Beiträge von Maerchenfee

    #Stern

    Mir geht es ähnlich wie dir. Im engsten Familienkreis habe ich darüber gesprochen, dass ich Alkoholikerin bin… aber ich gehe mit der Info nicht hausieren. Mein Freundeskreis ist durch meine Erkrankung im Laufe der Zeit sehr klein geworden, ich habe mich überall ziemlich zurückgezogen. Was gut ist, ich habe keine Sauffreunde und somit einen guten Start für die Abstinenz.

    Es ist erschreckend zu sehen, was der jahrelange Alkoholkonsum alles anrichtet, selbst wenn man trocken ist. Sogar bei der OP & Co spielt der Alkohol eine Rolle. Wahnsinn. Gut, das wir dieses Gift los sind!!

    Guten Abend Stern,


    Ich hatte schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt, dass ich überhaupt Träume und Wünsche habe. Mein einziger und sehr verzweifelter Wunsch war, nicht mehr saufen zu müssen.

    Ich kann dich so gut verstehen. Ich habe auch gedacht, ich komme nie mehr davon los. Jeden Tag, sich erneut abzufüllen und sich am Ende des Tages vorzunehmen, es am nächsten Tag sein zu lassen. Dieser Vorsatz, war aber jedes Mal vergeblich, beziehungsweise nicht vor langer Dauer. Mit offenen Augen in den gesundheitlichen Ruin zu gehen. Das trinken nichts lassen können.Einfach schrecklich. Ich bin so froh davon gekommen zu sein, sofern man das sagen kann nach 13 Tagen Abstinenz. Aber ich will alles tun, was ich kann, um nicht wieder Alkohol trinken zu müssen.

    Auf einmal kommen die Gedanken, ganz klein und zart, wie die ersten Blumen im Frühling aus der Erde wachsen, was ich gerne noch erleben möchte, was meine Wünsche und Träume sind. Jahrelang waren sie verschwunden. Es ist schön, wieder lebendig zu sein.😊😊😊

    Heute es extrem windig und ich bin mit meinem Fahrrad am Fluss entlang gefahren. Das war einfach wahnsinnig schön, zu spüren, dass ich lebe.😊

    Hallo Twizzler,

    ich fand das von dir so wunderbar beschrieben. Das strahlt ganz viel Ruhe und Kraft aus. Gehe Schritt für Schritt, überfordere dich nicht, mach kleine Schritte und doch kommst du an dein Ziel.😊😊

    Darf ich fragen, was es mit deinem Namen Twizzler auf sich hat? Er ist schon ungewöhnlich und hat mich neugierig gemacht.😊

    Ich habe das Gefühl, ich komm mit den verschiedenen Funktionen hier nicht gut klar, ich könnte auch sagen, gar nicht. 😫 das ist auch der Grund, weshalb ich mich hier nur eingeschränkt beteilige.

    Ich fand diesen Beitrag von Twizzler so schön und passend. Allerdings wurde er im Zusammenhang eines anderen Dialoges geschrieben. Höchstwahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich das Twizzler direkt geschrieben hätte? Oder? Irgendwie bin ich verwirrt…😏

    Ich finde das so passend und schön geschrieben, weil es Mut macht und mir verdeutlicht hat, dass kleine Schritte, Schritt für Schritt, mich unendlich weit bringen können. Sehr schön geschrieben.😊😊

    Ich stehe noch ganz am Anfang meines Weges, doch etwas hat sich verändert in dieser kurzen Zeit. Ich bin klarer in meinen Gedanken, ich kann wieder fühlen, mein Denken hat sich verändert . Ich verspüre wieder Wünsche, Träume und Hoffnung. Mein Leben hat mich ganz langsam wieder. Ich habe fast schon nicht mehr dran geglaubt.

    Guten Morgen an Alle
    ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes Wochenende.

    Ich finde, der Alkohol ist wie ein Narzisst. Er schleicht sich in dein Leben, tarnt sich, trickst und täuscht. Er gibt vor, dein bester Freund zu sein und mach dir vor, dass mit ihm alles leichter, besser und entspannter ist. Er wird Bestandteil deines Lebens und geht mit dir als Begleiter durch das Leben. Nach und nach merkst du, dass etwas nicht stimmt. Der Alkoholkonsum und die Sucht hat dich im Griff. Nicht mehr du selbst bestimmst über dein Leben, sondern er und versucht immer mehr Macht über dich zu gewinnen. Am Anfang brachte der Alkohol vermeintliche Leichtigkeit, Entspannung und Lebensfreude in dein Leben. Er wurde Wegbegleiter. Nach und nach ist er zur Last und Qual geworden. Gern würdest du ihn loswerden, wie einen ungebetenen Gast, unliebsamen Freund, doch er klammert sich an dich und will bleiben. Selbst wenn du ihn zur Tür hinaus weist, er kommt wieder und wird zur Last. Er gaukelt dir vor, dass du ohne ihn nicht kannst, dass er dein bester Freund und Lebensbegleiter ist in allen Lebenslagen. Er gib dir das Gefühl, dass er dir hilfreich zur Seite steht, immer da und jederzeit verfügbar. Eben wie der beste Freund. Die Zeit vergeht, du hast ihn durchschaut, aber er hält dich fest und lässt dich nicht gehen. Mit der Zeit höhlt er dich aus, fängt an deine physische und mentale Gesundheit zu verändern und zerstören. Die Sucht beginnt ein Eigenleben zu führen, du bist ihr ausgeliefert. Du hast das Gefühl, es gibt keinen entkommen…

    Aber, du hast es geschafft, dich aus ihrer Umklammerung zu lösen. Der Anfang war schwer aber du hast einen Weg gefunden und bist ihn gegangen. Er war und ist steinig, es gab viele Hürden zu überwinden, es war nicht leicht, aber du bist auf dem Weg in die Freiheit. Die Sucht ist immer noch in deinen Gedanken und der Alkohol versucht immer wieder Macht über dich zu bekommen. Aber die Freiheit ist nah, du spürst wieder das wahre Leben und bist auf dem besten Weg, wenn du diese Zeilen liest.

    Das waren meine Gedanken, die mich schon seit gestern beschäftigen.

    Insgesamt gesehen geht es mir erstaunlicherweise ziemlich gut. Aber es kommen immer einige Phasen am Tag, wo ich denke “Mein Gott, was ist das für ein riesiger Berg, den ich bewältigen will/muss, mit allem was dazu gehört…“ In solchen Situationen spüre ich, dass ich aufpassen muss, nicht mutlos zu werden.
    Dann sage ich mir immer wieder, gehe den Weg Schritt für Schritt von Tag zu Tag, dann wird der Druck erträglicher.

    Hallo Seeblick,

    hier war es nicht (so) schwierig, den Satz „Ich bin eine Alkoholikerin“ zu (sagen) schreiben, das kann ich auch im engsten Familienkreis sagen (Das ist immer noch ein ganz schlechtes Gefühl und kostet mich Überwindung). Aber außerhalb tue ich mich soooo schwer. Das ist eine große Hürde für mich. Ich hab in den letzten Tagen mit meiner Familie ganz offen über meinen Alkoholkonsum und die Folgen gesprochen. Ich habe auch einiges von meiner Familie zu hören bekommen. Das war sehr schwer auszuhalten, es war Klartext ungeschminkt… schwere Kost… sich alles anzuschauen, anzuhören, ohne Beschönigung und Entschuldigungen für meinen Konsum. Ich hab mich extrem geschämt, wenn ich gekonnt hätte, wäre ich unter den Teppich entlang gekrochen. Aber es hilft dir wohl nur die Wahrheit. Vielleicht aber eher im kleineren Dosierungen.

    Guten Morgen Unvergoren,

    ja es ist schon erstaunlich, wenn man sieht, wie der Konsum sich steigert und wie sehr sich der Körper gezwungenermaßen an das das Gift gewöhnt. Das schlimme ist, ich weiß, wie sehr ich meinem Körper geschadet habe, aber ich habe es nicht geschafft , mit dem Alkohol aufzuhören und habe vergeblich versucht, das Gift los zu werden. So war es zumindest bis vor kurzem.
    So langsam scheint der Alkohol aus meinem Körper raus zu sein. Ich bin froh, dass ich das alles so gut geschafft habe und ich möchte das ganze nicht noch einmal mitmachen.

    Jetzt ernähre ich mich gut. Ich bin von Anfang an auf Vollwerternährung umgestiegen. Ich mache Intervallfasten 8/16. 16 Stunden Fasten, 8 Stunden gute Ernährung, hauptsächlich Obst, Gemüse, Quark , gute Öle und Vollkornprodukte. Ich trinke viel Tee und Wasser, vor allen Dingen Ingwertee, damit der Körper gut entgiften kann und habe angefangen, meinen Darm zu sanieren, damit sich langsam alles gut regeneriert.
    So langsam scheint mein Körper sich zu erholen und ich befinde mich auf dem Weg der Besserung. Ich hoffe, dass sich auch der Schlaf verbessert.
    Wenn eine Weile vergangen ist, dann werde ich ein Vorsorgetermin beim Gynäkologen machen und ein Check Up beim Hautarzt vornehmen…. und alles andere langsam, aber sicher in Angriff nehmen. Ich war vor einigen Tagen zum checken bei der Mammographie und ich war froh, dass alles okay war. Vor dem Ergebnis hatte ich richtige Angst.

    Ich komme wieder in Bewegung, gehe jeden Tag raus, am Fluss spazieren und ich bin ein leidenschaftlicher Radfahrer. Das möchte ich in der nächsten Zeit wieder regelmäßig machen. Es tut mir mental sehr gut. Es scheint so, als wenn ich auf einem guten Weg bin. So wie du auch.😊😊

    Ich wünsche uns, dass wir beide dranbleiben. Es ist schön sich auszutauschen. Ich bin guten Mutes.

    Danke Linde66, Stern und Lavendelfuchs,

    für die Anregungen und die lieben Worte. Ihr habt mich sehr zum Nachdenken gebracht. Mir fällt es sehr schwer, mich einem Menschen anzuvertrauen. Das liegt an schlechten Erfahrungen in meiner Vergangenheit. Ich glaube, wenn ich es schaffe, bei einem Arzt ehrlich offen zu sagen, was Tango ist, dann bin ich einen großen Schritt weiter. Und wie Lavendelfuchs so schön gesagt hat, ist das eine große Erleichterung. Ich glaube, ich brauche noch eine ganze Weile, bis ich es geschafft habe. Ihr werdet sicherlich merken, dass ich hier an dieser Stelle mich nur sehr zögerlich und vorsichtig öffne. Ein weiterer Grund liegt darin, dass ich zur Zeit zwar eine EMR auf Zeit beziehen, ansonsten aber im sozialen Bereich arbeite, hier sehr ländlich wohne und jeder jeden kennt. Da wird das mit dem Datenschutz oft nicht so genau genommen… es könnte dann unter Umständen schwieriger werden, beruflich wieder einzusteigen, gerade in meinem Fachbereich…

    Ich gebe mir erst einmal ein bisschen Zeit und behalte es im Hinterkopf.

    Den Namen Märchenfee fand ich auch deshalb schön, weil in Märchen alles passieren kann… und eine Fee kann viele gute Dinge bewirken… ein bisschen positive Magie im Alltag. Ich fand, das ist ein gutes Omen.

    Um ehrlich zu sein, war ich bei einem neuen Arzt. Ich habe mich nicht getraut, die ganze Problematik auszupacken und habe erst mal berichtet, dass ich das Essen im Moment missbräuchlich benutze und dass mir das Probleme bereitet. Der Arzt, sehr sportlich und jemand, der sich auch im privaten Bereich super gesund ernährt, hatte kein Verständnis dafür, dass es mir nicht gelingt, mich gesund zu ernähren. Nach der abweisenden Reaktion konnte ich mich mit meinem noch viel größeren Problem nicht mehr öffnen.

    Nachdem ich hier im Forum viel gelesen habe, hat mir all das, was so berichtet wurde und was alles so passieren kann, eine ziemliche Angst eingejagt.

    Ich glaube dein Hinweis eher im Hier und Jetzt zu bleiben und immer nur jeden Tag zu sehen, ist wichtig.

    Ich habe schon Sorge, dass mein Körper durch den Alkoholmissbrauch Schaden genommen haben könnte, der nicht reparabel ist. Ich werde irgendwann einen neuen Anlauf machen, um einen Arzt zu finden, mit dem ich darüber sprechen kann. Jetzt gerade geht es einfach nicht. Sich erneut einem unbekannten Arzt anvertrauen, nach der letzten negativen Erfahrung fällt mir schwer. Und ich muss erst mal einen neuen Mediziner finden.

    Hallo Seeblick,
    Hallo Elly,
    vielen lieben Dank für die Unterstützung, die ich von euch bekomme. Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte gerade Tränen in den Augen, als ich eure Mails gelesen habe. Ich bin es nicht gewohnt, unterstützt zu werden. Und vor allen Dingen es kam keine Kritik, sondern nur Annahmen, einfach so. Das hat mir gut getan. Vielen Dank .
    Ich war gerade draußen eine Runde spazieren, am Fluss entlang. Die frische Luft tat gut, die Bewegung ebenfalls. Für mich ist gerade alles eine große Herausforderung, vor dem Hintergrund, dass ich sowohl den Alkohol, als auch das Essen missbräuchlich verwendet habe. Jetzt fallen beide Krücken, die lange verwendet habe, weg. Das Beste am Tag ist, wenn ich wieder einen Tag ohne Alkohol geschafft habe. Ein weiteres Highlight ist, wenn ich gesundes Essen zubereiten und es einfach einfach fantastisch schmeckt.


    Vielen Dank dafür, dass ich hier gesehen werde.💐

    Guten Morgen,
    ich habe in den letzten Tagen viele Beiträge hier im Forum gelesen, so auch heute Morgen. Heute friere ich sehr und ich fühle mich sehr müde und kraftlos. Auf einmal habe ich große Angst, dass ich es nicht schaffe mich aus der Sucht zu befreien. Ich habe Angst davor, dass meine Kraft nicht reicht. Es erscheint mir auf einmal so schwer.
    Gleichwohl bin ich immer noch fest, entschlossen, keinen Tropfen Alkohol mehr zu trinken. Das ist kein Leben. Heute ist der siebte Tag, an dem ich kein Alkohol trinke. Auch heute werde ich gut für mich sorgen.

    Bevor ich mit dem Entzug begonnen habe, habe ich mich mit diesem Thema ziemlich beschäftigt und eingelesen. Mein Hausarzt ist vor einiger Zeit in Rente gegangen. Das hat mich ziemlich getroffen, da ich mich dort ziemlich aufgehoben gefühlt habe. Dort, wo ich wohne, ist die ärztliche Versorgung nicht besonders gut. Viele Allgemeinmediziner nehmen keine neue Patienten an.

    Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, dem Trinken ein Ende zu setzen und bin entschlossen, ohne Alkohol weiter durch das Leben zu gehen. Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, den Anfang zu machen, war für mich am schwierigsten. Mir ist schon klar, dass es noch viele Hürden und Herausforderungen zu meistern, gilt. Aber ich werde es schaffen. Ich gehe kleine Schritte, von Tag zu Tag.

    Ich habe heute eine so große Freude in mir verspürt, weil es mir heute physisch und mental um einiges besser geht. Das macht mir Hoffnung.