Ich persönlich gehöre zu den glücklichen Menschen, denen es möglich war, es meinem Umfeld mitzuteilen. Den Rest hat mein Kleiner übernommen. Der anfing allen zu erzählen, dass der Papa kein Bier mehr trinkt und zu den "reale SHG" geht.
In der Schule. In seinen Sportvereinen, usw.
Bis ich das bemerkt habe, war es eh durch.
Es gab ein paar Blicke. Nachdem aber festgestellt wurde, dass ich noch immer wie ein normaler Mensch aussah (vielleicht etwas frischer, als vorher) wurde das schnell uninteressant.
Da so etwas sicher schnell die Runde gemacht hat, gehe ich davon aus, dass einfach jeder Bescheid weiß. Darauf angesprochen hat mich tatsächlich kein einziger.
Ich denke, dass es für die meisten Menschen bei Weitem nicht so interessant ist, wie jetzt für mich selbst.
Alle meine Freunde wissen Bescheid. Besonders meine vielen Freunde, die ich jetzt nicht mehr habe, da es sich nur um Saufkumpanen gehandelt hatte. Ich vermisse sie keine Minute, da wir, außer dem Alkohol, kein Interesse füreinander hatten.
Ich habe alle sozialen Brücken zurück in die Sucht abgebrochen und lebe heute sehr gut damit.
Ich brauche mich nicht verstecken und wenn ich irgendwo zum Glas greifen würde, würde zu Recht das große Trara ausbrechen.
Zu meiner Sucht stehe ich voll und ganz und das würde ich jedem mitten ins Gesicht sagen, wenn es nötig wäre.
Das war jetzt meine Sicht und Art, wie ich damit umgehe. Ich dachte mir, eine Extreme der "offenen" Seite hier, dürfte nicht schaden.