Beiträge von Panama

    Er hat mir jetzt gesagt, dass er sich von mir trennen will. Man könnte mit mir nicht reden und wir würden uns gegenseitig nicht gut tun.

    Da ich ja schon geschrieben hab, dass er auch depressiv ist, frage ich euch jetzt, wie ich seine Aussage nutzen kann

    Seine Aussagen können ja heute Abend oder morgen schon wieder ganz anders sein.

    Die Frage ist, was du willst. Du kannst das Theater weiter mitmachen und gehst irgendwann selbst daran kaputt oder du fängst an, was für dich zu ändern.

    Wenn du das willst und dich wirklich trennen willst, gibt es 1000 kleine Dinge zu tun. Mit denen kannst du aber eh schon mal anfangen, auch wenn du es erstmal noch nicht schaffen solltest, dich zu trennen. Sowas schafft man ja auch nicht von jetzt auf gleich.

    Aber die Schritte wären auf jeden Fall mal eine rechtliche Beratung. Einen Überblick über die Finanzen schaffen. Wie sieht es bei dir beruflich, finanziell aus. Wie könntest du dir vorstellen zu wohnen/ leben. Wer kann kann dich beraten, unterstützen?

    Wie sicher bist du dir denn, dass er ernsthaft sucht? Denn genau das ist die Frage - warum sollte er?

    Hast du ihm irgendwie eine Frist gesetzt oder so?

    Aus welchem Grund sollte er davon ausgehen, dass er nicht wieder bei dir in der Wohnung schlafen kann, sobald es draußen zu kalt wird?

    Und wie hoch war der Glücksfaktor, wenn du besoffen nicht mal mehr dein Bett gefunden hast? Wieviel Glücksgefühl war da noch, wenn du aufgewacht bist und dir klar geworden ist, dass du es wieder nicht geschafft hast, keinen Alkohol zu trinken?

    Ich finde nicht, dass Alkohol überhaupt einen Glücksfaktor hat. Nicht bei uns Alkoholikern.

    Alkohol beseitigt die Entzugserscheinungen und die Sucht lies mich immer weiter saufen …

    Ich denke, mit dem Glücksfaktor ist hier die Dopaminausschüttung gemeint, die der Alkohol verursacht. Und das wird doch gerade auch bei Alkoholikern ausgeschüttet, wenn sie trinken?

    Und das Problem ist doch gerade dann das Absinken des Dopamins, weshalb das Hirn sofort wieder Alkohol haben will, um das Dopamin wieder hochzutreiben?

    So richtig hab ich noch nicht verstanden, wo jetzt das Problem bei euch konkret liegt.

    Deine Eltern werfen dir vor, dass du Geld verschwendet hast, welches du aber für den Umbau ausgegeben hast?

    Du müsstest doch ziemlich einfach nachweisen können, dass du tatsächlich renoviert, ne neue Heizung eingebaut usw gemacht hast?

    Vielleicht kannst du ja doch nochmal ein Gespräch versuchen, eventuell im Beisein einer neutralen Person?

    Da ja für dich das böse Gespräch ziemlich aus heiterem Himmel kam, so wie du es beschreibst.

    Es ist ja schon mal gut, dass er dir gegenüber zugegeben hat, dass er wieder trinkt. Trotzdem ist es so, dass viele Alkoholiker sehr viel lügen.

    Selbst wenn er seiner Therapeutin das auch gesagt hätte, was ändert das für dich?

    Es klingt leider nicht danach, als würde er wirklich aufhören wollen.

    Mein Mann stand mal betrunken mit Fahne vor mir und hat behauptet, er hätte nichts getrunken. Ich hab ihn später mal darauf angesprochen, was so eine absolut offensichtliche Lüge soll. Er konnte das selbst nicht erklären. Im nassen Zustand kann man leider gar nichts glauben von dem, was ein Alkoholiker sagt. Sie belügen sich ja auch selbst.

    Wahrscheinlich kannst du deinem Mann am besten durch Nichthilfe helfen. Vielleicht erkennt er dann, was er zu verlieren droht und möchte dann ernsthaft was ändern. Hier wurde es aber auch schon oft geschrieben, manche Alkoholiker erreichen aber nie ihren Tiefpunkt und schaffen es nie aufzuhören. Alkohol und Depressionen sind eine gefährliche Kombination, und der Alkohol macht alles nur noch schlimmer.

    Daran kannst du selbst aber gar nichts ändern.

    Und auf Sicht gesehen wird alles immer schlimmer werden. Er kann seinen Konsum nicht kontrollieren und wird die Trinkmenge kontinuierlich steigern. Da kannst du hier sehr viele Berichte lesen, dass das bei quasi allen Alkoholikern so läuft.

    Ich hab heute mal drauf geachtet, bei "unserem" Rewe gibt es die kleinen Flaschen immerhin nur noch an einer Kasse, an der gleichen, an der es auch die Tabakwaren gibt. So hat man aber immerhin zwei weitere Kassenspuren, an denen es nur Süßkram gibt. Das finde ich an sich gut im Vergleich zu vorher (der Laden wurde kürzlich umgebaut). Es gibt aber immer wieder Sonderaufbauten mitten im Laden, zwischen Fleisch- und Wursttheke etc. mit Alkohol, das finde ich nicht so gut.

    Gibts denn da gar keine Möglichkeit, dass du das beruflich noch 2-3 Jahre hinbekommst, dass du deine Tochter nicht 1x pro Woche über Nacht alleine lassen musst?

    Es geht immerhin auch um die psychische Gesundheit deiner Tochter. Das ist deine Verantwortung, sie nicht hängen zu lassen. Was würdest du machen, wenn sie erst 2 oder so wäre? Dann müsste das Berufliche doch auch irgendwie anders gelöst werden.

    Oh, da fallen mit x Beispiele ein. Einiges hab ich selbst gemacht, einiges aus Büchern.

    - ihm seine Verantwortung lassen, ihm nichts abnehmen

    - sich nicht um ihn kümmern, wenn er nen Kater hat

    - Ihn nicht von ner Party/ aus der Kneipe/ von sonstwo abholen, wenn er betrunken ist

    - ihn nicht bei der Arbeit krank melden

    - keine Ausreden vorlügen, wenn er betrunken zuhause liegt und deswegen nicht mit zu nem Termin/ einer Feier mitkommen kann

    - ihm keinen Alkohol kaufen

    - keine gemeinsamen Aktivitäten, wenn er betrunken ist/ nen Kater hat

    - kein Leergut entsorgen

    Jedesmal ansprechen bringt meiner Meinung nach gar nichts. Vernünftige Gespräche kannst du eh nur im nüchternen Zustand führen. Was bei jemandem, der täglich trinkt natürlich sehr schwierig ist, das geht bei „Quartaltrinkern“ wahrscheinlich besser.

    An sich finde ich es völlig daneben von den Leuten, wie sie das gemacht haben. Aus welchen Gründen auch immer. Wenn einer sagt, er möchte nicht in diese Gaststätte/ Restaurant/ Café/ Bar was auch immer, käme ich unter Freunden und Bekannten nie auf die Idee, da trotzdem hinzugehen.

    Das finde ich einfach nicht in Ordnung.

    Völlig unabhängig davon, aus welchem Grund da jemand nicht hinmöchte.

    Da werden wir nicht auf einen Nenner kommen, müssen wir ja auch nicht.

    Ich finde deine Ansicht extrem und frage mich gerade, weshalb du dann, wenn auch nur sehr selten, überhaupt Alkohol trinkst.

    Und was heißt "nicht vor den Kindern", also heimlich oder wie? Das ist ironisch gemeint, wahrscheinlich meinst du damit, wenn sie im Bett sind oder ihr außerhalb unterwegs seid oder so.

    Den "dicken Bierbauch" finde ich übrigens sehr abwertend, denn es gibt viele Menschen, die nicht aufgrund von Alkohol übergewichtig sind.

    Wir trinken zum Beispiel fast nie Alkohol vor den Kindern. Zu besonderen Anlässen vielleicht mal ein oder zwei Gläser Wein (Flaschen Bier) und dann besprechen wir jedes einzelne Mal, dass Alkohol grundsätzlich ein Gift ist, auch so eine kleine Menge. Das erwachsene sich trotzdem manchmal dafür entscheiden. Das es immer gefährlich ist und viele viele Menschen zu viel trinken und abhängig werden und so weiter und so weiter.

    Ich persönlich finde, das liest sich ziemlich verkrampft.

    Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist, da jedes mal so detailliert drauf einzugehen und drauf rumzureiten wie gefährlich, ungesund etc. Alkohol ist. Ich finde, wenn man selten mal 1-2 Gläser trinkt, ist man ein gutes Vorbild und braucht da nicht immer ausführlich was zu erklären. Nicht, dass gerade dadurch das Thema später interessanter für die Kinder wird, weil die Eltern da immer so ein Bohei drum gemacht haben (und wenn ich es richtig im Kopf habe, sind deine Kinder noch sehr klein, da finde ich persönlich das erst recht übertrieben).

    Hey Julia,

    das klingt gut bei dir. Prima, dass du für dich erkannt hast, dass du deine Energie für dich brauchst. Stelle mir das auch sehr schwierig vor, wenn eine Beziehung schon von Anfang an so belastet und überschattet ist. Je eher man da den Absprung schafft, desto besser.

    Mir haben die Gespräche bei der Suchtberatung auch sehr gut getan. Es tat so gut, mit jemand externen über alles reden zu können.

    Magst du vielleicht noch erzählen, welche Tipps dir besonders geholfen haben?

    Bei dir ist die Situation auf jeden Fall eine andere als bei anderen, was die Entwicklung und Zukunft der Kinder angeht.

    Aber auch du hast dich ja hier angemeldet, weil du verzweifelt und völlig fertig bist.

    Und auch du hast die Verantwortung für deinen Sohn und da er lebenslang von dir abhängig sein wird, ist es gerade für dich umso wichtiger, dass du die Situation für dich selbst verbesserst. Weil du stark und fit bleiben musst für deinen Sohn. Ihm hilft es nicht, wenn du vor lauter Stress und Theater mit deiner alkoholkranken Frau selbst krank wirst und irgendwann zusammenbrichst.

    Das ist gut für dich, Ruhe und Abstand!

    Finde es aber nicht okay, dass du das Feld räumst und ihm deine Wohnung überlässt. Setz bitte wirklich dir und ihm die Deadline von zwei Wochen , danach muss er raus!! Nicht, dass er dir dann noch mehr Zeit aus den Rippen leiert und weiter auf deine Kosten lebt.