Beiträge von lilamond

    moin,

    seit siebeneinhalb wochen bin ich nun alkoholfrei, und außer, dass ich täglich hier lese und manchmal auch schreibe, habe ich kaum noch gedanken an alkohol - auch weihnachten und silvester waren ganz unkompliziert. nur gestern, da hatte ich einen wirklich anstrengenden arbeitstag und habe anschließend einen film gesehen, in dem die protagonisten zur entspannung etwas tranken - das hat schon leicht getriggert. eine leise stimme im hinterkopf... ich habe sie als solche bemerkt, es war kein schlimmer druck, nur ein leises flüstern. ich schreibe das hier, um es nicht aus den augen zu verlieren. glg lila

    heute abend feiert die am kürzlich um einen neuen erdenbürger erweiterte familie gemeinsam den heiligen abend, auch wenn die familienstruktur nicht klassisch ist. das war immer stressfrei und schön, so dass ich mich darauf wirklich freue.

    und morgen oder übermorgen wird LOL ein neuer punkt auf meiner weihnachtsagenda :)

    nein, damit hab ich nicht gerechnet. wobei, beim letzten mal wirkte er schon etwas anders als sonst, ich habe aber nicht gedacht, dass es der beginn eines psychiotischen schubs ist. bin nicht sehr erfahren, diesbezüglich. er wird gut versorgt, ja, vermutlich ist das so. das ist ein tröstlicher gedanke, danke schön.

    ich war heute arbeiten und habe mir die teils schlimmen geschichten anderer leute angehört, das gehört zu meinem job. jetzt bin ich zuhause, habe was gegessen und trinke wasser. vor ein paar wochen noch hätte ich das anders gehandhabt. bin froh, dass ich das nicht mehr muss.

    man weiß nie, wo das leben einen hinführt. jetzt erscheint es dir vielleicht sinnvoll, wenn deine frau hier mitliest, und in drei monaten wünschst du dir vielleicht, du könntest hier frei schreiben, ohne dass sie mitliest. du kannst es nicht rückgängig machen - dann müsstest du von vorn anfangen, dir ein anderes forum suchen.

    6 wochen ohne alkohol :)

    gestern war ich mit einer größeren gruppe von kolleginnen und kollegen abends essen, dort wird nicht getrunken, so gesehen war alles gut. gesellschaftliche anlässe habe ich ohnehin immer alkoholfrei hinter mich gebracht, getrunken habe ich eher allein zu zweit oder gleich ganz allein.

    hinter mich gebracht, das ist dennoch der richtige ausdruck, es hat mich erschöpft. ich merke mehr und mehr, dass alkohol für mich ein mittel war, von "aufgedrehter erschöpfung" herunterzukommen. gestern abend habe ich sehr wahrgenommen, dass dies bei mir so ist. ich hatte nicht den drang, etwas zu trinken, aber ich habe diesen inneren zustand bemerkt. ich weiß nicht - brauche ich einen ersatz? kamillentee? oder ist es sinnvoller, mir das einfach bewusst zu machen und zu merken, dass diese erschöpfung auch ohne hilfsmittel aushaltbar ist und vorbei geht?

    lg lila

    Du gibst aber ziemlich detailliert viel Privates preis, auf das bezogen versetz ich mich da schon ein bisschen in die Lage deines Mannes, der Wiedererkennungswert ist recht groß. Das würde ich nicht wollen.

    Vielleicht war es das, was mich gestört hat.

    liebe mg-midget,

    du gibts viel privates preis, das schon, aber du schreibst hauptsächlich über dich und deine erfahrung, nicht über deinen mann, und das finde ich toll. deine erfahrungen im medizinbetrieb kann ich nachfühlen, ich war dann und wann als begleitung in solchen situationen, und manchmal war es gut und hilfreich, manchmal aber auch sinnlos und schlimm. danke für deine schilderungen.

    lg lila

    Gestritten bzw Diskutiert haben wir sehr oft - Fazit heute: und wenn er nur noch 5 Jahre lebt dann will er Leben. Es ist sein einziges Leben, ich hab mich da nicht einzumischen. Wenn ich ihm einen Strick drehen will zwecks verlassen werde ich das zu spüren bekommen.

    hallo liebe nala,

    das mt dem strick verstehe ich nicht, welchen strick würdest du denn drehen wollen?

    es ist auch dein einziges leben, hat denn er sich da einzumischen?

    lg lila

    hallo mg,

    warst du bei einer frauenberatungsstelle und/oder bei einer beratung durch eine (scheidungs)anwältin? mir hat damals beides geholfen. der weg dorthin fiel mir nicht leicht, frauenberatungsstellen und anwaltskanzleien sind nicht meine welt. mein damaliger mann hatte eine psychische störung, war kein alkoholiker, aber vom ergebnis her machte das in meinen augen keinen unterschied (eher war ich die, die versucht hat, mir via weinkonsum linderung zu verschaffen aber damals hielt es sich noch in halbwegs akzeptablen grenzen).

    die beratungen bewirkten, dass ich eine menge geheult habe, dann aber klarer gesehen und die finanzfragen besser überblickt habe. ich bin dann in eine wirklich kleine wohnung gezogen und mit wenig geld ausgekommen, das war mir egal, hauptsache, ich hatte mein leben wieder.

    lg lila

    Natürlich ist Alkohol eine Krankheit, aber der Unterschied zu den anderen Krankheiten ist einfach die, dass Alkohol ein Nervengift ist, das dem Körper zugeführt wird. Im Gegensatz zu den anderen Krankheiten habe ich es als Erkrankter in meiner Hand, diese Krankheit zu stoppen. Den Verlauf der oben genannten Krankheiten habe ich nicht in der Hand, es gibt zwar Möglichkeiten, sie zu verlangsamen durch entsprechende Medikamente und andere Maßnahmen, aber ich kann sie nicht stoppen. Sicherlich leiden auch Angehörige bei solchen Krankheiten, aber das kann man doch nicht miteinander vergleichen.

    es klingt so leicht , was du schreibst - der erkrankte hat es in der hand, es zu stoppen. die realität zeigt aber, dass es viele alkoholkranke gibt, die es eben nicht stoppen können. oder nicht wollen, aber was heißt schon wollen, der wille wird ja durch die hirnchemie in mitleidenschaft gezogen. und bei denen, die wollen, ist die rückfallquote hoch.

    ich bin selbst alzheimerangehörige und ja, das ist großes leid. wirklich großese leid. vielleicht wäre die alzheimerkrankheit ohne alkoholkonsum erst später ausgebrochen, wer weiß. wäre eine alkoholinduzierte alzheimererkrankung für mich als angehörige schlimmer? oder weniger schlimm? wäre alkoholismus ohne alzheimer schlimmer? weniger schlimm? ich weiß es nicht. auch angehörigen von alzheimerkranken und psychiatriepatienten wird viel verständnis entgegengebracht, wenn sie sich nicht für den erkrankten aufopfern. "Sie müssen das nicht tun", bekommt man in der psychiatrie, beim arzt und auch im pflegeheim gesagt.


    lg lila

    moin,

    gestern hatte ich einen echt anstrengenden ausnahmetag und musste erheblich mehr hirnschmalz investieren als an einem gewöhnlichen arbeitstag. abends war ich kaputt und hungrig, habe auch brav zu abend gegessen - und dann habe ich fast eine ganze tafel schokolade gegessen, obwohl ich wusste, dass das weder gut ist noch einen ruhigen schlaf fördert. besser schokoladendruck als alkoholdruck, aber ich wünschte, ich könnte diesen drang im hirn, der mich überfällt, wenn ich überanstrengt bin, irgendwie ausschalten.

    lg lila