Mir ging es darum, ob es mir damals was geholfen hätte oder nicht wenn jemand mich angesprochen hätte oder ob es das Gegenteil bewirkt hätte.
Es geht auch erstmal darum, dass Du ihr gerne helfen würdest.
Dieses Bedürfnis war für mich auch neu. Habe z. B. direkt vor meiner realen SHG noch ein bisschen eingekauft. Hinter mir hat jemand einen "Alibikauf" gemacht. Ihm war es gleich auch recht umgangenem, weil ich da so geglotzt habe. Ich hatte Mitgefühl. Er hat dann den Alk sogar getrennt bezahlt.
Da habe ich den Drang verspürt, ihm zu sagen: "Komm doch gerade mit. Meine SHG geht in einer viertel Stunde los."
Habe es nicht gemacht. Hätte nie geklappt. Inzwischen habe ich das schon so oft gesehen. Jetzt sehe ich es eben.
Im Geschäft gibt es auch bei mir eine Kollegin. Mit der habe ich damals gebechert, wie verrückt. Teilweise täglich. Da weiß ich, dass sie Alkoholikerin ist. Aber sie würde ausrasten, wenn ich da etwas zu ihr sagen würde. Es ist nicht schön, zu sehen, wie sie verfällt. Und das tut sie.
Bei Leuten, die ich privat kenne, könnte ich von mir erzählen und dann kommen sie vielleicht. Habe ich gemacht und sie haben sich etwas reflektiert. Aber gekommen ist keiner. Trotzt Aussagen, die ich zu hören bekommen habe wie: "Wenn ich nicht trinke, geht es mir nur die ersten Tage schlecht. Dann gehts irgendwann."
Ja natürlich. Ganz normal. Kein Problem.
Von diesen Freunden hatte ich viele. Jetzt keinen mehr davon.
Mein Fazit. Sollte jemand, den ich privat kenne, irgendwann so weit sein, weiß er, dass er mit mir darüber reden kann. Ich glaube nicht, dass da jemals einer kommen wird. Aber vielleicht erkennt irgendwann noch einer, was er ist und sucht sich irgendwo Hilfe.
Das kann ich mir nur wünschen. Sonst nichts.
Deine Kollegin ist ja vielleicht wirklich trocken. Aber ich würde es lassen. Besonders, wenn Du es im Geschäft für Dich behalten willst. Das kann dermaßen daneben gehen.