Beiträge von Nayouk24

    Hallo und herzlich willkommen hier im Forum,

    du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, JochenA .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Du stellst viele große Fragen und du hast auch Rückmeldungen bekommen.

    Ich merke gerade, dass das wahrscheinlich einer meiner größten Baustellen ist.

    Wenn ich das richtig deute, bist du in Reha wegen deines Alkoholismus, also Entwöhnung nach Entgiftung.
    Da war bei mir erstmal die grösste Baustelle eine stabile Abstinenz zu erlangen, bevor ich mich weiteren Themen gewidmet habe, die damit zusammenhängen könnten. Es ging darum meine innere Haltung für eine dauerhafte Abstinenz aufzubauen. Damit war ich schon genug beschäftigt, alles andere habe ich erstmal beiseite gelegt.
    Ich habe Anregungen bekommen, mit denen ich mich beschäftigen konnte, Ratschläge waren da eher keine dabei, denn den Inhalt dieser musste ich mir selbst erarbeiten.
    Nimm dir die Zeit und reflektiere dein tägliches Denken immer wieder aufs Neue. Du trägst die Verantwortung für deine Abstinenz und die innere Haltung, die dafür notwendig ist.
    Ich konnte daran wachsen. Alles andere hat dann seine Zeit auch bekommen.

    Durch das Sagen bzw. Schreiben "Ja ich bin Alkoholiker/-in" wird man sich selbst nochmal während des Sagens bzw. des Schreibens dessen bewusst.

    Ja und mehr noch, es zwingt mich, mich mit der Tatsache auseinanderzusetzen.

    "Ich bin Alkoholiker", das bin ich, da geht kein Blatt dazwischen. "Ich bin alkoholkrank" beschreibt faktisch das Selbe, ist aber die Beschreibung eines Zustands und es lässt viel Raum zwischen mir und dem erwähnten Zustand.
    "Ich bin alkoholkrank", da müssen die Ärzte was tun, da muss man Rücksicht auf mich nehmen, ich kann nichts dafür.

    "Ich bin Alkoholiker", ich muss die Verantwortung übernehmen und ich muss etwas tun, ich ganz alleine. Und ich kann etwas tun.
    Erst dann kann die Hilfe, die ich bekommen kann, auch hilfreich sein.

    "Ich bin Alkoholiker" habe ich in der ersten Sitzung mit meinem Therapeuten gesagt und Stunden später in der Gruppentherapie.
    Da war ich gerade mal 48h in der Klinik. Es fühlte sich verdammt komisch an, aber es hat etwas in mir geöffnet, denn unbändigen Willen dauerhaft abstinent zu bleiben.

    Ich werde mich hier die Tage verabschieden, dankbar für die Unterstützung. Macht euch keine Sorgen, ich komme wieder, da bin ich mir leider sicher.

    Du schreibst in Rätseln. Was ist das, ein Rückfall mit Ansage?

    Kein Grund wieder zu saufen, das löst auch kein Problem.

    Genau so ist es, aber nur nüchtern bist du in der Lage ein Problem anzugehen.
    Schreib dich hier frei. Alleine das Niederschreiben sortiert die Gedanken und manchmal auch die Probleme.

    Mich würde interessieren: Wie habt ihr für euch herausgefunden, warum ihr getrunken habt? Gab es bei euch einen Moment oder eine Erkenntnis, die euch geholfen hat, das zu verstehen?

    Verstanden habe ich es erst in der Auseinandersetzung mit mir selbst, meiner Krankheit und im Austausch in diesem Forum.
    Warum habe ich getrunken? Weil ich es wollte und später weil ich musste.
    Ich wollte heißt, ich wollte es, ich habe es zugelassen, ich habe die Risiken beiseite gewischt, ich wollte sie nicht sehen.
    Irgendwann war der Konsum so regelmäßig und hoch, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte.
    Ab da wollte ich kontrollieren, was ich aber nicht mehr konnte. Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken.

    Jetzt kann ich weiter fragen, warum wollte ich, warum habe ich es zugelassen und warum habe ich die Risiken ignoriert und mit den gleichen Antworten schließt sich der Kreis. Es bringt mich nicht weiter. Alkohol ist keine Option, Punkt, und daran ändert sich auch nichts, wenn ich die Gründe des Trinkens versuche zu ergründen.

    Die Suche nach den Gründen hatte für mich nur einen Sinn, schon mal gemachte Fehler nicht zu wiederholen, um die Abstinenz nicht zu gefährden.

    Ich habe die Suche beiseite gelegt. Wichtig war für mich eine stabile, zufriedene Abstinenz aufzubauen, denn wenn mir das gelingt, können mir Gründe des Trinkens über den Weg laufen, denn sie ändern nichts mehr an meiner Haltung und dem Fakt, dass Alkohol keine Option ist.

    Wenn ich aus irgendeinem Grund wieder trinke, dann weil ich es will, weil ich es zulasse. Und damit das nicht passiert, bin ich hier.

    Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das so klar und für mich überzeugend benennen konnte.

    Da bin ich bildlich mit meiner eignen Gedanken-Wunsch-Welt konfrontiert worden. Jetzt ist es mir klarer,welcher Knopf da bei mir gedrückt wurde und welche nicht realistische Sehnsucht ich da gefüttert habe.

    Es hat eine Weile gedauert, bis ich unterscheiden konnte, was meine Gedanken-Wunsch-Welt ist und welche die meines Suchthirns ist. Diese Szenen in Filmen bedienen das Klischee aus der Alkoholwerbung: Ein schönes Glas Wein oder Bier nach getaner Arbeit zur Entspannung, dann ist das Leben lebenswert.

    Die Erkenntnis, dass nicht ich das bin, sondern der alkoholkonditionierte Teil meines Gehirns, genannt Suchthirn, hat mich ein ganzes Stück weiter gebracht. Ich habe mir nicht mehr die Frage gestellt, wieso ich so denke, ich habe gelernt diese Gedanken, die nicht meine sind, zu erkennen, immer früher zu erkennen. Damit kann ich sie schnell beiseite legen und gut ist.
    Wie gesagt, das hat eine Weile gedauert und bis dahin war

    raus an die frische Luft

    eine gute Strategie.

    Die Suche nach dem "Warum", "Warum ich?" hatte ich auch und lese ich hier bei vielen.
    Die Suche hat für mich zunächst den Sinn ergeben, dass ich meine Abstinenz nicht mit bekannten Fehlern wieder gefährde.

    Die Grundbausteine und die Auseinandersetzung mit meiner Sucht haben irgendwann die Suche ruhen lassen.
    Das gilt für die Sucht.

    Mag sein, dass deine Trinkerei die Beziehung beendet hat und den Schmerz kann ich verstehen. Beziehungen zu Menschen kommen und gehen, was aber immer bleibt, bist du und du bist jetzt nüchtern, abstinent.
    Das nüchterne Leben liegt dir zu Füssen, du kannst es vielleicht noch nicht sehen, aber es ist da.
    Dieser nüchterne Lebens-Zug wartet nicht auf dich, du musst schon selber auf den Zug aufspringen, sonst siehst du nur die Wagons an dir vorbeifahren und das macht unzufrieden.

    aber dieses Familientreffen kann ich nicht ausfallen lassen! Es ist nur 1 x im Jahr und mir sehr wichtig

    Wichtiger als deine Abstinenz?

    Alkoholismus ist eine schwere Erkrankung und die kann ich nicht wie einen Schnupfen behandeln, indem ich zum Arzt gehe, der mir Medikamente verschreibt und ich mich eine Woche ins Bett lege, damit ich am Wochenende wieder das machen kann, was ich unbedingt machen möchte.

    Habt Ihr Tips fürs Wochenende für mich ?

    da wird wieder ordentlich Wein getrunken

    Ja, halte dich von Veranstaltungen mit Alkohol fern.
    Ich hatte da nichts zu suchen und auch heute überlege ich mir 2x wohin ich gehe.

    Es ist deine Entscheidung und deine Gesundheit.

    Für mich ist das Wortklauberei.
    Wenn ich als trockener Alkoholiker wieder getrunken habe, ist das ein Rückfall in nasse Zeiten und der ist ernst zunehmen und es hilft niemanden, wenn der Rückfall durch solche Wortschöpfungen relativiert wird.

    Tag zwei der Entgiftung, da ist einiges los in Körper und Geist.

    Trinken ist wichtig und wenn du 100 Mal auf die Toilette musst.

    Kennst du schon die Grundbausteine, lies sie dir durch.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    und dann noch der "Notfallkoffer". Hier findest du Möglichkeiten, aufkommendem Suchtdruck entgegenzuwirken.
    Probier aus, was die helfen könnte und packe deinen eigenen Notfallkoffer.

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Darin findest du auch die HALT-Regel, sie hilft um Suchtdruck zu vermeiden.

    Mir steht nicht zu über deinen Mann zu urteilen, aber für eine stabile Abstinenz sind seine Sprüche alles andere als hilfreich.
    Du wirst ihn nicht ändern können und wenn er trinken will, dann trinkt er. Und offenbar sieht er nicht die Notwendigkeit, dich zu unterstützen oder dich wenigstens in Ruhe deinen Weg gehen zu lassen.

    Aber du kannst etwas verändern. Was kannst du tun, um dich erstmal von ihm abzugrenzen, um dich und deine Abstinenz zu schützen? Ich denke diesen Kampf gegen ihn kannst du auf Dauer nicht durchhalten und es wäre doch schlimm, wenn du aufgeben würdest und wohlmöglich wieder anfängst zu trinken. Das ist ein Risiko für dich.

    Von ihm kannst du momentan kein Verständnis erwarten, aber du kannst Verständnis für deine Situation entwickeln und danach handeln.

    Sei dir wichtig, es geht um deine Gesundheit und dein Leben.

    Also im ambulanten Entzug engmaschig begleitet, das ist auch notwendig, da manche Medikamente selbst starkes Suchtpotential haben.

    Da du ab jetzt absinent bist, folge für den weiteren Austausch dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich schon vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Ok. Du schreibst, du hast es satt Alkoholiker zu sein.
    Alkoholiker wirst du dein Leben lang bleiben, aber durch absolute Abstinenz kann die Krankeit gestoppt werden.
    Dein Arztbesuch war genau der richtige erste Schritt.
    Wie bist du mit deinem Arzt verblieben, wann hast du deinen nächsten Termin?

    Hallo summsumm,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken gemacht hast.

    Alkohol ist ein Nervengift und zerstört Körper und Seele.

    Bevor der eigentliche Austausch beginnt, sind noch ein paar Basics zu klären.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk