Beiträge von Stromer

    Das Bild vom sicheren inland gefällt mir nicht so gut.da ist es weder sicher noch unsicher.

    Hallo Bolle, ich finde es toll, das Du dich so mit meinem Text beschäftigst und damit auseinandergesetzt hast.

    Allerdings hast Du da etwas falsch verstanden: ich habe den Text auf mich bezogen, für mich denke ich mir etwas dabei und ich komme damit wunderbar klar. Was Du daraus machst, das geht mich nichts an.

    Es ging mir darum, das ich mit etwas bildlich dargestellten besser zurecht komme und dies besser verstehe.


    Zum Beispiel hat einmal jemand während eines Gesprächs ganz beiläufig etwas geniales bemerkt:

    "Man muss nicht jeden Apfel fangen, der einem zugeworfen wird. Erst recht nicht die Verschimmelten"

    Es ging darum, das wegen dummen Kommentaren jemand verletzt war.

    Der Spruch hat mir, seit ich ihn gehört habe, so toll geholfen :)

    Mir fällt es leichter, Dinge zu verstehen, wenn ich sie mir plastisch - greifbar vor Augen führe. So habe ich mir bezüglich meiner Abstinens neulich etwas beim Einschlafen überlegt:

    Für mich ist meine Abstinens wie ein Leben an der Küste, entlang an einer steilen Klippe. Es ist dort gefährlich aber ich kann nicht mehr in das sichere Inland wie alle anderen Menschen.

    Aber ich habe gelernt, wie ich glücklich und zufrieden, mein Leben an dieser Klippe leben kann. Das konnte ich mir nicht alleine beibringen, ich hatte dafür Hilfe angenommen.

    Heute kenne ich aber den sicheren Weg, der mich vollkommen zufrieden macht. Und ich habe sogar etwas, was die Innländer niemals haben werden: ich habe sogar einen tollen Blick hinaus aufs Meer. Heute fühle ich mich dort sehr wohl.

    Aber ich muss aufpassen. Denn werde ich leichtsinnig, könnte ich stolpern. Fange ich an, hin und her zu eiern, wird es gefährlich. Und werde ich überheblich, dann ist der Fall nur noch eine Frage der Zeit.

    Das darf nicht passieren, niemals. Denn Falle ich einmal, weiss ich nicht, ob ich den Sturz da runter überlebe. Und wenn ich ihn überlege dann weiss ich nicht, ob ich noch einmal die Kraft besitze, wieder da hoch zu kommen.

    Da unten kann mir nämlich niemand helfen. Man kann mir nur ein Seil zu werfen, es packen und hochziehen, das muss ich schon selber. Und damit würde wieder alles von vorne beginnen.

    Ich weiss nicht, ob ich es schaffe, mein Leben lang da oben an der Klippe entlang zu gehen. Ich kann nicht wissen, wie mein Leben weiter verläuft, welche schweren Rückschläge ich erleide und ertragen muss.

    Aber ein weiss ich ganz genau: abstürzen ist keine Option. Ein Rückfall wird niemals etwas besser machen - im Gegenteil. Als Alkoholiker darf ich das niemals vergessen.

    Du siehst Dich aber nicht als Alkoholiker, weil Du jetzt clean bist?

    Wo steht das?

    Natürlich bin ich ein Alkoholiker, das bin ich für den Rest meines Lebens.

    Ich trinke aber nicht mehr. Ich kann wieder mein normales leben leben, so wie es zum Schluss, als ich noch trinken musste, nicht mehr möglich war.

    nicht akzeptiert?

    Nein, ich habe es nicht akzeptiert.

    Für mich war die Diagnose des Arzt, der mir unter Anderem erklärt hat, daß ich an dieser Erkrankung sterben werde aber es vorher richtig lange sehr schlim werden wird, wenn ich nichts mache, ein riesengrosser Schock.

    Ich wollte weg vom Alkohol, so schnell es geht. Mir haben alle, nachdem ich trocken wurde erklärt, das ich mal 3 Gänge runter schalten soll. Trocken werden ist kein Sprint sondern ein Marathon.

    Sterben wegen dieser legalen harten Droge war für mich keine Option. Ich werde irgendwann sterben aber nicht wegen Alkohol und nicht durch verrecken. Wer das will, kann ja gerne weiter zur Flasche greifen, ich will das nicht. Deshalb bin ich hier.

    Ich war Jahrzehnte lang funktionierender Alkoholiker und hatte keine Ahnung, das ich einer bin. Selbst als ich tagsüber Entzugserscheinungen bekam, habe ich mir das als "Alkoholproblem" schöngeredet.

    Nachdem ein Arzt mir das vollkommen verständlich erklärt hat, daß ich ein Alkoholiker bin, habe ich das dann auch verstanden. Ab dem Punkt habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt und jede Hilfe angenommen, ohne Bedingungen zu stellen, um vom Alkohol weg zu kommen.

    Ich habe es nicht akzeptiert, Alkoholiker zu sein. Ich habe eine Entscheidung getroffen, das ich keinen Alkohol mehr konsumieren will. Das ist nun über 3 Jahre her. Heute bin ich glücklich und zufrieden trocken. Ich werde nicht müde, alles zu tun, damit das so bleibt.

    Das nenne ich konsequent.


    Irgendwann nach ca. 2 Jahren habe ich für mich festgestellt, dass mir meine analoge SHG nichts mehr bringt und seitdem sehe ich dieses Forum als ausreichende Stütze an, mir mein Problem zu spiegeln. Vielleicht gelangst Du ja auch mal an den Punkt.

    Ich habe ein unfassbares Glück gehabt, das ich an ganz besondere Menschen geraten bin.

    Dazu gehört auch meine reale Selbsthilfegruppe. Eine Selbsthilfegruppe ist immer so gut und hilfreich, wie ihre Mitglieder sind. Deshalb sollte man sich auch immer mehrere Selbsthilfegruppen anschauen.

    Die Mitglieder meiner Selbsthilfegruppe sind für mich inzwischen Freunde geworden. Ich möchte gar nicht an den Punkt gelangen, ich habe auch gar kein Problem. Ich gehe gerne in diese Gruppe, zu meinen Freunden auch wenn es wie kürzlich auch mal so ist, das ich aus Faulheit andere Dinge wie die Couch oder das Motorrad fahren vorziehen möchte.

    Meine Gruppe, wie diese hier auch, hilft mir, zufrieden trocken zu bleiben. Und ich habe den Eindruck, daß ich mit meiner konsequenten Einstellung, anderen Mitgliedern helfen kann. So funktioniert Selbsthilfe.

    Ich bleibe auch weiterhin dabei, jede Hilfe anzunehmen um trocken zu bleiben. Ich bin heute gut dabei, morgen kann das aber wieder anders sein.

    Es hört nie auf. Ich muss immer wachsam bleiben.

    Mir geht es richtig gut. Mir geht es sogar so gut, das ich den Gedanken hatte, heute mal die Gruppe zu schwänzen.

    Das Wetter war sooo toll, am Abend hätte ich noch etwas Motorrad fahren können und von ein mal nicht zur Gruppe gehen, fange ich doch nicht an zu saufen, dachte ich mir.

    Das habe ich aber ganz schnell wieder verworfen. Warum?

    Weil beim trocken werden und trocken bleiben ein ganz wichtiger Punkt die Disziplin ist. Ich habe dafür zu sorgen, daß ich nie wieder trinken muss. Und dabei hilft mir die reale Selbsthilfe entscheidend.

    Ich bin bisher einen Schnurgeraden Weg konsequent gegangen. Es gibt für mich keinen Spielraum für irgend welche Versuche.

    Das alles hat mich heute zu einem vollkommen zufriedenen und glücklichen trockenen Alkoholiker gemacht. Und ich arbeite weiterhin daran, das dies auch so bleibt. Denn nur nicht trinken reicht nicht.

    Aber ist schon richtig, bisher war ich mit der Fülle von Antworten bei aller Freude darüber regelmäßig überfordert und bin schnell wieder verstummt.

    Ich bin da pragmatisch: falls ich mal viele Antworten bekomme, dann lese ich natürlich diese mir sehr genau durch und analysiere, was ich davon mitnehmen kann. Ist eine Frage gestellt, gehe ich darauf ein. Wenn nicht, dann nicht, wenn es nichts weiter zu reden gibt. Und wenn da etwas unterstellt wird oder falsch verstanden wurde, versuche ich das klar zu stellen.

    Ansonsten nehme ich das hier recht entspannt und locker. Ich bin ja hier um mir Hilfe zu holen und zu helfen und nicht, um irgendwelche Aufganen zu erfüllen.

    Ansonsten kann ich noch hier lassen, das ich Dich echt gerne lese, Du bist hier ja sehr viel unterwegs, was ich von mir ja nicht gerade behaupten kann.

    Hallo liebe Rennschnecke, was tust Du noch, ausser dieses Forum, für Deine Trockenheit?

    Du weisst Ja: nur nicht trinken reicht nicht und auch nach Jahrzehnten ist das erste Glas nur eine Armlänge entfernt. Es hört nie auf.

    Mir tut meine reale Selbsthilfegruppe sehr, sehr gut, ich möchte sie fast als überlebenswichtig für mich einordnen.

    Vielleicht probierst Du noch mal ein paar weitere reale Selbsthilfegruppen für Dich aus? Am besten über einen gewissen Zeitraum. Jede Selbsthilfegruppe ist ja nur so gut wie ihre Mitglieder, egal wie sie heisst.

    Bei uns in der Gegend besteht auch immer die Möglichkeit, zur Suchtberatung zu gehen und dort Unterstützung zu erhalten, auch als trockener Alkoholiker.

    Dein Suchthirn wird niemals verschwinden und Dir immer das Gefühl vermitteln, daß alles gut ist, wenn es langsam wieder aktiv wird. Das weisst Du sicher. Ich sage Dir jetzt nicht, das Du wachsam sein solltest denn das bringt ja nichts, da die Gefahr ja aus Deinem eigenen Kopf kommt. Wenn es nicht gut geht dann hilft nur eins: Hilfe holen.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Vielen, vielen lieben Dank für eure vielen Glückwünsche. :)

    Erlebnisse und Erfahrungen wie Deine machen Mut und Hoffnung, dran zu bleiben und dem Alk für immer abzuschwören!

    Und genau deshalb schreibe ich dies in den offenen Breich.

    Ich weiss noch sehr genau, was in mir vorsich ging, als ich aufgehört hatte zu trinken. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es geht, keinen Alkohol mehr zu trinken. Ich wusste gar nicht, wie das gehen soll. Ich hatte mich immer nur gedanklich an dem Hier und Jetzt orientiert und noch gar nicht nach vorne geschaut. Das gab es noch gar nicht für mich.

    Als ich mich dann hier angemeldet habe, da las ich oft etwas von zufriedener Abstinens. Heute weiss ich selber, was das ist. Das habe ich nicht alleine geschafft, meine zufriedene Abstinens baut auf ganz vielen kleinen Steinchen auf, die ich mir überall mitnehmen konnte.

    Ich werde wohl auch in Zukunft noch diesen Jahrestag bedenken, wie mein Geburtstag oder mein Hochzeitstag. Denn schliesslich begann an diesem Tag nichts geringeres als mein neues Leben. :)

    Heute vor 3 Jahren begann mein neues Leben.

    Mein Arzt hatte mir vorher gesagt, daß ich das Wochenende so viel wie nötig und so wenig wie möglich trinken sollte um dann Montag mit der ambulanten Entgiftung zu beginnen. Das hat aber überhaupt nicht geklappt. Ich hatte vor allem am 12.2.2023 mir echt alles reingeschüttet, was ich noch zuhause gefunden hatte.

    Ich hatte einerseits grosse Angst vor dem Montag den 13.2.2023 aber ich war auch anderseits sehr glücklich denn der Alkohol hatte mich echt so fertig gemacht, ich konnte einfach nicht mehr so weiterleben, wie ich mir mein Leben vorgestellt hatte.

    Seit dem habe ich nicht nur keinen Schluck Alkohol mehr getrunken, ich konnte auch erreichen, das ich heute ohne diese legale, harte Droge vollkommen glücklich und zufrieden lebe. Auch wenn ich mir das anfangs überhaupt nicht vorstellen konnte, es geht! Es ist für mich schon seit langem das Normalste auf der Welt geworden.

    Es geht. Es hatte mir niemand gesagt, daß es leicht würde. Das war es auch nicht. Aber es geht. Und darüber bin ich heute sehr, sehr glücklich.

    Anfangs hatte ich die Tage gezählt. Dann die Wochen. Dann die Monate. Heute zähle ich nur noch die Jahre. Und damit werde ich sicher auch irgendwann aufhören.

    Ich bin echt froh, das ich heute noch nüchtern hier sein darf. Das ist ja alles andere als selbstverständlich.

    Tatsächlich hilft mir gerade ein lang ersehntes Hobby, das ich vor kurzem angefangen habe: das Klavierspiel.

    Ist das nicht wundervoll, das Du nun, nach knapp 2 Monaten schon solche tollen Dinge machen kannst? Klavierspielen ist wunderschön, auch ich hätte grosse Lust das mal anzufangen. Du hast mich da auf eine super Idee gebracht!

    Ohne diese legale harte Droge Alkohol geht alles besser, ist alles schöner und leichter. Nur das Suchtgehirn gaukelte mir immer wieder vor, das ich etwas verpassen würde, alles langweiliger ist, wenn ìch nicht trinke. Aber das nimmt mit der Zeit ab, bei mir war das ganz schnell Vergangenheit.

    Heute kann ich wieder so viele Dinge machen, die ich so viele Jahre gar nicht mehr machen konnte weil sich der Alkohol einfach überall drüber gelegt hat.

    Es ist sehr gut, das Du die Zeit, in der Du früher trinken müsstest nun mit solchen sinnvollen Dingen ausfüllst. Das ist toll!

    Ich wünsche Dir alles Gute :)

    Du musst für Dich lernen, das Du der Mittelpunkt in Deinem Leben bist, niemand anderes. Und das Du der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist. Nicht Dein Mann, nicht die Dorfgemeinschaft, nur Du!

    Du musst gut auf Dich aufpassen. Und: ein NEIN ist ein ganzer Satz, für den Du dich nicht rechtfertigen musst!

    Nur Du bist für Dich verantwortlich, niemand anders. Es wäre fatal, wenn Du auf das Fest gehen würdest. Denn selbst, wenn Du dort keinen Alkohol trinkst, Dein Suchthirn, das sich bei Dir gebildet hat, schläft nie und will nur eins: Alkohol. Und es wird dafür sorgen, daß es Alkohol bekommt, wenn Du es durch solche Aktionen reizt.

    Versuch das Deinen Mann zu erklären. Er kann das alles nicht wissen. Ich hatte meine Frau mit ins Boot geholt, sie lebt mit mir und muss Dinge verstehen damit sie weiss, warum ich manches mache und anderes eben nicht.

    Hallo Fra80, herzlich willkommen hier im Forum. Schön, das Du uns gefunden hast.

    Du hast offensichtlich gerade noch mal so die Kurve bekommen. Denn mit Deinem damaligen Konsum wäre es ja nicht so geblieben. Es wäre immer schlimmer geworden. Ich habe es wie eine Schlinge um den Hals empfunden, die sich ganz langsam, über einen sehr langen Zeitraum, vollkommen unbemerkt immer weiter zusammen zieht bis ich nicht mehr konnte.

    Es ist nun sehr wichtig für Dich, das Du dich auf ein abstinentes Leben vorbereitest und Dein ganzes Leben darauf einstellst. Dafür wirst Du Hilfe benötigen, deshalb bist Du hier, die findest Du hier.

    Ich habe in der letzten Zeit gelernt, was Alkohol eigentlich ist: eine legale harte Droge die sehr stark abhängig macht, die viele Menschen tötet und die nur erlaubt ist, weil sich die gesamte Menschheit nur zu gerne seit Jahrtausenden damit betäubt.

    Alkohol macht peinlich. Alkohol ist ein Zellgift das Zellen abtötet, auch Gehirnzellen. Alkohol macht doof. Alkohol verteilt sich durch das Blut im ganzen Körper und richtet dort in jeder Ecke Schäden an.

    Es gibt keinen Grund Alkohol zu trinken. Nicht einen.

    Ich wünsche Dir hier einen guten Austausch und alles Gute.

    Wieso fandet ihr das jetzt so schlecht?

    Hallo Johanne, weil dort sehr viel falsche Dinge gesagt und beschrieben wurden und elementare Dinge nicht angesprochen wurden. Ich möchte aber gar nicht weiter darauf eingehen.

    Wieso schaut ihr euch Filme/Berichte über Alkohol und Sucht an, ich frage nur Interessehalber, bei mir war das Verlangen noch nie da seit ich "trocken" bin, ich glaube eher ich hätte mir sowas in meiner nassen Zeit angeschaut, sogar ziemlich sicher, und das noch mit dem Stoff in der Hand um mir währenddessen einzureden soweit lass ich es nicht kommen.

    Weil ich es kann.

    Ich glaube inzwischen, für uns Forys sind solche Sendungen einfach nichts, habe ich nach mehreren Versuchen (diese Sendung gar nicht erst geschaut) für mich festgestellt. Dafür sind wir zu tief in der Materie drin.

    Da hast Du, denke ich jetzt, vollkommen recht. Ich war so erschrocken, als dieser Professor seine erlernten Weisheiten verbreitet hat. Schlimm. Wir, die uns aktiv mit unserer Sucht befassen, diese gefühlt und gespürt haben, wissen es doch besser als jeder Gelernte es jemals wissen kann.


    Ich lebe heute schon, nach erst fast 3 Jahren, ausgesprochen zufrieden und entspannt. Im Prinzip lebe ich heute schon ein vollkommen normales Leben nur - im Gegensatz zur "normalen Bevölkerung" vollkommen Drogenfrei :)

    Dennoch - weil ich selber jahrzehntelang die Droge Alkohol konsumiert habe, musste ich erst einmal lernen, in der heutigen, normalen Gesellschaft alkoholfrei zu leben weil ich halt, im Gegensatz zur normalen Geselschaft, eine Sucht entwickelt habe.

    Ich muss auf mich gut aufpassen. Das mache ich unter Andrem, das ich mich mit meiner Sucht auseinander setze und mich dafür interessiere. Das mache ich hier. Und ich dachte, das dieser Beitrag auch Elemente enthalten könnte, die für mich interessant sind.

    Nun ja, da wurde halt berichtet, wie es nicht geht. War auch eine Erfahrung für mich ;)