Hmh, frisch abstinent und dann auf einer Hochzeit?
Es war deine Entscheidung und du hast es gemacht und es ist gut gegangen.
Du hast jetzt aber auch gespürt, wie präsent das Suchthirn ist und das kann auch gehörig schief gehen.
Du musst nur an die falschen Leute geraten, in der falschen Situation sein, plötzlich Angst haben, dass es jemand merkt, dass du Alkoholikerin bist und ......und schon ist es passiert.
Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten?
Ich habe irgendwann ein Gespür dafür entwickeln, wie weit ich aktuell gehen kann. Für den Fall, dass ich mich oder die Situation doch falsch eingeschätzt habe, hatte ich immer einen Plan B, mit dem ich jederzeit ohne Rücksicht auf andere die Situation verlassen konnte.
Risikominimierung heisst auch, gerade im ersten Jahr Veranstaltungen, bei denen der Alkohol in der ersten Reihe sitzt, auszulassen. Der Grund: ich kann mich am Anfang nicht auf mich verlassen. Erkenne ich die Gefahr rechtzeitig, bin ich handlungsfähig?
Das Gute ist, du hast eine Erfahrung gemacht, die dich weiterbringen kann, wenn du sie richtig deutest. Sie zu machen war trotzdem ein Risiko.