Beiträge von Alex_aufdemweg

    ich diese Unterhaltungen eher demotivierend finde

    Es ist halt so, dass ein "motivierter" Rückfall auch noch keinem Geholfen hat.

    Es ist das was ich weiß und lernen durfte. Etwas anderes zu schreiben wäre nicht richtig. Ich kann aber auch nichts mehr schreiben. Das kann ich dir anbieten.

    Von meiner Seite ist ja auch alles gesagt. Ich nehme mich gerne bei Dir raus.

    Ich wünsche Dir wirklich nur das Beste. Bis dann

    den Regeln des Forum

    Das ist der trockene Weg. Im Augenblick schlägst du dich durchs Dickicht. Abseits des Weges.

    auch wenn es in euren Augen nicht das Beste ist.

    Meinen Augen ist das vollkommen egal. Die Sucht reibt sich nur schon die Hände.

    dass ich kaum Zeit habe ,mich mental mit der ganzen Situation auseinander zu setzen.

    Deine Sucht hat genug Zeit in Dir zu arbeiten.

    Wenn ich das bei Dir lese (vor allem diese vielen Gründe) habe ich einen einzigen Gedanken dazu, der auf Erfahrungen beruht. Auch auf das was ich schon von vielen Alkoholikern gelesen und gehört habe. Und er lautet: Das wird so nix.

    Aber Hut ab, dass Du hier so offen und ehrlich schreibst.

    Du musst es ihnen immer wieder erklären bis sie es alle verstanden haben.

    Einen Sch... muss sie. :) Hartmut hat meine Antwort schon vorweggenommen.

    Also habe ich irgendwann aufgehört, meine Energie dafür zu verwenden, andere zu überzeugen.

    Das ist ja wie bei dem Vorschlag einen Alkoholiker-Test vor jemandem zu machen.

    Ggfs. einmal mit mehr "nachdruck" sagen. Aber ich bin ja nicht der Lehrer von der Baumschule.

    Im Moment sieht es jedenfalls nicht danach aus. :thumbup:
    Es ist nicht so wichtig, ob dich andere als Alkoholiker sehen wollen.
    Es ist nur wichtig, dass du das für dich selbst weißt. Du kannst ja auch nur für dich selbst trocken sein.

    war ich wieder einmal bei einem Treffen.

    Ich nehme an, eine SHG?

    Bei mir im Ort gibt es keine. Und die im Nachbarort ist super. Bzw. die Leute da. Aus dem Grund war ich fast nur dort. Einmal die Woche im ersten Jahr. Konstant.

    Mit dem Rad sind es so 20 Minuten bis da hin.

    Gehst du einigermaßen regelmäßig? Da du dich hier praktisch nicht mitteilst. Irgendwo ist Austausch mit anderen Alkoholikern wichtig finde ich.

    ehrlich reden

    Bevor Du da anfängst ist es wichtig, dass du erst voll hinter deinen Worten stehst. Es innerlich bei Dir angekommen ist. Sonst wird das nichts.

    Noch bin ich nicht genervt.

    Das kenne ich sehr gut. Ich war in einer ähnlichen Situation vor über vier Jahren.

    Ich meinte: "Es stört mich schon ein bisschen." Und es wurde mir gesagt: "Das wird dich bald noch viel mehr stören."

    Es kam so. Und nicht nur das war es dann. Da kam noch einiges dazu, das ich vorher nicht sehen wollte.

    Es arbeitet in Dir und was Dir jetzt klar wird, kann Dir schon keiner mehr nehmen. Bei mir war sehr bald der Moment erreicht, wo es einfach nicht mehr ging. Dazu musste mir hier gar nicht mehr viel geschrieben werden. Tatsächlich ging es sogar eine Weile um andere Themen.

    Und dann war ich "reif". Ab dem Moment änderte sich mein ganzes Leben erst richtig. Heute ist es ein Anderes. Ein sehr viel besseres Leben.

    sowohl das Umfeld als auch die Umgebung haben das begünstigt.

    Aber auf alle Fälle. Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre trocken und würde mich nicht mit Leuten in einen Biergarten setzen. Und ich fühle mich mega stabil.

    Ich verstehe auch, dass am Anfang dieses Feingefühl für die Gefahren noch fehlt. Aus dem Grund ist es wichtig einfach das zu tun was hier geraten wird. Ich habe das so gemacht und leben ein zufriedenes, trockenes Leben.

    ich kann immer vorbei kommen, ohne verurteilt zu werden.

    Das denke ich mir. Wäre ja auch seltsam. Schließlich gibt es die SHG ja genau aus dem Grund. Ich war im ersten Jahr jede Woche dort. Vor dem ersten Mal bin ich vor Angst bald gestorben. Ist eigentlich so gar nicht mein Ding. Anschließend bin ich voller Energie und motiviert raus gelaufen. Und das dann jedes Mal. Es tat vor allem gut, sich nicht verstecken zu müssen und festzustellen, dass man damit nicht alleine ist.

    So, dann viel Glück. Ein neuer Tag beginnt.

    Andere sagen, dass es ihn vielleicht ‚aufweckt‘, wenn er ein Kind hätte.

    Da haben "Andere" aber sowas von keine Ahnung.

    Ich durfte unter einem Alkoholiker aufwachsen. Da ist bei ihm nichts aufgewacht. Das war dann auch meine Kindheit.

    Und dann auch noch "vielleicht aufweckt". Ein Kind ist doch kein Testballon.

    Das kann ich mir so überhaupt nicht mehr vorstellen

    Ein Glück. Es ist doch schon mal gut, dass noch keine Kinder im Spiel sind. Weil die bald sehr darunter leiden würden. Das macht es jetzt um einiges einfacher.
    So geht es erstmal "nur" um dich und du kannst in Ruhe nachdenken.

    Es wird sich so oder so vieles verändern. Am Ende wird aber etwas besseres herauskommen. So war und ist das jedenfalls bei mir.

    Ich dachte nicht, dass ich ein so glücklicher Mensch werden kann.

    Hallo Gaarder,

    als ich nüchtern wurde haben mich die Ereignisse auch ein wenig überholt.

    Du hast ja bereits einiges in die Wege geleitet und es geht jetzt voran. Es ist 10 Mal besser sich mit der Erkenntnis Alkoholiker zu sein zu melden und Schritte zu unternehmen. Als zu saufen und sich gegen die Wahrheit zu verschließen.

    Ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie es gehen soll, dass der Partner nichts davon weiß. Nicht nur wegen dem Alk, der aus der Bude muss.

    Auch später. Ihr geht auf einen Geburtstag, usw. Sie muss verstehen was Sache ist. Wenn Du spontan gehen musst, weil das Suchthirn klingelt.

    Es wird sich einiges Ändern. Ich dachte auch nur nichts trinken reicht. Ist aber nicht so. Es ändert sich vieles. Das muss es.

    Heute bin ich jedoch glücklicher als jemals zuvor. Es lohnt sich.

    Guten Morgen Hannah,

    damals habe ich gleich gelernt, dass man im ersten Jahr keine tiefgreifenden Veränderungen vornehmen soll.

    Also auch Beruflich und in der Beziehung.

    Was die Beziehung angeht habe ich mich absolut nicht daran gehalten.

    Es ist aber auch so, dass mit der Nüchternheit die reale Sicht auf die Dinge wieder kehrt. Außerdem habe ich meine Gefühle wieder stärker wahr genommen.

    Also blieb mir gar nichts anderes auf als mich dran zu machen Dinge zu verändern die mich dauerhaft belasten. Habe halt versucht einigermaßen langsam zu machen :saint:

    Ich habe es bis heute nicht bereut.

    Außerdem wollte ich Dir noch meinen Respekt aussprechen, für das was Du täglich leistest. :thumbup:

    VG
    Alex

    Es kommt mir manchmal schon vor, als ob er einen Streit künstlich erstellt..

    Wenn ich versucht habe weniger zu trinken war ich auch schnell gereizt. Und Streit ist ein "Grund" zum trinken.

    Ich nehme an du "störst" ihn beim trinken. Ob du das nun beabsichtigst oder nicht.

    Du steckst da in einer schwierigen Situation.

    da habe ich aber sehr an meiner eigenen Wahrnehmung gezweifelt!
    Im Nachhinein frage ich mich, ob ich mir das immer einreden lassen habe…

    Als ich aufgehört habe fing ich schnell an das "Zusammenleben" so zu sehen wie es eigentlich ist. Meine damalige Partnerin (ja Vergangenheitsform) hat nicht aufgehört Alkohol zu sich zu nehmen. Bald dann nicht mehr vor mir und wahrscheinlich auch nicht viel. Aber Alkohol war im Haus und wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, war da welcher vorhanden. Und gerochen habe ich es auch. Das geht auf Dauer gar nicht. Alkohol musste aus meinem Leben raus.

    Es wird der Moment kommen, an dem du siehst an welcher Stelle du stehst. Wenn er denn Alkoholiker ist. Ich möchte keine Schlüsse ziehen.

    Leider vermute ich bei meinem Freund auch eine Leberzirrhose..

    Dann wird bald von selbst eine Veränderung anstehen.

    Als ich aufhörte zu trinken, dachte ich alle würden sich freuen. Jubeln und mich beglückwünschen. "Alle" meine Freunde haben massiv Alkohol getrunken und ich habe keinen Kontakt mehr. Wir hatten auch keine Themen mehr und ich würde sie beim Trinken stören. Außerdem gebe ich mir das nicht und es wäre noch dazu gefährlich. Aber ich vermisse sie nicht, weil ich feststellen durfte, dass da gar nichts ist. Sie waren nur Beiwerk zum trinken. Und ich ebenfalls für sie.

    Es hat sich unglaublich viel in meinem Leben geändert. Von wegen, nur nichts mehr trinken.

    Aber um mal zu spoilern. Ich bin heute so glücklich wie noch nie. Hätte nicht gedacht, dass dieses Leben das noch mal für mich bereithält.

    Es lohnt sich voll. Außerdem gibt es keine andere Option. Wenn ich Gift in mich rein schütte geht es bergab langsam oder schnell. Unaufhörlich.