Hallo,
Danke für eure Nachrichten. Ja Koda, ich bin schon viele Schritte gegangen, nur manchmal fühlt es sich nicht so an.
Wie heute zum Beispiel, ich bin seit gestern zu Besuch bei meinem Partner, er schläft eigentlich die ganze Zeit. Ich denke wenn er Mittags aufwacht, nach dem Essen werde ich wieder heimfahren. Und ich bin wieder mal super träge. Und male mir aus wie grau das alles wird wenn ich hier bleiben muss.
Ich sehe keine andere Möglichkeit. Auch meine Hündin zeitlich begrenzt wegzugeben ist in ihrer Verfassung keine Option. Sie ist sehr schwach auf den Beinen, knickt immer wieder vorne oder hinten ein. Tut sich schwer mit dem Aufstehen. Ich sehe nur dass sie trotzdem Freude empfindet, es genießt wenn sie gestreichelt wird und bei mir sein kann. Ich weiß nicht wie lange das noch gut geht, vielleicht noch Monate, aber ein Jahr oder so? Glaub ich nicht.
Das ist auch das einzige was mich hier hält. Und auch das einzig"positive" wenn ich hier bleibe, dass ich noch Zeit mit ihr habe.
Wäre es vielleicht möglich in deiner Wohnung zu bleiben und den Hund nur in die alte Wohnung zu bringen, wenn er alleine sein muss? Ihn dann wieder abzuholen und zu dir zu gehen?
Wäre sie gesund ginge das vielleicht sogar, aber sie kann auch keine Stufen mehr steigen ohne dass sie einknickt, ich möchte sie nicht 2 mal am Tag ins Auto wuchten müssen.
Ich würde auch besorgt sein, wenn mein Mann die Arbeit kündigt. Ich würde denken: du schaffst es doch nur nicht, weil du auf Droge bleibst - die Lösung ist doch nicht zu kündigen, sondern abstinent zu werden.
Da geb ich dir recht. Wäre er nüchtern hätte ich auch nicht ausziehen müssen, hätte er seinen Job noch, hätten wir uns gar nicht auf Therapie kennengelernt, usw.. ich nehme das deshalb so leicht mit seiner Arbeit weil dort wahnsinnig viel konsumiert wird. Im Aufenthaltsraum steht eine Kiste Bier, nach der Arbeit wird sich eines genehmigt, es konsumieren 4, 5 Leute Drogen. Nur die tun das halt mißbräuchlich, während mein Partner voll süchtig ist.
Er hätte aus meiner Sicht keine Chance dort nüchtern zu bleiben. Gut, ich weiß auch nicht ob er das schafft wenn er nicht dort arbeitet. Aber es ist eine Chance. Ich hänge noch! nicht viel dran, denn es gibt so feine Nuancen in unseren Gesprächen, da denk ich mir, okay so wirst du es nicht schaffen. Zum Beispiel Verzichtsgedanken. Oder auch das berühmte "das eine Bier macht ja nix" usw..
Ich kann mich noch gut erinnern, einmal, er war seit ein paar Wochen wieder zu Hause, es war ein schöner Sommertag, und er hat etwas unternommen. Hat sich ein kleines Städtchen angeschaut, alles malerisch und schön. Ja, und dann hat er, weils so schön war, ein Bier getrunken.
Für ihn, gar nicht schlimm. Zack, für mich der Anfang vom Ende. Es beginnt immer mit einem! Bier, mit einer! Line. Gaaanz harmlos.. oh man, innerlich bin ich dann so, ich würde ihn am liebsten rhetorisch (?) auseinandernehmen. Mir fällt jede unachtsame Bemerkung von ihm sofort auf. Aber seit Monaten sage ich ihm nichts mehr dazu. Weil ich kann es ihm aufzeichnen, vortanzen, was auch immer. Es geht in seinen Schädel einfach nicht rein. Oder nur kurzfristig. Vielleicht müsste er! sich mal so intensiv mit Sucht beschäftigen wie ich. Aber das tut er nicht.
Und ja, eins möchte ich noch sagen. Bezüglich Drogen und Alkohol. Ja, Drogen sind illegal und zerstörerisch, aber ich finde nichts so schlimm wie Alkohol. Wie brachial Alkohol wirkt. Bewußtseinsveränderungen im Minutentakt, Hemmschwellen gibt es fast keine mehr, das Agressionspotential steigt ins unermeßliche, Körperfunktionen können nicht mehr gesteuert werden.. und und und. Ja, es gibt auch Drogen mit verheerender Wirkung, aber ist mein Partner betrunken, halte ich Abstand, aus Angst vor der Unberechenbarkeit.
Ich sehe ihn auch nicht wenn er was anderes konsumiert hat, aber das wollte ich nur mal sagen, weil manchmal so getan wird, okay er säuft, aber Drogen?! das geht ja gar nicht..
So, nun habe ich mich ein bisschen reingesteigert beim Schreiben.. Wenn es erstmal in mir losgeht, weil ich mich mit dem Thema auseinandersetze führt eins zum anderen und ich könnte ewig weiterschreiben.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
Ach ja Elly nein, die zwei kennen sich nur durch mich, nein er ist kein Ex von mir. Was ich vielleicht noch zugestehen kann ist dass ich bereits voll in meinen Partner verliebt war als ich meinen Kumpel kennengelernt habe 
Alles Liebe, Alexa