Beiträge von Nayouk24

    Hallo Sam,

    Ich denke das wird auch noch Wochen, Monate oder auch Jahre dauern

    Soweit die Theorie und die ist auch richtig. Im Moment kämpfst du mit den Verknüpfungen. Auf Dauer ist das nicht durchzuhalten auch nicht mit starkem Willen.
    Deine innere Einstellung steht dir im Wege. Du willst abstinent werden und arbeitest nicht mit dir an dir sondern hauptsächlich an der Beziehung mit deiner Frau.
    Es gibt hier einen Spruch, ich weiss nicht ob er bei dir schon gefallen ist: "Nur nicht trinken reicht nicht!" (um abstinent zu bleiben).
    Deine Sucht ist stärker, als du dir im Moment vorstellen magst. Wenn du sie herausforderst, wird sie dich um so mehr fordern. Du stehst aber noch ganz am Anfang und kennst weder dich noch das was Suchtdruck mit dir machen kann.
    Du läufst mit einem Lendenschurz bewaffnet in den Urwald und willst überleben. Da würdest du doch auch sagen, dass es wohl eher schief geht.

    Stell dir mal folgende Situation vor:
    Ihr habt euch in Malle gestritten, die Stimmung ist mies. Du liegst am Pool und beaufsichtigst die Kinder und hast einen anderen Vater, einen kumpelhaften Typ, kennengelernt der dich auf andere Gedanken bringt und du hast Spass mit ihm. Plötzlich steht er mit einem Glas Wein oder Bier für dich vor dir und will mit dir anstossen.... Es ist heiss und die Getränke sind kalt.....

    Wird dein Wille stark genug sein, dem allem zu widerstehen?

    Sam, das ist eine Situaltion von vielen, denk mal drüber nach.
      

    wenn das Ergebnis nicht das gewünschte war aber das eigentlich zu erwartende.

    Es ist nicht das, was du erwartet hast, es ist aber auch nicht alles auseinandergeflogen.
    Es geht nach wie vor um eine (deine) stabile Abstinenz und da würde ich dir schon empfehlen, dir den Beitrag von Whitewolf zu Gemüte zuführen und dabei deine innere Reaktion beobachten. Du musst dich nicht erklären und rechtfertigen, das erwartet hier niemand. Trete dazu einfach in den Dialog mit dir selbst.

    Du hörst hier immer wieder, achte auf dich, tu dir was Gutes.
    „Tu dir was Gutes“, das hört sich vielleicht banal an, ist es aber nicht.
    Dein Gehirn kann wieder lernen, auch ohne Alkohol glücklich und zufrieden zu sein.
    Dafür musst du was tun, damit dein Gehirn es lernen kann.
    Es sind auch die kleinen Dinge. Du sitzt in einem Café und genießt einen Eisbecher oder eine
    heisse Schokolade oder etwas, wobei dir schon bei dem Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft.

    Die Erfahrung, es war schön, es hat geschmeckt, mir hat es gefallen, ich bin zufrieden, ruft die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin hervor und der belohnt dich mit guten, zufriedenen Gefühlen.
    Bisher war da nur der Alkohol, der das konnte und „andere“ Erfahrungen oder Gefühle haben ein tristes Dasein gefristet.

    Der Alkohol ist weg und die „Anderen“ sind ganz erschreckt und trauen sich ganz vorsichtig auch mal wieder auf den Dopamin Knopf zu drücken. Bis sie das erreicht haben, was der Alkohol konnte, dauert es eine Zeit und das ist die schwierige Zeit, die es zu überbrücken gilt. Hier gilt, üben macht den Meister.

    „Tu dir was Gutes“

    Viele Grüße

    Nayouk

    Gehe mal davon aus, dass die gesamte Situation für deine Frau auch sehr belastend ist. Du sagst, dass sie wenig bis fast gar nichts trinkt, dann braucht es nicht viel, um mal zu lallen.

    Wahrscheinlich wird ihr das selbst auch im Nachhinein unangenehm sein, aber jetzt ein zurecht weisendes Gespräch mit ihr führen, wird wahrscheinlich eskalieren.
    Hole tief Luft, lege es erst mal beiseite und warte ab, wie ihre Reaktion ist.

    Weiß deine Familie Bescheid, dass du dich als Alkoholikerin siehst und dir fremde Hilfe geholt hast?
    Es ist zur Stabilisierung deiner Abstinenz wichtig, dass deine engsten Mitmenschen darüber Bescheid wissen?
    Du hast geschrieben, dass bei euch sonst nicht getrunken wird und kein Alkohol im Haus ist,
    damit hast du ein erstes Ziel, ein alkoholfreies Zuhause als sicheren Rückzugsort schon erreicht, oder?

    Ok, die alten Flaschen müssen noch weg. Vlt. kann dir jemand dabei helfen.

    Carmen,

    Alkoholismus ist eine schwere Krankheit. Du hast getrunken, weil du süchtig bist.
    Was war kannst du nicht mehr ändern,
    aber du hast den Schritt gemacht um die Krankheit zu stoppen.
    Jetzt bist du nüchtern und kannst Verantwortung für deine Zukunft übernehmen und kannst deine Mitmenschen daran teilhaben lassen.
    Nur überlasten solltest du dich nicht. Achte auf dich.

    Kennst du die HALT Regel?
    Hungry, Angry,Lonely und Tiered sind Gefühlszustände, die unbedingt vermeiden solltest, da sie Suchtdruck hervorrufen oder verstärken können. Zu Hungry gehört auch Thirsty. Ausreichend Wasser etc. trinken ist wichtig.

    Wenn ich das Ansprechen würde, würde Sie zu Hause wenn wir unter uns sind glaube ich komplett drauf verzichten.

    Was hindert dich daran es zu tun?

    Einige Flaschen sind jetzt noch da für Besuch etc.

    etc.? , falls du Suchtdruck bekommst ? Und ist deine Gastfreundschaft mit Alkohol bei Besuch wichtiger als deine Abstinenz?
    Verstehe mich nicht falsch, es ist deine Entscheidung, dein Leben aber jetzt ist es für dich ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
    Denk über deinen Satz nochmal nach.

    Ja wir sind noch zusammen und führen wieder ein Paarleben auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt.
    Dazu muss ich sagen, dass meine Frau früh die Notbremse gezogen hat, bevor sie in die Co-Abhängigkeit gerutscht wäre. Wir haben nebeneinander her gelebt und sie hat sich mehr und mehr abgegrenzt und hat mich mein Ding machen lassen. Ich wusste schon lange, wenn ich so weiter mache, dass es in einer Trennung enden wird. Ich wollte für mich abstinent werden, der Rest hat sich dann ergeben.