Beiträge von Alex_aufdemweg

    Anfangs war ich erst mal von den Socken, dass es so vielen anderen auch so gegangen ist. Bzw. diese auch so gehandelt haben.

    Ich dachte immer, dass ich da ein "besonderes" Problem habe.

    Schon ab diesem Moment habe ich mich verstanden gefühlt. Das war die erste Voraussetzung. Ein Nicht-Alkoholiker hätte mir viel erzählen können.

    die Vorratshaltung, das Timing, die Fahne vertuschen, das Verstecken, das Leergut entsorgen, die Ausreden,

    Das volle Programm. Inzwischen ist, das zu lesen, immer ein "ach ja, das war sch...".

    Gut, immer wieder daran erinnert zu werden. :)

    er hat meine Hand gestreichelt und sagte „gestern, heute, morgen“

    Da habe ich einen kleinen, faltbaren Text von meiner realen SHG. Da geht es genau darum und um die 24 Stunden (heute).

    Den hat da praktisch jeder. Wahrscheinlich weltweit. Wenn ich es google kommt es gleich als einer der ersten Treffer.

    Gerade gesehen. Es ist das HEUTE-Kärtchen.

    Guten Morgen. Wünsche Dir, dass es gut klappt.

    Kopf- und Gliederschmerzen.

    Ich fand es gut zu wissen, wenn ich etwas fühle, dann habe ich etwas. Dass es nicht vom Alkohol am Vorabend kommt.

    Mit Kopf- und Gliederschmerzen fing es am Donnerstag bei mir auch an. Darum auch sehr schlecht geschlafen. Falls Du noch einen Coronatest hast, mach ihn.

    Hatte keinen gemacht, weil ich dachte, als ich es letztes Mal hatte, ging es mir sehr viel schlechter. Dann samstagmorgens doch einen gemacht. Bei mir war er dann positiv. X/

    Ich möchte gerne erzählen, wie ich mit meiner Stimme spreche. Oder besonders anfangs gesprochen habe.

    Gar nicht. Ich habe sie aufs übelste angeschnauzt, einfach den Rand zu halten. Habe ihr auch noch einen dummen Namen gegeben. Da schimpft es sich besser.

    Diskussion mit der Stimme,

    Mache ich aus zwei Gründen nicht.

    Es ist ermüdend und sie wird es niemals verstehen WOLLEN. Denn es ist die Suchtstimme. Die kann nichts anderes.

    Zweitens. Wozu diskutieren? Ich weiß es doch schon. Was dann ist. So wie Du es auch weißt. Ich bin überzeugt und brauche mich nicht immer wieder zu überzeugen.

    Ja, es gibt einige, die die Situation zu Ende denken. Ich spreche davon, wie ich es gemacht habe. Daran zu denken, triggert mich ja noch mehr. Also, bei den ersten Worten der Stimme, gleich zack eins drauf. Ja, hier muss ich mich mal nicht benehmen. Ich kann es hier nicht hinschreiben. Die Worte halt, wenn ich auf 180 bin und jemand das M. halten soll.

    So, nachdem es dann die harschen Gedanken gegeben hat. Die Situation erkennen. Das hast Du ja hervorragend. Dann sich aus dem Gefahrenbereich bewegen und ggfs. in den Notfallkoffer greifen. Nichts unnötig aushalten. Konfrontationstherapie funktioniert hier definitiv nicht.

    Meine Stimme kam immer seltener. Und wenn ich heute nur spüre, da könnte was kommen, hole ich schon aus. ;) Jetzt können es kurze Emotionsblitze sein. Genau dieses Belohnungstrinken war es bei mir auch verstärkt. Aber das ist sogar gut. Damit ich es nicht vergesse.

    Tatsächlich hat die Stimme nach 1 1/2 Jahren dann zugeschlagen. War doch recht von den Socken. Aber wieder das gleiche Programm. Dann auch aufgestanden, an den Spind und sehr viel Wasser abgezogen. Dann sofort in den nächsten Aufguss (war in der Sauna). Bis der anfing, war ihre Präsenz längst verschwunden.

    Danach hatte ich Angst, dass das jetzt wieder öfters passiert. Aber mir wurde gesagt, dass mich das stärker gemacht hat. Ich denke, das stimmt. In der Form seit dem nicht mehr. Und es ist bereits ja auch schon wieder über ein Jahr her.

    Du kennst jetzt Deine Stimme. Das ist enorm wichtig. Als ich brav gesoffen habe, kannte ich sie nicht. Gesteuert, durch die Sucht.

    Jetzt erkenne ich sie und lasse es nicht mehr zu, dass sie mich steuert.

    Nochmal das Positive. Es wird viel einfacher werden. Dann liegt die Kunst im nicht vergessen.

    „Soweit“

    Die meisten Rückfälligen haben bisher erzählt, dass sie nicht mehr in die SHG gingen. Auch hier wurde sich meist nicht mehr gemeldet.

    Ich selbst habe da zum Glück gar keine Erfahrung. Die möchte ich aber auch nicht sammeln und werde, alleine schon deshalb, hier regelmäßig reinschauen.

    Bei der realen SHG schaue ich praktisch gar nicht mehr vorbei. Ich habe das Thema ja jeden Tag hier. Aber am Anfang war es mir sehr wichtig, andere Alkoholiker real kennen zu lernen.

    Wenn ich mal irgendeine Veränderung feststellen werde, renne ich da auch wieder hin.

    auch wenns erstmal hart ist

    Es ist eine Ent-Täuschung. Die Täuschung, sie wären gute Freunde, ist zu Ende.

    Es wird einfacher. Wenn ein paar Wochenenden vorbei sind, und Du Dich umgewöhnt hast.

    Bei mir waren die Gedanken irgendwann praktisch weg. Dein neues Leben wird normal für Dich werden. Es gibt wirklich ne Menge andere Dinge, die ich ohne Saufen machen kann.

    Morgen gehe ich in die Sauna. Schon mal probiert?

    Da bin ich früher auch mit diesen "Freunden" hin. Habe es dann trocken nochmal mit ihnen versucht. Ich bekam sie kaum zu Gesicht, weil sie zwischen jedem Saunagang nur am Bechern waren. Jetzt gehe ich entweder alleine, oder mit meiner Partnerin.