Salamanca Luna - Freund Alkoholiker körperlicher Verfall

  • Hallo!

    Ich bin das erste Mal in einem Forum. Lese aber schon lange immer wieder in diversen Foren zum Thema Alkoholsucht. Ich bin selbst sicherlich gefährdet ein Alkoholproblem zu entwickeln, mir dessen aber sehr bewusst und bin immer wieder kurz davor gar keinen Alkohol mehr zu trinken! Ich trinke sporadisch und nach 2 Bier oder 3 Weißwein (gespritzt) hab ich definitiv schon einen Rausch. So darum geht es weniger. Es ist so dass mein Lebensgefährte Alkoholiker ist, dies seit über 30 Jahren (meiner Meinung nach). Er sieht das absolut nicht so da sein gesamter Freundeskreis in Massen nicht in Maßen Alkohol konsumiert! Er trinkt täglich. Mittlerweile nur mehr Bier oder Wein. Früher auch harte Getränke und auch immer wieder Mal Koks gezogen! Er ist nach wie vor fähig seiner Arbeit nachzugehen(selbständig) aber ich kenne ihn nun seit 6 Jahren! Er hat in dieser Zeit 10kg Gewicht verloren (schiebt dies auf dem Stress in der Arbeit). Er hat ständig Schmerzen im oberen Rücken (ist auch starker Raucher). Er hat juckende Handflächen und Fußsohlen. Er leidet immer wieder unter Ekzemen! Er schläft 12std am Stück wenn er Mal nicht trinkt (und bei mir übernachtet). Nach jedem Essen muss er zur Toilette! Das geht seit Jahren so! Das Problem ist, dass er anscheinend gute Blutwerte hat! Keine erhöhten Leberwerte! Ultraschall von Oberbauch war auch unauffällig (dort hab ich hin hingeschickt)! Für mich verfällt er aber körperlich immer mehr! Weiß jemand ob diese Blutwerte viell irrelevant sind und er trotzdem schon krank ist aufgrund seiner trinkerei? Kann mir vielleicht jmd in diese Richtung von seinen Erfahrungen berichten? Egal ob persönlich getroffen oder durch einen Angehörigen. Wir wohnen zwar nicht zusammen. Aber ich habe 2 Kinder...bin 5 Tage/wo alleinerziehend...mir kostet es wirklich viel Kraft mittlerweile mit ihm zusammen zu sein da das Thema Alkohol doch ziemlich belastend für mich ist und er es nur herunterspielt! Bin für jede Erfahrung dankbar! Liebe Grüße

  • Guten Morgen Luna,

    also ich habe in Massen und in Maßen (Gläsern) getrunken. Auch "nur" Bier. Meine Blutwerte waren gut. Der Gamma bei immerhin knapp über 50 (jetzt 10 oder so)

    Die Sympthome (bis auf den Oberbauch) kenne ich. Auch die Übelkeit nach dem Essen. Das Kribbeln hatte ich auch gegen Ende.

    Um Deine Frage zu beantworten. Die Blutwerte sind nicht alleine aussagekräftig, wenn es darum geht, ob jemand abhängig ist, oder nicht.

    Später werden sich andere Angehörige hier melden. Schön, dass Du hier bist.

    VG

    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Guten Morgen Luna,

    Herzlich Willkommen hier bei uns.

    Wie Alex schon schrieb, sind Blutwerte da nicht aussagekräftig, sondern das Trinkverhalten.

    Es ist traurig mit anzusehen, wie der Partner immer weiter abrutscht. Doch Du kannst leider nichts tun, Alkoholiker können nur sich selbst helfen.

    Was könntest Du tun, damit es Dir besser geht?

    Eines noch: Du schreibst sehr genau und auch direkt als Einleitung über Deinen eigenen Konsum und dass Du immer kurz davor bist, selbst keinen eigenen Alkohol mehr trinken zu wollen.

    Siehst Du Dich selbst auch als Alkoholikerin?

    LG Cadda

  • Hallo und willkommen Luna,

    aus eigener Erfahrung als Coabhängige meines ersten Mannes kann ich dir einiges erzählen.

    Seine Blutwerte und sein körperlicher Zustand waren nach seinen Aussagen immer ausgezeichnet. Beim Arzt war ich ja nie dabei, er hat es mir so erzählt. Und ich hab gesehen, wie er immer schlechter drauf war, körperlich, seine Blutwerte kannte ich natürlich nicht. Ich habe an angefangen, an meinen eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln.

    Nach seinen Aussagen hatte er " null problemo", das Problem wäre aber ich mit meinen dauernden Verdächtigungen, Anschuldigungen, Gemecker usw.

    Ich habe mich gesorgt, versucht ihn zu überreden, sich behandeln zu lassen, versucht ihn vom Saufen abzuhalten und ich hatte, so habe ich es empfunden, für alles die alleinige Verantwortung. Ich bin nach 26 gemeinsamen Jahren völlig kaputt aus der Ehe ausgestiegen. Mein Exmann ging dann zur Entgiftung in eine Klinik, sein Gamma GT war im 4stelligen Bereich, das hatte er sich mit Sicherheit nicht erst in 6 Monaten oder so angesoffen. Und er war sogar stolz darauf, wie hoch das war weil die Ärzte sehr erschrocken waren. Aber auch da war ich nie bei einem Gespräch dabei. Ich weiß nicht, was sie wirklich zu ihm gesagt haben.

    Aus meiner Erfahrung kann ich dir heute sagen, du kannst machen und tun, überlegen und für ihn denken und sonstwas, solange er es nicht aus eigener Überzeugung will, wird er nichts ändern. Auch Ärzte werden nichts machen können oder seinen Gesundheitszustand wird er verdrängen, solange er das nicht anders will.

    Du kannst aber für dich Dinge verändern. Zum Beispiel dein eigenes Trinkverhalten angucken und ändern. Dein Leben nach deinen Vorstellungen ausrichten. Überlegen, ob dieser Mann da reinpasst und du dich weiterhin Sorgen möchtest ohne etwas verändern zu können.

    Übrigens, mein erster Mann war dann 4 Jahre abstinent und hat dann wieder angefangen zu saufen. Da hat sein angeblich so gesunder Körper nicht mehr so lange mitgemacht, er ist mit 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben, aufgedunsen und ziemlich wirr.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Vielen Dank für eure Antworten! Das ist wirklich sehr hilfreich sich hier auszutauschen. An Cadda: Nein ich bin keine Alkoholikerin und war ich auch nie. Nur bin ich familiär vorbelastet und sehr auf der Hut zu viel zu trinken. Also andere würden meinen Konsum höchstwahrscheinlich als lächerlich gering einordnen...es gibt auch bei mir Zuhause keinen Alkohol, ich trinke auch nie alleine (hatte ich Mal gemacht- eine kurze Phase lang nach 3 Fehlgeburten). Ja im großen und ganzen sagt ihr eh was ich mir auch immer wieder denke! Wenn er dabei absolut kein Problem sieht habe ich da keine Chancen! Wegen seinen Blutwerten muss ich sagen, sie sind wirklich gut also er hat mich da nicht belogen , sie mir sogar vorgelegt ;) und ich habe sie meiner besten Freundin gezeigt die Krankenschwester ist und mir nochmal bestätigt hat dass sie gut sind. Auf die Toilette nach jedem Essen muss er nicht durch Übelkeit sondern durch meiner Meinung nach einen Reizdarm...das schiebt er auf Vererbung da sein Vater (nie einen Tropfen getrunken) das ja auch schon sein Leben lang hat. Ich denke es kommt genauso vom Alkohol und den Zigaretten. Vielen Dank nochmal für eure Antworten. Und es tut mir leid Aurora dass du das mitmachen musstest. Ich hoffe dir geht es jetzt wieder gut! @ Alex: Was meinst du mit gegen Ende? Bevor du aufgehört hast zu trinken oder?Was war bei dir der Grund dass du nicht mehr weiter trinken wolltest? Vielen Dank für eure Beiträge!!lg

  • Hallo Salamanca Luna,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte die ersten 4 Wochen nicht

    bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Alex: Was meinst du mit gegen Ende?

    Einen "Reizdarm" hatte ich auch all die Jahre. Kannte es schon gar nicht mehr anders. Nachdem ich aufgehört habe zu trinken, habe ich noch diese Bakterien für den Darm genommen. Zum Aufbau, wie nach Antibiotika. Nach drei Wochen war mein Reizdarm verschwunden. Und das ist er jetzt seit einem Jahr und fast neun Monaten. Kam also vom Alkohol.

    Der Grund aufzuhören? Das war erst mal körperlicher Natur. Eben dieses Kribbeln, oder schon Brennen. Übelkeit, und stilles Würgen. So gegen zehn Uhr morgens, im Geschäft, heimlich auf der Toilette. Oder besonders morgens beim Zähneputzen. Schwindelgefühle. Dann fingen erste Äderchen im Gesicht an. Das war dann doch sehr ausschlaggebend. Weil ich wusste, jetzt sieht man es. 25 Jahre hat mein Körper es weggesteckt. Mehr oder weniger.

    Wollte eigentlich eine Pause einlegen. Habe aber sehr schnell gemerkt, wie sich alles verändert hat. Besonders in meinem Kopf. Dann habe ich mich nach drei Wochen hier angemeldet. Inzwischen war mir erst selbst klar geworden, dass ich Alkoholiker bin. Ich hatte mich so gut belogen, dass ich es geglaubt habe. All die Jahre. Dabei hatte mein Suchthirn die Alternative "nichts mehr trinken zu können" boykottiert.

    Körperlich ging es bergauf. Und sagen wir mal andere "Probleme", die ich über Jahre erduldet habe, weil ich sie abends weggetrunken hatte, mussten angegangen werden. Da war viel. Sieht man ja an der Anzahl meiner Beiträge ;) Ich habe ein neues Leben jetzt. Und darauf passe ich auf.

    Um darauf zurückzukommen. Der Anfang war die Einsicht, Alkoholiker zu sein. Vorher konnte ich ja nicht dagegen angehen. So verrückt es klingt. Heute denke ich, es wäre besser gewesen, mein Körper hätte früher angefangen schlapp zu machen. Damit ich es endlich begreife. Denn heute bin ich so glücklich, wie die 25 Jahren davor nicht.

    Ich musste selbst zu der Einsicht kommen. Keine Ehefrau oder sonst wer hat mich da beeinflussen können. Die haben nur genervt. Mich gestört. Ich musste ja saufen, so besch... wie es gelaufen ist. Zum Entspannen. Na ja. Und weil ich sonst nicht mehr schlafen konnte. Aber ich hatte kein Alkoholproblem...

    So. Das war jetzt ausführlich die andere Seite. Um zu verdeutlichen, dass es hier um Dich geht. Denn er muss das selbst machen. Aus seiner Überzeugung. Du kannst nur für Dich sorgen. Mach das.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Salamanca Luna,

    ja, mir geht es gut. Meine Trennung war vor 16 Jahren. Ich konnte da endlich loslassen. Das war eine meiner besten Entscheidungen. Mein Exman ist seit fast 5 Jahren tot. Es hat mir leid getan, dass er wieder zu trinken anfing und dann immer mehr verfallen ist. Aber ich hatte gelernt, es zu akzeptieren. Es war seine Entscheidung.

    Ich selbst bin seit 12 Jahren glücklich in 2. Ehe verheiratet.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ja diese Bakterien hat mein Freund auch von seinem Hausarzt bekommen, die hat er dann mit weißwein eingenommen!! Also teilweise unternimmt er was gegen seine Symptome aber die Trinkerei lässt er nie. Nur tageweise wenn ich nörgle! Also sinnlos. Vielen Dank für deine Nachricht. Du hast vollkommen Recht. Jeder muss da selbst drauf kommen. Ich distanziere mich momentan von seiner Sucht, auch von ihm und merke dass er dann aber umso mehr klammert. Schwierig da er immer meint ich hätte ihn ja so kennengelernt und gemeint ich nehme ihn mit seinen Fehlern(was auch stimmt). Nur habe ich mich weiterentwickelt oder eben anders entwickelt und er gar nicht. Er würde definitiv auch nur aufhören wenn es kurz vor 12 wäre.....und dann weiß ich ehrlich gesagt nicht ob er es schaffen würde! Er war vor Jahren Mal beim Kardiologen, nur so um sich durchchecken zu lassen. Der war ganz begeistert von seinem starken Herz....sofort wie wir aus der Praxis raus sind raucht er sich eine an und meint "schade, hätte der jetzt was gefunden hätt ich zumindest nen Grund gehabt aufzuhören" .....!

  • Hallo Salamanca Luna,

    ja, mir geht es gut. Meine Trennung war vor 16 Jahren. Ich konnte da endlich loslassen. Das war eine meiner besten Entscheidungen. Mein Exman ist seit fast 5 Jahren tot. Es hat mir leid getan, dass er wieder zu trinken anfing und dann immer mehr verfallen ist. Aber ich hatte gelernt, es zu akzeptieren. Es war seine Entscheidung.

    Ich selbst bin seit 12 Jahren glücklich in 2. Ehe verheiratet.

    Liebe Grüße Aurora

    Das freut mich sehr für dich!!!! Tut mir aucheid dass es dein Ex Mann langfristig nicht geschafft hat.

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