Beiträge von Alex_aufdemweg

    Es ist Gift.

    Gewusst habe ich es natürlich vorher auch schon. Aber mein Suchthirn hat den Gedanken abgewürgt.

    Nicht zugelassen, es als das Gift zu erkennen, das es ist. Heute denke ich, ich rieche ja praktisch schon, dass damit was nicht stimmt.

    Dann so ne Fahne. Das kann doch nicht gesund sein.

    Tut mir nicht gut, macht mich und meine Nerven, mein Gehirn, meinen ganzen Körper kaputt.

    Das ist mal Fakt.

    Im ersten Jahr habe ich auch überall Alkohol gesehen. Vielleicht sogar, weil ich ihn als Gefahr erkannt habe.

    Ich wusste im Lokal wer, was im Glas hatte und wie viele Gläser es waren.

    Es wurde mit der Zeit immer weniger. Mein Hirn hat dann festgestellt, dass es uninteressant für mich geworden ist.

    Ich bringe als Beispiel immer gerne den "Windelgang". Ich habe keine Ahnung, was Windeln heutzutage kosten. Weil es für mich (zum Glück) irrelevant geworden ist.

    Als dann das zweite Jahr vorbei war, bin ich aus dem Restaurant raus und wusste nicht mal, was das Bier dort kostet und was die am Nachbartisch hatten. Es dauert einfach seine Zeit. Außerdem ist es ja jetzt nicht schlimm, das zu sehen. Es ist eben so. Wichtig ist, dass kein Verlangen aufkommt. Dann musst Du Dir was überlegen.

    Was ich z. B. heute noch immer sehe, sind andere (nasse) Alkoholiker, die Alibieinkäufe im Laden machen. Das wird sich wohl nie ändern.

    Ach ja. Zu Deinem "Büdchen". Ich werde mich NIEMALS mehr hier in den Biergarten der Hausbrauerei setzen. Und wenn es mir noch so gut geht.

    Aus dem Grunde rate ich Dir, aus meiner Sicht, gehe da nie mehr hin. Gibt genug andere Möglichkeiten.

    Mir kommt gerade noch die Erkenntnis dass es vermutlich auch so lange funktioniert hat, weil er sehr gut mein eigenes Narrativ/ meinen Glaubenssatz, nicht genug zu sein, bedient und bestätigt/ bestärkt hat..

    Wow, das ist mal eine Erkenntnis. Toll. Dafür habe ich über 20 Jahre gebraucht.

    Habe jetzt nicht alles gelesen. Du machst sowas beruflich?

    Wenn auf dem Weg weitermachst, wirst Du später auch mal eine gute Beziehung führen können. :thumbup:

    Manchmal habe ich einen regelrechten Freeze, starre stumpf vor mich hin

    Als sich bei mir die Suchtstimme das letzte Mal gemeldet hat, war das sehr überraschend für mich.

    Musste kurz überlegen. Wie war das nochmal? Ach ja. Nicht aussitzen, sondern was machen.

    Aufgesprungen und mir erst mal ordentlich was zu Trinken (alkoholfrei) rein gekippt. Dann direkt in den nächsten Aufguss. War nämlich in der Sauna.

    Und siehe da, es war vorbei, als wäre nie etwas gewesen.

    Ach ja. Und im Kopf bereits fürs Forum formuliert. Wie fühlt es sich gerade an? Was kann ich dann schreiben, was ich dagegen gemacht habe? Dann muss ich es jetzt aber auch machen.

    Das hilft mir um Abstand von der Stimme und der damit einher gehenden Emotion zu bekommen. Ich beobachte und dokumentiere für mich. Nehme praktisch eine Position von außen an. Ich glaube meine Suchtstimme mag es nicht, wenn sie so "beglotzt" wird. ;)

    Das ist pauschal gar nicht negativ. Seit Alkohol aus meinem Denken raus ist, hat der Tag gar nicht mehr genug Stunden. :)

    Bin noch am nix machen üben.

    und viel stilles Wasser getrunken.

    Hast Du das so gelernt, oder instinktiv genau richtig gemacht?

    In der Anfangszeit habe ich abends an die vier Liter Flüssigkeit getrunken. Klar, mein Hirn wollte saufen und dass es beamt. Da es das nicht hat, musste noch mehr getrunken werden. Nach einer Weile hat mein Hirn wohl verstanden, dass trinken nichts nützt und der "Durst" wurde weniger.

    Nach nem Jahr habe ich mir abends einen Teebeutel rein und morgens war der noch immer im Becher. Der Tee war gut durchgezogen und mir war klar, dass meine Festplatte da schon gut neu beschrieben ist.

    Also, weiter so. Und wichtig, dass Du auch immer genug zu trinken dabeihast.

    Das hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an, aber ich habe mir angewöhnt mit meiner Suchtstimme zu sprechen, wenn sie sich meldet.

    Anscheißen ist das richtige Wort bei mir.

    Ich habe sie auch personifiziert. Aber nie diskutiert oder womöglich versucht etwas zu erklären. Denn sie ist nicht wie unsere Kinder. Sie ist absolut lernresistent. Sie will saufen und das war es.

    Aber sobald ich sie wahrgenommen habe, bin ich ihr über den "Mund" gefahren. Denn sie ist mein erklärter Feind.

    Sie ist des Teufels - was noch gleich? ^^

    Am Anfang ist mir da ein guter Satz eingefallen, der auf die Einflüsterungen der Stimme passt.

    "Es ist doch so ein schöner Tag. Tu dir was Gutes, und spring aus dem Fenster."

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass das mir viel geholfen hat. Mit jedem "Draufhauen" kam die Stimme seltener. Jetzt ist sie weg. Fast.

    Das letzte Mal war es in der Sauna. Ich war alleine dort. Einige Monate her. Ich habe schon im Kopf formuliert, wie ich das hier schreibe. Das hilft auch, um in die Beobachterrolle zu schlüpfen und sich nicht in diesem Gefühl zu verlieren.

    Ich habe keine Lust mehr mit hin zu gehen

    Dann lass es. Auch wenn Du jetzt diesen Thread aufgemacht hast, erzählst Du gerade recht präzise wie viel er gerade trinkt und kreist um ihn.

    Wenn Du Dir helfen willst, ist es ratsam, sich davon zu lösen.

    Bedenke auch den Wiedererkennungswert, aufgrund Deiner Aussagen.

    Spricht halt die meisten Alkoholiker an.

    Ich kam hier rein und habe auch gesagt "Aber das im Schrank ist ja ihr Bier. Das kann ich ihr ja nicht verbieten".

    Und wenn ich hier dann nicht ordentlich bearbeitet worden wäre, hätte ich es nicht geschafft. Denn es wurde immer schwieriger zu ertragen.

    Jetzt bin ich zwei einhalb Jahre trocken. Mir geht es prächtig und ich will das, was mich umbringt nicht in meiner Bude haben. :)

    Aber dass er dann nüchtern niemanden mehr hat, das ist vermutlich so und das ist schon bitter

    Hallo. Bei mir sind auch 90 % der "Freunde" weggefallen. Und ich setzte sie in Anführungszeichen. Wieso?

    Als ich trocken wurde, habe ich sehr schnell gemerkt, dass es keine richtigen Freunde waren. Sondern sie für mich und ich für sie, nur Beiwerk zum Saufen.

    Er wird sich, wie ich, "Freunde" gesucht haben, die gut "mithalten" können. Da habe ich mich normal gefühlt. Alle machen das ja so. Das war nicht von mir geplant. Das passierte ganz automatisch.

    Ich bin sehr froh, dass ich aufgewacht bin und nicht mehr mit diesen Menschen abhänge. Habe mal ein paar zufällig getroffen und die hat es nicht die Bohne interessiert, wie es mir geht. Ihnen war höchstens ihr Konsum vor mir peinlich.

    Gerade heraus. Ich vermisse nichts. Und sollte er irgendwann trocken werden (steht noch in den Sternen) wird er es wohl ähnlich sehen.

    Überlege Dir mal die Alternative. Ich muss saufen, damit ich Freunde habe. ;) Schlechter Witz.

    Und nochmal gerade heraus. Seine Freunde sind absolut nicht Dein Problem. Da müsste er halt genauso aktiv werden, wie beim nüchtern werden und sich Menschen suchen, die ihren Fokus auf andere Dinge legen.

    Super Entscheidung, mit der Wohnung :thumbup:

    Weil ich bislang auch überlebt habe.

    Diesen Satz hätte jeder einzelne Alkoholiker auf dieser Welt schon sagen können. Auch alle die danach daran gestorben sind.

    Das ist wie vom zehnten Stock springen und nach neun Stockwerken sagst Du "Bis jetzt ging doch alles gut".

    Ein Rückfall ist ein Weltuntergang.

    Für mich auch. Ich würde das Vertrauen in mich verlieren. "Dann kann ich ja gleich aufgeben. Da ist nichts zu machen." IAS-Syndrom.

    .ich würde nicht unbedingt weitertrinken.

    Das habe ich auch mal gedacht. Hier habe ich Erfahrung gesammelt. Teile ich jetzt hier. Ich habe einmal in den 30 Jahren eine Pause gemacht. Ungefähr einen Monat. Von Tuten und Blasen keine Ahnung. Also schön Alkoholfreies Weizen getrunken und so weiter. Es war MEGA schwer. Ein totaler Kampf. Aber ich musste mir ja beweisen, dass ich "normal" war.

    Eigentlich war mein Kampf ja schon Beweis genug, dass das nicht so ist. Aber wer braucht schon Logik, wenn er eigentlich saufen will?

    Nach dem Monat habe ich sogar noch zwei Tage drangehängt. Da wusste ich, ich bin nicht abhängig. Und siehe da. Ich habe zwei Bier getrunken und dann aufgehört. Habe sogar was gemerkt. Was vorher ja da noch nicht der Fall war. Ich war mir sicher, ab jetzt kannst Du wieder "normal" trinken.

    Am nächsten Tag waren es sogar nochmal nur zwei!

    Nach einer Woche war ich dann eines über meinem alten Pegel angelangt. Also mehr als vorher. Und so war es dann für die nächsten 10 Jahre. Bis es körperlich nicht mehr ging.

    Damit ist mein Wissensdurst in diese Richtung auf alle Fälle gestillt.

    Ich kenne auch persönlich mehrere Leute, mit einer ähnlichen Geschichte.

    dass man auch nach einem Konsum die Freunde anrufen soll, damit man nicht weiter trinkt und sicher Konsum nicht ausdehnt.

    Ein Plan für nach dem Rückfall?

    Das wäre für mich, wie ein schlechtes Omen in der Tasche herumtragen. Als würde ich permanent unter der Leiter hin und her rennen.

    Am Abgrund tanzen, usw.

    Lieber 10 Pläne für vor dem Rückfall. Rückfall ist keine Alternative.