Natürlich ist Alkohol eine Krankheit, aber der Unterschied zu den anderen Krankheiten ist einfach die, dass Alkohol ein Nervengift ist, das dem Körper zugeführt wird. Im Gegensatz zu den anderen Krankheiten habe ich es als Erkrankter in meiner Hand, diese Krankheit zu stoppen. Den Verlauf der oben genannten Krankheiten habe ich nicht in der Hand, es gibt zwar Möglichkeiten, sie zu verlangsamen durch entsprechende Medikamente und andere Maßnahmen, aber ich kann sie nicht stoppen. Sicherlich leiden auch Angehörige bei solchen Krankheiten, aber das kann man doch nicht miteinander vergleichen.
es klingt so leicht , was du schreibst - der erkrankte hat es in der hand, es zu stoppen. die realität zeigt aber, dass es viele alkoholkranke gibt, die es eben nicht stoppen können. oder nicht wollen, aber was heißt schon wollen, der wille wird ja durch die hirnchemie in mitleidenschaft gezogen. und bei denen, die wollen, ist die rückfallquote hoch.
ich bin selbst alzheimerangehörige und ja, das ist großes leid. wirklich großese leid. vielleicht wäre die alzheimerkrankheit ohne alkoholkonsum erst später ausgebrochen, wer weiß. wäre eine alkoholinduzierte alzheimererkrankung für mich als angehörige schlimmer? oder weniger schlimm? wäre alkoholismus ohne alzheimer schlimmer? weniger schlimm? ich weiß es nicht. auch angehörigen von alzheimerkranken und psychiatriepatienten wird viel verständnis entgegengebracht, wenn sie sich nicht für den erkrankten aufopfern. "Sie müssen das nicht tun", bekommt man in der psychiatrie, beim arzt und auch im pflegeheim gesagt.
lg lila