Beiträge von Jump!

    Ganz herzlichen Dank für eure Antworten, Gedanken und Beiträge! Das hat wieder viel in mir bewegt.

    Mir ist klar geworden , dass ich mit dem Wort Abstinenz einen falschen Begriff gewählt habe.

    Ich habe ja in den letzten 15 oder 20 Jahren ab und zu Alkohol getrunken, nur halt nicht mehr oft und nicht mehr viel. Dass ich gar nichts mehr trinke ist ja jetzt erst seit Januar. Und das ist auch keine bewusste Entscheidung gewesen, sondern es hat sich von selbst so entwickelt. Weil ich zuerst regelrecht Ekel entwickelt habe, weil ich das mit dem Anfall meines Mannes verknüpft hatte. Und dann war es irgendwie "uninteressant" geworden. Das hatte ich mit "Klick" gemeint.

    Nein, ich glaube nicht, dass ich selbst Alkoholikerin bin. Aber ich wäre vielleicht eine geworden, wenn sein Alkoholismus mich nicht zum Bremsen gezwungen hätte.

    Ich hatte noch nie einen Kontrollverlust. Noch nie negative Folgen. Und es war viel zu einfach für mich nichts zu trinken.

    Das mit dem Gefühl von Verzicht ist vielleicht zu extrem rüber gekommen. Also ich habe jetzt nicht dauernd innerlich gemeckert. Aber manches habe ich vermisst, weil ich nun mal so sozialisiert bin, dass es bei vielem "dazu gehört". Ich weiß wie unpassend sich das hier anhört. Ich habe kürzlich im Netz diesen Titanic-Vortrag der salusklinik angehört. Da geht es um die Trinkkulturen. So meine ich das.

    Wir waren z.B. vor etlichen Jahren in Kuba unterwegs und in Trinidad an der spanischen Treppe trinken alle Mojitos und tanzen Salsa - und wir sind lieber wieder zurück in unsere Casa Particular, weil das zu viel getriggert hat. Wenn er dann Zuhause aber sowieso wieder trinkt, dann habe ich eben schon gedacht, na toll, ich schränke mich ein, verpasse da eine tolle Nacht, für nix und wieder nix.

    Der Punkt von Lea spielt auch noch eine Rolle. Es gab auch viele schöne gemeinsame Momente, die aber mit Alkohol verknüpft waren. Mein Mann ist eher still. Wenn er trinkt redet er mehr, dann unterhalten wir uns über alles mögliche, er wirkt viel offener. Auch das habe ich vermisst. (Aber dann kommt natürlich bei ihm der Kontrollverlust und dann ist gar nix mehr schön! Nicht dass das jetzt falsch rüber kommt).

    Gerade beschäftigt mich aber etwas ganz anderes...dazu nachher mehr.

    Wie ist das heute? Keine Erwartungshaltung mehr?

    Doch. Natürlich erwarte ich, dass er nicht trinkt. Was ich damit sagen wollte ist, dass ich es früher als Verzicht angesehen habe, dass ich selbst "wegen ihm" nichts trinken "darf". Und dann um so saurer war, wenn er es trotzdem macht.

    Ich wundere mich einfach, dass ich nie lese, dass es anderen so geht. Ja, es wird manchmal geschrieben, dass Cos wegen dem Alkoholiker mit "rein schlittern" oder dass sie ihm was weg trinken wollen, damit er weniger hat. Oder wegen ihm dann eben auch mehr trinken, um ihm nah zu sein oder es selbst besser auszuhalten. Aber da geht es dann ja immer um den Partner, der das auslöst, der ursächlich war.

    Wenn der Alkoholiker sich eingesteht, dass er einer ist, dann heißt das ja auch für mich als Partnerin, dass ich nichts mehr trinken sollte, mindestens in seiner Gegenwart. Das scheinen hier alle locker weg zu stecken. Für mich war das nicht so. Ich habe es vermisst. Das zuzugeben ist peinlich. Aber so war es.

    Der Wunsch doch irgendwie kontrolliert trinken zu können war nicht nur bei meinem Mann vorhanden, sondern ich habe mir ebenfalls gewünscht, dass er das kann.

    Da Du ja jetzt absolut geläutert bist und er ja nicht mehr darf/will, habt Ihr da noch Alkohol im Haus?

    Das "absolut geläutert" hört sich ironisch und ein wenig abfällig an. Vielleicht kam es zu pathetisch rüber von meiner Seite. Für mich ist das aber tatsächlich ein großes Ding, dass es sich für mich nun gut anfühlt. Vorher habe ich kopfmäßig versucht alles richtig zu machen. Jetzt ist es auch innen drin stimmig.

    Natürlich haben wir keinen Alkohol im Haus. Haben wir schon ewig nicht.

    Was ich sagen wollte ist, dass mich der Alkohol schon seit Geburt begleitet hat. Und für mich positiv assoziiert war. Durch meinen eigenen Alkoholmissbrauch war die Wahrscheinlichkeit einen Alkoholiker als Partner zu haben natürlich hoch. Hatte nichts mit Helfersyndrom zu tun bei mir. Nova hat das super ausgedrückt:

    dann hatte ich schon den Eindruck, dass einige gerne auch getrunken haben. Nur irgendwann einfach die Schnauze voll hatten von dem permanenten Zustand des Angehörigen und so immer weniger, besonders in seinem Beisein, getrunken haben.

    Gerade kommt mir noch der Gedanke, dass es vielleicht nicht nur der Anfall war, sondern die Auseinandersetzung hier im Forum, die dazu geführt hat, dass ich Abstinenz für mich anders bewerte/besetze. Ich es nicht mehr als notwendiges Übel sehe, sondern zufrieden bin damit. Für mich selbst.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    "Das arme Kind" soll der Arzt bei meiner Geburt gesagt haben. Meine Mutter schwört aber, dass sie nur ganz wenig, um anzustoßen, am Sekt genippt habe. Sie war gerade auf einer Feier.

    Als Kind mochte ich die süßen Liköre und ich glaube hier hatte ich auch schon die erste Wirkung gespürt.

    Mit 16, 17, 18 ging es dann los. Am Wochenende, bei Feiern, mit Freunden bei mir Zuhause. Niemals alleine, das war mir völlig fremd.

    Meine Eltern hatten einen unerschöpflichen Wein - Vorrat im Keller. Da konnte ich unbemerkt was abzweigen. Ich weiß noch wie meine Mutter einmal in meinem Kleiderschrank das Leergut gefunden hat - zig Flaschen. Da war was los. Sie wollte mich zur Suchtberatung schleppen, ich habe ihr den Vogel gezeigt.

    Als Studentin habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich ein Alkoholproblem haben könnte. Ich habe dann einen Selbsttest gemacht und nichts mehr getrunken. Nach drei Tagen haben mich meine Freundinnen gebeten aufzuhören, weil meine Stimmung unerträglich wurde.

    Ich bin ins Ausland gegangen. Dort war eine noch heftigere Trinkkultur als hier. Als meine trinkfesten Eltern mich besucht haben meinten sie anerkennend, dass ich jetzt "den letzten Schliff bekommen" habe.

    Alkohol war vollkommen normal, wenn ich mit anderen zusammen war. Jemand der keinen Alkohol trinkt wäre für mich "ein trockenes Brötchen" gewesen.

    Auf diesem Hintergrund habe ich meinen Mann dann mit Ende 20 kennen gelernt. Er sagt retrospektiv dass er damals schon Alkoholiker war. Es fällt mir schwer das zu glauben.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir zusammen gekommen wären, wenn ich es nicht selbst normal und gut gefunden hätte, dass abends getrunken wird.

    Manchmal habe ich mich schon gefragt ob ich stellvertretend über ihn meine eigene Sucht kontrolliere. Als er das erste Mal in der Reha war (vor 12 Jahren glaube ich) da hat mir seine Therapeutin die Leviten gelesen, dass wir Alkohol im Haus haben, dass ich selbst Alkohol trinke in seinem Beisein.

    Da habe ich Zuhause gar nichts mehr getrunken. Nur wenn ich weg war, aber das war dann nicht mehr oft - ich war ja nun älter - und dann auch nicht viel. Das ist mir auch nicht besonders schwer gefallen.

    Ich habe es ihm aber immer übel genommen, dass ich "wegen ihm" nichts mehr trinken darf. Für mich war das ein Verlust.

    In seiner zweiten Reha wurde mir gesagt es sei ein Zeichen von Co-Abhängigkeit, wenn ich wegen ihm selbst nichts trinke. Als i-Tüpfelchen war damals am Ende des Angehörigen-Seminars ein Pärchen "aufgetreten": sie Alkoholikerin, seit vielen Jahren trocken, er der Ehemann. Beide supersüße, tolle Leute. Sie hat dann erzählt, dass es ihr gar nichts aus macht, dass er Wein Zuhause lagert und trinkt, das sei seins. Er hat erzählt wie er das genießt. Aber kam für mich nicht in Frage. Alleine trinken fand ich seltsam.

    Ich habe es aber vermisst. Und wenn mein Mann dann doch wieder getrunken hat, dann war ich richtig sauer: ich bin abstinent und du säufst trotzdem!

    Nachdem er schließlich länger trocken war, nachdem er die richtigen Medikamente bekommen hatte und nachdem alles so viel besser wurde - dachte er, er kann jetzt ein alkoholfreies Bier trinken, dann ein Radler, dann ein Bier... Das war mir recht. Ich konnte auch wieder was trinken. Ich habe das genossen. Es ging auch erstaunlich lange gut.

    Ich habe aber nie mehr viel getrunken. Ich habe immer den Rückwärtsgang eingelegt, sobald ich den Rausch gespürt habe. Da war bei mir Schluss. Mir war es immer wichtig nüchtern ins Bett zu gehen. Wenn ich weg war habe ich Zuhause noch Tee getrunken und bin auf geblieben, um runter zu kommen. Wir hatten ja einen Alkoholtester und wenn ich dachte jetzt habe ich bestimmt viel, dann habe ich gepustet und es war immer unter 0,5 . Ich habe mich dann gewundert, dass man damit sogar noch Autofahren dürfte. Mir kam es mehr vor.

    Ich kürze jetzt mal ab:

    Erst durch den epileptischen Anfall meines Mannes ist bei MIR jegliche Lust auf Alkohol komplett weg gegangen. Ich selbst habe seit damals, Anfang Januar, keinen Tropfen mehr getrunken und auch überhaupt keine Lust mehr darauf gehabt. Ich glaube ich weiß jetzt was "zufriedene Abstinenz" heißt. Früher dachte ich immer es bedeutet, dass jemand den Verzicht auf Alkohol kompensiert bzw. es halt schafft "trotzdem" zufrieden zu sein. Jetzt glaube ich, es heißt, dass ich Abstinenz gar nicht mehr als etwas Nachteiliges sehe, sondern tatsächlich froh damit bin. Ohne Gefühle von Verlust. Sondern dem Gefühl von Gewinn. Für mich war der Anfall ein Tiefpunkt, der bei mir Klick gemacht hat.

    Ich glaube dennoch nicht, dass ich Alkoholikerin bin. Ich habe früher sicherlich Alkoholmissbrauch betrieben. Und ich hatte Glück, dass es nicht zur Sucht wurde.

    Noch eins, was mich gedanklich hindert: ich trinke ab und an gerne mal einen Whisky oder einen Cocktail, das sollte ich doch dann wohl auch aufgeben

    Ich hole das mal zu mir und schreibe gleich was dazu. Ich wundere mich nämlich schon seit langem, dass auf der Co-Seite fast immer betont wird, dass selbst (fast) nichts getrunken wird.

    Ich bin mir sicher, dass ich erst gar nicht mit meinem Mann zusammen gekommen wäre, wenn ich nicht selbst "gerne" getrunken hätte... aber ich nehme meinen Mut zusammen und erzähle nachher mal von vorne...muss mich erst noch ein bisschen sortieren.

    Liebe Dobby,

    die eigene Hilflosigkeit gegenüber dem süchtigen Verhalten des Partners ist schwer auszuhalten. Das weiß ich leider selbst zu gut. Du schreibst:

    Ich bin noch nicht soweit, ihn aus meinem Leben zu streichen. Ich weiß nur, dass es so nicht weitergehen kann.

    Vermutlich wird es dann allerdings so weiter gehen. Du kannst nur entscheiden was du für dich selbst machen kannst. Ihn wirst du nicht ändern. Das kann er nur selbst.

    Du hast geschrieben, dass ihr euch nur am Wochenende seht, weil er weit entfernt arbeitet. Das heißt er hat dort eine eigene Wohnung? Dann bekommst du ja vielleicht auch vieles nicht mit.

    Du schreibst, dass ihr so einen harmonischen Abend hattet und du erst beim zu-Bett-gehen gemerkt hast wie betrunken er war. Das hört sich für mich nach einer starken Gewöhnung an. Also einerseits bei ihm, wenn er trotzdem noch klar wirkt, aber auch bei dir, dass du es anscheinend gar nicht mehr wahr nimmst. Das meine ich nicht vorwurfsvoll. Ich selbst habe früher auch nicht mehr gemerkt, dass mein Mann stark alkoholisiert war, weil er Spiegeltrinker ist und eben immer "so" war.

    Du schreibst, dass du einen Suizidversuch hinter dir hast. Dass du aber keine Psychotherapie machen kannst, weil du selbst Therapeutin bist. Wie kommst du denn darauf? Das ist doch Quatsch. Natürlich solltest du zu jemandem gehen der/die dich nicht kennt. Aber abgesehen davon kannst du dir natürlich genauso wie jede andere Hilfe suchen. Ich denke, wenn du offen sagst, dass du eine Kollegin bist, dann wirst du sogar bevorzugt einen Platz bekommen. Solltest du in einem kleinen Ort wohnen, wo sich alle untereinander kennen, dann müsstest du vielleicht in die nächste Stadt. Oder du könntest auch um eine Video-Therapie bitten bei jemand weiter entfernten - seit Corona wird das ja von vielen angeboten.

    Ich hänge noch daran, dass du formuliert hast, dass dein Mann dich in den Suizidversuch "getrieben" hat. Es ist erschreckend, dass du sogar eher deinem Leben ein Ende setzen wolltest, als ihn zu verlassen.

    Du hast ihm sein Fremdgehen verziehen. Hast euer Haus verkauft, um damit seine Schulden abzutragen. Wo kommst DU selbst? Mit deinen eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Grenzen?

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe Judith,

    es tut mir sehr leid! Es ist schlimm einen Suizid zu erleben.

    Ja, die Suizidrate bei Alkoholkranken ist hoch. Ich hatte früher auch manchmal Angst, dass mein Mann sich umbringt. Und kenne das leider auch aus dem Umfeld.

    Aber auch bei nicht-Alkoholikern kommt Suizid häufiger vor als viele denken. Für die Angehörigen ist es oft mit schrecklichen Schuldgefühlen verknüpft, weil sie denken sie hätten es merken müssen, verhindern müssen. Aber leider ist dies nicht möglich, wenn der Betroffene das nicht will. Du konntest nichts tun!

    Es gibt spezielle Hilfe für Trauernde, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben. Zum Beispiel AGUS. Dort gibt es auch ein Selbsthilfe-Forum, glaube ich. Vielleicht ist das hilfreich für dich.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe Momo,

    ich kann das sehr nachfühlen. Zu sehen, dass jemand in der Sucht unter geht ist schlimm. Das ist kaum auszuhalten.

    Manche Freunde von mir verstehen nicht, warum ich für ihn Mitgefühl habe

    Ich glaube, dass bei vielen einfach immer noch nicht angekommen ist, dass es sich nicht um Willensschwäche, sondern um eine schwere Krankheit handelt. Das ist aber auch trotzdem kein Freibrief, schon gar nicht für Gewalt!

    Ich denke es ist halt auch eine Co-Falle sich zu sagen: er kann ja nichts dafür, er ist krank und dadurch dann die eigenen Grenzen zu missachten.

    Was mir aber auffällt ist, dass du die Trennung mit seinem Absturz verknüpfst:

    er so abgestürzt ist jetzt nach der Trennung. Mich quälen die Gedanken, ob die Trennung hätte anders laufen können. Ich fühle mich schlecht dafür

    Und DAS ist für mich der Knackpunkt. Er stürzt ab weil er süchtig ist - und nicht wegen der Trennung oder der Art der Trennung oder sonst irgendwas was du hättest machen können.

    Das ist für mich selbst gerade ein wichtiger Punkt mit dem ich mich auseinander setze. Hier auch meinen eigenen "Größenwahn" zu sehen, wenn ich tatsächlich denke ich hätte Einfluss. Nein, leider habe ich gar keinen entscheidenden Einfluss, keine Kontrolle, nix.

    Manchmal konnte ich eine Trinkpause einleiten oder ich konnte den Exodus raus zögern. Das hat mir dann das Gefühl vermittelt ich hätte doch irgendwie das Steuer in der Hand. Ist aber nicht so.

    Diese Hilflosigkeit ist so schwer auszuhalten.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe Alexa,

    wow, du überraschst mich immer wieder. Ich habe mittlerweile so viele Bilder von dir im Kopf.

    Da ist die ironische, witzige Alexa. Die ängstliche Rückzugs-Alexa, die Weltraum-Alexa, die Mitgefühls- und mutige, sanfte Sich-zeigen Alexa. Da ist die taffe Geschäftsfrau. Die Glitzer-Nagel-Designerin. Der Fels in der Brandung. Da ist die Mutter, die Partnerin. Die Hexen-Freundin. Die Frau die so viel gibt, aber auch nehmen kann. Das Frauchen für den Hund. Das Vorbild. Die, die so sehr mit den Grenzen ringt. Die mit offenen Karten spielt. Da ist die Prinzessin. Und für mich ist da so ein wichtiger Anker im Forum ❤️

    Ich habe mal zwei organisatorische Fragen/Bitten.

    Erstens wollte ich bitten meinen Namen nur in "Jump!" zu ändern. Und den Titel in: Aus dem Hamsterrad. (Neustart kann weg)

    Das war damals eigentlich schon meine Intention, aber ich kam mit den Feldern nicht klar 🤷.

    Zweitens will ich was wegen den Einstellungen fragen. Immer wenn ich irgendwo was schreibe, dann wird der entsprechende Faden automatisch von mir abonniert. Und dann habe ich extrem viele rote Benachrichtigungspunkte was mich stresst.

    Ich hab dann schon die Benachrichtigungen abgestellt, aber manche will ich ja auch bekommen.

    Habe dann schon alle abonnierten Themen gelöscht, aber auch hier ist dann ja alles weg. Und dann habe ich manches wiederum nicht mehr mitgekriegt.

    Gibt es nicht die Möglichkeit selbst zu entscheiden welchen Faden ich abonnieren will? Oder die Möglichkeit einzelne abonnierte Fäden wieder zu löschen? Ich sehe da nur: alle löschen

    Finde ich nur nicht die richtigen Tasten?

    Jump! 🤔

    Liebe hoffnungsvolle Alexa,

    das mit deiner Wohnung hört sich herrlich an! Dein eigenes Reich. Ich stelle sie mir vor wie eine richtige Wohlfühl-Oase.

    Dass du meinst ihr "müsst" dort jetzt erst Mal zusammen wohnen, finde ich sehr unglücklich. Gibt es da denn wirklich keine andere Lösung? Was wäre denn gewesen, wenn es die Wohnung noch gar nicht gäbe?

    Weißt du, ich finde, gerade am Anfang wäre es wichtig die Wohnung wirklich ganz alleine zu "besetzen". Als Neuanfang. Als aktiver Schritt hin zu dir selbst. So werden die Grenzen schon direkt wieder aufgeweicht.

    Für mich wäre es auch emotional ein großer Unterschied, ob ich selbst gehe. Oder ob dann der andere geht (nachdem er dann ja bei dir gewohnt hat). Dann ist da schon so viel Miteinander drin. Kann's nicht gut erklären. Ich muss an das Räucher-Ritual deiner Freundin denken. Als ob dann die Energien wieder drin stecken. (Ich bin eigentich null-komma-null esoterisch).

    Ich mache mir ja auch viele Gedanken, was ich mache, wenn... Geht er, gehe ich? Und für mich glaube ich, es wäre besser, wenn ich diejenige bin die geht, genau aus dem Grund, weil es für mich dann ein echter Neuanfang wäre. Irgendwie stelle ich mir dann immer vor wie ich an einem geöffneten Fenster stehe und alles frisch und hell ist um mich herum und ich nach vorne in die Ferne blicke. Na ja, in echt würde ich wohl nur gegen eine andere Hauswand gucken und heulend im Bett liegen 🤪...aber wer weiß, manchmal überrasche ich mich auch selbst.

    Wenn ich lese, dass jemand so viel raucht, dann krampft sich bei mir immer alles zusammen, weil mein Vater über viele Jahre sehr langsam und qualvoll an COPD zugrunde gegangen ist.

    Nikotin-Sucht ist eine sehr starke Sucht. Komischerweise gibt es dennoch Leute, die nach vielen Jahren relativ problemlos aufhören können. Und andere die es wollen, aber nicht schaffen, heftige Entzugserscheinungen bekommen.

    Muss da auch an den Vortrag eines Suchtklinik-Direktors denken. Er sprach über Statistiken, Rückfallquoten und so. Und meinte die meisten von Ihnen (den Alkoholikern, die im Publikum saßen) werden nicht an den Folgen des Alkoholismus sterben, sondern an den Folgen des Nikotin-Konsums.

    Na ja, bringt ja nix. Auch hier kann ich nichts machen. Ist ja deine Entscheidung.

    Mit dem Essen, da musste ich an "Genuss-Training" denken. Blödes Wort für eine feine Sache: es geht darum, das Essen bewusst zu entdecken. Fühlen, riechen, mit verbundenen Augen schmecken, die Konsistenz wahr nehmen, ganz achtsam und langsam.

    Du hattest ja schon mal geschrieben, dass es viel um Selbstfürsorge geht. Das ist ein so wichtiges, spannendes Thema. Besonders im Hinblick auf Co-Abhängigkeit.

    Ich wünsche dir hier auch Neugier auf dich selbst und darauf was noch alles in dir steckt.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Ich sehe da in allererster Linie getränkte Eitelkeit.

    Früher ist er spätestens nach zwei Tagen wieder "reumütig angekrochen gekommen" und du konntest ihn großmütig wieder aufnehmen. Jetzt bleibt der doch tatsächlich weg. Das macht dich wahnsinnig.

    Co-Abhängigkeit heißt nicht automatisch, dass jemand das arme Opfer ist.

    Ich habe den Eindruck hier geht es vor allem um Macht (und Ohnmacht). Es ist noch keine vier Wochen her, dass dein Mann gegangen ist und du reichst bereits die Scheidung ein. So was habe ich noch nie gehört. Ich gaube du wollest ihn damit zu einerReaktion zwingen. Ihm zeigen wo der Hammer hängt? Ihn wieder auf Spur bringen?

    Er ist ein Alki und nicht zurechnungsfähig, deshalb klappts nicht

    Und du hast also rein gar nichts mit irgendwas zu tun. Nur das arme Opfer?

    Reflektion hat etwas mit Innehalten, mit Zeit, mit Ernsthaftigkeit zu tun. Bei dir kommt ein ungefiltertes rausschießen von Emotionen , gefühlt im Minutentakt.

    Ich zieh mich da jetzt raus.