Beiträge von Stromer

    Stromer

    So wie du schreibst, klingt das fast so, als ob ich nicht alles tun würde um möglichst sicher trocken zu bleiben...

    Wieso denn das? Ich habe doch nur von mir geschrieben. Was Du machst, geht mich gar nichts an.

    Ich kann nur das an Empfehlung weiter geben, was mir ein Arzt damals geraten hat: "Nimm alles, wirklich alles mit, was Dir hilft, trocken zu werden und zu bleiben. Du hast sonst keine Chance gegen die Sucht". Mir hat das damals sehr motiviert und auch geholfen.

    #Alex_aufdemweg

    Ich beziehe das auf meinen vorbestimmten Weg, ich glaube daran, dass wenn die Suchtberatung für mich so wichtig wäre, auch jetzt da wäre. Kurz gesagt, glaube ich, dass ich hier, von der Onlinegruppe mehr habe als von der Beratung, wo ich 1x oder alle 2 Wochen ein Gespräch hätte. Und der 16. , wo die Frau von der Beratung wieder da ist, ist eh bald.

    Ich habe alles, wirklich alles mitgenommen, was mir angeboten wurde, um trocken zu werden. Die Suchtberatung war einer von ganz vielen Steinen, die ich genutzt habe, mir eine feste Abstinens aufzubauen. Für mich war die Suchtberatung nützlich: sie hat dafür gesorgt, daß ich schnell in eine ambulante Langzeitterapie komme, durch sie habe ich meine ganz tolle und wertvolle Selbsthilfegruppe vor Ort gefunden und in den Einnzelgesprächen konnte ich auch viele wertvollen Dinge mitnehmen.

    Du solltest nicht vergessen, auch wenn es Dir gerade gut geht: im ersten Jahr liegen die Rückfallquoten extrem hoch, ich habe von 90% gelesen und von den 10%, die das erste Jahr trocken schaffen, werden auch ganz viele nach Jahren der Abstinens aus den verschiedensten Gründen wieder rückfällig. Die Abstinens bleibt ein lebenslanger Prozess.

    Aber: ich kann es schaffen. Wenn ich wachsam bleibe und nicht leichtsinnig werden. Und: wir alle, die zur Zeit trocken sind, haben schon enormes geleistet! Darauf können wir stolz sein.

    Das sehe ich genauso so Hartmut . In dem Moment, als der Arzt mir vollkommen emotionslos, richtig gleichgültig meine wahre Situation erklärt hat, da wurde mir meine wahre Situation bewusst. Mein wahres Ich war in dem Moment stärker als mein Suchthirn, welches bis dato das Sagen über mein Leben hatte.

    Ich will seit dem keinen Alkohol mehr trinken. Ich will keine harte Droge mehr konsumieren, auch wenn sie legal ist. Es ist mir auch vollkommen egal, wie es andere Nennen, ob Tiefpunkt, Kapitulation oder sonst wie. Bis heute habe ich dankbar alle Hilfe angenommen, damit das so bleibt. Das werde ich auch weiterhin machen. Denn nur nicht trinken reicht nicht. Abstinens bleibt ein lebenslanger Prozess.

    Ich war ein funktionierender Alkoholiker. Ich habe so gut funktioniert, das ich gar nicht wusste, das ich ein Alkoholiker bin. Ich habe ganz normal gelebt, bin meiner Arbeit nachgegangen, habe geheiratet und habe jeden Abend meine 3-4 Feierabendbier getrunken. Es kam dann das Glas Wein dazu, dann die Weinflasche. Meine Frau fing schon mal an zu maulen, ich soll nicht so viel trinken. Das habe ich mit "hör du auf zu Rauchen, dann höre ich auf zu trinken" gekontert, dann war die Diskussion beendet. Ich wusste da aber schon, dass ich zu viel trinke, ich habe es als riskantes Trinkverhalten gesehen, müsste ich morgen mal ändern. Das habe ich mir jeden Tag gesagt. Ich weiss heute, das ich da schon lange drüber war, da war ich schon abhängig.

    Beim Alkohol ist halt das blöde, das es nicht stehen bleibt, es wird immer schlimmer. Da ich tagsüber nie getrunken habe, mein Körper aber langsam aber sicher Alkohol auch tagsüber haben wollte, bekam ich Entzugserscheinungen. Über einen langen Zeitraum wurden die immer schlimmer. So schlimm, daß ich mein Leben nicht mehr so leben konnte, wie ich es leben wollte. Ich konnte nicht mehr. Aber auch da habe ich mich immer noch nicht als Alkoholiker gesehen. Mein Suchthirn, die Krankheit hat mir gesagt, daß alles ok wäre, ich solle nur wieder kontrolliert trinken lernen. So habe ich das sogar dem Arzt mitgeteilt.

    Als mir der Arzt dann aber mitgeteilt hat, daß ich Alkoholiker bin, der praktisch am Anfang des totalen Absturzes steht, da wurde ich mir dann meiner Situation bewußt. Das war sozusagen mein persönlicher Tiefpunkt. Ich konnte gerade eben so noch mal das Steuer rum reißen, Verantwortung für mein Leben übernehmen und alle Hilfe annehmen, die ich bekommen konnte.

    So habe ich es geschafft, seit nun ca. 2,5 Jahren ein glückliches und absolut zufriedenes Leben zu leben. Mir ist aber bewusst, daß ich mein Leben lang wachsam bleiben muss und nicht leichtsinnig werden darf. Ich befasse mich täglich mit meiner Erkrankung und vergesse nie, das das erste Glas Bier nur eine Armlänge entfernt ist.

    So habe ich das mit meinem tiefsten Punkt erlebt. Das ist aber bei jedem sicher ganz individuell, da jann sicher jeder eine andere Geschichte erzählen.

    Ich hatte mit einem Freund per WhatsApp hin und her gefunkt und ihm Bilder geschickt, von einer Motorradtour, als meine Frau und ich mit unseren Sportmotorrädern in Luxemburg waren und wir beide dort fotografiert wurden. Damals hatte ich noch getrunken. Auch an diesem Tag hatte ich, wie jeden Tag damals, schon starke Entzugssyntome da ich tagsüber nie getrunken habe: Zittern, Gliederschmerzen der Schultern, Ruhepuls über 130, Konzentrationsschwierigkeiten. So bin ich mit einem über 170PS starken Sportmotorrad ziemlich zügig unterwegs gewesen. Meine Frau hatte noch keine Ahnung, was mit mir los war. Ich auch nicht. Ich hatte meine Situation damals vollkommen falsch eingeschätzt. Das kam damals alles so schleichend und über einen sehr langen Zeitraum, es wurde immer schlimmer, wie eine Schlinge, die sich immer weiter zu zieht. Der Spruch ist so wahr: "Alkoholismus ist die einzige Krankheit, die dir sagt, das du sie nicht hast". Ein Glück habe ich diese schlimme Zeit unbeschadet überlebt.

    Es ist sehr besonders für mich, mich da auf diesen Bildern zu sehen mit dem Wissen, wie es mir damals ging. Ich bin so froh, das es vorbei ist und ich werde nicht müde, alles zu tun, damit es nicht wieder beginnt.

    Hallo Roser , herzlich willkommen hier im Forum. Du bist ja recht neu hier und kennst Dich offensichtlich noch nicht so gut aus.

    So etwas gehört von Dir eigentlich hier nicht hin, dies ist der Faden von Rennschnecke. Vielleicht verschiebt das ein Moderator zu Dir in Deinen Faden, da werde ich Dir dann gerne auf Deine Frage ausführlich antworten. Hier bei Rennschnecke ist aber der falsche Platz dafür.

    Dadurch, dass ich abhängig geworden bin, ist mir vieles schönes genommen wurden. Ich kann nicht mehr entspannt Alkohol trinken. Kein entspanntes Feierabendbier mehr. Ich kann nicht mehr ausgelassen Feiern, mit Freunden richtig großartigen Spaß haben. Das macht mich wütend und traurig.

    Inspiriert von Maeron sind mir ein paar Dinge dazu eingefallen:

    Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich noch getrunken habe. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Alkohol funktionieren soll. Jahrzehnte lang habe ich mich jeden Abend mit Alkohol betäubt. Jeden Abend gehörte ich dazu, zu denen, die "geniessen" durften. Mein Suchtgedächnis hat mir das Vorgelogen, das es toll ist, Alkohol zu trinken.

    Durch den jahrzehntelangen Konsum von dieser legalen harten Droge konnte sich mein Suchtgedächnis bilden wie ein Krebsgeschwür bei einem Krebskranken Menschen. Dadurch wurde ich jeden Abend peinlich, oft habe ich wegen vollkommen belanglosen Dinge mit meiner lieben Frau gestritten, Freundschaften zerbrachen, oft ging es mir schon Abends durch zu viel Alkohol nicht mehr gut und die Tage danach... davon will ich erst gar nicht reden, das kennt hier sicher jeder zu genüge. Ich ärgere mich sehr über die vollkommen sinnlos verplemperten Jahre in der Gefangenschaft des Alkohol.

    Heute ist mein Leben wie ein Leben an einer Steilküste, entlang einer Klippe. Ich habe gelernt, wie ich dort sicher und zufrieden leben kann. Es ist schön dort, viel schöner als früher in der Gefangenschaft des Alkohol! Aber ich muss fortan gut aufpassen, damit ich nicht Abstürze. Ich darf nicht leichtsinnig werden und nicht übermütig, sonst könnte es sein, das ich runterfalle, der Weg zurück würde sehr hart werden und lang und ich weiss gar nicht, ob ich es jemals noch einmal nach oben schaffen würde.

    Der Weg ins sichere Inland bleibt mir durch meine Krankheit für immer versperrt. Das ist aber gar nicht schlimm. Denn ich habe gelernt, durch meine Krankheit zu wachsen. Ich spüre, wie ich immer weiter reife, die vielen Besuche in meiner Selbsthilfegruppe und das Lesen hier hilft mir, mich weiter zu bilden. Ich sammel unaufhörlich an Erfahrung. Beim letzten Besuch meiner Selbsthilfegruppe hatte unser Gruppenleiter seine Erfahrungen aus einem Seminar an uns weitergegeben Es ging um das

    LOSLASSEN

    Loslassen hatte für mich bisher immeretwas negatives, mit der Bedeutung von Verlust, Schmerz und Angst zutun. Aber das ist es gar nicht. Loslassen kann Neuanfang bedeuten, Befreiung, Zuversicht oder Hoffnung. Es ist zuviel um es hier alles aufzuschreiben. Aber es war einfach nur toll und hat für mich meine Sichtweise vollkommen geändert. Loslassen hat ja auch viel mit meinem Thema Alkohol zutun. Ich habe ihn losgelassen, ich will ihn nicht mehr. Ich bin frei. Ich muss nicht mehr auf die anderen schauen, die noch trinken "dürfen". Denn wenn ich mir diese Menschen mal genauer anschaue, dann ist das allzuoft gar nicht nur dieser tolle Moment des trinken. Allzuoft endet der Abend nur noch peinlich. Wenn ich mal Videos solcher Abende am Tag darauf gesehen habe, konnte ich nur noch peinlich im Untergrund versinken. Allzuoft gibt es noch Streit zuhause. Viele werden den Führerschein abgeben müssen, dafür muss man nicht mal Alkoholiker sein. Und ganz, ganz viele von denen, die noch ach so " glücklich" trinken "dürfen" haben keine Ahnung, in was für eine Situation sie schon sind und was da auf sie zukommt denn ganz viele sind auf dem Weg in die Alkoholkrankheit oder schon mittendrin und haben keinen blassen Schimmer. Ja Maeron, da waren wir beide auch mal. Willst Du da hin zurück? Ich nicht.

    Hallo Soapstar, bist Du der Meinung, das Du den richtigen Weg in Deine trockene Zukunft eingeschlagen hast? Glaubst Du, daß Du in einem Jahr auch noch trocken bist?

    Im ersten Jahr war ich wie in einem Tunnel. Ich war dermassen mit meinem neuen, trockenen Leben beschäftigt, ich war so überglücklich, ich kann mich echt nicht daran erinner, das mir nur ein mal Alkohol gefehlt hat. Weisst Du, mir ging es zum Schluss soooo elendig schlecht, ich konnte nicht mehr. Damit meine ich nicht, das ich auf der Strasse gelegen habe. Ich habe ein ganz normales Leben geführt, bin arbeiten gegangen und konnte deshalb nicht trinken. Die Entzugserscheinungen wurden dann zum Schluss so heftig, das ich nicht mehr im stande war, ein normales Leben zu führen. Vielleicht fällt es mir deshalb heute so leicht, keinen Alkohol zu trinken. Zu verzichten wäre falsch ausgedrückt denn ich verzichte auf nichts. Ich will keinen Alkohol mehr trinken weil ich es heute noch zu gut weiss, wie fertig Alkohol einen Menschen macht, bis zum Tod. Aber vorher verlierst Du alles was Dir lieb und wichtig ist, incl. Deiner Würde.

    Nein Soapstar, ich Trauer nicht und vermisse nichts und das seit ich nicht mehr trinken muss. Ich genieße jeden schmerzfrei Tag, ich genieße ganz toll zu schlafen, das ich immer zurechnungsfähig bin, mir nicht mehr die Scheisse anhören muss, die ich am Vorabend wieder gelabert habe, ich kann sehr gut auf diese Kopfschmerzen verzichten! Sag mir nur eine Sache, die mit Alkohol besser ist, nur eine. Es ist nichts besser und wenn Du wieder anfängst zu trinken, kannst Du nur verlieren. Für den Trinker gibt es nur eine Richtung: nach unten in den Dreck. Ich glaube da will niemand hin.

    Warst Du schon mal bei der Suchtberatung? Hast Du mal nach einer ambulanten Langzeitterapie gefragt? Vielleicht wäre das etwas für Dich. Da sind zwar viele Dinge, mit denen ich nichts anfangen konnte aber wenn Du nur eine Sacht mitnehmen kannst, die Dir hilft, dann hätte sich das doch gelohnt. Wenn Du trocken bleiben möchtest, solltest Du alle Hilfe annehmen, die Du bekommen kannst. Sonst wird es schwer. Sehr schwer.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Dadurch, dass ich eigtl jedes Wochenende in Kneipen war und als exzessiver Trinker eigtl pro Wochenende schon mindestens hohe zweistellige, eher dreistellige Beträge liegen gelassen habe, freut sich das Konto aktuell natürlich sehr.

    Hallo Soapstar, es gibt eine App, da kannst Du das Datum eingeben, seit wann Du trocken bist und wie viel Geld Du am Tag versoffen hast. Die zeigt Dir dann an, was Du alles so im Laufe der trockenen Zeit erreicht hast. Es ist bemerkenswert, wie viel Geld da zusammen kommt!

    Dante Für mich ist es immer wieder sehr bewegend, vor Augen geführt zu bekommen, was der Alkohol im stande ist, aus einem Menschen zu machen. Ich kann den Patienten in der Entgiftung nicht helfen. Das können sie nur selber. Aber ich kann ihnen eine Richtung auf ihren Weg in die Trockenheit geben. Ohne Selbsthilfe hätte ich den Weg in die Trockenheit ganz bestimmt nicht geschafft.

    Hallo *Rina* ich lese Dich gerne. Wir haben uns ja ungefähr zum selben Zeitpunkt hier angemeldet. Eigentlich schaue ich gar nicht so auf die Tage, in denen ich trocken bin. Aber so eine runde Zahl, die poste ich dann doch in der Hoffnung, das jemand das als Ansporn nimmt, dies auch zu erreichen.

    Ja Hartmut ich lese hier fast täglich. Und ich bekomme auch mit, das sich hier ganz viele anmelden und anfangs auch ganz euphorisch schreiben - so wie auch ich aber dann plötzlich still sind, warum auch immer. Die Rückfallquoten sind doch enorm hoch.

    Linde66 Ja, ich stromer hier weiterhin herum. Die Sache mit meinem Stromer hattest Du ja sicher mitbekommen. Als ich mich hier angemeldet habe, stromerte er noch glücklich durch die Gegend und ich hatte mich für seinen Namen bei der Anmeldung hier entschieden. Kurz darauf gab es ihn nicht mehr. Das war für mich eine ganz harte Zeit. Aber ich war so froh, das ich ihn nüchtern und mit vollem Verstand begleiten durfte!

    Grüss Dich R/no ich habe schon viel von Dir gelesen. Weisst Du, ich war von Anfang an sehr vorsichtig und wachsam bei allem was ich gemacht habe und noch mache. Ich bin sehr sehr glücklich das ich weiterhin trocken sein darf, das ist alles andere als selbstverständlich. Ich halte mich an die, die viele Jahre trocken sind aber auch die dürfen sich niemals zu sicher sein. Auch für sie gilt es: das erste Glas ist auch nach 20 Jahren nur eine Armlänge entfernt. Ich fände es gefährlich überheblich, wenn ich behaupten würde, daß ich nach einer gewissen Zeit sicher bin. Ich bin ein etwas besonderer Fall. Ich war - für das was ich getrunken habe - ein Liter Bier und ein Liter Wein am Abend - extrem körperlich abhängig. Ich hatte tagsüber sehr starke Entzugserscheinungen. Dagegen war es in meinem Kopf nicht so stark. Ich hatte bis heute nicht ein mal Suchtdruck, konnte relativ schnell wieder einkaufen gehen und lebe heute wieder ein ganz normales Leben ohne Alkohol, dafür aber sehr, sehr glücklich. Nur vermeide ich bis heute gewisse Dinge. Ich würde niemals Alkohol - Ersatzgetränke konsumieren, ich war bisher nicht ein mal im Urlaub, ich gehe selten essen und wenn, vermeide ich die Restaurants, in denen ich damals mich habe vollaufen lassen usw. Ich habe die letzten Jahre sehr viel gelernt und Strategien entwickelt, wie ich am besten mit gewissen Situationen umgehe. Ich bin sehr gut vorbereitet.

    Heute kann ich glücklich und zufrieden durchs Leben ziehen. Daran hat dieses Forum einen bedeutenden Anteil. Ich mag Hartmuts klare Linie. Ich muss nicht mehr mit mir und der Vergangenheit hadern, wie schön es damals war, wie toll es war, mich vollauf zu lassen, wie gut ich abschalten konnte usw. Das war es nämlich nicht. Das Suchtgedächnis gaukelt das gerne mal vor, das stimmt so aber gar nicht. Es war nicht schön. Mir ging es sehr, sehr schlecht. Auch vor vielen Jahren war der Tag danach ein verlorener Tag weil ich krank war. Ich konnte sehr schlecht schlafen, war peinlich, habe Dinge gemacht, die ich am Tag danach sehr bereut habe. Ich war unfair und meiner Frau gegenüber oft doof. Nein, für mich ist Alkohol nur noch das, was ich schon so oft geschrieben habe: eine legale, harte Droge die nur erlaubt ist, weil sich die Menschheit seit Jahrtausenden damit nur allzugerne betäubt und deshalb einen kulturellen Status erhalten hat. Diese harte Droge ist in der Lage, einen Menschen total zu zerstören, zu töten aber vorher ihn richtig fertig zu machen wie man es sich nur schlecht vorstellen kann. Diese Droge manipuliert das Gehirn unwiderruflich und bleibt dort ein Leben lang. Ich kann es nur schlafen legen und dafür sorgen, daß es auch am schlafen bleibt. Ich glaube, das habe ich bei mir recht gut hinbekommen. Ich mache alles, damit das auch so bleibt.

    Hallo, heute auf den Tag genau bin ich 900 Tage trocken

    Mir geht es sehr gut und ich bin zufrieden und glücklich. Ich fühle mich weiterhin noch am Anfang meiner Trockenheit aber viel ruhiger und gelassener als am Anfang.

    Ich war nun schon zwei mal in der Entgiftungsabteilung der Psychatrie hier mit dem Gruppenleiter unserer Selbsthilfegruppe. Wir haben dort Selbsthilfegruppen vorgestellt. Dabei ist es uns unwichtig, wohin die Patienten gehen, Hauptsache sie gehen in eine Gruppe ob nun online oder vor Ort. Ich selber war vorher noch nie in einer Psychatrie da ich ja ambulant entgiftet habe. Das sind dort für mich sehr wichtige aber auch heftige Erfahrungen. Aber ich hoffe, das ich auch etwas dort lassen kann. Mir wurde damals so toll geholfen, da möchte ich gerne auch etwas tun.

    Ich habe in den letzten 900 Tagen sehr viel mitgenommen, es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Bausteinen, die mir geholfen haben, trocken zu werden und zu bleiben, Bausteine worauf meine Abstinens aufgebaut ist. Der Arzt hat mir damals gesagt, daß ich alles mitnehmen soll, was mir hilft, trocken zu werden und zu bleiben. Das war damals alles so wichtig, was mir dieser Mann gesagt hat.

    Ich bin aber auch hier den Menschen sehr dankbar. Auch dieses Forum ist ein grosser Stützpfeiler für mich. Ich schreibe zwar nicht mehr viel, lese aber täglich. Ich möchte hiermit auch einfach mal danke sagen. Danke an alle, die dieses Forum am laufen halten.

    eine Ersatzbeschäftigung zur Trinkerei, die im Grunde ja ihre Vorteile hätte (und vielleicht auch grundsätzlich gesund ist: -35 Kilo in 7 Monaten und eine Kondition wie ein 30-Jähriger - aber für wie lange?), i

    Liest sich für mich nach einer Suchtverlagerung. Nur weil Du körperlich zur Zeit trocken bist, ist Dein Suchtgedächnis weiterhin aktiv. 35Kg in 7 Monaten ist nicht gesund und klingt extrem. Ich würde da mal genau in mich gehen. Pass gut auf Dich auf.

    Hallo Olilia, herzlich willkommen. Schön das Du da bist!

    Du hast nur eine kleine Chance, dauerhaft vom Alkohol weg zukommen, wenn Du wirklich alle Hilfe annimmst, die Du erhalten kannst. Ich hatte eine ambulante Langzeitterapie gemacht. Da habe ich schon einige Strategien gelernt, wie ich mich vor Alkohol schützen kann. Ganz viel habe ich auch in meiner Selbsthilfegruppe vor Ort gelernt, wie auch hier.

    Bleib hier, lies viel und führ Dir immer vor Augen, was Alkohol eigentlich ist: eine legale, harte Droge, die sehr stark abhängig macht und für Abhängige sehr oft tödlich endet. Diese harte Droge ist nur erlaubt, weil die Menschheit sich damit seit Jahrtausenden allzugerne betäubt und dadurch kulturellen Status erlangt hat.

    Ich will diese harte Droge nicht mehr konsumieren, peinlich dadurch werden, am Tag darauf geht es mir schlecht, ich will das nie wieder. Ich ärgere mich sehr darüber, wie viel kostbate Zeit ich dabei vollkommen unnütz verplempert habe!

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Das liest sich doch sehr gut. Vielleicht strickst Du was anderes? Socken sind immer gefragt. Meine bekommen ständig Löcher..

    Bei mir verschwinden Socken immer in der Waschmaschine. Immer!!! Aber nie paarweise, immer nur Einzelsocken. Ich habe bestimmt schon 20 einzelne Einzelsocken. Dadurch werden bei mir die Socken schon knapp. Ich hatte schon mal zwei unterschiedliche Socken in meiner Not an und dachte, das merkt eh keiner. Und prompt bin ich aufgefallen X/

    Ich weiss nicht, ob die da einen geheimen Ausgang in der Maschine gefunden haben und da nun heimlich irgendwo Feten feiern. :S

    Falls wer mal Socken strickt und in seiner Strickwut zuviele hat: hier ist ein Abnehmer :mrgreen:

    Hätte der Arzt, bei dem ich damals wegen meiner Alkoholsucht war, nicht so reagiert, wie er eben reagiert hat, dann wäre ich heute noch am saufen. Oder tot. Diesem Arzt habe ich wirklich mein Leben zu verdanken. Ich werde ihm ewig dankbar sein!

    Mir macht das echt sorgen, ich hatte noch kein Erlebnis dieser Art und hab jetzt ein bisschen Bammel

    Das muss Dir keine Sorgen machen, das war ja nur ein Traum. Im Traum verarbeiten wir Dinge und das ist auch gut so.

    Du kannst Dich auf vieles vorbereiten, das solltest Du auch machen. Nim alles mit, was Dir hilft, trocken zu werden.

    Leider sind gute Freundschaften eingeschlafen, da ich mich desöfteren alkoholisiert daneben benommen habe und auch als Trotzreaktion selber keine Anstrengungen unternommen habe, die Beziehung wieder zu verbessern.

    Sei geduldig, das gibt sich wieder. Das oben von Dir geschriebene könnte von mir sein.

    Ich habe in der Zwichenzeit Demut gelernt. Und ich habe gelernt, wie ich über meine krankheit kommunizieren kann, so daß Menschen verstehen können, was mit mir los war und wie es dazu gekommen ist. Ich bin durch meine Krankheit und die Gruppengänge stärker und weiser geworden als ich vorher war. Ich habe heute keine Probleme mehr, über meine Krankheit zu sprechen und ich erfahre sehr viel Verständnis und auch Würdigung mit meinem Umgang meiner Erkrankung. Das tut mir gut.

    Es kann mir nicht jeder verzeihen, was ich besoffen so angestellt habe. Das ist vollkommen ok, ich kann heute damit leben, das es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann. Die, die mir verzeihen können, heben das sowieso auf. Ich bin dankbar und demütig aber auch stolz auf das, was ich bisher geschafft habe. Ich wünsche Dir das auch. Es braucht alles seine Zeit. Sei geduldig. :)

    daß es ein lebenslanger Prozess

    Ja das ist er aber er ist nicht ein Leben lang belastend. Ich bin gerade mal 2 Jahre trocken aber ich bin heute sehr, sehr glücklich und zufrieden. Jetzt schon nach 2 Jahren. Ich habe viel gelernt und wende das gelernte täglich an. Ich bin sehr gut vorbereitet. Aber auch wenn ich über 20 Jahre trocken bin, gilt das gleiche für mich nach 20 Jahren wie heute: ich muss täglich wachsam sein und meine Krankheit immer ernst nehmen. Denn auch in 20 oder 30 Jahren ist das erste Bier nur eine Armlänge entfernt.

    Ihr kamen die Tränen, weil bei ihren Freunden alles perfekt war.

    Perfekt in Form: sie konnten sich mit der legalen, harten Droge Alkohol betäuben, bis sie nicht mehr richtig sprechen können, nur noch lallen, sich nur noch peinlich Artikulieren können und am nächsten Tag durch das Gift in dieser legalen, harten Droge nicht gut geht? Braucht Deine Freundin das zum glücklich sein oder habe ich etwas falsch verstanden?

    Ich hatte das zuletzt schon einmal bei mir geschrieben: wir Alkoholiker haben alle ein Suchtgedächnis gebildet, das am Anfang noch sehr aktiv ist und wodurch der Suchtdruck kommt. Dieses Suchtgedächnis wird der Alkoholiker, Du und ich, nie wieder los. Aber wir können es zum Stillstand bringen, schlafen legen. Das erfordert Zeit. Aber auch dann schläft es nur und sammelt. Wenn Du nun Alkoholfreie Biere oder alkoholfreien Wein ect. trinkst, wenn Du auf Parties gehst, an Orte, wo Du früher immer getrunken hast, dann trinkst Du vielleicht nicht gleich wieder aber Dein Suchtgedächnis sammelt unaufhörlich und irgendwann, wenn Du gar nicht daran denkst, in einem schwachen Moment ist er * BÄM* wieder voll da, der unwiderstehliche Suchtdruck, diese Steuerung über Dein Leben aus Deinem Kopf.

    Um das zu vermeiden, das Dir so etwas passiert, solltest Du einerseits Dich umfassend mit Deiner Krankheit befassen, täglich, und anderseits sehr vorsichtig sein. Gerade im ersten Jahr sind die Rückfallquoten bei 90%, Du hast also nur eine kleine Chance Abstinent zu bleiben. Aber Du kannst es schaffen, wenn Du diese Krankheit wirklich und immer ernst nimmst. Setze sie an die erste Stelle in Deinem Leben.

    Nachdem ich entgiftet war, habe ich mir als erstes eine für mich passende Selbsthilfegruppe gesucht. Parallel habe ich eine ambulante Langzeitterapie gemacht. Beides hat mir gut getan und vor allem habe ich sehr viel sehr wichtiges für mich mitnehmen können.

    Ich war im ersten Jahr meiner Trockenheit nicht streng mit mir. Ich habe mir vieles gegönnt, was ich sonst nicht so gemacht hätte wie z.B. mag ich sehr gerne Cola aus den 0,33L Glasflaschen. Ich habe auch Colawürfel eingefroren um die Cola unverdünnt sehr kalt zu bekommen. So mag ich sie besonders. Süßigkeiten habe ich mir auch gegönnt immer nach dem Motto: besser als Alkohol. Nach einem Jahr wurde ich wieder strenger mit mir. Aber das erste Jahr war gut geschafft. Ich war so mit ambulanter LZT und SHG und dadurch mit mir beschäftigt, ich bin echt gar nicht auf die Idee gekommen, noch mal zu trinken. Ich habe mir immer wieder vor Augen geführt, was Alkohol eigentlich ist: eine legale harte Droge, die nur erlaubt ist, weil die Menschheit sich damit seit Jahrtausenden nur zu gerne betäubt und Alkohol dadurch zum Kulturgut geworden ist, wodurch jährlich tausende Menschen wirklich elendig krepieren. Stell Dir nur mal Schützenfest oder Karnevall ohne Alkohol vor? Undenkbar. Das sind reine Saufveranstaltungen.

    Ich will diese legale Droge nicht mehr konsumieren. Wie blöd müsste ich sein, wenn ich das noch ein Mal täte? Ich weiss noch ganz genau, wie dreckig es mir früher durch den Alkohol ging und ich weiss, dass wenn ich nur ein mal trinken würde, das noch viel schlimmer werden würde. Ich bin so froh, das ich damals den Schritt in die Abstinens machen konnte. Nur dadurch geht es mir heute sehr, sehr gut und ich bin sehr zufrieden und glücklich! Ich wünsche Dir vom herzen, das Du das auch wirst!