Beiträge von Marli

    Twizzler

    Nein, blauäugig gehe ich da nicht mehr ran. Dafür hat er mir schon zu oft Versprechungen gemacht. Ich denke tatsächlich, dass er es in den Griff bekommen will. Ich befürchte nur, dass er es nicht schafft. Seiner Aussage nach braucht er Bestätigung, ein „gut gemacht“, eine verhaltensverändung sprich ein Entgegenkommen von mir, wenn er es schafft, eine Woche nicht zu trinken. Das fällt mir schwer. Denn was ist eine Woche gegenüber jahrelangem anlügen.

    Aber: wie die Überschrift schon sagt, ich werde es ein letztes Mal versuchen. Ich schreibe das hier extra, damit ich mir diesen Beitrag selber noch einmal durchlesen kann.

    Ich habe ebenso Fehler in der Beziehung gemacht, was natürlich nicht sein Verhalten rechtfertigt. Und ich gehe auch nicht davon aus, dass es ch schuld an seiner Abhängigkeit habe. Ich war selber eine Zeit lang abhängig, nicht von Alkohol, aber es war auch eine Sucht. Ebenfalls lebensbedrohlich, ebenso mit lügen und falschen Versprechungen, die nicht eingehalten werden konnten. Jahrelang habe ich nach dem Grund gesucht, einen Schuldigen. Erst als ich eingesehen habe, dass es keinen Schuldigen gibt, konnte ich da herauskommen. Erst als ich herausgefunden habe, dass ich die einzige bin, die die Verantwortung trägt, habe ich es geschafft. Vielleicht ist er an dem Punkt, vielleicht noch nicht. Wie gesagt, ein letzter Versuch…

    Hallo ihr lieben! Ich melde mich unter einem neuen Namen zurück, weil ich die Befürchtung hatte, dass mein Partner mich hier findet. Kurze Zusammenfassung der Situation:

    Ich bin seit knapp 10 Jahren mit meinem Mann verheiratet, habe zwei Kinder unter 6 Jahren. Mein Mann trinkt, seitdem ich ihn kenne. Früher habe ich mitgemacht, ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft war das Thema Alkohol für mich beendet. Bis heute. Bei meinem Mann leider nicht. Er hatte immer wieder Phasen der Abstinenz, abgelöst von Phasen, in denen er deutlich zu viel trank und Flaschen versteckt wurden.

    Er fuhr betrunken mit dem Auto, auch dort fanden/finden sich Flaschen und leere Dosen. Meiner Ansicht nach trinkt er auch, wenn er mit den Kindern alleine ist, was er aber vehement abstreitet. Seit zwei Jahren etwa werden die trockenen Phasen kürzer.

    Nun zum ist-stand:

    Mein Mann hat sich Hilfe geholt in Form eines Beratungsgespräch einmal in der Woche. Er gibt zu, dass er ein Problem hat, es tue ihm leid, er will es ändern.

    Gestern führten wir ein langes Gespräch, in dem er mir sagte, dass er so nicht weitermachen kann. Laut ihm ist es unter anderem meine kalte Art und die Tatsache, dass ich ihm quasi verboten habe, alleine mit den Kindern zu sein, der Grund, weshalb es getrunken hat (Vergangenheit)

    Er fragte mich, ob ich überhaupt noch Sinn darin sehe, die Beziehung weiter zu führen. Ich sagte, ich weiß es nicht. Auch ich spiele mit dem Gedanken an Trennung, war aber bisher einfach noch nicht so weit, diesen Schritt zu gehen.

    Das gestrige Gespräch war sehr wirr, einerseits sagt er, es tue ihm schrecklich leid, was er mir angetan hat, er tue mir nicht gut. Im nächsten Moment war es doch wieder mein Verhalten, was ihn überhaupt soweit gebracht hat. Er wolle eine Entscheidung von mir, Trennung oder nicht. Es war ein ständiges hin und her. Zwischendurch meinte er immer wieder, er liebe mich, er will mit mir zusammen bleiben. Ihr seht schon, im laufe des Gesprächs änderte er oft seine Meinung.

    Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob er gestern getrunken hat. Es kam mir so vor, er sagt, er war aufgewühlt.

    Heute morgen noch einmal gesprochen. Wie es jetzt weitergeht. Ich bin völlig durch den Wind. Er fragte mich noch einmal, ob ich noch einen Sinn in der Beziehung sehe. Ich weiß es nicht. Mein Kopf sagt: beende es! Mein Gefühl sagt: gib ihm eine Chance. Er vesprach mir, nichts mehr zu trinken, bzw sollte er es doch tun, es mir zu sagen, mich nicht mehr anzulügen. Nicht mehr heimlich zu trinken. Was soll ich davon halten? Letztendlich ist das doch wieder ein Hintertürchen, dass er sich offen hält.

    Letztendlich bin ich an dem Punkt, an dem ich sage: versuchen wir es ein letztes Mal. Ich versuche, ihm entgegenzukommen, ihm vertrauen zu schenken. Mit ihm zu reden. Ein letztes Mal Energie und Arbeit in die Beziehung zu stecken. Macht das überhaupt Sinn? Ist der Fall dann nicht wieder besonders tief?

    Und dennoch kann ich noch nicht abschließen. Was, wenn er jetzt wirklich an sich arbeitet? Was, wenn er wirklich verstanden hat, das er etwas ändern muss? Bin ich da zu blauäugig?

    Oh man, wenn ich das hier lese, merke ich selber, wie wirr das alles ist. Aber es musste raus…

    e.


    Irgendwie habe ich mich immer und immer wieder in die Defensive drängen lassen, ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Im Sinne von, dass er ja der arme Kerl ist, um den man sich nur mehr kümmern müsste. Dass ich diejendige bin, die eine Bringschuld hätte. Das muss ich überwinden lernen.

    Franzi, das kommt mir alles so bekannt vor. Und bisher bin ich dann immer wieder eingeknickt. Bin wieder auf ihn zugegangen. Und sobald die Situation wieder entspannt war, sobald ich wieder in der Spur war, ging das Spiel von vorne los…

    Ich verstehe deine Unsicherheit, tapfere. Mir geht es ähnlich. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man nicht so? Aber ich habe mittlerweile für mich festgestellt, dass ich keinen Einfluss darauf habe, ob er sich ändert oder nicht. Gleichzeitig bin ich aber auch noch nicht soweit, den Schritt der Trennung zu gehen. Ich versuche, soweit es geht, mein Ding hier durchzuziehen. Ich plane ihn nicht mehr in meinem Leben ein, weder als Betreuung für meine Kinder noch als Partner.

    Es ist sein Kampf, nicht meiner. Ich merke nach und nach, wie er mir egal wird. Ich habe keine Lust mehr, mich danach zu richten, was er tut. Keine Lust, und keine Kraft. Es ist an ihm, etwas zu ändern. Tut er das nicht, dann ist das sein Problem.

    Klar, die Kinder sind leider auch Teil des ganzen. Ich versuche, sie da rauszuhalten. Dass mir das nicht komplett gelingen wird, weiß ich. Aber ich merke, dass ich Zeit brauche. Zeit, um mich vorzubereiten, um selber klar zu werden.

    Dann hat er nie aufgehört Lotta. Wie ein Quartalstrinker. Er hat wohl den Punkt für sich noch nicht erreicht.

    Er für sich.

    Es läuft immer auf „er für sich“ hinaus.

    Und „Du für Dich“ und die Kinder.

    Wow. Das sind harte Worte. Schonungslos ehrlich. Nicht negativ gemeint! Eher ein knallharter augenöffner…

    Oh nein, das ist schrecklich…

    Mann hat sich gestern tatsächlich zusammengerissen. Ja, es wurde getrunken, aber nicht allzu viel.

    Ich glaube, dass hat er sich nicht getraut. Ich schreib dir gleich mal am Handy. Und mein Mann weiß, dass ich mich in einer Selbsthilfegruppe angemeldet habe.

    Hallo Franzi,

    Fühle dich zunächst erstmal gedrückt. Ich verstehe dich sehr gut.

    Mein Mann und ich haben zwei kinder, eines davon ein Kleinkind. Seit ich meinen Mann kenne, trinkt er oft und gerne, und auch nicht wenig. Früher habe ich gerne mitgemacht, seit die Kinder da sind war das bei mir aber sofort vorbei….bei ihm leider nicht. Es gab Zeiten, in denen er wenig bis gar nichts getrunken hat und dann wieder Zeiten, an denen er quasi täglich betrunken war. Zuerst offen, dann heimlich. Die Flaschen-und dosenberge im Keller wachsen, überall finde ich verstecke. Auch er funktioniert, geht zur Arbeit, hält Termine ein. Aber manchmal schläft er auch um 19.00 betrunken auf dem Sofa eine. Und manchmal steigt er mit einer Fahne aus dem Auto aus.

    Bei ihm ist es mittlerweile so, dass er denke ich gemerkt hat, dass er da ein Problem hat. Er reißt sich zusammen, aber ich befürchte, dass er das wegen mir macht, um Konflikte zu vermeiden, und nicht für sich.

    Häufig zweifele ich an meiner Wahrnehmung, bin unsicher, ob ich das nicht alles viel zu eng sehe.

    Seine Herangehensweise ist es, dass er es schaffen möchte, ab und zu mal was zu trinken und das war’s. Ob das geht? Keine Ahnung…wahrscheinlich eher nicht.

    Ich habe lange Zeit nichts gesagt, hab es mit mir selbst ausgemacht. Irgendwann ging das nicht mehr und ich habe mich einen guten Freund, dem besten Freund meines Mannes anvertraut. Und siehe da: für ihn war das keine Überraschung. Und es tat so gut, einfach, weil ich gemerkt habe, dass ich es eben nicht übertreibe, es zu eng sehe, mich irre. Meine Wahrnehmung war völlig richtig…

    Zur Zeit reißt er sich wie gesagt zusammen, und auch ich bin noch nicht an dem Punkt, Konsequenzen zu ziehen. Noch habe ich die Hoffnung, dass er es schafft, und noch ist die Angst vor diesem Schritt größer, als die Angst davor, dass sich nichts ändert.

    Liebe Grüße, Becca

    ab dem Zeitpunkt als mein Mann trocken wurde, gab es in unserem Haushalt keinen Alkohol mehr, bei keiner Feier. Das wird auch so bleiben.

    Das versteht sich von selbst. Wenn er trocken werden WILL, ganz klar. Ich habe mich, als ich auf dem Weg aus der Essstörung war, von essgestörten Menschen fern gehalten. Jetzt, nach 5 Jahren, berate ich über eine Selbsthilfegruppe wieder Menschen, die noch mitten drin stecken. Mittlerweile kein Problem mehr für mich.

    Ich kann deine Gedankengänge verstehen und weiß auch, wie du das meinst lotta. Beispiel: ich hatte vor ein paar Tagen Geburtstag, meine Mutter und meine Schwester kamen zu Besuch. Meine Mutter, meine Schwester und ich haben mit einem Glas Sekt angestoßen. Die Flasche hatte meine Mutter mitgebracht und hatte gefragt: wollen wir nicht mal anstoßen?

    Wie geht man dann in einer solchen Situation vor? Lehnt man es ab, weil es den Partner zum trinken animieren kann? Blöde Situation…

    Hallo Lotti! Ich bin in einer ähnlichen Situation. Nur habe ich kein Schulkind, sondern zwei Kindergartenkinder hier. Mein Mann trinkt heimlich, ständig finde ich neue Verstecke. Er streitet es ab, gibt mir die Schuld für sein Verhalten, wirft mir vor, ich würde ihn mir fertig machen. Ich merke, dass ich mich emotional immer mehr von ihm entferne. Du bist nicht allein!