Einen "Reizdarm" hatte ich auch all die Jahre. Kannte es schon gar nicht mehr anders. Nachdem ich aufgehört habe zu trinken, habe ich noch diese Bakterien für den Darm genommen. Zum Aufbau, wie nach Antibiotika. Nach drei Wochen war mein Reizdarm verschwunden. Und das ist er jetzt seit einem Jahr und fast neun Monaten. Kam also vom Alkohol.
Der Grund aufzuhören? Das war erst mal körperlicher Natur. Eben dieses Kribbeln, oder schon Brennen. Übelkeit, und stilles Würgen. So gegen zehn Uhr morgens, im Geschäft, heimlich auf der Toilette. Oder besonders morgens beim Zähneputzen. Schwindelgefühle. Dann fingen erste Äderchen im Gesicht an. Das war dann doch sehr ausschlaggebend. Weil ich wusste, jetzt sieht man es. 25 Jahre hat mein Körper es weggesteckt. Mehr oder weniger.
Wollte eigentlich eine Pause einlegen. Habe aber sehr schnell gemerkt, wie sich alles verändert hat. Besonders in meinem Kopf. Dann habe ich mich nach drei Wochen hier angemeldet. Inzwischen war mir erst selbst klar geworden, dass ich Alkoholiker bin. Ich hatte mich so gut belogen, dass ich es geglaubt habe. All die Jahre. Dabei hatte mein Suchthirn die Alternative "nichts mehr trinken zu können" boykottiert.
Körperlich ging es bergauf. Und sagen wir mal andere "Probleme", die ich über Jahre erduldet habe, weil ich sie abends weggetrunken hatte, mussten angegangen werden. Da war viel. Sieht man ja an der Anzahl meiner Beiträge
Ich habe ein neues Leben jetzt. Und darauf passe ich auf.
Um darauf zurückzukommen. Der Anfang war die Einsicht, Alkoholiker zu sein. Vorher konnte ich ja nicht dagegen angehen. So verrückt es klingt. Heute denke ich, es wäre besser gewesen, mein Körper hätte früher angefangen schlapp zu machen. Damit ich es endlich begreife. Denn heute bin ich so glücklich, wie die 25 Jahren davor nicht.
Ich musste selbst zu der Einsicht kommen. Keine Ehefrau oder sonst wer hat mich da beeinflussen können. Die haben nur genervt. Mich gestört. Ich musste ja saufen, so besch... wie es gelaufen ist. Zum Entspannen. Na ja. Und weil ich sonst nicht mehr schlafen konnte. Aber ich hatte kein Alkoholproblem...
So. Das war jetzt ausführlich die andere Seite. Um zu verdeutlichen, dass es hier um Dich geht. Denn er muss das selbst machen. Aus seiner Überzeugung. Du kannst nur für Dich sorgen. Mach das.