Beiträge von Elraine

    Hallo und willkommen Elraine,

    ich habe eine Verständnisfrage.

    Du machst eine medikamentengestützte Therapie. Sind das Antidepressiva oder was gegen Suchtdruck, also dem Verlangen, trinken zu müssen, koste es, was es wolle.

    Und siehst du dich als Alkoholikerin oder Missbräuchlerin. Du hast Alkohol benutzt um einen gewissen Effekt zu haben. Sehr oft wird daraus halt Sucht, der Schalter im Hirn umgelegt. Was denkst du, wo stehst du da?

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Aurora,

    es handelt sich hierbei u Antidepressiva. Diese sollen mir die Möglichkeit geben, wieder etwas gefestigter zu sein, um mich auch auf die Therapie konzentrieren zu können.

    Ich frage mich, ob man das so genau definieren muss. Die Grenzen auf die Begrifflichkeiten bezogen sind schwimmend, daher weiß ich auch nicht, ob man das so benennen muss. Fakt ist, ich habe ein Problem mit Alkohol und kann nicht in einem "normalen" Ausmaß bzw. zum Genuss trinken. Und der besagte Schalter, von welchem Du sprichst, wird bei mir, zumindest momentan (und vielleicht bleibt das auch so) bereits bei einem Glas umgelegt, insbesondere und nur dann, wenn ich trinke, wenn es mir schlecht geht.

    Liebe Grüße zurück, Elraine

    Liebe Elly,

    danke, ich habe mich mal durchgelesen, kenne aber natürlich vieles davon schon. Klar, ich bin dabei die Medikamente zu nehmen und hoffe natürlich, dass die Nebenwirkungen schnell vergehen. Gibt es denn noch mehr Leute hier, die eine medikamentenbegleitete Therapie machen?

    Gute Nacht, ich hoffe noch mehr zu lesen und bin für Fragen jederzeit offen.

    Elraine

    Entschuldigt, dass ich das mit dem zitieren noch nicht ganz überrissen habe, ich gelobe Besserung :)

    Ja, in der Theorie ist mir das alles bewusst, dennoch hat es zu Rückfällen geführt. Ich hoffe sehr, dass es der letzte war. Momentan bin ich den Medikamenten gegenüber noch sehr skeptisch gegenüber.

    Ich denke, es war der richtige Schritt und bin recht froh um den Ort, an dem ich gelandet bin. Da ich auch recht negative Erfahrungen mit Therapeuten gemacht habe bzw. vorher noch nicht das Richtige für mich gefunden hatte.

    Vielleicht sollte ich zusätzlich noch erwähnen, dass es ein sehr harter Weg bis hin zur ambulanten Therapie war. Ich habe selbst mit Menschen gearbeitet, welche eine Suchtproblematik mitbringen. Bin selbst Soz. Päd. und dachte mir immer, es kann doch nicht sein, dass Du allen schlaue Ratschläge gibst, vielen Menschen eine Stütze bist, aber Dich selbst kannst Du nicht aus der Scheiße holen. Die Theorie ist so einfach...

    Zudem kommt, das mein Erzeuger ebenfalls, seit ich ihn kenne und bis heute, schwer alkoholkrank ist. Und eines der schlimmsten Gefühle, welches ich in mir trage, ist " Du bist keinen Deut besser als er".

    Hallo Elraine,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Ja, das ist mir mittlerweile bewusst, zumal ich immer nur noch dann trinke (oder hoffentlich getrunken habe), wenn es mir schlecht geht. Und es auch nicht mehr die Wirkung zeigt, die dämpft, sondern es macht meinen Schmerz und die emotionalen Gefühle nur noch größer, als sie ohnehin schon sind.

    Zitat

    Dieser Kontrollverlust ist im Grunde auch unumkehrbar. Das heißt für Dich generell das erste Glas mit Alkohol

    stehenzulassen.

    Auch das weiß ich mittlerweile, bzw. ist mir bewusst. Lange habe ich aber gedacht, ein Glas ist schon mal okay. Das ging auch zeitweise, nicht jedoch dann, wenn ich getrunken habe, weil ich den Schmerz weg haben wollte.

    Zitat

    Du schreibst, Du bist seit April in Therapie. Wie ist das, siehst Du Dich selbst als Alkoholikerin und wann hast Du

    zuletzt getrunken?

    Ich sehe mich als jemanden, der ein Problem mit dem Alkohol hat, und diesen nicht "normal" als Genussmittel konsumieren kann. Die Therapie tut mir gut, aber dennoch hatte ich drei Rückfälle. Einer davon schlimm, das heißt ich bin am 11.8. nochmal für zwei Tage im geschützten Bereich einer Klinik gelandet. An diesem Tag habe ich auch das erste Mal geäußert, dass ich das so nicht mehr will und kann und daher gerne nicht mehr da wäre. Dies war aber eine Momentaufnahme, unter Alkoholeinfluss. Im Grunde möchte ich das nämlich ganz und gar nicht, denn eigentlich bin ich ein sehr offener, lebensfroher und lebensbejahender Mensch. In meiner Vergangenheit ist viel passiert, was ich wohl nie so richtig verarbeitet habe. Aber das hat gut funktioniert, viele Jahre, auch ohne den Konsum von Alkohol. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig darüber, woran es liegt, dass sich dies in den letzten zwei Jahren so zugespitzt hat.

    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,

    nachdem ich jetzt eine ganze Weile nur mitgelesen habe, schreibe ich auch mal. Ich befinde mich seit Anfang April in einer Ambulanten Therapie gegen meine Alkoholabhängigkeit. Ich bin knapp über dreißig Jahre, seit fast sechs Jahren in einer Partnerschaft (welche mir sehr viel Halt gibt, aber sehr schwierig begonnen hat) und bin kinderlos. Ich bin studierte Sozialpädagogin, arbeite momentan aber in einem anderen Berufsfeld.

    Ich trinke nicht regelmäßig, es hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem Problem entwickelt. Anfangs habe ich getrunken, um etwas entspannter in gewissen Situationen zu sein, nicht so angespannt und um nichts falsch zu machen. Danach dann, um meinen seit Jahren bestehenden "Kloss" im Magen zu besänftigen. Immer in unregelmäßigen Abständen, aber dann habe ich angefangen, das Maß zu verlieren. Sprich ich habe, wenn ich einmal angefangen habe, einfach viel zu viel getrunken. Aufgrund dieser Vorfälle bin ich jetzt auch drei mal im Krankenhaus bzw. in einer Klinik gelandet.

    Ich bin fest entschlossen, dass dies nun aufhören muss. Die drei Erlebnisse waren schlimm und vor allem, was es mit meinem Umfeld macht ist schlimm. Ich habe mich jetzt, gemeinsam mit meinen Therapeuten, entschlossen, dass ganze durch Medikamente zu unterstützen. Gibt es hier ähnliche "Fälle", wie mich? :)

    Fragt gerne drauf los, wenn ihr wollt. Für den Anfang langt das glaube ich erst Mal.

    Liebe Grüße,

    Elraine