Beiträge von Alex_aufdemweg

    So, jetzt komme gerade ich. Geduld ist wirklich nicht mein Ding. ^^

    Aber in der Theorie sollte sich Deine innere Stimme mal etwas relaxen. Das mit dem Studio ist doch ein toller, großer Schritt. Wichtig für Dein gutes Körperbewusstsein.

    Und wenn Du bei diesen Haus-Dingen ein schlechtes Gefühl hast, dann wird das auch noch ein bisschen warten können.

    Du hast es ja seit 12 Monaten gemieden. Bist jetzt aber 2 1/2 Monate abstinent. Also ging ja knapp 10 Monate vorher auch nicht viel. Dann muss gerade jetzt auch nicht der richtige Zeitpunkt sein. (Außer es regnet durchs Dach)

    Jetzt hast Du doch so viel Veränderung. Die auch erstmal noch gelebt werden will.

    Vielleicht wartest Du noch mal 2 1/2 Monate. Dann wird sich Dein neues Leben ein bisschen gefestigt haben.

    Ein bisschen Geduld wäre schon gut. Es braucht einfach Zeit. Und die braucht es. Auch wenn Du, oder ich es gerne anders hätten. :S

    Trinke stattdessen Wasser und Tee ohne Ende

    Dazu noch. Sicher, mein Hirn wollte trinken. Ich hatte keinen Suchtdruck. Aber die Gewohnheit. Denke, das Hirn wollte halt seinen Pegel und hat deshalb Durst geschickt.

    Ich habe sicher vier Liter abends getrunken.

    Irgendwann merkt das Hirn, dass das nichts bringt und dann wird auch das immer weniger.

    Inzwischen merke ich oft, dass mein Teebeutel jetzt nach zwei Stunden gezogen haben dürfte. 8)

    Denke, das ist normal am Anfang, mit dem Durst.

    Am Anfang der Abstinenz habe ich extrem viel süß gegessen. Es hat mit der Zeit immer mehr abgenommen. Jetzt ist es moderat. Im ersten Jahr würde ich mir da jetzt keinen großen Kopf machen.

    Die ersten paar Monate hatte ich morgens sogar Probleme mit dem Zucker Spiegel. Der war so niedrig, wenn ich nichts gegessen habe.
    Jetzt (nach über zwei Jahren) mache ich sogar wieder Intervall Fasten. Und frühstücke gar nicht mehr.

    Am Anfang würde ich sagen, es gilt die Devise:
    Alles außer Alk.

    da er dazu neigt, die Abstinenz anderer abzuwerten

    Das lässt erstmal darauf schließen, dass er selbst ein Problem damit hat. So ein Dry-Monat ist auch gerne mal dazu da, sich zu beweisen, dass man ja kein Problem hat. Und dann muss man das ganze ja auch an die große Glocke hängen.

    Aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass er sich da quer stellen wird. Hoffe, dass nicht.

    Bei mir wurde es dann schon mal etwas besser, als klar wurde, dass das jetzt keine kurze Dry-Irgendwas-Aktion ist, sondern dauerhaft. Am Ende ließ sich das Ganze jedoch nur durch einen Umzug lösen. Gut, da lag noch mehr im Argen. Aber lebenslang abstinent, kann man nicht werden, wenn jemand im Umfeld ständig weiter bechert.

    Auf alle Fälle sollte ihm recht schnell klar werden, wie ernst Du das jetzt meinst.

    Zum Umfeld. Aus meinem Umfeld sind 80 % der "Freunde" verschwunden. Nachdem das Bindeglied Alkohol weggefallen ist. Und ich vermisse keinen von ihnen. Denn es waren keine richtigen Freunde.

    Auch das könnte mir passieren mit einer neuen Partnerschaft und auch damit müsste ich umgehen lernen

    Wenn ich zur Tür rausgehe, könnte ich überfahren werden.

    Das wäre jetzt aber kein Grund für mich, immer daheim zu bleiben.

    Zuerst wäre es schon ein guter Fortschritt, nicht immer nach Gründen, gegen eine Veränderung zu suchen. Die übrigens wahrscheinlich nie eintreten werden.

    mein Fehler Definitiv

    Ach was "Fehler". Es liegt mir fern, Dir hier irgendwelche Fehler anzudichten.

    als an mich zu Denken....

    Genau. Ich wollte Dich nur erinnern, dass der Weg da lang geht.

    Prinzipiell ist es ja gut, wenn ich mich in andere Menschen hineinversetzen kann. Nur erst mal komme ich an die Reihe. Wie geht es mir, wieso und was kann ich machen, dass es mir noch besser geht?

    So in etwa. :) Hier, in diesem Bereich, gibt es auch viele, die damit Erfahrung haben.

    Ich kann auch gut verstehen, was Dich da antreibt. Aus dem Grund habe ich nur eine Kurskorrektur vorgeschlagen. :thumbup:

    Guten Abend Garfield,

    mir ist aufgefallen, dass Du anscheinend viel bei den Alkoholikern liest. Und Dich auch diese Frage umtreibt.

    Ich frage mich schon seit langen ; Wer leidet mehr die Alkoholiker oder die (Angehörigen)...

    Das passt ja auch zu der Überschrift Deines Threads.

    Folgendes. Eine Antwort auf diese Frage wird Dir recht wenig bringen. Wenn jetzt der Alkoholiker mehr leidet, oder weniger - geht es Dir dann besser, oder schlechter?

    Im Prinzip ist es irrelevant. Es ist wichtig, dass Du versuchst, Deinen Fokus auf Dich und Deine Gefühle zu richten. Dein Leiden und wie Du etwas dagegen machen kannst. Denn das kannst Du. Das macht kein Anderer für Dich und schon gar nicht der Alkoholiker.

    Aus dem Grund wäre es, aus meiner Sicht ratsam, sich mehr mit den anderen aus Deinem Bereich auszutauschen. Besonders denen, die schon einen Weg gefunden haben.

    VG

    Alex

    Nach einem halb, dreiviertel Jahr war es so weit. Meine Mutter besucht und, wie immer, kräftig in die Keksdose gegriffen. Da hat sie immer ein Sammelsurium an verschiedenen Süßigkeiten gesammelt.

    Dann, ein schönes Schokoei. Meine Mutter: "Oh ja. Das schmeckt besonders gut."

    Und zack, im Ganzen rein in den Mund und darauf gebissen...

    Dachte, mich trifft der Schlag. Sofort schrillte der Alarm in meinem Hirn. Beim Ausatmen ging mir dieser Geschmack durch die Nase. Wie ein Lack, oder diese Desinfektionsmittel. Ins Bad gerannt und ausgespuckt. Mund ausgespült. Mundwasser (ohne Alkohol) gegurgelt. Bonbons gelutscht.

    Egal. Ich habe gespürt, wie meine Knie weich werden. Das kenne ich noch. So ging es mir als Jugendlicher, wenn der erste Alk seine Wirkung gezeigt hat.

    Sch... es ist in mir! Ich habe ordentlich Bammel geschoben. Was passiert jetzt? Geht es jetzt wieder los?

    Habe natürlich auch hier geschrieben. Schon das Formulieren im Kopf, und wenn es eine halbe Stunde vor dem Schreiben ist, hilft mir.

    Hat auch eine Weile gedauert, bis ich mich wieder besser gefühlt habe. Sonst ist nichts passiert.

    Heute weiß ich, ok, ich habe es rum. Wenn ich irgendwann nochmal auf etwas beiße, und das wird mit den Jahren wahrscheinlich irgendwann noch mal passieren, spucke ich es aus... usw. So wie ich es gemacht habe. Und dann brauche ich mich aber auch nicht hinsetzen und auf den Suchtdruck warten. Sonst kommt er am Ende doch noch.

    Also. Einfach mächtig aufpassen.

    Übrigens wäre ich mal beinahe, bei einem Schokokuchen vom Katzenschutzverein hier reingelaufen. Kuchen und Muffins, sind die Mienenfelder ;)

    Wenn ich eine Menge Käse esse und dann ins Bett gehe, schlafe ich schlecht.

    Bei viel Schokolade geht der Blutzuckerspiegel ordentlich in die Höhe.

    Beides kann auch den Durst erklären. Und es kommt auch bei mir öfters vor, dass ich mich morgens "matschig" fühle.

    Vor drei Tagen hatte ich nachts um vier sogar so Kopfschmerzen, dass ich aufstehen musste, um eine Tablette zu nehmen.

    Mit "Umstellung" hat das bei mir nichts mehr zu tun. Ich bin halt keine Maschine, die immer gleich funktioniert. Manchmal geht es mir eben mal nicht so gut.

    Der große Unterschied ist, meine Einstellung dazu. Früher, habe ich es einfach durchgehalten und versucht zu ignorieren. Ich hatte es ja verdient. Weil ich wieder zu viel getrunken habe. Dabei hatte ich doch so fest vor, zu reduzieren.

    Jetzt ärgert mich das viel mehr. Finde das dann ungerecht. Und suche nach Gründen, woran das jetzt liegt.

    Wenn das jetzt täglich passiert, solltest Du zum Arzt gehen. Ansonsten, kommt das eben einfach mal vor. Bei mir ist das jedenfalls so.

    Bei mir sind Vater und Mutter Alkoholiker. Habe ich es geerbt? Womöglich.

    Ändert es etwas? Nö.

    Dass all diese Fragen nichts mehr ändern, weißt Du ja selbst. Zumindest das mit den Warnsignalen kannst Du Dir ja jetzt gut übernehmen. Bei Triggern, z. B.

    Enttäuscht über meine Eltern bin ich in vielerlei Hinsicht.

    Wahrscheinlich müssen diese Gedanken eben gedacht werden. Was ich vermieden habe, sie immer wieder zu denken. Also in Schleifen festzustecken. Immer wenn ich erkannt habe, dass ich das Gleiche schon wieder denke, habe ich meine Gedanken gestoppt und versucht auf die Gegenwart zu richten. Immer wieder. Irgendwann habe ich es immer schneller erkannt. Einen Blick von "außen" gelernt. Das hilft ungemein.

    Kein Führerschein. :/ Einfach mal Schuhe an und spazieren gehen. Natürlich nicht gerade zur Tanke. Gibt vielleicht einen Park, oder Wald in der Nähe? Wenn Du unsicher bist, ohne Geldbeutel.

    Vielleicht das Fahrrad entmotten.

    Darüber nachzudenken, ist schon wieder ein Schritt zurück ins Hier und Jetzt.

    Genau so sehe ich das auch.

    Und dann kommen noch die Dinge hinzu, die durch den Alkohol verdrängt wurden.

    Da kam bei mir in der ersten Zeit auch sehr viel hoch. Für mich hat das zum Prozess dazugehört.

    Mancher Heilungsprozess ist oft erstmal unangenehm. Irgendwann war es dann weitgehend durch und es wurde wieder besser.

    Habe gelernt, auch negative Gefühle mal auszuhalten. Sie steigern sich nicht ins Unermessliche, sondern flachen nach einer Zeit der Wahrnehmung von selbst wieder ab.

    Guten Abend KleinesWunder.

    Schön, dass Du uns gefunden hast. Hier bist Du richtig. Es gibt hier sehr viele, mit denen Du Dich über Dein Thema austauschen kannst.

    Ich selbst bin trockener Alkoholiker. Aber es werden sich bald ebenfalls Betroffene hier bei Dir melden.

    Schon mal willkommen.

    VG

    Alex

    Jetzt habe ich mir doch mehr, als mein halbes Leben, Gedanken über Alkohol gemacht.

    • Wie spät ist es, kann ich schon?
    • Hab ich noch genug da?
    • Wann muss ich wieder einkaufen?
    • Wie werde ich das Leergut unauffällig los?
    • Bekommt wer was mit?
    • Aua, sch... Kater.
    • Die Frau regt sich wieder auf. Gönnt mir auch gar nichts.
    • Ich sollte mal weniger trinken
    • Verdammt, wieder zu viel getrunken.
    • Ha, ein gutes Versteck. Jetzt denkt sie, ich hatte nur xxx Bier.
    • Wann ist endlich Feierabend? Habe Durst.
    • Oh ne. Da muss ich heute Abend hin. Bis ich da an mein Bier komme.
    • usw.

    Ich bin so verdammt froh, dass ich alle diese Gedanken nicht mehr denken muss.

    Da fange ich doch jetzt nicht mit "Ha, vielleicht geht mal irgendwann doch noch was?" an.

    Jetzt, da ich endlich mal Zeit habe, an etwas anderes zu denken. Z. B. was tut mir gut?

    Tu Dir selbst den Gefallen und versuche an etwas Sinnvolleres zu denken. Und etwas weniger Gefährliches.

    Das ist völlig verrückt… und hat mir ein wenig Angst gemacht. Ich musste sofort an das Korsakow Syndrom denken…das ist nicht gerade ein beruhigende Gedanke.

    Sicher. Ich "denke" einfach an viel mehr. Der Schleier ist weg.

    Dein Beispiel kenne ich gut. Das hatte ich auch schon vorher. Auf einmal etwas nicht mehr gewusst. Da habe ich mir nur keine Gedanken darüber gemacht.

    Kann sogar sein, weil teilweise der Autopilot wegfällt. Und "bewusst" fällt es einem dann plötzlich nicht mehr ein. Ich finde es aber pauschal gut, mehr zu leben und nicht nur im Autopilot zu funktionieren.

    Ich stelle mal die These in den Raum, dass ich nicht alleine mit dem Wunsch bin, irgendwann doch mal wieder "gesund" zu konsumieren.

    Schön wäre es aber. Für die anderen.

    Wie kann man ein Lösungsmittel "gesund" konsumieren? Egal, wie verdünnt. Es ist ein Stoff, dessen Zweck darin besteht, Zellen zu zersetzen.

    Mich belügen oder euch, hilft ja sicher nicht.

    Da hast Du recht. Wenn Du eben trinken willst, dann ist das so. Ein ewiger Kampf. Unzufriedenheit. Irgendwann wieder Rückfall.

    Du magst es Dir nicht vorstellen können. Aber ich will keinen Alkohol mehr trinken. Ich will nicht. Und wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt kein Alkoholiker wäre, würde ich dennoch nicht trinken wollen.

    Na ja. Jedenfalls wünsche ich Dir, dass dieser Wunsch bei Dir auch irgendwann Realität wird. Sonst wird es so weitergehen wie bisher.