Ich fang ja auch nicht an umzurechnen, wieviel ich im Schnitt über's Quartal verteilt trinke, um mein Trinkverhalten minimaler klingen zu lassen, wenn ich mich hier vorstelle, damit ich nicht so abhängig bin wie andere... Nach dem Motto, bei dem und dem ist es ja viiiiel schlimmer.
Ich hatte Angst, daß es bei mir auch so werden kann, weil ich schon mittendrin war. Mir war bewusst, ich sterbe vielleicht daran und da war es mir jucke, wie ich mich bezeichnen muss.
Ich meldete mich an, weil ich mit Alkohol definitiv nicht umgehen kann und festgestellt habe, daß er mehr Macht über mich hat als ich über ihn.
Wenn dem nicht so ist, find ich hier gar nicht erst her.
Alkoholikerin ist eine Bezeichnung, die ich mir selber gebe, weil ich weiß, daß es so ist.
Ich stigmatisiere mich nicht, ich geb dem Kind einen Namen. Und für eine Krankheit muss ich mich nicht schämen.