Beiträge von lilamond

    Mein Satz mit der Selbstkontrolle bezog sich ausschließlich auf meinen Keller. Ich finde die Situationen lassen sich nicht miteinander vergleichen. Du wusstest ja nicht was im Kühlschrank steht und bist ganz übel überrascht worden.
    Ich müsste ja erst den Gedanken haben ‚jetzt gehe ich in den Keller und mache eine Flasche Wein auf‘, oder ich gehe 150 Meter weiter und einkaufen.

    Um genau so ein Trinken ohne Denken zu vermeiden bin ich hier im Forum, damit nicht eines Tages mir jemand ein Bier vor die Nase stellt und ich es ‚aus Versehen‘ trinke.

    hallo liebe rina,

    erst neulich noch, als ich noch einfach glaubte, ich sollte weniger trinken, hatte ich gedanken wie "heute trinke ich nichts, erst morgen wieder". ich hatte dann, als unglücklicherweise wein im keller war, nicht erst den gedanken "jetzt gehe ich in den keller und mache eine flasche wein auf". ich bin vollkommen ohne gedanke in den keller gegangen und habe eine flasche wein hochgeholt. ich habe nicht gedacht. es war die sucht in mir, die gehandelt hat.

    genauso war es abends im supermarkt, immer dann, wenn ich bei der arbeit viel stress hatte. ich habe nicht gedacht, ich kaufe jetzt wein. ich habe ihn einfach gekauft.

    einkaufen muss ich auch weiterhin, aber ich gehe nur noch morgens einkaufen, und abends nur dann, wenn ich entspannt und okay bin. wenn ich stress hatte, zähle ich mir in gedanken die sachen auf, die ich daheim noch zu essen habe - irgendetwas zu essen ist immer da - und gehe nicht in den supermarkt, um der sucht keine chance zu geben.

    mein keller bleibt alkoholfrei, denn der weg zum keller ist nah. über meinen keller bestimme ich, über meine wohnung bestimme ich, also gibt es keinen alkohol dort, sicher ist sicher, denn da ist ein suchtding in meinem hirn, was darauf wartet, dass ich es unterschätze.


    lieber gruß

    lila

    Bekommst du denn so oft Wein und Sekt geschenkt?
    Ich habe schon gesagt: Danke, aber ich gar keinen Sekt. Das war dem Schenker viel unangenehmer als mir. Gar nicht annehmen ist nicht unhöflich, es schützt mich. Ich muss das auch niemandem begründen

    dann und wann. den letzten überraschend von einer kollegin, als dankeschön. sie hat mir vor ein paar wochen erst welchen geschenkt, da habe ich mich noch gefreut... ansonsten meist als mitbringsel, wenn ich jemanden eingeladen habe. ich werde demnächst vorher sagen, bitte nix mitbringen, oder höchstens eine tafel dunkle schokolade. vor ein paar monaten waren es ein paar flaschen auf einmal. das hatte einen traurigen grund, die geschichte mag ich aber hier im öffentlichen bereich nicht erzählen. später dann mal.

    gar nicht annehmen kommt mir tatsächlich unhöflich vor.

    ja. danke, aber ich trink nix (mehr) reicht vermutlich auch? draußen in der welt hab ich früher schon tausendmal gesagt: ich trink nix, wenn ich fahre. das ist mir immer leichtgefallen. vielleicht ist mein problem, das ich niemandem vor den kopf stoßen will. habe das so gelernt, es ist unhöflich, geschenke abzulehnen, egal, wie gruselig das geschenk auch sein mag.

    in der familie ist es viel einfacher. denen hab ich schon gesagt, dass ich nicht mehr trinke.

    lg lila

    Hallo Lila,

    habe auch schon weiter verschenkt. Sofort.
    Unter Umständen ist das ungefährlicher als die Flasche zu öffnen.
    Dann ist sie schon mal offen und ich sehe, höre und rieche den Alk, beim Wegschütten.

    Hauptsache sie ist jetzt weg 👍🏼

    VG Alex

    hallo alex, ja, stimmt. die nächste geschenkte flasche, die ich nicht einfach nicht annehmen kann, schmeiße ich ungeöffnet weg.

    Auch von mir ein herzliches Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu drei nüchternen Wochen.

    Ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst, wie du wann und wo einkaufen willst.
    Anfangs war ich kaum einkaufen. Ich hatte allerdings auch genügend Lebensmittel gehortet (und Klopapier, Küchenrollen, Taschentücker …..die Lieferdefizite wegen Corona waren für mich anschließend überhaupt kein Problem 🤪) weil ich immer so Zeug gekauft habe, was möglichst lange hält oder gar nicht schlecht werden kann. damit meine Wein- und Sektflaschen nicht so verloren auf dem Band rumkullern.
    Ganz altmodisch Zettel schreiben ….in der Reihenfolge, wie die Waren in Supermarkt angeordnet sind….und den dann schnell und stur abarbeiten, nicht nach links und nicht nach rechts gucken, hat mir das Einkaufen einfacher gemacht.


    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch.

    hallo stern, danke! einkaufen ist die für mich größte sichtbare baustelle, die zweitgrößte baustelle sind geschenkte wein- und sektflaschen, die müssen halt weg. ich muss wohl üben, die erst gar nicht anzunehmen.

    guten morgen,

    heute sind es drei wochen :)

    ich habe einen termin bei einer neuen hausärztin.

    gestern habe ich von einer arbeitskollegin eine flasche sekt geschenkt bekommen. meine persönlichen sachen halte ich aus der arbeit eher heraus, also habe ich die flasche angenommen. das hat mich, auch wegen eines threads hier, hin- und hergerissen. was mache ich nun mit der flasche, ausschütten oder verschenken... ich wollte sie ausschütten, hatte aber all diese gedanken, jemand andere könnte sich ja drüber freuen (ich hätte sie gleich morgen weiterverschenken können), es ist eine sehr schöne flasche, wegschütten ist verschwendung. ich staunte über meine konditionierung. ich habe inhalt nun weggeschüttet. wenn ich die flasche weiterverschenke, mache ich ja irgendwie weiter mit bei diesem tanz um den alk.

    lg lila

    entschuldige, dass ich mich einmische, bin ja kaum erst hier angekommen und fühle mich noch nicht wirklich berufen, hier bei anderen zu schreiben. und habe auch gerade erst gelernt, dass alkohol krebserregend ist und flüssiges gift. aber da es doch so ist, willst du denn wirklich gift verkaufen? und dann den erlös des krebserregenden giftes der (kinder)krebshilfe spenden? lieber gruß lila

    Schön, dass du da bist und herzlichen Glückwunsch zu 16 trockenen Tagen. Bei mir ist Tag 16 nicht so lange her. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stolz ich auf mich war, als ich die 2 Wochenmarke geknackt hatte. Ein tolles Gefühl. Wenn du dich genau beobachtest, dann wirst du auch im weiteren Verlauf viele kleine positive Veränderungen bei dir bemerken.

    hallo treibsand, danke schön! ich fühl mich wie entnebelt, die welt sieht frischer aus, meine laune ist besser, ich fühle mich wieder mehr wie die lila von früher... und ich bin anscheinend auch ein bisschen näher am wasser gebaut, jetzt. als ich heute morgen deine worte las, sind mir ein paar tränen entflutscht. es ist schön, worte von menschen zu lesen, die sich einfühlen können.

    Gerade in der Anfangszeit sei gut zu Dir, gönne Dir etwas Süßes, gutes Essen, guten Saft oder anderes, worauf Du Lust hast.

    Hast Du Dir schon die Grundbausteine durchgelesen und den Notfallkoffer? Beide Artikel findest Du oben im blauen Balken unter dem Reiter "Artikel". Da ist bestimmt einiges dabei, was Dir hilft die Abstinenz zu stabilisieren.

    nüsse und tee :)

    ja, ich habe das gelesen, und werde noch viel mehr lesen. ich bin dabei, mir sachen zu überlegen, die mir im notfall helfen können. ich hoffe auch, im falle des falles frühzeitig hier zu schreiben... eben habe ich mit teeschalen bestellt, die teebecher, aus denen ich immer den wein getrunken haben, werden ganz weit oben hinten im schrank verschwinden. die neuen schalen sind als gedankenstütze gedacht, falls ich doch mit einer flasche nach hause komme - dann fällt mir beim anblick der schalen und fehlenden becher hoffentlich ein, den wein wegzuschütten. klar glaube ich jetzt, das wird mir nicht passieren, aber man hat schon pferde kotzen sehen...

    zum arzt zu gehen ist das nächste projekt. mein arzt ist in rente gegangen, und meine ärztin hat wegen krankheit dauerhaft ihre praxis geschlossen. also müssen neue her. eine neue ärztin habe ich gestern gefunden, aber sie nimmt neue patientinnen erst in einem halben jahr. gut, die ärztin ist nicht so wichtig, den neuen hausarzt suche ich am montag.

    und gleich lösche ich die alkoholsongs von meiner playlist.

    alles liebe euch allen

    lila

    guten morgen, danke schön.

    habe heute morgen das radio angemacht, und die damen und herren dort haben mir verkündet, heute sei alkohol das thema. eine weitere dame hat erklärt, alkohol sei ein nervengift, und jeder, der sich frage, ob er zuviel trinke, trinke definitiv schon zuviel. wurde mir das die ganze zeit schon erklärt, und habe ich einfach nicht zugehört, oder ist das ein neues modethema..?


    tag 16, keine kopfschmerzen, relativ gut geschlafen :)

    hallo,

    das kostet überwindung, hier zu schreiben...

    bis vor einiger zeit war ich nicht weiter besorgt über mein trinkverhalten, habe aber in den letzten 2 jahren immer mehr getrunken, erst sporadisch bei meinem freund, dann regelmäßig allein zu hause. mein freund (er wohnt etwas entfernt von mir) ist vor 1,5 jahren sehr krank geworden und wohnt jetzt in einem pflegeheim.

    das war sehr schlimm, und ich habe das heruntergespült, mit einer flasche wein, meistens an ungefähr 4 abenden pro woche. ich dachte, ich hätte das im griff, habe aber auch gedacht, ich sollte wirklich weniger trinken. in gesellschaft oder partymäßig habe ich wenig getrunken, deutlich weniger als zu hause. habe, wenn ich bei freunden was getrunken hatte, nach einer halben flasche wein auf dem heimweg gemerkt, dass ich nicht mehr wirklich klar im kopf bin. zuhause nach einer ganzen flasche habe ich das nicht so bemerkt...

    dann fand ich mich plötzlich, wiederholt, obwohl ich keinen wein kaufen wollte, mit einer flasche wein, zusätzlich zu den lebensmitteln, an der supermarktkasse wieder. diesen wein habe ich dann systematisch in mich hineingeschüttet, ohne es zu wollen. ich war wie ferngesteuert, hatte keine kontrolle über den abendlichen einkauf im supermarkt um die ecke.

    beiläufig erzählte mir meine mutter, von alkohol bekommt man krebs, und ich fing an zu lesen. sie hatte recht, und nicht nur das, alkohol, so las ich, sei im grunde gift. klar hätte ich das die ganze zeit schon wissen können, habe ich aber nicht. vermutlich habe ich geflissentlich solche art der information übersehen. auch meinen zunehmenden bauchumfang habe ich lieber verdrängt.

    alkohol ist also gift, und ich schütte das in mich hinein, wie ferngesteuert. irgendwie hat das in meinem kopf etwas ausgelöst, und ich habe gedacht, ich bin wirklich krank. süchtig. habe dieses wort gedacht - da ich offenbar wein kaufe und trinke, wie ferngesteuert, bin ich alkoholikerin. echt jetzt? ja, echt jetzt.

    von diesem moment an habe ich keinen alkohol mehr getrunken, ohne lange nachzudenken, ich wusste nichts von kaltem entzug. ich habe einfach nur beschlossen, schluss damit, und nie wieder. das ist jetzt 15 tage her. ich hatte seitdem jeden morgen leichte kopfschmerzen, bis mittags, wie ein leichter kater. heute war der erste tag ohne kopfschmerzen.

    ich habe zwei flaschen hochprozentigen alkohol, die unangerührt im schrank standen (ich trank und trinke sowas nicht) weggeschüttet, und eine flasche wein, die mir eine bekannte in der letzten woche mitgebracht hat. meine wohnung ist alkfrei, und ich trinke literweise wasser und tee, das scheine ich irgendwie zu brauchen.

    ich habe kein verlangen nach einer flasche wein, auch nicht nach einem schluck, aber ich habe angst, mich nach einem vielleicht stressigen arbeitstag wieder mit einer flasche an der supermarktkasse wiederzufinden. habe beschlossen, dort abends nicht mehr einzukaufen und morgens dafür zu sorgen, dass abends genug zu essen da ist. morgens ist das einkaufen kein problem.

    soweit erstmal, danke fürs lesen!

    lila