

    Tatsächlich habe ich auch Judo gemacht. Da lernt man erstmal richtig fallen. Das hat mir schon mein ganzes Leben was gebracht.

    Weiß Gott, wie oft ich z. B. als Kind vom Rad gefallen bin. Ist immer gut, wenn man abrollen kann. ^^

    Später war ich dann im Ninja. Oder auch Ninjutsu genannt. Das kommt schon ans Krav Maga ran. Weil auch alles erlaubt ist und es aus diesem Grund auch keine Wettkämpfe geben kann. Freitags gab es übrigens auch noch Schwertkampf. Zum Auflockern. Denn in der Realität habe ich selten ein Schwert in der Hosentasche dabei.

    Dann dachte ich, ich muss mehr für die Beine machen. Und etwas, wo ich auch zumindest Semi Kontakt kämpfen kann. Also, bin ich ins Tae Kwon Do. Ich konnte bald Spagat, zwischen zwei Stühlen hängend. Oder hochspringen und gegen die Decke treten. Und jetzt mache ich Yoga, damit ich mir noch die Schuhe binden kann. ;)

    Später habe ich noch im Karate vorbeigeschaut. Zwei Gürtel gemacht. Aber das ist so steif. Was ich da gelernt habe ist ein richtig harter Schlag. Aber wenn der Gegner nicht gerade ein Makiwara (ein Holzbrett) ist und schön brav ruhig stehen bleibt, bringt das nicht so viel.

    Krav Maga habe ich jetzt vor ca. einem Jahr angefangen. Da ist einfach alles dabei. Gerade muss ich pausieren, weil ich Probleme mit der Hüfte habe.

    Yoga (fürs Schuhe zubinden) geht zum Glück. Bzw. ist förderlich.

    Ich bin wieder überrascht, über diese Ähnlichkeiten. Wie beim Alkoholiker.

    So. Jetzt geht's ins Bett. Bis vielleicht Morgen :sleeping:

    Mein Geschreibsel ist konfus


    Kein Problem. Ich kann ja einfach nachfragen.

    Was ich erlebt habe ist, dass - besonders da ich nicht groß auffällig war und gut funktioniert habe - meine Nüchternheit gar nicht so freudig aufgenommen wurde, wie ich gedacht habe.

    Sie dachte wahrscheinlich, dass das eine kurze Phase wird. Und dann fing ich an, zu fordern. Kein Alk vor meiner Nase trinken, usw. Oder sogar sowas wie, ich kaufe keinen mehr ein und bringe auch nicht die leeren Bierflaschen von ihr weg. Dann wollte ich bald, dass sie ihren aus dem Schrank nimmt, damit ich ihn nicht mehr sehe.

    Dann wollte ich nicht mehr den ganzen Einkauf übernehmen. (Wozu auch? Musste ja nicht mehr ständig Bier kaufen.)

    Kurzum, ich wurde unangenehm.

    Dazu kam dann, dass mir erst jetzt langsam klar wurde, was in unserer "Beziehung" eigentlich abläuft. Bis mir klar geworden ist, dass das schon sehr lange gar keine mehr ist. Sondern ein Kinder-Aufzucht-Team. Wo auch noch recht viel an mich abgedrückt wurde. Egal, ob ich der war, der Vollzeit gearbeitet hat.

    TEAM stand für "Toll ein anderer machts". ;)

    Sie hat sich dann auch abends mit "jemandem" getroffen. Da habe ich übrigens hier auch mal mitten in der Nacht geschrieben. Und zum Glück war jemand wach.

    Es musste sich etwas ändern. Heute bin ich sehr glücklich getrennt.

    Da ich nicht mehr wegsaufen konnte, wie es mir geht und wie die Welt um mich herum wirklich aussieht, musste ich vielen Dinge ändern. Und ich bin inzwischen so froh darüber. Ich war also nicht nur in meiner Sucht gefangen. Doch das konnte ich erst mit der Zeit, nüchtern sehen.

    Diese Abkapsel-Programm mit dieser Wut. Und auch deren Kontrolle. Fast alles, was Du geschrieben hast, hat bei mir zugetroffen. Immer wieder faszinierend. Kontrollfreak, was meine Emotionen angeht, bin ich noch heute. Aus dem Grund kann ich mir schlecht verzeihen, wenn mal was mit mir durchgeht. Kann mich auch nicht erinnern, wann ich mal laut geworden bin, in den letzten Jahren.

    Die große Heulerei habe ich mit ca. 30 Jahren beim Tiefenpsychologen hinter mich gebracht.

    Das hat es eigentlich gebracht. Kontrolle heißt nicht, dass da nicht Emotionen sind. Ich kann bei jedem Kinderfilm flennen. Aber es geht ja um für mich noch immer negativ behaftete Emotionen, wie eben Wut.

    Beim Krav Maga z. B. kann ich mich total verlieren. Hinterher sind dann ggfs. die Knöchel offen. Aber da tut es ja (außer mir ein bisschen) keinem weh. ^^

    Und so konnte ich mein inneres Kind (Kinder) sehen. Und habe gelernt wie ich Kontakt aufnehme. Manchmal kann ich Ihm nur übermitteln das ich es sehe. Und manchmal kann ich es auch ein wenig trösten.

    Das ist echt abgefahren. Dazu hatte ich gestern, oder vorgestern gerade etwas bei mir geschrieben. Und jetzt kommst Du genau mit dem Gleichen.

    Ich habe ihm versprochen, es zu hören und für es da zu sein. Damit es nicht mehr alleine ist.

    Als ich frisch aufgehört habe zu trinken, war ich von den vielen Geschichten geplättet, die doch auf ihre Art meiner ähnelten.

    Scheinbar ist jetzt meine EKA Seite an der Reihe.

    Ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag.

    Es triggert mich nichts.

    Ich bin fast schon verwundert.

    Nur kurz. Bin gerade hier drüber gestolpert. Also, mich wundert das auch.

    Ich hatte gerade meinen dritten Trockenheits-Geburtstag und mich triggert ab und zu immer noch etwas. Und ich denke, das bleibt auch so.

    Wahrscheinlich hast Du, nach der kurzen Zeit, noch nicht so den Zugang zu Dir selbst gefunden. Das ist sicher normal. Die ersten drei Monate sitzt auch oft noch die rosa Brille auf der Nase.

    Ich hab ja 25 Jahre mit 5-8 gescheiterten Versuchen hinter mir

    Aus dem Grund rate ich Dir, besonders jetzt zu Beginn, nicht öfters an irgendwelchen "Bierkisten" vorbeizulaufen, um das auszutesten.

    Es ist gut, dass Du Dich stark fühlst. Aber gerade dann, ist große Vorsicht angesagt.

    VG

    Alex

    Ich mache jetzt auch mal langsam


    Die 3G Regel, (war in der Corona Zeit) die ich am Anfang meiner Abstinenz mitbekommen habe, lautet.

    Geduld, Geduld, Geduld.

    Und zwar mit mir selbst. Mit der Nüchternheit ging es ab wie bei einer Schlittenfahrt im Schuss den Berg hinunter. Ist schon toll, aber ab und zu ein bisschen bremsen ist schon sicherer.
    Denn es ist ja auch nicht gut, sich selbst zu sehr unter Stress zu setzen.

    Die Fahrt ging sowieso weiter. Das ließ sich gar nicht mehr aufhalten und das wollte ich auch nicht.

    Heute zum Beispiel auf der Arbeit, fragte mich ein Arbeitskollege, welchen Wein ich gerne trinke..... Dass hat mir als Auslöser schon gereicht.

    Dann ist es, meines Erachtens, wichtig, dass Dein Umfeld weiß, dass Du keinen Alkohol mehr trinkst.

    Wenn Du Dich nicht outen willst, kannst Du sagen. Ich habe ihn nicht mehr vertragen, usw. Noch ehrlicher wäre, ich konnte damit nicht umgehen. Oder, ich habe gemerkt, dass es mir schadet, usw.

    Sonst wirst Du immer wieder mal etwas angeboten bekommen.

    Habe auch schon damals jemanden kennengelernt, der sagte einfach "schmeckt mir nicht". Da konnte ich ja nicht sagen "Doch, schmeckt dir".


    Bei den AAs musst Du gar nichts reden, wenn Du nicht möchtest. Mir war es anfangs wichtig, reale Alkoholiker zu treffen.

    Tatsächlich fehlt mir dort aber ein wenig das direkte Feedback. Also das wovor ich anfangs Angst gehabt habe. Denn das gibt es dort nicht.

    Nach ca. einem Jahr habe ich es dort nicht mehr gebraucht und bin lieber nur noch hier. Weil es hier mehr Austausch ist.

    Ich bin vor Angst fast gestorben, vor dem ersten Mal dort. Aber Du musst Dich dort gar nicht erklären.