Übrigens. Dadurch dass er nicht täglich trinkt, merken die Kinder (noch) nicht viel von seinem bedenklichen Konsum. Das war immer irgendwie noch mein Argument. "Die Kinder werden nicht mit einem Alkoholiker als Vater groß, da sie die 12x Filmriss/Jahr garnicht mitbekommen".
Er war nun ein paar Tage nicht Zuhause und das hat mir gezeigt: Selbst wenn die Kinder bis zum Schluss (was sowieso ausgeschlossen ist) nichts von dem krankhaften Trinkverhalten mitbekommen würden, so bekommen sie aber ganz klar mit, wenn Mama tagelang traurig ist. Wenn die Aufmerksamkeit ständig woanders ist. Wenn Papa immer verkrampfter wird weil er sich so unter Druck gesetzt fühlt. Wenn alle irgendwie gute Miene zum bösen Spiel machen um den Kindern Normalität vorzugaukeln.
Wir lieben uns - auch das merken die Kinder und das hab ich immer als großen Plus Punkt gesehen. Aber diese Stimmung, die dazwischen immer wieder aufkommt, vergiftet unser Zuhause. Und was machen Kinder aus undefinierbaren schlechten Stimmungen höchstwahrscheinlich? Es in irgendeiner Form auf sich selber beziehen.
Ich habe in den Tagen in denen er weg war nochmal (mithilfe meiner Erkenntnis seiner Manipulationen etc.) gemerkt, wer ich eigentlich sein kann, wenn ich diese ganzen Spannungen nicht ständig um mich herum habe. Und ich habe gemerkt, was das für ein Unterschied bedeutet für mein Verhalten mit meinen Kindern. Es fühlte sich alles so leicht und entspannt an. Und das werden die Kinder auf Dauer auch merken und das Allein sollte reichen als Grund, zu gehen. Egal wie sehr mein Mann und ich uns lieben - wir werden dieses Gift, das der Alkohol in unser Zuhause bringt, damit nicht ausgleichen können.