Beiträge von Teresa0707

    Cadda ja das weiß ich, irgendwann wird mein Sohn es mit bekommen, deswegen ist es mir so wichtig, dass zu Hause nicht getrunken wird. Aber ich glaube, da hat er selber noch eine Grenze. Bevor unser Sohn auf die Welt gekommen ist, kam er viel öfters betrunken nach Hause, seitdem Er da ist, wie gesagt bisher nur einmal und dann hat er sich direkt schlafen gelegt. Aber mir ist das bewusst, an aller erste Stelle, steht das wohl meines Sohnes und sollte das in Gefahr kommen, werde ich schon vor dem Ende meiner Elternzeit was dagegen tun indem ich gehe. Ich mache mir zurzeit über all solche Themen Gedanken und führe auch wieder Tagebuch, das hilft mir mich zu sortieren und mögliche Szenarien durch zu spielen und im Vorwege Lösungen zu finden, damit mir das ein wenig Sicherheit gibt. Am Dienstag treffe ich mich mit meiner Schwester, ich bin auch am überlegen mich ihr an zu vertrauen, damit in dieser Sache auch schon mal der erste Schritt gemacht ist, ich weiß sie würde es für sich behalten und mich nicht verurteilen. Ich muss nur den Mut dafür finden.

    Whitewolf ja darüber habe ich mir tatsächlich auch schon Gedanken gemacht. Mein absolutes no Go wäre es , wenn er anfängt hier zu Hause zu trinken. Das hat er aber zum Glück so gut wie noch nie gemacht, außer wenn ich mal Weg war und er allein hier war. Er trinkt nicht gerne allein, sondern nur in Gesellschaft bei seinen tollen 2 sauf Kumpanen, alle beide so Typen deren leben nur aus Alkohol und bisschen arbeiten besteht, und da chillt er dann immer weil die eh ihre Bude nur zum arbeiten verlassen. Das Paradoxe ist ja, dass er nüchtern total schlecht über die spricht und selber sagt, dass die „Freundschaft“ nur aus zusammen trinken besteht und er nüchtern nichts mit den anfangen kann. Oft hat er den Kontakt abgebrochen ist aber am Ende immer wieder da gelandet.

    Bisher hält er den Rhythmus alle 2-3 Wochen, aber das schon seit der Schwangerschaft, seitdem ist es „gleich“ geblieben, liegt wahrscheinlich auch daran dass er wieder Vollzeit arbeitet und auch jedes zweite Wochenende arbeiten muss.

    Selbst wenn anfangen sollte jede Woche trinken zu gehen, dann ist das halt so, ändern kann ich es nicht. Sollte er aber anfangen hier zu trinken oder besoffen nach Hause kommen und Stress machen dann brauch ich einen Plan B. Da werde ich dann meine Eltern einweihen und ggf. erst mal da unter kommen, sodass ich dann keine Miete zahlen muss. Die haben ein großes Haus und der zweite Stock sind die Zimmer komplett frei, die würden mir auch helfen das weiß ich. Meine Mutter würde mich zwar psychisch auch belasten mit ihrer Art ( bin damals direkt mit 18 ausgezogen da ich nicht so gut mit meinen Eltern klar kam, das Verhältnis wurde erst gut als ich ausgezogen war). Aber das nehme ich dann in Kauf. Aber das ist wirklich nur der Notfall Plan, bisher ist er nur einmal besoffen nach Hause gekommen seit unser Sohn auf der Welt ist und da hat sich direkt schlafen gelegt.

    Bis August habe ich auch noch Gehalt bekommen und seit September bekomme ich mein Elterngeld, das sind aber nur knapp 900 Euro, da ich es ja auf 18 Monate gestreckt habe. Ich lege seit der Schwangerschaft auch immer bisschen Geld zurück, einfach für mein Gefühl ein bisschen was auf der hohen Kante zu haben falls ich die reisleine ziehen muss. Jetzt kann ich das ja noch weil wir uns finanziell alles teilen bzw. Er momentan mehr bezahlt weil er ja voll verdient. Davon weiß er nichts, das sage ich ihm aber auch nicht. Solange es so ist wie es ist, komme ich mit der aktuellen Situation klar und kümmere mich weiterhin um mich und meinen Sohn und arbeite auf ein unabhängiges Leben hin.

    Hallo alles zusammen,

    Ich habe zwischen durch sehr viel hier gelesen und mir Denkanstöße geholt. Hier rein schreiben konnte ich irgendwie nicht, da in meinem Kopf nur Chaos herrschte.

    Die Situation ist leider immer noch die gleiche, alle 2-3 Wochen verschwindet er für 2-3 Tage zu seinem saufkumpel um zu trinken. Dazwischen geht er arbeiten, hilft mir mit dem kleinen und im Haushalt. Seit Freitag ist er das zweite mal wieder weg seitdem letzten Mal als ich rein geschrieben habe. Die letzten Wochen habe ich viel im Internet gelesen und auch hier Mir eine Menge Beiträge durch gelesen. Mich auch über das Thema „allein erziehend“ und anderen Themen belesen vor denen ich Angst habe, und das hat mir sehr geholfen, da habe ich zum ersten Mal wirklich gedacht: „ wenn ich Schritt für Schritt gehe kann ich es schaffen, auf meine Weise.“ Ich habe mir über vieles Gedanken gemacht und ich merke, wie es mir nicht mehr so nahe geht, dass er seit Freitag weg ist. Ich merke eine Veränderung in mir. Ich habe mit ihm auch gesprochen und ihm gesagt, dass er mir nichts schuldig ist, dass er es selber wissen muss ob er sein Leben so leben möchte, aber das ich mein Leben nicht so leben möchte! Das ich nicht mehr versuchen werde sein Verhalten zu beeinflussen und mich ab jetzt ausschließlich um mich und den kleinen kümmern werde. Ich habe angefangen mich viel mit Freundinnen zu treffen, habe neue Rezepte ausprobiert und gehe jeden Tag mit dem kleinen 1-2 Stunden spazieren. Wenn er von der Arbeit kommt nimmt er ihn damit ich mal In Ruhe Sport machen kann oder duschen gehen kann oder sonst was. Gemeinsame Aktivitäten meide ich, was auch zurzeit einfach ist , da er viel arbeiten muss. Donnerstag sagte er mir, dass er Freitag gerne zu seinem Kumpel gehen würde. NormalerWeise hätte ich gleich gefragt ob er vor habe zu trinken, hätte ihn ins Gewissen geredet und wir hätten „Abmachungen“ getroffen die er eh nie einhalten würde. Ich habe statt dessen einfach nur „okay“ gesagt und das war’s. Er war glaub ich auch ein wenig verwirrt über mein Verhalten und sagte auch von alleine, dass er ehrlich zu mir ist und er glaubt, dass er morgen trinken würde aber das er Samstag morgen auf jeden Fall nach Hause kommen würde. Das einzige was ich darauf sagte war, dass er bitte nicht besoffen nach Hause kommen soll. Damit war das Thema Für mich gegessen, ich wusste ja eh, dass er das nicht schafft Samstag nach Hause zu kommen, also warum meine kostbare Zeit verschwenden wieder ein Ellen langes „Gespräch“ mit ihm zu führen, wo dann eh nichts bei rum kommt. Ich bin ehrlich, für mich ist er nur noch hier, wegen der finanziellen Geschichte und damit er mich in der Zeit wo er nicht trinkt, helfen kann und Zeit mit seinem Sohn verbringt. Sodass ich mir auch Freiräume schaffen kann zB. um mich auch mal für 2 Stunden ohne Kind mit Freunden treffen kann. Ich bin grade ein wenig egoistisch ich weiß, aber nur so geht es grade. Ich fühle mich gut, meine täglichen Aktivitäten helfen mir und ich sage mir jeden Tag, dass ich nicht für sein Handeln verantwortlich bin. Ich bin dabei mich auch von meiner inneren Traumvorstellung „einer kleinen glücklichen Familie“ zu lösen, langsam aber immer mehr. Es war immer das, was ich mir gewünscht habe aber nur weil es mit ihm nicht klappt, heißt es ja nicht dass es nie klappen wird, ich bin 28 Jahre jung. Natürlich gibt es auch Momente wo gefühlt alles wieder über mich ein bricht und ich große Zukunftsängste habe, wo es mir beschissen geht und ich es bereue das all die Jahre mit gemacht zu haben und meine Zeit verschwendet zu haben. Oder es tut einfach weh weil ja trotz alle dem Gefühle im Spiel sind und ich mir immer gewünscht habe, dass wir irgendwann glücklich zusammen werden, bzw. Das er es schafft ohne Alkohol sein Leben zu meistern, sich davon zu verabschieden braucht Zeit und Kraft. Aber ich habe mir selber ein Brief geschrieben als ich sehr positiv gestimmt war, der mir in solchen Momenten Mut machen soll und den lese ich dann immer, das hilft zwar nicht immer aber öfters. Natürlich hat er mir auch wieder „Texte“ geschrieben seit er weg ist. Ich habe einmal freundlich geschrieben, dass ich mir diese Sachen nicht durch lesen werde und um mich selber zu schützen ihn solange zu blockieren, bis er wieder nüchtern ist. Das habe ich dann auch getan. Heute war ich 3 Stunden spazieren und habe mir weiterhin Gedanken gemacht.

    Ich weiß, dass er sobald er wieder nüchtern ist mit mir ein super „Gespräch“ führen möchte, wo er sich entschuldigt, Besserung gelobt oder wieder ausreden findet warum er dann nicht aufhören kann zu trinken. Letztes Mal sagte er, dass er dann immer schlechtes Gewissen mir gegenüber hätte und deswegen nicht aufhören könnte, dass er sich dann auch unter Druck gesetzt fühle nach Hause zu „müssen“. Was ein Schwachsinn, vor mir hat er doch auch genauso jedes Wochenende gesoffen. Auch im Suff schreibt er mir dann immer Texte mit Vorwürfen und das er mich nicht mehr lieben würde und deswegen nicht nach Hause kommen würde, blah blah blah. So ein typisches Verhalten, Gründe suchen warum man weiter trinken „muss“. Letztens habe ich dann noch geschrieben „nein du kommst nicht nach Hause weil du abhängig bist und schlicht Einfach nicht aufhören kannst.“ Diesmal habe ich ja wie schon gesagt ihn blockiert, den wie man ja weiß mit Betrunkenen kann man nicht diskutieren.

    Jetzt zu meinen Gedanken, ich möchte mir gar nicht mehr diese Dinge von ihm anhören müssen wenn er nüchtern ist, weil es immer das selbe ist. Ich werde ihm eine „Beziehungspause“ vorschlagen. Er kann machen was er möchte, ist mir keine Erkältung schuldig ich habe nicht mehr die Erwartung an Ihn, dass er aufhört zu trinken ( habe ich wirklich nicht mehr weil ich weiß, dass er solange er das nicht für sich möchte, Mixtur schaffen wird) aber die Zeit wo er hier ist hilft er mir weiterhin mit unserem Sohn und finanziell. Ich bin ehrlich, für mich ist es schon klar, dass wir uns am Ende endgültig trennen werden. Selbst wenn er aufhören würde zu trinken, ich bin an einem Punkt angelangt an dem ich keine Zukunft mehr für uns sehe, egal ob er trinkt oder nicht. Aber das werde ich ihm jetzt noch nicht sagen, weil dann besteht die Chance, dass er sich komplett hängen lässt und überhaupt keine Hilfe ist. Soll er doch alle 2 Wochen trinken gehen, meinetwegen auch jede Woche , aber die Zeit wo er hier ist und nach Feierabend kann er mir helfen und sich um seinen Sohn kümmern, das ist das Minimum, schließlich ist es auch sein Kind. Und das tut er ja auch. Ich weiß, das mag jetzt echt egoistisch klingen aber ich muss sehen wo ich bleibe und bis die Elternzeit rum ist, ist das die beste Lösung. Ich habe auch die Hoffnung dass wenn ich dann wieder arbeiten gehe, die Trennung mir nicht ganz so schwer fällt, weil wir uns in der Zeit davor ja eh schon auseinander gelebt haben. Ich mein seit der Geburt hat sich unsere Beziehung eh schon geändert, durch den kleinen haben wir eh so gut wie keine Zeit zu zweit gehabt und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass mein Partner mit dieser großen Veränderung überfordert ist. Schwer wird es so oder so werden, 6 Jahre sind ja nicht wenig, aber zurzeit bin ich mit diesem Plan ganz zufrieden. Es gibt mir ein wenig Sicherheit und doch die Gewissheit in naher Zukunft „frei“ zu sein. Sobald ich wieder arbeiten gehe, wird Das finanzielle Kein Problem mehr darstellen. Bis dahin werde ich alles daran setzen mir weiter ein Leben ohne ihn aufzubauen mit verschiedenen Aktivitäten.

    Wie gesagt ich nutze die Zeit ja jetzt schon Dinge für mich zu machen ohne ihn. Das ist mein aktueller stand und ich fühle mich größtenteils gut damit, das es auch mal beschissene Momente gibt ist klar, aber irgendwas ist anders in mir, ich kann es nicht ganz erklären.

    Liebe Grüße

    Eure Teresa

    PS: meinem Sohn geht es sehr gut, er wird von Tag zu Tag aktiver, ich liebe ihn so sehr, schon allein wegen ihm möchte ich weiter auf eine Zukunft unabhängig von meinem Partner hin arbeiten.


    Hope92 vielen lieben Dank :)

    Kintsugi , das klingt ja auch nicht schön bei dir, ich freue mich sehr Für dich, dass du es daraus geschafft hast, ich hoffe dass ich das auch bald schaffe 🙏

    Vielen lieben Dank für den Tipp, ich werde ihn beherzigen. Meine Arbeitskollegin kommt in 2 Tagen auf dem Urlaub wieder, dann werde ich ihr schreiben und sie um ein Treffen bitten.

    Vielen lieben Dank für die Worte und den Tipp

    Morgenrot Dankeschön, er ist mein allgergrößter Schatz ♥️

    pfiffig ja ich werde die Trennung planen, ich glaube das ist am besten, wie oben schon geschrieben werde ich mich meiner Arbeitskollegin anvertrauen sobald sie aus dem Urlaub wieder da ist, auch dir viel lieben Dank für deine aufmunternden Worte.

    Und ja es tut sehr gut hier zu schreiben und einfach mal alles raus zu lassen.

    Whitewolf , vielen Dank für die lieben Worte

    Mein Kopf weiß, dass sich nichts ändern wird aber mein Herz hat leider immer noch die absurde Hoffnung, dass es vielleicht noch Klick bei ihm machen könnte. Grade weil ich weiß, dass er seinen Sohn liebt und ihm eigentlich immer ein guter Vater sein möchte. Aber ich muss jetzt auf meinen Kopf hören! Ich habe jetzt schon eine Tasche für ihn zusammen gepackt, vielleicht fällt es mir dann leichter hart zu bleiben, sobald er wieder kommt und nüchtern ist, werde ich versuchen strak zu bleiben.

    iwona-w ja das stimmt, ich glaube auch das mir so eine Gruppe gut tun würde aber eine Freundin ein zu weihen bringe ich zurzeit noch nicht fertig. Ich habe eine Arbeitskollegin mit der ich auch privat befreundet bin, der habe ich es auch während der Schwangerschaft erzählt, dass es wieder schlechter geworden ist mit meinem Partner. Als ich noch nicht schwanger war und gearbeitet habe, war sie meine Ansprechpartnerin Nr. 1 weil wir auch sehr oft zusammen Dienst hatten und sie das natürlich mit bekommen hat wenn es mir mal wieder wegen ihm schlecht ging. Aber dann bin ich ins Berufsverbot gegangen und als die Schwangerschaft fortgeschritten ist, habe ich ihr dann auch wie den anderen erzählt, dass alles gut läuft, ich hatte das Gefühl wenn ich ehrlich bin, dass ich dann wie der letzte Verlierer oder als naives dummchen darstehe, obwohl alle meine Freunde mir nie Anlass dazu gegeben haben, dass sie so über mich denken würden, es ist einfach in meinem Kopf drin. Ich werde versuchen mich meiner Arbeitskollegin wieder anzuvertrauen, wir sehen uns ja noch regelmäßig, und sie hat auch schon den kleinen kennen gelernt.

    Ich danke dir für deine lieben Worte

    indiana ja ich habe eine Arbeitskollegin (diese Antwort ein weiter oben), sobald ich es geschafft habe ihn aus der Wohnung zu werfen, werde ich mich ihr anvertrauen.

    Ich bin 28 Jahre alt, mein Partner ist 33 Jahre alt. Ironischer weise bin ich Fachkraft für psychiatrische Pflege , eigentlich müsste ich es ja besser wissen.

    Mein Partner könnte zurzeit noch Unterhalt zahlen, da er nicht schlecht verdient aber wenn ich ihn raus schmeiße wird er erst mal völlig abstürzen und ob er dann seinen Job behält steht auf einem anderen Blatt. Das ist auch eines der Dinge die er mir oft dann sagt, dass ich ihm bitte noch eine Chance geben soll, dass er ohne mich völlig abstürzen würde. Ich glaube ihm, dass er seine Aktionen bereut aber er kann einfach nicht akzeptieren dass er mit Alkohol nicht umgehen kann. Das sagt er ja auch immer, dass er sich so sehr wünscht ganz normal mit Alkohol umgehen zu können, damit er weiterhin mit seinen Kumpels „ein trinken“ kann aber sich dabei halt benimmt und nicht übertreibt und nach paar Stunden wieder nach Hause kommt. Nur das klappt ja nie, ich weiß auch nicht wie viele Male er noch braucht bis er das endlich wirklich begreift, dass er kein Mittelmaß hin bekommt.

    Auch dir danke ich für deine lieben Worte.


    Es hilft sehr sich hier durch zu lesen. Ich konzentriere mich jetzt auf meinen Sohn, er ist so Unfassbar süß und bezaubernd, ich möchte mir das Glück nicht nehmen lassen durch ihn. Und wenn er die nächsten Tage irgendwann nach Hause kommt, setze ich ihm sobald er nüchtern ist, die Tasche vor die nase und bitte ihn zu gehen. Er hat ja schon oft genug gesagt, dass er es versteht, dass ich möchte das er geht und er es auch tut wenn ich das dann wirklich möchte. Ich darf mich einfach nicht auf sein Gerade einlassen, am besten ich blocke einfach jedes Gespräch ab und sage ihm dass er einfach gehen soll Oder ? Das wäre doch die beste Taktik, so gebe ich ihm gar nicht die Chance mich mit seinen Worten um zu stimmen.

    Vielen lieben Dank für die Worte,

    Ich habe auf den Link geklickt und bin ihm

    Gefolgt.

    Ja hier in der Nähe bei mir gibt es auch eine Gruppe von „Angehörigen eines Alkoholiker“ die treffen sich immer dienstags, habe schon oft überlegt da mal hin zu gehen, bisher aber leider den Mut dazu nicht aufbringen können.

    Ja ich werde mich mal bei solch Institutionen umschauen und mich erkundigen, mein erstes Ziel ist es, es erst mal zu schaffen, dass er aus der Wohnung geht und es nicht schafft mich wieder zu bereden, ich muss einfach stark bleiben, wieso ist das nur so schwer. Wenn er dann wieder nach seinem Sauf Trip da sitzt, völlig fertig und niedergeschlagen , bekomm ich auch noch Mitleid mit ihm 🤦‍♀️ man sieht ihm den Selbsthass und die Angst mich zu verlieren förmlich an, und dann knicke ich immer wieder ein, grade weil er dann auch immer solche Sachen sagt, dass er das selber nicht möchte, dass er für seinen Sohn ein guter Vater und für mich ein guter Partner sein möchte etc. Und das klingt auch so ehrlich, es ist alles so paradox.

    Vielleicht hilft es mich ja im Forum bisschen aus zu tauschen, vielen lieben Dank nochmal, hier zu schreiben hat schon ein bisschen geholfen.

    Liebe Grüße

    Teresa

    Hey,

    Nein leider nicht, Meine Mutter ist leider psychisch nicht die stabilste, hat selber Depressionen und auch schon mal ein Burn- Out. Sie würde mich mehr Stressen, als das sie mir helfen könnte. Ich hab sie echt lieb aber bei Problemen konnte sie mir mit ihrer Art noch nie helfen, eher das Gegenteil.

    Ich weiß einfach auch nicht wen von meinen Freunden ich mich anvertrauen soll, zu groß ist die scham, da ich denen die ganze Zeit ja auch immer gesagt habe, dass es super zwischen uns läuft. Die Kannten von früher ja noch die Problematik, irgendwann wollte ich denen einfach nichts mehr erzählen, einfach aus scham, weil ich es nicht m geschafft habe zu gehen.

    Danke für die Glückwünsche 😊 mein Sohn ist das beste was mir passiert ist, grade für ihn möchte ich ein sicheres und verantwortungsvolles Umfeld schaffen, ich hoffe sehr, dass ich das hin bekomme

    Liebe Grüße

    Teresa

    Hey,

    Vielen lieben Dank. Mein Sohn ist am 28.06. gesund auf die Welt gekommen. Ich liebe ihn über alles. Die Geburt war sehr anstrengend und am Ende kam es zu einem Not Kaiserschnitt. Mein Partner war dabei und ich muss sagen ich war froh darüber, weil die Geburt nicht so verlaufen ist wie geplant, wir haben unsere Differenzen erst mal beiseite gelegt und er war für mich und den kleinen im KH eine große Unterstützung.

    Die 5 Wochen waren anstrengend aber auch schön. Mein Partner hat mir gut geholfen aber er hat in der Zeit auch leider 1 mal bisschen was getrunken und 1 mal exzessiv getrunken, da war er dann 2 Tage weg , Heute das dritte mal, dass ist auch der Grund warum ich wieder hier schreibe. Er ist vorhin „spazieren“ gegangen aber ich wusste schon, dass etwas nicht stimmt, sowas merkt man einfach. Aber ich bin es auch leid immer hinter her zu fragen und im Endeffekt sagt er mir dann ja eh nicht die Wahrheit. Das war das letze Mal auch so

    , wo er 2 tage weg war. Aber nach 1,5 Stunden kam dann die Nachricht, dass er heute nicht nach Hause kommt, sondern morgen. Ich weiß eh, dass er auch morgen nicht nach Hause kommt. Das letzte mal wo er 2 Tage weg war, ist jetzt 3 Wochen her. Ich hatte mir fest vor genommen, ihn raus zu schmeißen. Sagte ihm das auch als es wieder nüchtern war, aber er versprach sich Hilfe zu holen etc, das übliche halt. Ich habe mich wie immer bequatschen lassen. Natürlich hat er sich keine Hilfe geholt. 1 Tag nach unserem Gespräch, haben seine Rücken Probleme wieder angefangen wurde letzte Woche geplant operiert. Er wollte sich nach der OP um Hilfe kümmern, was er nicht gemacht hat. Ich muss dazu sagen, dass wir die letze Woche auch viel zu tun hatten und meine Kaiserschnitts Narbe wieder aufgegangen ist und ich auch dazu noch einen MagenDarm Infekt bekommen habe und unser Sohn starke Koliken bekommen hatte, sodass die Tage sehr anstrengend waren. Aber im Grunde weiß ich auch, dass er sich auch so keine Hilfe gesucht hätte und falls doch dann nur wegen mir. Ich habe das Gefühl, dass er das immer nur machen möchte um mich zu beruhigen, weil er denkt; dass es das ist was ich hören möchte. Aber ich möchte, dass er sich Hilfe sucht, weil er es will.

    Ich habe jetzt eine Tasche mit seiner Kleidung gepackt, ich hoffe das hilft mir es dieses mal durch zu ziehen, dass er erst mal auszieht. Die Angst ist einfach auch so groß, allein mit dem kleinen dazu stehen. Die letzen Wochen habe ich gemerkt, wie anstrengend es ist und ich war froh, dass mein Partner hier war. Außer an den zwei malen wo er weg war, war er hier eine super Unterstützung für mich und die Tage wo ich allein war, war ich echt fertig, es war sehr anstrengend alles allein zu machen. Deswegen fällt es mir auch so schwer, es durch zu ziehen, dass er erst mal geht, aber ich muss es schaffen, nur wie ? Ich möchte sowas nicht mehr mit mir machen lassen und was ist das überhaupt für ein Verhalten ? Wie kann man sich gegenüber seinem Sohn und seiner Partnerin so mies verhalten? Ich weiß, dass die Sucht dahinter steckt, aber ich kann es einfach nicht durch den professionellen Blickwinkel sehen, dazu stehen zu viele Emotionen dahinter.

    Es hilft schon mal sich hier die Beiträge durch zu lesen, zu sehen das man nicht allein ist. Mir geht es sehr schlecht, es ist alles so kompliziert und es fühlt sich so Durcheinander in meinem Kopf an. Ein reines Chaos. Und für meinen Sohn tut es mir am meisten leid, noch bekommt er nichts davon mit aber wenn ich es nicht bald schaffe die reisleine zu ziehen, wird er es irgendwann mit bekommen, und dann werde ich mich sehr schuldig fühlen weil ich das dann zugelassen habe, ich fühle mich ja jetzt schon schuldig, keine Ahnung warum.

    Das musste jetzt einmal kurz wieder aus mir raus, hier kann ich alles ablassen, habe es leider immer noch nicht geschafft mich jemanden an zu vertrauen. Deswegen ist es gut, dass ich hier meinen Kummer bisschen raus lassen kann.

    Ja da hast du auch recht damit. Ich muss anfangen mit meinem Umfeld darüber zu reden. Das Paradoxe ist einfach ja auch, dass er mir dann auch oft leid tut wenn er nach einer seiner Aktionen hier sitzt und sich in Grund und Boden schämt. Man sieht es ihm an, wie er sich für sein Verhalten dann selber hasst und ich weiß, dass wenn ich mich trenne, dass er dann am Boden liegen wird. Aber natürlich weiß ich auch, dass ich dafür nichts kann und das ich nicht bei bleiben kann nur damit er nicht völlig untergeht. Mein Kopf weiß das, nur mein Herz leider nicht. Und du hast recht der Alkohol gehört zu ihm, das stimmt. Ich muss das einfach akzeptieren, obwohl es mir so schwer fällt. Wenn er nüchtern ist, ist er der liebste Mensch der Welt. Ich habe Spaß mit ihm und wir lachen viel zusammen, haben die selben Ansichten, streiten nie über was anderes als Alkohol, haben die selben Interessen etc. Das ist wahrscheinlich auch mit ein Grund wieso ich es nicht schaffe zu gehen, weil ich auch immer seine guten Seiten sehe und ich mich ja auch in diese verliebt habe. Wenn es den Alkohol nicht geben würde, wäre alles super, aber es gibt ihn nunmal, und das muss ich akzeptieren!

    Ich werde jetzt alles daran setzen, dass ich meinem Sohn ein gutes Leben ermögliche! Es wird schwer werden und ich bin ehrlich, wahrscheinlich werde ich es nicht auf jetzt und gleich schaffen zu gehen aber ich werde mir Mühe geben, für mich und mein Kind und unser Glück!

    Wir sind zwar nicht verheiratet aber wir haben schon gleich am Anfang der Schwangerschaft die Vaterschaft anerkennen lassen und auch geteiltes Sorgerecht, ist alles schon unterschrieben und bei der Behörde.

    Jetzt im Nachhinein vielleicht ein Fehler aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er was das angeht Probleme machen wird. Aber man weiß ja nie, aber jetzt ist es zu spät. Aber wie gesagt nüchtern würde er da keine Probleme machen, da sieht er ja auch ein, dass er mir seinem Verhalten kein guter Vater sein wird.

    Wenn ich mich trenne, dann möchte ich ihm ja auch nicht seinen Sohn vorenthalten, solange er ihn nicht gefährdet, soll er ja auch Kontakt zu ihm haben. Aber das wird alles die Zukunft zeigen, jetzt habe ich mir erst mal vorgenommen die Geburt zu überstehen. Wie du selber sagst, Schritt für Schritt.

    Vielen lieben Dank für die aufmunternden Worte, es hat schon mal gut getan, das alles mal raus zu lassen.

    Die einzigen beiden bei den ich mir noch vorstellen könnte, dass sie mich begleiten, wären meine Schwester oder meine beste Freundin, die sind aber leider beide zurzeit im

    Urlaub, zudem Wissen die ja gar nichts über den aktuellen Zustand, die würden aus allen Wolken fallen und wenn ich den das jetzt schreiben würde, würde den das nur den Urlaub versauen und es würde ja auch nichts bringen weil sie gar nicht im Land sind.

    Ich werde es auch allein schaffen, das weiß ich im Grunde auch, aber es wäre halt schön gewesen, wenn er dabei wäre und es hätte mir vieles leichter gemacht, das weiß ich. Den ohne den Alkohol ist er der perfekte Partner für mich. Da tut er ja auch alles für mich und man merkt auch immer, dass er sich wirklich auf das Kind freut und für mich da sein möchte. Es macht mich einfach unglaublich traurig, dass er jetzt die Geburt seines Sohnes wegen dem Alkohol verpassen wird und ich weiß einfach, dass er das auch am Ende bereuen wird. Aber vielleicht muss das einfach so sein, damit er mal aufwacht. Ich habe auch keine Ahnung wie es nach der Geburt weiter gehen soll. Er hat ab Tag der Geburt auch 1 Monat Elternzeit eingereicht. Soll ich ihn dann rausschmeißen wenn ich aus dem KH wieder komme ? Und bekomm ich das überhaupt hin ? Die Angst davor mit einem Säugling direkt allein zu sein, macht mich nahe zu krank. Und ich weiß, dass er eh versuchen wird, mich zu bearbeiten, dass ich ihn nicht raus schmeiße und wenn ich jetzt schon so unsicher bin, bleibe ich doch eh nicht stark. Zudem möchte ich ja auch, dass er die Chance hat seinen Sohn richtig Kennen zu lernen, das möchte ich ihn ja trotz alle dem Nicht verwehren.

    Ich weiß, dass ich mich jetzt erst mal auf die Geburt konzentrieren sollte, aber es fällt mir so unglaublich schwer, da in meinem Kopf ein einziges Durch einander herrscht. Aber das hier auf zu schreiben, hilft schon mal ein wenig Und die lieben Worte von euch auch, vielen lieben Dank dafür.

    Ich versuche mich jetzt bis morgen zu beruhigen und mich dann voll und ganz auf die Geburt zu konzentrieren, danach sehe ich weiter.

    Hallo,

    Ich weiß mir leider einfach nicht mehr zu helfen.

    Erst mal vorab:

    Ich bin seit 6 Jahren mit meinem Partner zusammen. Leider hat dieser ein Alkohol Problem. Es ist nicht so, dass er jeden Tag trinkt. Er trinkt immer Phasenweise, aber dann sehr intensiv und ohne Pause. Am Anfang unserer Beziehung war mir das gar nicht so bewusst, da ich zu der Zeit selber noch viel und gerne „gefeiert“ habe. Sind dann auch relativ schnell zusammen gezogen. Nachdem aber die rosa rote Brille weg war, ist mir sein Verhalten immer mehr aufgefallen. Das er am Wochenende nichts weiter tut als von Freitag bis Sonntag zu trinken, er hat mich oft wegen Alkohol am Wochenende versetzt. Irgendwann ist es so aus dem Ruder gelaufen, dass er es selber eingesehen hat und sich Hilfe gesucht hat. Seit 6 Jahren mache ich das auf und ab mit. In dieser Zeit hatte er zwei mal, eine 3 Monatige Therapie und dazwischen auch immer ambulante Therapien. Aber gebracht hat es wenig, mal lief es bisschen besser da hat er es dann mal 3-4 Wochen ohne Alkohol

    Geschafft und hat dann nur an einem

    Abend getrunken, und nicht gleich mehrer Tage hinter einander. Aber seit Anfang diesen Jahres wird es wieder immer schlechter. Spätestens alle 2 Wochen, dreht er durch. Dann geht er zu irgendeinem Kumpel und ich sehe ihn 2-3 Tage nicht. In der Zeit bekomme ich dann oft genug auch Nachrichten, wo er mir die Schuld für sein Verhalten gibt und mir irgendein Blödsinn schreibt. Wenn er „unterwegs“ ist, kann man auch nicht normal mit ihm kommunizieren, er ist dann wie ausgewechselt. Nüchtern der liebste Mensch, hilft jedem, ist Humorvoll, offen und nett. Aber betrunken das komplette Gegenteil, da wird er beleidigend, verbal aggressiv (körperlich bisher zum Glück nicht) und absolut unausstehlich. Er ist dann richtig streitsüchtig. Wenn er dann nach 2,3 Tagen saufen nach Hause kommt und noch ein gewissen Pegel hat, dann sucht er förmlich den Streit mit mir. Ich versuche den dann immer aus dem Weg zu gehen, gehe in einen anderen Raum und ihm aus dem Weg, aber manchmal Ist er so hartnäckig und sagt Dinge, die ich in manchen Momenten auch nicht ignorieren kann, weil ich ja auch verletzt bin durch seine Worte. Manchmal fällt es mir dann unglaublich schwer, mich auf kein Streit mit ihm ein zu lassen. Er hat mich wegen Alkohol Schon oft versetzt, seine Familie auch. Wenn wir zB. Samstags bei seinen Eltern zum Grillen eingeladen waren, hat er sie und mich oft versetzt, weil er seit Freitag am trinken war. Er hatte in den 6 Jahren auch einen Jobwechsel. Er wollte nach seinen 2 Großen Therapien einen Neuanfang. Ich habe das befürwortet ,weil seine Arbeitsstelle oft auch ein Grund für seine schlechte Laune war und er da nicht mehr gerne hin gegangen ist. Jetzt arbeitet er seit einem Halben Jahr woanders und hat auch die Probezeit überstanden, obwohl er sich auch da, des Öfteren krank gemeldet hat wegen Alkohol. Er geht zwar arbeiten, aber mindestens 1 mal im Monat Meldet er sich für 1-2 Tage krank weil er am Vortag nicht von der Flasche weg gekommen ist. Wenn er dann nach seinem 2-3 Tage Saufen wieder nüchtern ist, kommt die große Einsicht, das Bereuen und die leeren Versprechungen dass es ab jetzt besser wird. Es wiederholt sich alles alle 2 Wochen wieder.

    Er sitzt dann da und man sieht ihm auch an, dass er sich für sein Verhalten schämt und ich glaube ihm auch, dass er in dem Moment seine Worte ernst meint, aber ich weiß auch, dass sobald ein paar Tage vergangen sind, der Suchtdruck die Dinge wieder ändert. Das im allgemeinen wie die letzen 6 Jahre so waren, wie gesagt es gab Zeiten da war es besser aber wirklich alkoholfrei war er nur in seinen Langzeit Therapien. Ich habe mich aber dann auch oft damit zufrieden gegeben, wenn er alle 4 Wochen mal Für ein Abend weg war, brachte sogar noch Verständnis dafür auf. Konnte ja verstehen, dass man mal mit seinen Freunden ein trinken möchte, hab ich ja auch manchmal gemacht. So wäre es ja auch normal und Kein Problem gewesen, nur leider ging es dann schnell wieder bergab.

    Jetzt zu aktuellen Situation:

    Vor neun Monaten bin ich schwanger geworden, es war nicht geplant und eigentlich haben wir immer aufgepasst, aber die Pille hat irgendwie einmal versagt. Für mich war Abtreibung eigentlich keine Option, da ich wusste, dass ich das nicht könnte. Er hat sich auch total darüber gefreut und meinte auch sofort, dass er es behalten möchte. Zu der Zeit war sein Zustand besser als er jetzt ist, er hat zwar getrunken aber nicht so exzessiv und in so kurzen Abständen wie er es jetzt tut. Natürlich war mir bewusst, dass es wieder schlechter mit ihm werden kann aber in dem Moment lief alles so super und er hat mir auch versprochen in der SS für mich da zu sein. Ich habe ihm ja auch meine Sorgen mit geteilt, aber er versprach mir immer Wieder, mich zu unterstützen.

    Und dann wurde es halt nach 3 Monaten meiner Schwangerschaft wieder schlimmer.

    Die Abstände zwischen dem Trinken wurden Kürzer und auch die Tage an den er dann getrunken hat wieder länger. Wir haben unzählige Gespräche in der Zeit geführt, ich wollte auch, dass er wieder zu Therapie geht aber er meinte, das würde auch nichts bringen. Ich habe in der SS so viel geweint. Meine größte Angst, grade seit paar Wochen, war, dass er mich bei der Entbindung unseres Kindes, allein lässt. Immer wenn ich diese Angst angesprochen habe, konnte ich mir anhören, dass er das niemals machen würde.

    Wie soll das werden ? Wie soll ich mit so einem Mann ein Kind groß ziehen ? Jedes Mal werde ich aufs neue enttäuscht. Wie soll sich da je vertrauen aufbauen ? Ich bekomme ein Kind mit jemanden auf dem Man sich nicht verlassen kann. Es ist so anstrengend, jedes Mal das Ungewisse, kommt er nach Hause ? Kommt er nicht nach Hause ? Und dann wenn er nicht kommt, der Schmerz und die Wut. Die Tränen die Fliesen und dieses schreckliche Gefühl von Ohnmacht. Wenn die Tränen übers Gesicht laufen und man nicht weiß, wohin mit sich. Dieser unendlich große Schmerz, wieder enttäuscht worden zu sein. Das Kopfkino, wo steckt er gerade? Es ist alles so frustrierend und anstrengend. Und es macht mich so wütend, weil ich sowas nie mit ihm machen würde. Niemals könnte ich ihm das antun, was er mir jedes Mal antut, und das macht es umso schmerzhafter. Und ständig diese „Abmachungen“ die er fest legt sich aber nie dran hält. Wirklich nie! Ich habe so unfassbare Angst vor der Zukunft, wenn das Kind erst mal da ist. Und ich bin einfach zu feige ihn zu verlassen, und dafür hasse ich mich. Aber was habe ich für Optionen ? Wie soll ich das alleine schaffen ? Allein schon finanziell ? Wie ? Das Elterngeld würde mit Glück grade mal für Miete reichen. Mein Plan ist es ja die 1,5 Jahre noch durch zu halten und mich dann danach zu trennen wenn ich wieder arbeiten gehe. In Momenten wie heute, wenn er mal wieder nicht nach Hause kommt und weiter säuft, und die Wut, der Schmerz und die Enttäuschung mich überrollen, weiß ich nicht wie ich 1,5 Jahre durch halten soll. Zudem habe ich Angst mein Kind in sowas rein zu ziehen. Aber dann kommen wieder die Zeiten dazwischen, wo es gut zwischen uns läuft , wo es den Anschein hat das doch ein „normales“ Leben mit ihm möglich ist.

    Dennoch begleitet mich täglich die Angst und das Misstrauen. In ganz alltäglichen Dingen wie wenn er mal später von der Arbeit nach Hause kommt. Direkt schleicht sich diese Stimme in mein Kopf „ er könnte ja trinken gegangen sein“ oder wenn ich Verabredungen ausmache. Es wird immer erst in den Dienstplan von ihm geschaut, und es wird sich nur verabredet wenn er arbeiten ist, damit ich meine Verabredung wenigstens etwas genießen kann. Ich mache mein Leben komplett von seiner Sucht abhängig, ob ich will oder nicht, ich mache es. Mich zu verabreden an einem Tag wo er frei hat und auch am Nächsten Tag? Undenkbar! Mein Kopf wäre nur bei ihm „geht er los ? Schafft er es zu Hause zu bleiben ?“ und das traurige ist, er würde es nicht schaffen. Und er bekommt ja nur einen Bruchteil davon mit, wie es in mir aussieht. Wenn ich ihm jedes Mal erzählen würde, wann ich Angst habe das er trinken könnte, würde ich ihm fast jeden Tag von so einem Gedanken erzählen. Ich wünschte er könnte nach empfinden was in mir vor geht, damit er merkt wie schlimm das alles für mich ist. Es macht mich auch so unglaublich traurig, dass er nur spaß haben kann mit anderen Menschen ,wenn er dabei trinkt. Für ihn ist es undenkbar mit Freunden einfach so was zu unternehmen, ohne sich bis zum Ende voll laufen zu lassen. Was sagt das über sein Charakter aus ? Was ist das für ein Mensch, der keine wirklichen Freunde hat, für den es undenkbar ist einfach mal nüchtern mit jemanden Zeit zu verbringen, außer mit mir. Es vergeht kein Tag wo ich nicht über sein Alkohol Konsum nachdenke, ist das nicht traurig ? Und jedes Mal sein scheiß Gelaber , das er sich jetzt ändert, das alles besser wird. Gekoppelt mit diesem Selbstmitleid, könnte ich ihm dafür jedes Mal ein bisschen mehr in die Fresse hauen. Es macht mich nur noch aggressiv und wütend wenn er nach seinem „Sauf Abenteuer“ da sitzt und so eine Scheiße labert was er jetzt alles anders machen wird, nur um es spätestens 2 Wochen später wieder über Bord zu werfen. Und wenn ich ihn dann an seine super Pläne erinnere, dann wird das komplett ignoriert. Und wehe ich werde sauer, dann bin ich es die übertreibt. Wie kann ich es auch wagen, zu erwarten, dass sich an Dinge gehalten werden die abgesprochen waren ? Vor allem die er selber formuliert hat ?Wie kann ich nur ? Immer wenn er länger am Stück frei hat, bekommt er noch weniger die Kurve als sonst. Sobald er nach Hause kommt und alles so furchtbar bereut kann ich mir den Satz anhören : „jetzt ist auch Schluss, ich werde für dich und das Kind da sein, ich werde dich nicht im

    Stich lassen! Sehr großzügig, vor allem weil diese super „Vorhabungen“ ja immer so gut klappen. Allein schon bei dem Gedanken werde ich aggressiv!! Da ich weiß, das spätestens nächste Woche dann der „Suchtdruck“ kommt, oder wie er es immer so toll umschreibt „Lust was zu machen“ , und ich mich dann wieder durch Stunden wenn nicht sogar Tagen Diskussionen aussetzen muss, warum er jetzt nicht saufen soll, Vorraus gesetzt er sagt mir die Wahrheit, und lügt mir nicht wie so oft mitten ins Gesicht. Dann nehme ich automatisch wieder die Rolle einer Mutter ein. Jedes Mal fühle ich mich so, weil ich ihm vorhalten muss was richtig und falsch wäre und er dann auch noch so reagiert wie ein Teenager und mich damit automatisch in die Mutter Rolle drängt. Er ist dann immer so beleidigt, gibt mir unterschwellig die Schuld dafür, dass er mit seinen Worten „ nichts machen kann“ , stellt mich bewusst so hin als würde ich ihn einsperren, möchte gesteuert von seinem Suchtdruck, mich mit so einem Verhalten manipulieren, sodass wir am Ende in seinen Augen ein „Kompromiss“ finden wie er doch noch saufen gehen kann. Obwohl er es ja ist, der in dem Moment wieder seine eigenen Versprechen bzw. Planungen nicht einhält. Und ich bin dann die Böse weil ich sauer darüber bin ? Es ist so unfassbar was für ein anderer Mensch er dann ist, wenn der Druck erst mal Besitz von ihm genommen hat, und wenn er dann weg ist kommt die große Einsicht. Wie gut es doch von mir war, ihn nicht gehen zu lassen, das es ihm leid tut mich so behandelt zu haben. Nur damit es am nächsten Tag in die nächste Runde gehen kann, solange bis er entweder seinen Willen bekommen hat oder er arbeiten muss. Ich bin aber seine Partnerin und nicht seine Mutter oder Therapeutin!! Und das diese Stunden in den wir „diskutieren“ und ich mir so viel von ihm anhören muss, so viele Dinge die einfach weh tun, nur damit er nicht zu Flasche greift, sind so unglaublich anstrengend und schmerzhaft, das ist nicht vorstellbar. Allein dann die Aura in der Wohnung, man kann sich das nicht vorstellen, ich glaube nur andere Betroffene können das nach empfinden. Nur einmal wünschte ich mir, wir könnten Rollen tauschen, das er mal das fühlt was ich fühle und durch mache! Das er Suchtdruck hat, ist ja nicht mal das Problem. Das Problem ist, dass er in diesen Momenten nicht gegen ankämpfen will. Ohne mich würde er einfach los gehen und dem nach gehen und daran merke ich auch immer wieder, dass er es nicht für sich tut sondern für mich bzw. Uns, und deswegen scheitert das alle auch immer wieder. Wenn er das nämlich für sich tun würde, würde er das auch für sich wollen und in diesen Momenten wenigstens versuchen sich vom Suchtdruck ab zu lenken, aber das will er ja dann gar nicht. Das sage ich ihm auch jedes Mal aber er sagt dann immer „ ich mache es auch für mich“ das ich nicht lache. Wenn er alleine wäre, würde er null an seinem Trinkverhalten ändern! Und das ist auch das Problem, er weiß einfach das er das alles machen kann ohne mich zu verlieren. Weil ich einfach keine klaren Grenzen setze. So viele Drohungen die ich schon ausgesprochen habe und dann nie durch gezogen habe. Das merkt er sich natürlich, wenn vielleicht auch nicht bewusst aber auf jeden Fall unterbewusst. Er weiß, dass im Grunde egal was er macht, ich ihn nicht verlassen werde. Ich hasse mich dafür! Ich hasse mich, dass ich so wenig Respekt vor mir habe und das alles mit mir machen lasse. Aber wenn ich ihn verlasse, bin ich komplett auf mich allein gestellt, dann bin ich mit einem Neugeborenen alleine. Und dann ist da ja noch die Zeit dazwischen, wo wir wirklich glücklich sind, wo ich mich sehr auf die Zeit mit ihm um dem Kind freue. Egal in welche Richtung ich schaue, zurzeit wirkt jeder Weg schrecklich. Und es ist so ein schlimmes Gefühl mit so viel Wut im Bauch rum zu sitzen, während der irgendwo rum hockt und sich ein Dreck drum schert wie es mir geht, sondern einfach nur säuft. Im Grunde bin ich selbst schuld, ich hätte Schon vor Jahren dieser Beziehung den Rücken kehren sollen, wir waren zwischen durch ja auch schon getrennt. Und was mach ich ? Lass mich wieder auf ihn ein. Wie konnte ich nur so blöd sein ? Hätte ich die Trennung damals durch gezogen, wäre ich vielleicht jetzt schon in einer gesunden Beziehung. Und das wir jetzt ein Kind zusammen erwarten, macht die Sache nur noch komplizierter. Ich habe auch keine Lust mehr auf die dauernden Gespräche, wo eh nichts bei rum kommt. Es ist einfach so unfassbar respektlos mir gegenüber, besonders diese Lügerei, dass tut am meisten weh. Wenn er mir in die Augen schaut und mich ohne mit der Wimper zu Zucken an lügt. Und dann fragt er sich wieso ich ihm nicht vertraue. Er checkt einfach nicht, dass er mit der Lügerei nur noch alles schlimmer macht. Ich kann bei ihm nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden und da gehe ich dann automatisch oft davon aus, dass er mich anlügt, obwohl er vielleicht in dem Moment die Wahrheit sagt. Aber woher soll ich das wissen ? So verdammt oft, hat er mich schon belogen! Also wie verdammt soll ich dann wissen, wann er die Wahrheit sagt ? So ein Verhalten fördert Streiten und Misstrauen doch nur noch mehr, aber das checkt er ja nicht, weil er zu feige ist und es in dem Moment der „einfachere“ Weg für ihn ist. Er checkt einfach nicht, dass er mit jeder Lüge die Beziehung ein kleines bisschen mehr kaputt macht. Er lügt mich immer dann an, wenn er los möchte. Dann kommen Sätze wie: „ich gehe für 1-2 Stunden zu einem Kumpel“ Selbst wenn ich ihm dann sage, dass ich weiß, dass er lügt, lügt er weiter, wie krank ist das ? Aber das ist ihm in dem Moment egal, in dem Moment ist nur Alkohol wichtig! Aber in den Momenten bringt es auch nichts mit ihm zu diskutieren, Dann würde eh nur kommen: „ich muss doch damit anfangen mich ohne Alkohol mit Leuten zu treffen, ich kann ja nicht für immer hier bleiben, blah blah blah“ das hatten wir alles schon, diese ganze Gespräche hatten wir schon mehr als ein Mal. Natürlich soll er damit anfangen, nur das Problem ist er macht es nie ! Es sind immer nur Worte. Er checkt einfach auch nicht, dass so viele Streit Gespräche immer entstehen grade durch seine dauernde Lügerei .

    Jedes Mal danach kann ich mir dann anhören, dass er jetzt nicht mehr lügt, nur damit er spätestens zwei Wochen später genau den selben Scheiß machen kann.

    Und keiner weiß Bescheid, ich rede mit niemanden darüber. Alle denken es läuft super und dass er das alles gut hin bekommt mit dem Alkohol. Ich habe aufgehört mich bei meinen Freunden aus zu heulen, weil ich mir selber irgendwann dumm vorkam immer zu jammern aber in dieser Beziehung zu bleiben. Außerdem fühlt es sich dann immer so an, als wäre man mega der Verlierer. Aber ich sollte mit jemandem darüber reden, das weiß ich auch. Deswegen schreibe ich jetzt all meinen Kummer hier rein. Mit meiner Familie kann ich auf jeden Fall nicht darüber reden, den werde ich erst was erzählen, wenn ich es schaffen sollte die Trennung durch zu ziehen. Ich liebe meine Familie aber allein schon der Gedanke mit ihnen darüber zu reden, macht mich fertig. Meine Mutter hat selber psychische Probleme und macht mich oft auch seelisch fertig mit ihrer Art. Mein Vater wäre auch nicht der richtige Gesprächspartner. Meine große Schwester ist auch keine Option, neben ihrem perfekten Leben ( hat ja auch grade ein Kind bekommen, ist mit einem Lehrer verheiratet der sie abgöttisch liebt und ihr niemals sowas antun würde und hat ihr Leben top im Griff) würde ich mir noch wie ein größerer Verlierer vorkommen. Ich könnte es meiner besten Freundin erzählen, sie ist Meine längste und engste Freundin. Aber ich habe ihr all die letzen Monate gesagt, dass es gut zwischen uns läuft. Die Scham ist einfach so groß es jemanden zu erzählen. Im Grunde weiß ich ja was ich machen muss und jeder würde mir ja auch das gleiche raten was ich eh schon weiß. Deswegen schreibe ich ja jetzt hier um es wenigstens „irgendjemand“ erzählen zu können. Er muss ausziehen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Aber auch dieser Gedanke macht mir so Angst. Ich möchte nicht direkt allein erziehend sein, ich werde das erste mal Mutter und wäre dann direkt auf mich gestellt. Klar ich habe meine Familie aber das ist was anderes als ein Partner an der Seite zu haben und ich weiß ja, an den Tagen wo er nicht trinkt, wäre er ja auch da und würde mir helfen. Traurig, dass ich überlege, sowas in Kauf zu nehmen nur damit ich nicht ganz allein da stehe. Und die Finanzielle Sache ist halt auch noch, wie soll ich mit 1000 Euro für ein 1,5 Jahre Elternzeit auskommen wenn die Miete allein schon fast 1200 Euro beträgt ? Wie ? Ich habe den Antrag für Elternzeit schon abgegeben. Klar ich würde noch Unterhalt von ihm bekommen, aber es wäre dennoch zu wenig. Und dann müsste ich jetzt nebenbei noch mit einer Trennung fertig werden. Nicht schon genug, dass ich dann allein erziehend bin, und fette Geldsorgen haben werde. Nein, ich muss mich dann noch mit einer Trennung auseinander setzen die mich innerlich zerreißen wird. Und er wird ja auch nicht einfach so gehen, so oft habe ich ja schon versucht stark zu bleiben und mich zu trennen aber er geht ja nicht einfach, er bearbeitet mich dann solange bis ich ihm wieder eine Chance gebe. Also müsste ich dazu auch noch „stark“ bleiben und auf die Trennung bestehen, obwohl ich ja eh schon total unsicher bin und solche Angst davor habe. Am besten wäre es, er würde gehen, er würde sich trennen. Das würde mir zwar noch mehr das Herz brechen aber im Grunde wäre es das beste. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

    Im Grunde bin ich selber schuld, all die Jahre hätte ich gehen können!!! Wenn ich nur Mut gehabt hätte und emotional nicht so abhängig gewesen wäre, jetzt wo ich schwanger bin, ist mir noch mehr bewusst geworden, wie viel einfacher es gewesen wäre, zu gehen als ich noch kein Kind erwartete. Und wir waren ja schon mal getrennt!! Wieso bin ich damals nicht stark geblieben, wieso nicht ? Und ich bin selber dran Schuld, weil ich es mit mir machen lasse, jedes verdammte mal, deswegen macht er es ja auch immer wieder. Ich bin dann höchstens 2 Tage „sauer“ und lasse ihn das spüren und dann ist eh wieder alles wie immer und das merkt er sich natürlich. Ich ziehe keine klaren Konsequenzen aus seinem Verhalten und deswegen weiß er, dass er es immer wieder machen kann.

    Nun zu heute:

    Seit Freitag ist er wieder los. Heute ist Sonntag und morgen soll ich ins KH damit die Geburt eingeleitet wird. Ja es ist wahr, so weit ist es gekommen. Natürlich hat er mir nach dem letzen Mal wieder ( das war vor 15 Tagen) die super Versprechungen gegeben. Und hat dann auch noch die Frechheit besessen mir zu erzählen, dass nicht mal seine Alkohol Sucht im Vordergrund für sein Handeln stand, dass er ja nicht hätte trinken „müssen“, er sich nur gedacht habe, dass ja bis zu Geburt noch Zeit wäre und bis 2 Wochen vor ET eh nichts passiert. Als würde es das besser machen, das macht es doch nur noch schlimmer! Wenn nicht mal seine scheiß Sucht dahinter stehen sollte, dann ist es ja noch viel schlimmer so ein Verhalten an Tag zu legen. Außerdem glaube ich eh, dass er sich mit dieser Aussage selbst belügt. Es sind weniger als 2 Wochen vor ET und wer ist los gezogen ? Er wollte kurz das Geburtstagsgeschenk für seinen Kumpel abgeben. Ich hatte ihm vor zwei Wochen gesagt, dass er nicht bis zu Geburt mit solchen Plänen ankommen braucht, wie für 1-2 Stündchen dahin und dahin zu eiern und ich habe ihm gesagt, er soll das Geschenk demnächst abgeben und nicht an einem Wochenende. Er war mit allem einverstanden, einfach damit ich ein wenig Sicherheit bekomme. Das ist ja schon alles traurig genug, um sowas bitten zu müssen, er ist für seine Handlungen verantwortlich, nicht ich! Eigentlich sind solche Forderungen auch total beknackt, es ist nicht mein Job, Wege zu finden, es zu verhindern dass er dahin fährt, mich belügt und seine Versprechungen bricht. Aber wenn man anders fühlt, handelt man leider nicht nach dem was richtig wäre. Aber ich merke auch wieder, dass all solche Bemühungen im Grunde eh nichts bringen, wenn er trinken will, dann trinkt er. Es könnte jetzt jederzeit los gehen, aber das ist ihm egal. Er fährt nach der Sucht Prämisse „ ein letztes Mal noch vor der Geburt“, „Ich brauche das“ , „wird schon nicht los gehen“ , „sie wird mir eh verzeihen, sie wird sich eh nicht trennen“. Es ist so traurig, für andere Männer ( bestes Beispiel der Mann von meiner Schwester) wäre es eine Selbstverständlichkeit sich so kurz vor der Geburt nicht mehr mit Alkohol abzuschießen, aber leider nicht für meinen Freund.

    Wir wollten gestern Abend Essen gehen, ein letztes Mal zu zweit, bevor es Montag los geht. Heute hat er in der Arbeit zugesagt, ein zu springen und einen Spätdienst zu machen. Und jetzt hängt er wieder an der Flasche. Er versetzt seine Schwangere Freundin, für Alkohol. Es tut einfach weh, dass er lieber an der Flasche hängt, als mit mir schön den Tag zu verbringen, so wie es glückliche Pärchen machen, die wissen, dass sie bald nicht mehr zu zweit sind. Und das er heute auch nicht zu arbeit gehen wird. Erst Zusagen, dass man einspringt und es dann doch nicht tun, einfach nur weil man nicht vom Alkohol los kommt. Aber ich bin einfach auch wie gesagt selbst schuld, es gab viele Ausfahrten aus dieser Beziehung, aber ich bin einfach immer weiter gefahren, weil ich immer die Hoffnung hatte, dass am Ende doch alles gut wird, wie naiv muss man eigentlich sein ?

    Ich sagte ihm Freitag bevor er gegangen ist ins Gesicht, dass ich weiß dass er mich gerade belügt, dass ich es sehe und das ich nicht verstehe wieso er mir nicht einfach die Wahrheit sagen kann. Und er lügt weiter, selbst dann!! Selbst wenn ich ihm mehrmals hinter einander sage, dass ich weiß das er lügt. Er guckte mir in die Augen und log ohne mit der Wimper zu Zucken. Obwohl er ja wusste, dass ich weiß das er log. Als wäre es ihm unmöglich, mir die Wahrheit zu sagen, als würde er es wirklich nicht können, weil ihm dazu irgendein Gen oder so fehlt. Es ist einfach nur krank!!! Es ist so unfassbar traurig, dass es für ihn einfach nicht selbstverständlich ist, so kurz vor der Geburt nicht zu saufen! Es verletzt mich so sehr, dass er es lieber in Kauf nimmt, mich bei der Geburt allein zu lassen, als auf seinen Alkohol zu verzichten! Jedes Mal das selbe, aber das er es echt bringt, sowas kurz vorher zu machen, ist mal wieder der Höhepunkt. Und ich habe ihm es mehrmals gesagt bevor er gegangen ist! Ich habe ganz deutlich seinen Zustand gespürt, und er reagiert einfach genervt, tut so als würde meine Reaktion irgendwo her kommen, und bringt es echt weiterhin fertig zu lügen und mir so eine Scheiße zu erzählen. Es bringt dann ja auch nichts mit ihm zu reden, es kommt ja eh nichts bei ihm an. Es ist auch verdammte Scheiße nicht mein Job, dafür zu sorgen, dass er sich richtig verhält. Aber er ist so unglaublich schwer, sich dass immer wieder klar zu machen. Diese Machtlosigkeit. Dieses fiese Gefühl zu haben, weil man darum betteln muss, fair und richtig behandelt zu werden. Im Kopf zu wissen, wie es am Ende wieder ausgeht?

    Und mich dann noch zu küssen und zu sagen „ich werde dich nicht enttäuschen“ obwohl er weiß, dass er es gleich darauf tun wird, wie krank muss man sein ?

    Was soll ich auch machen? Ihn aufhalten ? Das kann ich und sollte ich auch nicht. Und mein Kopf weiß das auch, aber dennoch ist da ein Gefühl in mir, dass sich wünscht, dass ich ihn einfach dazu bringen kann, nicht weg zu gehen. Diese Gefühle sind so schlimm! Zu wissen, dass ich nichts falsch gemacht habe und das es nicht an mir liegt, wie er sich verhält, dass nur er für sein Verhalten zuständig ist, aber was anderes dabei zu fühlen. Das Gefühl zu haben, dass ich ihn hätte aufhalten sollen. Das Gefühl zu Haben, dass ich versuchen sollte, alles daran zu setzen, dass er nicht so eine Scheiße baut. Obwohl das ja total der Schwachsinn ist, wie gesagt mein Kopf weiß das auch, aber meine Gefühle nicht! Es geht einfach auch nicht in mein Verstand rein, wie man sich so verhalten kann! Wie man immer und immer wieder die selbe Scheiße mit einem Menschen abziehen kann, den man ja laut seinen eigenen Worten „liebt“ . Wie Mann diesem Menschen immer und immer wieder ins Gesicht lügt. Das man den beschissenen Alkohol immer über alles andere stellt! Das man immer wieder sagt, das man sich ändert, dass man sich ändern will und nicht so ein Leben führen möchte. Aber nicht bereit ist wirklich danach zu handeln!! Er könnte ja wenigstens die Courage besitzen, sich dann wenigstens zu trennen um Mich nicht immer weiter in sowas rein zu ziehen.

    Und ich will nicht, dass unserem Sohn so ein Verhalten wie er es an den Tag legt, vorgelebt wird! Er soll nicht immer vor Augen geführt bekommen, dass sein Vater seine Mutter belügt, dass seine Mutter oft traurig wegen ihm ist, dass er oft einfach tagelang verschwindet und dann komisch riechend und verhaltend wieder auftaucht. Sowas führt doch nur dazu, dass er dann später auch solche Verhaltensmuster an den Tag legt oder sich in solche toxischen Beziehungen wieder findet und da nicht raus kommt.

    Es ist immer schon so unfassbar traurig gewesen, dass er solche Aktionen mit mir abgezogen hat, wo es nur um mich ging, aber noch trauriger ist es, dass er das selbst jetzt noch machst, obwohl es auch um sein Kind geht!

    Ich weiß auch genau wie er sich das im Kopf wieder schön geredet hast. „ich werde einfach nur ein bisschen trinken und morgen auf jeden Fall arbeiten“ „ wenn ich nicht übertreibe und heute Abend schlafen gehe, wird es schon gehen“ „ die Geburt wird eh nicht jetzt dieses Wochenende los gehen“ „ Ich brauch das heute einfach noch einmal“ Die typischen Sucht Gedanken, um sich sein erbärmliches Verhalten gut zu reden. Und dabei verdrängt sein Gehirn, gewissenhaft die Tatsache, dass er erstmal nicht aufhören kann mit dem trinken, wenn er erst mal angefangen hat. Er verdrängt dann jedes Mal die Tatsache, dass er, je mehr er alkoholisiert ist, seine Meinung ändert und auch seine Laune. Dann ist der Gedanke, daran zu arbeiten, sehr beschissen und es ist ja ein leichtes sich dann eben krank zu melden. Und sobald man ja mit dem trinken aufhört, kommt das Gewissen ja wieder, und man muss sich mit seinen Gefühle auseinander setzen, und mit mir. Und dazu hat er betrunken so gar keine Lust, so dass er immer weiter säuft. Und nebenbei ist es dann auch leicht, alle schuld von sich zu weisen.

    Aber wie soll er meine Grenzen den auch respektieren, wenn ich es anscheinend selber nicht mache. Den wenn ich dies tun würde, wäre wir schon lange nicht mehr zusammen.

    Ich habe einfach so unfassbare Angst vor der Zukunft. Eine so unfassbar große Wut und Traurigkeit in mir, wie sehr würde ich mir wünschen, dass er das selbe fühlt, wie ich, damit er vielleicht dann endlich merkt was er mir jedes Mal damit antut.

    Und auch diese Ungewissheit, wie lange wird er diesmal saufen? Ich werde Morgen eingeleitet, was ist wenn er bis dahin immer noch nicht hier ist und am trinken ist. Ich habe solche Angst vor Morgen. Ich bin schon am überlegen es zu versuchen, die Einleitung zu verschieben. Ich kann ihm ja nicht mal schreiben, ihn nicht mal bitten, nach Hause zu kommen, mich nicht im Stich zu lassen. Es würde eh nur was verletzendes zurück kommen. Das tut so weh, ich fühle mich so allein und hilflos. Was mach ich nur, wenn er bis Morgen immer noch nicht da ist ?

    Egal was ich ihm schreiben oder sagen würde, im besoffenen Zustand würde nichts ankommen. Ich könnte ihn anbetteln nach Hause zu kommen, ihm sagen, das ich am Morgen eingeleitet werde! Das er versprochen hat, mir bei der Geburt bei zu stehen. Bei der Geburt SEINES Kindes! Und es würde nichts bringen. Zumal sein Zustand jetzt schon mehr als beschissen sein dürfte!

    Und das traurigste ist, während ich hier liege, weine, mir Sorgen um alles mache, schauen muss wie ich das alles hin bekomme, sitzt er irgendwo rum, säuft sich zugrunde und schert sich einen scheiß um mich und sein zukünftiges Kind. Und das tut nochmal doppelt so weh.

    Letzte Nacht hat er mir auch Dinge geschrieben wie: „ich hasse dich!!! Du hast mein Leben ruiniert mit dem Kind“ oder „Du bist schuld an alle dem, ich hasse dich!“ oder „ist das nicht traurig, ich freue mich null aufs Kind weil du es austrägst“ und weiter solche Nettigkeiten. Ich habe darauf gar nichts geschrieben, würde ja auch nichts bringen, in diesem Zustand kann man nicht mit ihm Reden.

    Das muss man sich mal vorstellen, sowas schreibt er seiner hochschwangeren Freundin die am Montag in die Geburt geht. Wie kann sich ein Mensch so verändern im Alkokohl?

    Nüchtern wird er dann alles zurück nehmen, sich dafür schämen und sagen, dass er das nicht so meint. Das kann ja alles so sein, zumal manche Vorwürfe echt so skurril sind, dass ich weiß, dass er die nüchtern nie ernst meinen würde. Aber es tut trotzdem weh! So unglaublich weh! Ich bin im Suff sein emotionaler Mülleimer, den er solchen Mist schreibt. In dem Moment ist es ihm scheiß egal, was er damit anrichtet, er will ja dann sogar dass es mir weh tut.

    Ich bin echt am überlegen im KH anzurufen und zu erfragen, ob ich vielleicht auch erst Dienstag kommen könnte. Das muss man sich mal vorstellen, ich überlege die Geburt unseres Kindes nach hinten zu verschieben, weil er nicht von der Flasche weg kommt. Wie krank ist das alles ? Wo bin ich da nur rein geraten ? Aber wie soll ich morgen ins KH? Ich kann nicht alleine entbinden! Wie soll ich das schaffen ? Ich habe jetzt schon solche Angst! Selbst vor der Geburt seines eigenen Kindes, kennt seine Sucht kein Erbarmen. Es wird auch nie besser werden, niemals, dass weiß ich!! Und das traurige ist, nach allem was er mir hier antut, möchte ich ihn immer noch bei der Geburt dabei haben, aber ich möchte davor noch die Chance haben mit ihm zu reden. Soll ich morgen einfach ins KH gehen und hoffen, dass er dann morgen früh nach Hause kommt nüchtern wird und dann ins KH kommt ? Ohne das wir uns irgendwie gesprochen haben soll er mir dann Beistand geben ? Ich habe so viel Wut im Bauch, seine Anwesenheit würde dann gar nicht helfen, nein es würde es nur schlimmer machen. Und es ist dann ja nicht mal sicher, dass er kommt. Nichts ist sicher bei ihm, dass ist ja das schlimme!! Ich weiß null wie es weiter gehen soll, kann mich Gefühls mäßig auf nichts einstellen. Am klügsten wäre es echt, einfach auf ihn zu scheißen und mein Ding zu machen! Aber ich habe solche Angst vor dem KH und vor der Geburt.

    Meine Gedanken kreisen, was soll ich machen ?

    Ich möchte nicht im KH anrufen und den Termin verschieben, aber ich möchte auch nicht morgen in so einer ungeklärten Situation ins KH fahren, wie soll ich mich da auf die Geburt konzentrieren ? Was soll ich nur machen ? Tut mir leid für den Ellen langen Text, irgendwie ist es über mich gekommen und ich musste alles niederschreiben, ich wäre für Ratschläge sehr dankbar!

    Jetzt soll ich Morgen eingeleitet werde und wer ist seit Freitag trinken ? Ich bin fix und fertig und habe solche Angst. Ich wollte immer, dass wir die Geburt unseres Kindes gemeinsam erleben, aber selbst jetzt ist ihm der Alkohol wichtiger