Beiträge von Alex_aufdemweg

    Hallo Lila,

    habe auch schon weiter verschenkt. Sofort.
    Unter Umständen ist das ungefährlicher als die Flasche zu öffnen.
    Dann ist sie schon mal offen und ich sehe, höre und rieche den Alk, beim Wegschütten.

    Hauptsache sie ist jetzt weg 👍🏼

    VG Alex

    Hallo SoMu,

    bin mal mit einer anderen Familie in der Hausbrauerei gesessen. Als ich noch nass war. Der Mann hat sich ein Apfelschorle bestellt. Dachte natürlich, dass geht ja gar nicht. Habe ihn gefragt, wie er das denn hier bestellen kann. Hier muss man doch ein Bier trinken. Er meinte nur "schmeckt mir nicht".

    Und aus die Maus. Im schmeckt es nicht. Keiner muss trinken, was ihm nicht schmeckt.

    Das mit dem Beruflichen ist schon schwieriger. Das nichts trinken nicht. Da zieht "mir schmeckt es nicht" z. B. genauso.

    Aber warum gehe ich nicht hin? Die Kollegen und der Chef könnten das auf sich beziehen. Haben sie auch.

    Es kann sicher berufliche Nachteile bedeuten sich zu outen. Ich habe das Glück, dass ich da schon sehr viele Jahr gut gearbeitet habe. Also habe ich bei einer Kollegin angefangen und mich nach und nach durchgearbeitet. Als Reaktion kam eigentlich fast immer, dass die Kollegen sich selbst angefangen haben zu hinterfragen. Bin da meist nicht groß drauf eingegangen, da ich nicht bekehren will.

    Also wussten alle meine "nahen" Kollegen Bescheid. Irgendwann dachte ich, dass ich mit meinem Chef darüber reden muss, bevor er es von woanders erfährt. Kenne ihn aber auch schon seit 25 Jahren. Also habe ich sogar um einen Gesprächstermin gebeten. Normalerweise reden wir immer frei raus und so war ihm schon klar, dass etwas wichtiges kommt. So, dann wusste auch er Bescheid.

    Als es beim Teamevent um die Location ging, war ich bei Oktoberfest-Abklatsch gleich raus. Das war allen sofort klar und es wurde sogar eine Alternative gewählt. Bowlen gehen.

    Nach meinem "Outing" war es nicht sehr lange spannend. Vielleicht haben sie genauer hingeschaut. Aber es gibt ja nichts zu sehen. Wird schnell langweilig.

    Bei mir hat es funktioniert. Aber ich denke, je nach beruflichem Umfeld kann das schon schwierig sein.

    Ach ja. Im Privaten hat es mein Kleiner Sohn einfach jedem auf die Nase gebunden. Mein Papa trinkt kein Bier mehr und geht zu den AAs. ^^

    Auch hier gab es sicher einige Blicke. Aber das gleiche. Gibt ja nichts zu sehen. Dafür passt hier auch der Spruch "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert"

    Vielleicht hat hier ja noch einer eine Idee?

    Guten Morgen Maeron,

    habe Deinen Beitrag gelesen. Dann die Antworten darunter. Das ist der Grund, weshalb nicht 10 Leute darauf antworten. In den Antworten wurde das geschrieben, was ich auch dazu denke. Es wird nur mehr geschrieben, wenn jemand anderer Meinung ist, oder noch etwas ergänzen möchte.

    Ich möchte etwas ergänzen.

    jeder einzelne von uns nunmal so lange braucht wie er braucht

    Oder bestätigen. Wir sind sehr verschieden. Ich habe fast 30 Jahre getrunken. Jeden Tag abends. Nie eine Pause gemacht. Nicht einen Tag. Ich war natürlich die ganze Zeit kein Alkoholiker. Ich habe das wirklich geglaubt. Einen anderen Gedanken ließ mein Suchthirn nicht zu. Die Alternative, nicht mehr trinken zu können, war nicht möglich. Also konnte ich kein Alkoholiker sein.

    In meiner ersten "Pause" überhaupt, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich habe mich hier angemeldet und viel gelesen und Filmchen geschaut. Die Veränderung in meinem Denken fand statt. Hatte das Glück, dass es, trotz dieser ewig langen Dauer des Trinkens und des Selbstbelügens, unglaublich schnell ging.

    Der Kampf war vorbei, bevor er überhaupt angefangen hat. Ich würde nicht mehr trinken, selbst wenn ich es könnte.

    Es mag platt klingen. Ich werde dümmer, wenn ich trinke. Meine Bewegungen sind nicht mehr so ziel gesteuert. Es schädigt meinen Körper und mein Gehirn. Und das macht es, auch wenn ich kontrolliert trinke. Es ist giftig. Das ist schon mal die Grundeinstellung. Ich verstehe gar nicht mehr, wie ich das trinken konnte. Und dann auch noch so viel. Was habe ich mir nur angetan?

    Dann kommt erst das, was es mit mir gemacht hat. Mit meinem Leben und meinem Körper. Also der Blick in die Vergangenheit.

    In den seltenen Fällen, dass es mich triggert - und natürlich wird das immer wieder, für mein restliches Leben vorkommen, da ich Alkoholiker bin - denke ich an meine Vergangenheit. Und vor allem denke ich an jetzt. Wie ist mein Denken, Fühlen und mein Leben jetzt? Will ich das verlieren, für einen Schluck von diesem Zeug, dass sofort jede Zelle in meinem Körper angreift?

    Nein. Niemals.

    Ich würde auch nicht ein Bier trinken, wenn ich danach aufhören könnte. Ich will es nicht. Der Kampf ist vorbei.

    Hatte das Glück, dass es so schnell bei mir ging. Konnte gar nicht glauben, dass das jetzt so einfach ist. Das schwierigste war eigentlich, mir zu verzeihen, dass ich Depp so lange damit gewartet habe. Tja, die Sucht war sehr subtil bei mir, solange sie am Drücker war.

    Ich wünsche Dir, dass sehr bald der Moment bei Dir kommt. Es ist unglaublich befreiend.

    VG

    Alex

    Ich musste mich daheim durchsetzen. Damit die Frau nicht dauernd ihr Bier vor meiner Nase trinkt. Hat eine Weile gebraucht, dann kam sie sich selbst doof dabei vor. Habe ihr halt mehrmals den Ernst der Lage klarmachen müssen.

    Auch lautes Gestöhne meinerseits, wenn wieder Bier im Eisfach war, hat erst mal nur bedingt geholfen. Das war, unter anderem, auch ein wichtiger Grund auszuziehen. Ich könnte nicht mit einem Partner zusammenleben, der öfters trinkt. Man riecht das auch im Schlafzimmer.

    Mit Freunden habe ich ausführlich über das Thema Trigger gesprochen. Dann haben sie ganz von selbst auch keinen Alkohol, in meinem Beisein, getrunken.

    Ich meine, wenn ich sage "es stört mich - zumindest im Augenblick - mächtig, wenn du mir gegenübersitzt und Bier trinkst. Es könnte meine Suchtstimme wecken. Ist also gefährlich für mich. Dann ist ja alles klar. Wenn sie mich dann einladen würden, wüssten sie ja woran sie sind.

    Ein Anderer. (Ich nenne ihn Schlappen - andere Geschichte) meinte darauf, er würde dann halt nur 6 anstatt 10 Bier trinken. :rolleyes: Er gehört jetzt zu denen, die sich seit 1 1/2 Jahren nicht mehr gemeldet haben und es wohl auch nicht mehr wird. Kenne ja jetzt seine Priorität. Im Prinzip habe ich mich mit einigen anderen Alkoholikern umgeben.

    Sagst du anderen, das du Alkoholiker bist

    Bei mir war das ein Selbstläufer. Familie und Freunde wussten natürlich Bescheid. Da ich mir natürlich viele "Freunde" gesucht habe, die ordentlich trinken, hat sich das Portfolio ordentlich reduziert. Jetzt sind nur noch Freunde und keine Saufkumpanen mehr übrig. Aus entsprechenden Gruppen in WhatsApp bin ich raus (mit kurzer Erklärung) und mehrere sagten mir, dass sie sich melden, wenn sie etwas ohne Alkohol machen. Das ist jetzt über 1 1/2 Jahre her. Hat sich noch keiner gemeldet. ^^

    Ein Selbstläufer war es vor allem, weil ich auch einen kleinen Sohn habe. Der hat in der Schule, in seinen Vereinen und weiß nicht wem, ganz stolz erzählt, dass der Papa keinen Alkohol mehr trinkt und zu den AAs geht. :S

    Anfangs habe ich so einige Blicke auf mir gespürt. Dachte ich jedenfalls. Aber es gab ja nichts zu sehen. Vielleicht ein wacherer Blick. Weniger Kilos. Ein zufriedener Gesichtsausdruck. Was soll man da schon lästern?

    Keiner hat mich darauf angesprochen. Höchstens auf meine Gewichtsabnahme. Sollte mal einer fragen. "Ja, ich habe ordentlich gesoffen und jetzt mache ich es nicht mehr".

    Oft rechtfertigen sich aber die Nachfrager für ihren eigenen Konsum

    Oh ja. Das stimmt. Ungefragt fangen sie an, über ihren eigenen Konsum zu sprechen. Rechtfertigen sich und/oder schauen betreten drein.

    Keinen Alkohol trinken, ist ja grundsätzlich etwas Positives. Für jeden. Gegen gesunde Ernährung kann ja auch keiner was sagen.

    die anderen signalisieren, dass es nicht ihr problem ist.

    Bei einer Alkoholpause ist auch nicht mehr zu erwarten.

    Im engeren Kreis sieht es da schon anders aus.

    Bei mir wurde es da leider auch erst mit der Zeit besser. Als klar wurde, dass es sich nicht um eine "Laune" handelt. Musste mich da durchsetzen. War mir erst sehr unangenehm. Aber irgendwann hat es bei den meisten gefruchtet. Hier konnte ich mal unweigerlich sehen, wo ich bei den Personen stehe.

    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich als Alkoholiker zu bezeichnen.

    Ich auch nicht. Da musste mir auch erst der Körper anfangen, den Riegel vorzuschieben.

    Habe auch "nur" abends getrunken. Versucht so spät wie möglich anzufangen. Habs mit Radler versucht. Gab n Wasserbauch, bis ich aufgegeben habe. Bier in den Keller. Was für eine Rennerei den ganzen Abend.

    Weiß Gott, was nicht alles. Es "musste" einfach funktionieren, mit dem weniger Trinken. Sonst wäre ich ja Alkoholiker und dürfte nie mehr was trinken. Was für eine Horrorvorstellung.

    Ja, es war die Horrorvorstellung für mein Suchthirn. Es ist inzwischen "normal" geworden. Alk ist aus meinem Leben (und vor allem aus mir) raus. Und ich frage mich oft, warum ich nicht früher aufgehört habe. Schätze, ich war noch nicht reif. Oder besser nicht überreif genug.

    Nachdem es klick gemacht hat, war der Kampf vorbei. Ich muss nur achtsam bleiben.

    Mein Leben hat sich von Grund auf geändert. So positiv, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte.

    Jedenfalls habe ich mich sehr in Deiner Vorstellung wieder gefunden. Aus dem Grund wollte ich Dir was da lassen.

    LG Alex