Beiträge von Berni

    Ok, wäre da ein Anwalt für Familienrecht zuständig oder anderer Schwerpunkt?

    Und: Ich habe nächste Woche ein paar Tage Urlaub. Wollte mich eigentlich etwas erholen. Das kann ich mir jetzt wieder abschminken. Versteht mich bitte nicht falsch, ich/wir wollten nur 200km weg in eine Therme fahren mit Übernachtung. Ich möchte sie natürlich nicht im Stich und alleine lassen, bin doch kein ‚Raben-Ehemann.‘ Nur ich als ihr ‚Babysitter‘ brauch ein paar Tage Luft. Was empfiehlt ihr mir?

    Danke für eure Nachrichten. Ich bin mit meinen Nerven am Ende. Möchte nur wissen, an welche Stelle man sich wenden kann/soll:

    Frau bekommt wegen der starken Schmerzen wegen dem Sturz mit Rippenbruch *edit*. Säuft noch dazu weiter zuhause. Ich gehe voll arbeiten. Sie lehnt Hilfe ab. Hausarzt spricht nicht mit mir wegen Datenschutz etc., macht nichts. Ist das nicht unterlassene Hilfeleistung? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn was passiert….?

    Danke für eure Aufmunterungen. Wirklich sehr lieb gemeint. Frau hat zu ihrem massiven Alkoholproblem halt noch schwere Depressionen.

    Und ich denke, dass ich mich noch in die Arbeit stürze, obwohl ich auch Depressionen habe bzw. wieder bekomme, wenn mich meine Frau tagtäglich mit ihrer Suchtproblematik immer weiter runterzieht. :(

    Danke Hope für deine lieben Worte und Beratung.

    Meine Frau möchte weder häusliche Pflege/Unterstützung während ihres Rippenbruchs, noch eine kleine klappbare Erhöhung an ihrem Bett (damit sie auch nicht mehr alkoholisiert beim Drehen aus dem Bett fällt - dies ist auch schon 3x passiert mit mehr oder weniger Folgen) bzw. Pflegebett, was sogar elektrisch verstellbar ist, noch so ein Notfallarmband, was ich auch schon von meinen Eltern mit Mitte 80 kenne.

    Jeder ‚normale‘ Mensch würde da zustimmen, nur sie nicht. Sie ist da sehr stur, möchte sich nichts sagen lassen und möchte das alles nicht. Schließlich ‚sei sie noch keine 80+ und nicht dement oder habe Alzheimer‘, sondern erst 54J. wie sie sagt.

    Sehr, sehr traurig sowas. Also, sie möchte keine Hilfe mehr und ich kann ihr nicht mehr helfen?

    P.S.: Und mein neues Hobby ist hier im Forum zu lesen, nochmal zu lesen etc.

    Wo gibt es vielleicht irgendwas, wo es bei ihr endlich Klick macht, ein grüner Grashalm etc.

    Ich möchte nichts unversucht lassen, um mir dann bis zu meinem Lebensende Vorwürfe zu machen. Sie sagt immer, ich wäre an allem schuld. Aber schließlich greift sie doch ins Regal und kippt sich dieses Teufelszeug Alkohol selbst und freiwillig rein. :(

    Hallo Hope,

    danke für deine Worte und deine Fragen. Ja, ich weiß nicht, warum ich ihr eigentlich noch helfen möchte. Ich hoffe immer wieder auf Besserung, aber das Spagat zwischen Hoffnung und Enttäuschung wird immer größer. Wenn sie mal nüchtern ist (kommt aktuell nicht häufig vor) ist sie eigentlich ein sehr lieber Mensch.

    Ich gehe 1x im Monat zur Caritas für eine Einzelberatung über 1h als Co-Abhängiger.

    Eigentlich 2x die Woche abends zum Kreuzbund in eine gemischte Gruppe mit ehemaligen und nun abstinenten Menschen und 2-3 Co-Abhängigen. Da war ich ca. 10x als ich meine Frau dann motivierte mitzugehen. Aber wenn sie mittags schon besoffen ist, schaffst sie die Termine nicht mehr. Da sie nun genau seit letztem Mittwoch durch ihren starken Alkoholkonsum, danach Sturz, danach großes Aufgebot mit Feuerwehr und Rettungsdienst ins Krankenhaus kam, habe ich auch wieder keine Energie mehr und bin am verzweifeln. Sie wurde letzten SA Mittag entlassen, da sie den mehrfachen Rippenbruch zuhause auskurieren muss. Nachdem sie mich am Tag nach dem Sturz telefonisch angerufen hat, habe ich mich wieder moralisch verpflichtet gefühlt, ihr Sachen zum Anziehen zu bringen und noch div. alles.

    Dort sagte sie mir, dass nun Schluss sei mit dem Alkohol. Als ich sie am SA Mittag abgeholt habe, hat sie kurz darauf zuhause wieder Alkoholverstecke ‚reorganisiert‘.

    Ich habe höllische Angst, dass sie damit einen weiteren Sturz auslöst, zumal auch Alkohol und Schmerzmittel absolut kontraproduktiv sind. Ferner haben wir eine alte und steile Treppe hoch in den Schlafbereich.

    Wenn ich auf die Arbeit fahre und zurückkomme, ebenso dort, denke ich jede Minute an sie - was passiert gerade oder könnte wieder passieren - das macht mich so fertig, dass ich im Beruf immer mehr Fehler mache.

    Zudem ist meine Frau, wenn sie alkoholisiert ist, sehr aggressiv, beschimpft mich aufs Übelste und unterstellt mir Dinge, die wirklich nicht stimmen und macht mir noch Angst, dass wenn sie nochmal stürzt, ich schuld wäre, weil ich sie dann zum Stürzen gebracht hätte. Das ist alles so schlimm und demütigend für mich. Sie hat also aus dem Sturz von letzter Woche, wo ich nicht dabei war, rein nichts daraus gelernt.

    Und ich habe heute Abend nun auch keine Lust mehr in die Kreuzbund-Gruppe zu gehen, weil es mir so peinlich ist zu erzählen, warum ich am letzten Mittwoch nicht dort war (Sturz meiner Frau) und was da alles so passiert ist.

    LG, Berni

    Hallo Aurora,

    Glückwunsch, dass du nur 1x den Rettungsdienst rufen musstest.

    Ich habe bei meiner Frau hier schon alles erlebt, mehrere Feuerwehrautos, Polizei, Strassenabsperrung wegen Rettungseinsatz etc.

    Trotzdem wollte sie danach nicht auf Entgiftung/Entzug? Das ist doch nicht normal!? :(

    Und Entzugserscheinungen wurden vor ein paar Jahren nach einem Beinbruch wegen dem Suff von ihr auch so gelöst, dass sie sich selbst mit dem Bruch noch zum nächsten Alkoholverkauf (Tanke, Kiosk etc.) geschleppt hat, um Nachschub zu holen. Oder es wurde der Getränkehändler angerufen, um sich zu Wasserkästen auch Alkoholika mitliefern zu lassen.

    Obwohl wir vorher immer nur Wasser beim Discounter selbst geholt haben und ich das auch weiterhin konnte.

    Ich glaube alles von dir und euch. Nur ich habe das Problem ‚Nägel mit Köpfen zu machen‘ und konsequente Entscheidungen zu treffen. Dies nutzt natürlich meine Frau schamlos aus. :(

    ….

    Lieber Berni, ich als nicht Alkoholsüchtige kann diese Krankheit absolut nicht nachvollziehen, auch wenn ich das zu Anfang gern wollte. Ich habe mir die gleichen Fragen gestellt wie Du, wollte verstehen. Heute habe ich akzeptiert, dass ich es nicht kann.

    Was hast du für Hobbies, was macht dir Spaß? Was kannst du heute für dich tun, damit es dir gut geht. Wie wäre es mit einem Vorsatz - Du tust dir jeden Tag was gutes, nur eine Kleinigkeit, nur für Dich.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Lütte, danke für deine Nachricht und deine sonnigen Grüße.

    Leider habe ich keine Hobbies mehr, alles weg und keine Lust mehr wegen dem Alkoholkonsum und der permanenten Abstürze meiner Frau, die dadurch fast schon ein Pflegefall ist. Es macht mir nichts mehr Spaß. Ich bin halt 100% Co-abhängig.

    Liebe Aurora,

    dies klingt alles sehr logisch und einleuchtend, alles ist richtig von dir.

    Es ist so, dass Alkoholiker/innen auch ähnlich wie kleine Kinder sind, wenn sie besoffen sind. Hilflos. Und ich bin so gestrickt, dass ich dann helfe, egal ob es Kinder sind oder Erwachsene, die besoffen sind. Ich wäre aber viel glücklicher, wenn ich von der Arbeit nachhause kommen könnte und nicht Schreckliches wieder sehen müsste, oder schon wieder der Rettungsdienst zu bestellen ist oder schon vor der Tür steht. Wie häufig und wann ruft ihr als Co diesen denn, um nicht noch wegen unterlassener Hilfeleistung sich strafbar zu machen?

    Während der Entgiftungen in Kliniken von meiner Frau, ginge es mir immer viel besser, denn sie war ja im geschützten Rahmen der Kliniken. Leider hat es danach immer nicht lange angehalten, nur ca. 1 Woche. Dann ging der Konsum wieder los. :(

    Danke für eure Antworten. Leider klingt das einfacher als es ist. Und es gibt wohl viele Co-Abhängige, die schneller als die schweren Alkoholiker/innen untergehen!?

    Es gibt doch Kliniken für diese chronische Krankheit. Warum möchten da einige nicht hin? Haben die Alkoholiker Angst vor Genesung/Veränderung, Entzug oder dass sie dann von ihrer gewohnten Umgebung oder dem Zuhause weg müssen?

    Ich denke auch Co-Abhängige haben noch mehr Angst ihr zuhause zu verlassen, wo sie heimisch sind, viel Arbeit und Geld reingesteckt haben etc.

    Bei einer 1- oder 2-Zimmer-Wohnung zur Miete wäre alles sicher einfacher. Und wenn man sonst nichts hätte auch, da braucht man sich viel weniger einen Kopf machen.

    Mein persönlicher Tiefpunkt war vor ca. 8 Wochen, als abends heim kam, wieder mal der Backofen vor sich her kokelte, und die Tiere nicht versorgt waren, und auch nicht vor die Tür waren.

    Ist das nicht schon massive Eigen-und Fremdgefährdung? Wäre hiermit nicht schon eine Einweisung gegen den eigenen Willen in eine Psychiatrie möglich? Oder müsste erst die Bude abbrennen? Wer kennt sich damit aus eigener Erfahrung aus?

    Lieber Fred und WW,

    danke für eure Antworten.

    Bei einem Urlaub ist es bei mir ähnlich: Warum kann meine Frau dann plötzlich mal 7 Tage abstinent sein, obwohl sie Spiegeltrinkerin ist? Ich habe aber den Eindruck, dass sie davor mehr und danach auch viel mehr trinkt, es also kompensieren möchte.

    Leider sind aber auch schon Urlaube wegen dem Saufen geplatzt. Am Tag der Abreise hat sie sich bewusstlos besoffen und alles ist geplatzt und das Geld und die Reise waren futsch. In so einem Zustand hätte ich Wahlnächte nicht alleine fahren können und sie dann bewusstlos liegen lassen? Was wir als Co mitmachen müssen, geht unter keine Kuhhaut. :(

    Ich bin immer noch so schockiert, was meiner Frau in der letzten Woche im Vollsuff passiert ist. Wieder einmal ein Sturz mit Rippenbrüchen. Und nun nimmt sie Schmerzmittel ohne Ende. Kommt damit eine zweite Sucht dazu? Wer hat da Erfahrungen? Und wie verhalten sich Schmerzmittel, wenn diese mit Alkohol genommen werden?

    Ich bin als Co verzweifelt! Immer wenn ich von der Arbeit komme, weiß ich nicht, was Schlimmes mich wieder erwartet. Habe schon Angst und Panik die Tür aufzuschließen. Ist sie wieder gestürzt, wo liegt sie?

    Warum begibt sie sich nicht freiwillig in eine Langzeittherapie? Jeder Tag zählt doch. Sie reflektiert auch nicht mehr, dass sie mir das ganze Leben kaputt macht. Und ich gehe noch voll arbeiten. Ich überlege am Wochenende mal in eine Therme zu fahren. Was wäre, wenn sie da erneut stürzt und ich nicht da bin. Wäre es dann unterlassene Hilfeleistung o.ä.?

    Was war euer Tiefpunkt, bis ihr Hilfe angenommen habt?

    Berni ich mag dich :-),

    offensichtlich sind wir sehr ähnlich gestrickt :)

    Danke Fred für dein Kompliment. Wir haben viel gemeinsam.

    Ich bin auch beim Lesen deiner kpl. Story, aktuell beim Ende von Seite 7/11.

    Heute schaffe ich es sicher noch bis zum letzten aktuellen Beitrag. Vieles sehr furchtbar, ich hoffe es kommt nicht noch Schlimmeres als der gebrochene Fuß, den ich vorhin gerade gelesen habe.

    Schon sehr schlimm, dass Alkoholiker/innen SELBSTMORD AUF RATEN machen, das Leben könnte doch so schön sein, man hat nur ein Leben und die Lebensdauer ist endlich. Liebe Grüße.

    Ja, meine Story als Co. geht auch weiter. Meine Frau habe ich heute Mittag im Krankenhaus abgeholt. Sie wurde ja am Mittwoch-Abend im Vollrausch vom Rettungsdienst abgeholt, als sie gestürzt ist und sich als Konsequenzen mehrere Rippen gebrochen hat. Das muss sie nun zuhause auskurieren. Als ich ihr am Folgetag noch Klamotten etc. ins Krankenhaus brachte, sagte sie mir ‚nun trinke ich keinen Alkohol mehr‘, mir reicht es jetzt.

    Schließlich waren 3 große Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz, 2 haben die Straße abgesperrt und ein weiteres hat sie mit einer Drehleiter aus dem 1. Stock mit einer waagrechten Luftliege ‚abgeseilt’. Und dann noch der große Rettungswagen. Nur mit Unterhose, keine Schuhe ins Krankenhaus etc.

    Und jetzt kommt es:

    Kaum war sie heute Mittag wieder zuhause, hat sie ihre Alkoholverstecke umorganisiert und ich habe sie mit einer Flasche Grappa in der Hand ‚auf frischer Tat ertappt‘. Das ist doch die absolute Krönung, oder? Wie kaputt muss man denn sein?

    Und sie hat mir zum Verständnis gegeben, dass sie diese noch halbvolle Flasche entsorgen wollte! Dabei hatten wir schon mehrfach besprochen, falls sie noch irgendwo Flaschen ‚findet‘, dass sie mir das dann offen und umgehend sagt und zeigt und wir dann diese gemeinsam sofort in den Ausguss kippen. War für sie heute aber wieder ‚heiße Luft‘.

    Was muss als nächstes kommen: Genickbruch oder Schädel-Basisbruch im Vollsuff rückwärts die Treppe runter? Das ist doch der Wahnsinn, was man so alles als Co. mitmacht.

    Viele Empfehlungen, dass man sich trennen solle und ausziehen, finde ich für mich leider nur Theorie. Denn warum sollte ich unser Haus einer nassen Alkoholikerin alleine überlassen, die dann mit so Dingen wie Kuchen backen im Suff oder Herdplatten vergessen auszumachen (schon mehrfach passiert), uns noch ruiniert und das Haus dann abfackelt! Das ist doch dann schon klare Eigen- und Fremdgefährdung!?

    ….

    Setze dich mit deinen Bedürfnissen auseinander. Nur du ganz alleine kannst entscheiden wie lange du mit der Situation lebst und wann es dir zu viel ist. Hier hilft dir leider keine Statistik.

    Lieben Gruß

    Hope

    p.s wie war die Hochzeit. Ich hoffe du konntest etwas abschalten und den Abend genießen

    Danke Hope92 für deine Nachricht.

    P.S.: Bei der Hochzeit von meinem Neffen hatte ich meine Frau nicht dabei, da sie ja 2 Tage zuvor wegen Trinken gestürzt ist und noch mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus kam.

    Ich fand die Trauung und die Hochzeit sehr emotional. Auch mir kullerten die Tränen. Abschalten konnte ich eigentlich nicht, da es mir alles hochkam, dass ich vor ca. 20J. eine Alkoholikerin geheiratet habe, mein größter Fehler im Leben!

    Ganz herzlichen Dank an alle, die mir geantwortet haben!

    Was ich mich gerade noch frage, falls es da Statistiken gibt oder wieviele von euch wie folgt entschieden haben als Co-Abhängige/r oder deren betroffene alkoholabhängige Partner/in:

    1. Ich habe mich von meinem Partner/in ohne wenn und aber scheiden lassen. Innerhalb welcher Zeit der Alkoholsucht?

    2. Ich möchte mich trennen oder scheiden lassen, schaffe das aber aus Mitleid / Co-Abhängigkeit nicht. Wie lange, wieviele Jahre ist das bereits so der Fall?

    3. Das permanente Saufen meines Partners/in ist mir egal und belastet mich nicht. Er/Sie wird sich bei mir zuhause tot saufen.

    4. Wir haben uns getrennt oder scheiden lassen. Seitdem geht es mir und meine/r Ex wunderbar. Auch trinkt jetzt mein ehemalige/r Partner/in nun nicht mehr.

    5. Nach unserer Trennung/Scheidung hat mein ehemalige/r alkoholabhängige/r Partner/in sich in kürzester Zeit alleine tot gesoffen. Wie lange hat das nach der Trennung gedauert?

    6. Wer hat bereits als Alkoholiker/in im Rausch Stürze mit Knochenbrüchen erlitten und hat danach gehandelt, Abstinenz bzw. hat sogar weiter gesoffen und dann weitere Stürze mit Folgen gehabt?

    7. Hat eine Langzeittherapie (min. 3 Monate) eueres alkoholabhängigen Partners zur Abstinenz geführt, ja oder nein. Wurde diese evtl. schon mehrfach durchgeführt?

    Warum habe ich differenziert? Viele hier schreiben, dass man sich als Co trennen muss, es gäbe keine Alternative. Wenn das so einfach wäre und alle machen würden, gäbe es doch keine problembehafteten und zermürbenden Beziehungen/Ehen mehr zwischen betroffenen Alkoholikern und deren Co-Abhängige/n.

    Danke vorab! Liebe Grüße!