Beiträge von Nayouk24

    Hast du zugenommen ?damals am Anfang ?

    Ich habe abgenommen. Das was ich gegessen habe war in Kalorien weniger als ich vorher Bier trinkend zu mir genommen habe und ich habe angefangen, wieder Sport zu machen. Am Anfang waren viele kleine Schokoriegel mein Belohnungsstoff und da musste ich nach 3 Monaten richtig aufpassen, dass mir das nicht erhalten bleibt.

    Ja, Bier ist Nahrung. Ich hatte während meiner nassen Zeit kaum Hunger, danach um so mehr.
    Ist das Bier weg, der Suchtstoff fehlt, das bedeutet Bedrohung und der Körper geht in den Alarmmodus.
    Es ist wichtig viel zu trinken, Wasser, Tee und den Hunger zu stillen. Das Suchthirn kennt nur eine Lösung dafür, Alkohol und den wird es Dir dann vorschlagen.

    Du hast eine der wichtigsten Entscheidungen in Deinem Leben getroffen und sie braucht jetzt Achtsamkeit von Dir.
    Es hat einen Grund, warum Du krank geschrieben bist.

    Ich war in den ersten Tagen auch völlig k.o. und habe dem nachgegeben, wann immer ich konnte. Ich bin tagsüber auf meinem Zimmer im Sessel eingeschlafen und habe 2 Stunden geschlafen.
    Der ganze Organismus ist im Ausnahmezustand und schnell erschöpft.
    Das Suchthirn erkennt seine Chancen, wenn Du geschwächt bist.

    Nur Du kannst jetzt auf Dich achtgeben und für Dich sorgen.

    Hallo Petra,

    Gehe morgen zum Arzt.

    Ich hatte die gleichen Ängste und Fragen, auch Angst beim Arzt offen zu sein. Die Ärzte, zu denen ich ehrlich war, sind mir ausnahmslos mit Verständnis und Respekt begegnet. Mich hat es sehr befreit, als ich den Schritt getan hatte.

    Für einen Arzt ist Alkoholismus eine Krankheit, bei der er Dir helfen kann und Du bist bestimmt nicht die Erste.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Danke für den Artikel Rennschnecke , ich habe das Gefühl, dass sich in den Medien immer mehr mit dem Thema auseinandergesetzt wird,
    aber immer noch zu wenig.
    Alkoholdiktatur, da ist was dran.

    Gestern Abend, der Krimi ein "Starkes Team". Kurz vor dem Abspann eine Szene in der Kneipe, nach geklärtem Fall.
    Die Wirtin: "Wollt Ihr beide noch was ".
    Er (mit seiner Berliner Schnauze, ich mag sie): "Ja, lass ma' die Luft raus".
    Vor ihm ein leeres Bierglas und bei Ihr und Ihm ein Kurzer, den sie die dann beide runterkippen.
    Die Szene vermittelt Entspannung nach getaner Arbeit.

    Ich hab es einfach nur "gesehen". Meine Frau fragte mich, wie geht es Dir damit, wenn Du sowas siehst?
    Ich: "Jo, es sehe es halt, macht mittlerweile nix mehr mit mir" (zumindestens gestern).
    Sie: "Es ist erschreckend, wo man überall mit Alkohol konfrontiert wird".

    Wenn ich richtig gezählt habe, bist du jetzt sieben Tage nüchtern.
    Den körperlichen Entzug hast du größtenteils hinter Dir.

    Dein Körper und deine Psyche haben gelernt, mit Alkohol zu leben, er war sogar vermeintlich notwendig. Jetzt ist plötzlich Zero, 0,0, nichts mehr. Jetzt muss erst im Kopf ankommen, dass du auch ohne Alkohol leben kannst. Das Alkohol, dich auf Dauer zerstört, weißt du sowieso.

    An solchen Tagen hat mir viel frische Luft, Bewegung und gesunde Ernährung geholfen.

    Bei mir war der Schlaf nach dem Entzug erstmal meine größte Baustelle.
    Dein Körper braucht den Schlaf dringend zur Erholung. Besprich das mit deinem Arzt, wie du heute schlafen kannst und mit der Zeit wieder einen gesunden Schlaf finden kannst.

    7 Tage! Alles Gute.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Warum willst du bei besonderen Anlässen alkoholfreie Alternativen trinken?
    Alkoholfreies Bier sieht aus wie Bier, riecht wie Bier und schmeckt wie Bier.
    Das Suchthirn springt an und wenn kein Alkohol kommt, wird es alles versuchen, damit Alkohol kommt.

    Hallo Topi,

    Das freut mich. Der erste wichtige Schritt ist gemacht.

    Gerade am Anfang war es wichtig für mich, bei mir zu sein, in mich reinzuhören, wie ich mich fühle.
    Ablenkung ist gut, Auseinandersetzung mit mir selbst war und ist wichtig.
    Ich habe mich hier mitgeteilt und dieses Forum hat mir dabei geholfen.

    Der erholsame Schlaf hat sich mit der Zeit eingestellt, in den ersten Tagen haben die „Mittel“ geholfen,
    die ich bekommen habe.

    Bleib dran, es lohnt sich so sehr.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Schicksalsschlag

    Schicksalsschlag als Risiko für einen Rückfall?

    Aber manchmal kommt so diese Stimme: und was machst du wenn es einen Schicksalsschlag gibt?

    Ich nehme den Beitrag von Zwieback mal zum Anlass, mir diese Frage nochmal heute zu stellen. Wo stehe ich diesbzgl. heute?

    Rational: Fange ich deswegen wieder an zu trinken, weiss ich, dass nichts gelöst und verarbeitet wird und alles nur noch schlimmer wird.
    Ein emotionaler Ausnahmezustand gepaart mit einem Rückfall, würde mich, dahin zurückschleudern, wo ich herkomme.
    Die Scham und die Wut auf mich selbst, würden mich noch trauriger und depressiver machen und Gedanken wie, "...jetzt ist es eh' passiert, dann ist es auch egal...." würden mich noch tiefer in die Sucht treiben, als ich es je zuvor erlebt habe. Erneut einen Ausweg zu finden, wäre unglaublich schwer, vielleicht für mich nicht mehr möglich.
    Fazit: Lass' es, denk nicht mal dran.

    Emotional: Wie will ich heute meinen emotionalen Ausnahmezustand nach einem Schicksalsschlag vorhersagen und einschätzen?
    Das kann ich nicht. Das Risiko ist da, auch wenn ich es ignoriere oder klein reden wollte.
    Ich kann nur jeden Tag meiner Zeit bestmöglich nutzen, um meine Abstinenz und meine innere Haltung zu festigen, damit ich im Fall der Fälle dem möglichst viel entgegensetzen kann, damit ich auf meinem abstinenten Weg bleibe.

    Hört sich toll an. Und wie mach ich das?
    Indem das tue, was ich jeden Tag tue. Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Selbstreflektion und Selbsthilfe, wie z.B. diese Zeilen in dieser SHG schreiben und Wissen über die Alkoholkrankheit und ihre Mechanismen aneignen.
    Ich weiss heute, warum ich nie wieder trinken kann, auch nicht nur einen Schluck, ob Schicksalsschlag hin oder her.
    Ich weiss heute, warum ich nicht kontrolliert trinken kann, auch nicht um einen Schicksalsschlag zu "verdauen".

    Ich weiss, dass ich nie vergessen darf, um nicht leichtsinnig und überheblich zu werden, weil ich dann bei einem drohenden Rückfall nicht mein Bestmögliches entgegenzusetzen hätte, erst Recht nicht in einem emotionalen Ausnahmezustand.

    Fazit: Wenn ich heute sagen kann, dass ich all dies jeden Tag beherzige und verinnerlicht habe, dann kann ich nicht mehr tun, dann werde ich auch bei einem Schicksalsschlag abstinent bestehen können und brauche keine Angst davor zu haben.

    Api, in Deiner Wahrnehmung gibt es ein UNS, ein DU und ein ICH und Du ziehst Schlüsse mit Deinen Wertevorstellungen.
    Bei ihm gibt es auch ein ICH, ein UNS und in DU aber seine Prioritäten sind durch die Sucht bestimmt.

    Ich musste trinken, obwohl ich es so sehr nicht mehr wollte. Ich sah alles den Bach runter gehen, es gab genügend rationale und emotionale Gründe es zu stoppen, aber ich konnte es nicht.

    Erst als es mir physisch und psychisch so schlecht ging, kam der Wille und damit die Entscheidung, dass ich fremde Hilfe annehmen muss. Diese Entscheidung ist im ICH gefallen, nicht im UNS und nicht im DU.