Beiträge von Maeron

    Habe ich das richtig verstanden?

    Ja denke schon.

    Die Gedanken drehen sich um die Bewertung und Abwertung durch andere Menschen, soziale Phobie.

    Beispielsweise denke ich wie automatisiert , was anderes in diesem oder jener Situation wohl über mich denken könnten. Durch Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologische Therapie habe ich auch schon deutlich Besserung im Umgang damit gefunden. Gedanken durchziehen lassen, Gedanken als Ängste identifizieren usw. Trotzdem bin ich tatsächlich täglich gedanklich damit beschäftig, in unterschiedlicher Intensität, je nach Tagesform. Das ganze macht mich halt unfrei.

    Hallo Rennschnecke ,

    psychopharmaka Haben ganz sicher ihre Bestandsberechtigung, doch wann ist eine Medikation angezeigt?

    Soweit ich weiß , wenn Psychotherapien keine Wirkung haben oder nicht ausreichen. Ich habe Zwei Therapien gemacht und von außen, abgesehen von der nassen Zeit, scheint alles gut. Wie soll man einschätzen, wann Medis Sinn ergeben? Ich würde sagen am Leidensdruck. Tatsächlich habe ich mich sicherlich daran gewöhnt, mit meinen Ängsten zu leben. Wie soll ich da den Leidensdruck messen? Wäre es jetzt so, dass ich mich aufgrund der Ängste nicht aus dem Hause traue, mich isoliere und alltägliche Dingen nicht oder kaum bewältigen kann, dann wären Medikamente angezeigt. Aber auch in meinem Fall?

    Die Entwicklung meiner Sucht

    1. Phase

    Ziemlich schnell mit Anfang 20 exzessiv gefeiert, exzessiv getrunken. Neben Wochenenden und manchmal auch in der Woche viel Gekifft. Beginn der Abhängigkeit. Kontakt damals schon, nach zwei Jahren trinken, zur Suchtberatung. Aber keine Einsicht gehabt.

    2. Phase: während des beginnenden Berufslebens: Konsums am Wochenende. Gekifft weniger.

    3. Phase:glimpfliche Situationen gehabt unter Alkohol. Im Rausch. Konflikte. Polizei. Gewalt. Alles beim Feiern oder auch auf Festivals. Berufsleben nachgegangen. Unter der Woche trinken kontrolliert. Am Wochenende Vollgas.

    4. Phase (ca. nach 6 Jahren Saufen)

    Psychisch stark labil. Viel Alkohol viel Gekifft. Einsamkeit. Konsumsteigerung. Auch unter der Woche Beruf läuft trotzdem gerade noch so.

    Dann Beginn einer Psychotherapie. Mit täglich kiffen aufgehört.

    5. Phase

    Alkohol führt weiterhin zu Konflikten. Auch in Beziehung. Grundsätzlich kontrollierterer Konsum, doch dafür regelmäßig Kontrollverlust nur mit größeren Abständen.

    6.Phase

    Tiefpunkt nach 14 Jahren Konsum (2009-2023).schlimmer Konflikt in Partnerschaft. Abstinenzentscheidung möglich.

    Was hältst Du aus, Maeron?

    Deine Suchtgedanken oder Deine Ängste?

    Ich meinte oben damit, dass ich die Suchtgedanken aushalte. Die soziale Ängste halte ich auch aus. Ich integriere sie, lasse sie vorbei ziehen... Versuche es.. Nehme sie trotzdem als Belastung war. Weil sie ständig da sind. Das macht mich auch traurig, denn zwei Therapien haben geholfen, aber leider nicht geheilt.


    Ich mache zurzeit nur die ambulante Suchtreha.

    Bei einem Psychiater bin ich nicht angebunden. Medikamente möchte ich nicht. Und sind wohl auch nicht nötig.

    Ich habe auch heute meiner Frau erklärt, was ich für Gedanken habe. Sie meinte halt, das ihr es wichtig wäre, das ich vor ihr nicht verheimliche, sollte ich ein (falls es dabei bleiben würde... Ich könnte es sowieso nicht verheimlichen, glaube ich). Bier getrunken haben.

    Ich habe ihr auch gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob ich ihr hin meinen Suchtgedanken erzählen soll. Sie meinte ich sollte das tun.

    Ich will halt nicht dass sie sich wieder für mich verantwortlich fühlt. Was auch Grund für das Verheimlichen wäre. Was ein Glück nicht passieren wird, da ich aushalte und jetzt auch nicht weiter über die Gedanken ns denken werde.

    Wer weiß, dass er Alkoholiker ist, der weiß, dass es eine Nebenwirkung der Krankheit ist. Wer sich nicht sicher ist, einer zu sein, der doktert so lange an seiner Krankheit herum, bis er wieder säuft.

    Hm ja. Und wenn er dann wieder säuft, dann passieren schlimme Dinge und er hat dann hoffentlich wirklich die Einsicht, dass er krank ist. Manche haben die Einsicht nie. Ich habe die Einsicht / Erkenntnis. Deswegen halte ich aus. Schreibt sich leichter als diese Scheiße ist.

    Also hatte der Alk eine ganz best. Funktion für Dich, die du mit Sport und Entspannungsübungen allein nicht ersetzen kannst?

    Hab jetzt deine Geschichte nicht im Kopf, aber hast Du schon versucht, Dir therapeutische Hilfe zu holen? Mit klarem Kopf geht das ja jetzt.

    Ja genau, Alkohol hatte bei mir die Funktion, mit meinen Ängsten umzugehen, bzw. konnte ich sie damit wegsaufen.

    Habe schon Therapien gemacht....

    Bin ja jetzt noch durch die ambulante Reha auch in Einzelgesprächen. Werde es nsprechen und wird sowieso noch Thema werden.

    Neben der Funktion der Angstlösung habe ich zusätzlich Alk bei Freude (noch einen draufsetzten) sowie auch bei negativen Gefühlen (Angst, Stress, Grübeln) eingesetzt.

    Einfach mal den Kopf ausschalten. Ich mache schon Entspannungsmethoden und Sport.

    Grundsätzlich wiedert mich das auch an, die Nebenwirkungen eines Suffs. Der Schritt den Gedanken umzusetzen ist ein Glück hoch und wird nicht passieren. Nur kommen die Gedanken. Dann versuche ich zu akzeptieren, dass es das Suchtgedächtnis ist. Und ich hoffe, das die Waage irgendwann nur noch auf Nüchtern steht. Denn klar ist der Wunsch nach wie vor da, ein nüchternes Leben. Nur fällt es mir auf, wenn ich sowas denke, wie beschrieben. Ich merke jetzt auch, dass ich mich damit nicht beschäftigen sollte. Den Suchtgedanken keinen Raum geben. Sonder auf die positiven Aspekte der Nüchternheit konzentrieren. Keine Abstürze mehr. Keine Schuldgefühle. Keine Dramen.

    Hattest Du in letzter Zeit Suchtdruck? Und wenn, in welchen Situationen?

    Hi, Alex_aufdemweg ,

    ls, Suchtdruck bezeichne ich es nicht. Es ist eher die Stufe davor. Ich habe z. B. den Gedanken, dass ich nach dem Sport einfach in den Supermarkt gehe könnte und ein Bier trinke. Dann gehe ich gedanklich weiter, was passieren würde. Würde ich nach einem aufhören können (was bei mir durchaus machmal funktioniert hat früher, ich bin quartalsweise abgestürzt), dann wäre es nicht gut, weil ich dann bestärkt darin wäre, das es ab und zu geht und ich denken würde, doch nicht so krankt zu sein.

    Würde daraus ein Absturz werden, wäre es absolute untragbar für mich gegenüber meiner Frau... Ich denke Dann vllt noch wir ich es heimlich machen könnte.. Dann breche ich die Gedanken ab, weil ich das alles nicht will.

    Versteht MAN das?

    Hi Stern ,

    ja, ausprobieren... ICH... 😃..

    Trotzdem, es nützt wenn andere von ihren Erfahrungen berichten. Das muss bei mir nicht genauso sein, aber es kann. Schließlich haben wir alle die gleiche Erkrankung. Diese äußert sich zwar beinedem individuell, doch grundsätzlich sind es gleiche Mechanismen. Also, falls noch jemand auf meine Frage antworten mag, würde ich mich freuen.


    Ich mag nicht allzu viel hier schreiben, denn es soll ja immer noch anonym sein. Kann mein "Buch" sonst ggf. schon in den Geschützen Bereich verschoben werden? Dsnn würde ich mich trauen öfters und mehr zu schreiben.


    Beste Grüße

    Moin,

    bei mir läuft es ganz gut. Beruflich habe ich wieder Hoffnung, auch wenn ich noch etwas in der Luft hänge.

    Eine Frage: Macht es Sinn, wenn man Suchtdruck hat oder einen Gedanken der in die Richtung geht, sich das zu notieren? Hat das jemand von euch so gemacht? Mein Gedanke dazu ist, dass man dadurch ggf. Muster erkennt oder das man sich z. B. freut, wenn man erkennt, dass die Einträge weniger werden. Andererseits könnte es auch Verlangen verstärken, weil man sich damit zu viel gedanklich auseinandersetzt. Was meint ihr dazu?

    Rein theoretisch. Wenn Du wüsstest, dass es keine Entgleisungen gäbe. Würdest Du dann wieder trinken?

    Tatsächlich aus dem Bauch heraus würde ich sagen eher nicht. Zumindest nicht als geplante Aktion. Der Kater danach und auch alleine den Geruch von Alkohol finde ich ekelig. Weil das eben auch mit den negativen Erlebnissen stark verknüpft ist, die hoch kommen beim Geruch.

    Bis Du noch bei "ich darf nicht trinken"?

    Teils, teils. Grundsätzlich eher nicht. Es gefällt mir, das ich nicht trinken muss und Angst vor Entgleisungen haben muss. Wenn dann aber oben genannte Gedanken kommen, ist es für eine kurze Zeit halt halt auch mal ein " ich darf nicht." Ich hatte irgendwann schon mal geschrieben, das mir manchmal der Rausch fehlt. Das hat aber dann nur die Sucht und nicht das was ich wirklich will. Mir gefällt es nüchtern, es soll so bleiben.