Beiträge von Jump!

    Liebe Foxi, ja, ich finde es absolut verständlich und richtig, dass du dich abgrenzt. Und ich habe mich auf die anderen Kommentare bezogen. Ich fand es gut, dass du bei dir geblieben bist, geantwortet hast, dass du keine innere Kapazität mehr für das alles hast.

    Das geht ja ganz ohne zu spalten. Hast du auch nicht. Du bist bei dir geblieben.

    Und klar ist es ein Unterschied, ob ich es den Geschwistern mitteile, oder mich an eine selbst völlig aufgelöste Mutter wende, die klar gesagt hat, dass sie Abstand braucht. Ich weiß ja nicht was "dringend" heißt. Was ihr vereinbart habt.

    Ich selbst hätte es gar nicht ausgehalten nicht zu erfahren was genau jetzt so dringend ist. Das entsprechende Kopfkino wäre schlimmer gewesen, als es zu wissen. Es sei denn natürlich, das kommt dauernd vor und ist immer dieselbe Leier.

    Vielleicht wart ihr auch ihre Traum-Schwiegereltern. Die Familie meines Mannes hat mir gesagt, dass ich für sie immer Teil der Familie bleibe. Aber er eben nicht, wenn er nicht die Kurve kriegt. Und da sind die knallhart. Okay, die wissen auch genau von was sie reden. Und es geht um über 25 Jahre.

    Alles Gute dir, liebe Foxi... von Jump! 🏵️

    Guten Morgen,

    mich wühlt es sehr auf das zu lesen.

    Die Schwiegertochter hat nur geschrieben es ist dringend und sie bittet um Rückruf, oder? Alles andere ist Spekulation. Sie meldet sich auch nicht andauernd. Hat sich eine eigene Wohnung gesucht.

    Klar, ich bin identifiziert mit ihr. Wenn das "unterste Schublade" war, dann bin ich auch unterste Schublade. Ich habe mich in meiner Verzweiflung damals auch an die Geschwister meines Mannes gewandt und die fanden das richtig und gut. Ohne dann selbst in eine Co-Rolle zu gehen, sondern sie haben mich unterstützt.

    Hier sind schon öfter abwertende Kommentare über die Schwiegertochter gefallen. Sie ist genauso im Suchtstrudel gefangen wie ganz viele hier im Forum. Wie ich.

    Angeblich haben es Partner*innen ja "leichter" als Eltern. Pustekuchen. Die Verstrickung ist anders, aber beides ist schlicht nicht vergleichbar.

    Das ist pure Verzweiflung bei ihr und keine Schublade oder Manipulation. Dennoch verstehe ich, dass ihr euch abgrenzt. Und dass das bestimmt schwer ist.

    Ich habe 7 Jahre gebraucht um die Erkenntiss zu gelangen, dass es so nicht mehr weitergeht und die Trennung durchzuziehen.

    Dann warst du fast vier Mal so schnell wie ich. Und ich bin noch nicht mal getrennt, sondern nur ausgezogen.

    Ich war oft sehr unzufrieden mit mir, besonders wenn ich hier im Forum gelesen habe wie manche Co's das verhältnissmäßig schnell durchgezogen haben. Ich habe ihre Konsequenz und Klarheit bewundert und mich gleichzeitig so schwach und minderwertig gefühlt

    Hmm, wüsste jetzt auf die Schnelle nicht wer das sein soll. Es ist ja alles ein schleichender Prozess, zuerst bis es immer schlimmer wird, dann das Eingeständnis, dass es nicht mehr besser wird, dann die ganzen Wenn's und Aber's, bei manchen Versprechungen, Manipulation, Hoffnung, finanzielle Sorgen und und und.

    Ich habe den Eindruck wer ins Forum kommt holt die Katze aus dem Sack. Und der Rest kommt Schritt für Schritt.

    Liebe Ella, ich kann das sehr gut nachfühlen. Hätte von mir sein können.

    Was mir hilft ist, mir immer wieder zu sagen, dass ich es nicht ändern kann. Dass ich machtlos bin. Und dass er selbst weiß welche Schritte nötig wären. Und dein xy hat ja sogar einen Betreuer.

    Ich habe so ein Kopfkino nur durch Ablenkung weg bekommen. Raus gehen an die Luft, laufen. Aber auch durch das Schreiben und Lesen hier.

    Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich das für mich, so von außen mit klarem Bewusstsein, schlimmer angefühlt hat, als für meinen Mann selbst, der ja dann in seiner eigenen Welt war. Zumindest nachträglich hat er das immer als weniger dramatisch beurteilt, als ich dachte. Das ist auch etwas, was ich mir immer vor Augen halte.

    Ich weiß noch, dass es letztes Jahr um diese Zeit ganz ganz furchtbar war. Und ich dann aber auf einen kleinen Weihnachtsmarkt gegangen bin. Hatte mich regelrecht gezwungen. Und plötzlich hatte ich trotzdem einen so schönen Abend und eine unerwartet nette und lustige Begegnung. Es kam mir fast grotesk vor. Aber war so wichtig.

    Ich habe aber auch akzeptiert, dass ich manche Gedanken einfach nicht abstellen kann. Ich war dann möglichst gut und liebevoll zu mir selbst und habe aufgepasst, dass ich gut esse, mich bewege, raus gehe, mich verabrede. Manchmal habe ich auch überreagiert und mir viel mehr Sorgen gemacht als nötig.

    Mittlerweile fühle ich mich fast ein bisschen abgebrüht. Der Abstand durch meinen Auszug in meine eigene Wohnung hat einen riesigen Unterschied gemacht. Aber natürlich nicht sofort, das hat sich nur langsam aufgebaut.

    Ich glaube dein xy hat früher auch viel bei dir gewohnt. Das heißt du hast noch diese ganzen Szenen im Kopf. Bei mir wurde es durch den Abstand langsam besser.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Ähm, jetzt wahrscheinlich unpassend, aber das:

    Und nun weiß ich wieder, das ich vieleicht lieber doch nicht auf andere posts antworten sollte. Andere hier können viel bessere, konstruktiviere und respektvollere Unterstützung bieten.

    wollte ich natürlich keinesfalls bewirken. Wie gesagt lese ich dich gerne.

    Ich denke dann eher, dass ich selbst mich vielleicht einfach komplett aus dem Offenen raus halten sollte. Ich weiß ja auch selbst noch wie verletzlich ich am Anfang war und wie jede kleinste Kritik mich direkt durch und durch erwischt hat innerlich. Anscheinend komme ich trotz Bemühen auch immer wieder viel härter rüber als ich will. Dabei verstehe ich dich wirklich gut.

    Wahrscheinlich bewirkt das, dass ich hier völlig hohl drehe.

    Dann schreib danach hier. Das festigt die inneren Schrauben 😉.

    Und by the way: ich würde es der Schwester erzählen, wenn sie fragt was los ist. Ist ja sonst so ein ungutes, belastendes "Geheimnis" und eigentlich auch Teil der Co-Abhängigkeit den xy zu "decken". Geht ja nicht drum ihn "schlecht zu machen" oder die Schwester anzuspitzen ihm zu helfen. Ist eine sachliche Antwort. Und bedeutet du gehst den geraden Weg und lässt dich nicht auf Versteckspiele ein.

    Ich selbst habe damals die Geschwister meines Mannes informiert. Von mir aus. Weil ich fand sie sollten das wissen, bevor er irgendwann tot da liegt und sie mir Vorwürfe machen, weshalb ich nie was gesagt habe. Ich habe dann vor allem Hilfe und Unterstützung für mich selbst bekommen. Ein Bruder hat sogar den Umzug für mich organisiert...

    Okay, ich schreibe schon wieder zu viel 🙈.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe Bergdohle ,

    ich lese deine Beiträge gerne und finde deine Schritte in ein unabhängiges Leben auch tapfer und gut. Nur dieser Satz hat mich etwas schockiert:

    Ich bin sogar einen Schritt weiter gegangen. Ich habe meinen Mann fotografiert bzw. gefilmt, wenn er besoffen auf der Couch geschnarcht hat. Und wenn ich mir diese erbärmlichen Fotos/Videos ansehe, weiß wieder, warum ich mich getrennt habe...

    Ich verstehe weshalb du das gemacht hast, aber für mein Empfinden geht das zu weit. Hier geht es um Persönlichkeitsrechte. Jemanden "besoffen" zu filmen, während er schläft ist meiner Ansicht nach nicht in Ordnung. Da ist eine Grenze. Auch wenn du das niemand anderem zeigst, wovon ich ausgehe. Es ist demütigend. So empfinde ich es.

    Du erlebst es bestimmt anders und ich verstehe, dass du das nur für dich selbst gemacht hast. Ist mein Gedanke dazu.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Huhu, ich hol' mal meinen Faden aus der Versenkung...von Seite 5...war echt lange nicht hier.

    Ich möchte meine Gedanken zu einigem teilen, was ich hier gelesen habe, will aber auch die anderen Fäden nicht überstrapazieren, deshalb hol' ich's zu mir.

    Wir alle haben uns Jahre und Jahrzehnte aufgeopfert

    Ich nicht. Also ich würde nicht sagen, dass ich mich aufgeopfert habe. Das klingt so nach Mutter Teresa, völlige Hingabe oder so.

    Ich habe versucht irgendwie klar zu kommen. Ich wollte nicht "alles" verlieren und nicht akzeptieren, dass es nicht besser wird.

    Auch das:

    Alles was man tut und denkt ist ausgerichtet nach dem Süchtigen.

    war bei mir nicht so. Nicht alles. Es wurde aber mit der Zeit immer schwerer die Brisanz der Symptomatik zu ignorieren.

    Ich glaube auch nicht, dass ich im engeren Sinne helfen oder retten wollte und will. Ich wollte wieder ein schönes gemeinsames Leben haben. Ich habe ja auch viel bekommen - bevor es immer extremer gekippt ist.

    Das Helfersyndrom...als ein Argument, warum das so schwierig ist, loszulassen.

    Ja, das sehe ich genauso. Ist für mich ähnlich, wie wenn mein Mann sagt: ich bin Alkoholiker - deshalb muss ich trinken. Also ein Argument zum weitermachen und nicht zum aufhören. Auch wenn ich verstehe was er meint. Das ist es, was meinte als ich kürzlich geschrieben hatte: Co-Abhängigkeit ist keine Ausrede.

    Dazu möchte ich ergänzen: Nur nicht trinken reicht nicht." Ist ein zentraler Leitsatz für uns Alkoholiker, die den Rest ihres Lebens abstinent bleiben wollen.

    Dass er auch für Co-Abhängige bedeutsam ist, wird hier gerade durch Eure Beiträge deutlich.

    Das habe ich jetzt schon oft hier bei den Cos gelesen: Nur nicht trinken reicht nicht. Ich habe den Eindruck, dass der Satz aber in einen falschen Zusammenhang gesetzt wird. Gemeint ist doch, dass es für den Süchtigen nicht reicht sich nur vorzunehmen nicht zu trinken, sondern dass er Risikominimierung etc. machen sollte.

    Hier wird es aber oft als Forderung der Cos formuliert, dass außerdem eine Persönlichkeitsveränderung stattfinden soll, der Partner liebevoller, aufmerksamer werden, vielleicht auch die schlimme Zeit wieder gut machen soll? Also dass es ihnen nicht reicht, wenn der Partner nur nicht mehr trinkt.

    Das ist was anderes, oder? Wie in diesem überstrapazierten Bild vom Frosch der von der Co an die Wand geworfen wird und wird zum Prinzen. Das suggeriert das ja. Und da kommt dann aber kein Prinz, sondern halt nur ein trockener Frosch. Oder aus einer Wasserschildkröte ist dann nur eine Landschildkröte geworden.

    Vielleicht merke ich dann, dass ich vorher immer alles nur am Alkohol festgemacht habe: wenn er nicht trinkt dann ist alles gut. Aber ist es bei manchen vielleicht nicht, aus Gründen. Es passt nicht mehr. Aber ihm dann zu sagen: DU musst dich ändern, nur nicht trinken reicht nicht - hört sich für mich an wie: du bist derjenige der falsch ist, erst säufst du und jetzt ist dies das jenes.

    Oder ich sag's anders: für mich würde es reichen, wenn mein Mann nicht trinkt. Für ihn aber vermutlich nicht, weil zur Abstinenz mehr gehört. Andere merken vielleicht, dass sie doch nicht mehr zusammen passen und die Sucht das verdeckt hatte. Und auch hier bleiben ich bei mir, bei meinen Werten und Standards und wenn es partout nicht passt kann ich gehen.

    Lebenskuenstler , ich verstehe was du du sagen willst. Und deine Perspektive rüttelt auch auf. Allerdings erleben viele Angehörige hier aber etwas völlig anderes als das was du von dir beschreibst: es wird manipuliert, gelogen, appelliert, versprochen, es gibt gemeinsame Kinder, finanzielle Ketten, Phasen der Hoffnung, Bitten um Hilfe, Therapieversuche, Ausreden, Mitgefühl und und und. Du beschreibst es so, als ob du damals sehr klar deutlich gemacht hast du willst deine Sucht ausleben, andere sollen sich gefälligst raus halten, wussten das auch von Anfang an etc.

    Hier stehen einige Cos vor dem Problem, dass ihre Männer nicht aus der Wohnung ausziehen, immer wieder angelaufen kommen, Versprechungen machen, um Hilfe bitten und alles schleichend und langsam anfing...eine andere Dynamik.

    Alles Liebe euch von Jump! 🏵️

    Liebe Lananana, um Himmels Willen, das tut mir jetzt leid, wenn das anscheinend schroff gegen dich rüber kam.

    Ich weiß nicht, warum dich das SEHR wütend macht - weil er das gesagt hat? Weil ich das zitiert habe?

    Es tut mir leid - ich habe deine Wur nicht erwartet - und auch nicht gewollt - und doch hoffe ich, dass ich diese und andere Erfahrungen hier lassen darf.

    Natürlich bin ich dankbar, wenn du deine Erfahrungen schilderst. Und natürlich war ich nur empört, weil er das gesagt hat. Und ich bin nicht auf DICH wütend, sondern auf seine Aussage. Mir war schon klar, dass er das retrospektiv nüchtern gesagt hat. Aber zu sagen, er hätte eher die Motivation gehabt mit dem Trinken aufzuhören, wenn seine Mutter ihn nicht immer wieder aufgefangen hätte...das zeigt mir, dass er auch nach LZT und pi pa po immer noch nicht selbst die Verantwortung übernommen hat. Jetzt soll die Mutter auch noch "schuld" sein, dass er nicht vorher aufgehört hat. So hört es sich für mich an. Und ich glaube das auch nicht.

    Ich verstehe ja total deinen Punkt Lananana, aber wenn ich das Zuende denke, dann läuft es immer wieder darauf hinaus, dass Cos vorgeworfen wird sich "suchtfördernd" zu verhalten. Also im Grunde das selbe wie wenn der Süchtige sagt: du bist schuld, wegen dir muss ich trinken, weil du dies, das, jenes gemacht oder gesagt hast. Nur diesmal von pseudo-professioneller Seite.

    Ich finde da wird etwas verdreht. Der Süchtige trinkt weil er süchtig ist. Und nicht, weil die Angehörigen alles falsch machen.

    Es tut mir wirklich leid, wenn das jetzt als Vorwurf an dich rüber kam. Mir geht es darum, dass wir machtlos sind. Machtlos in beide Richtungen. Es liegt weder an mir ob jemand weiter trinkt, noch ob er aufhört.

    Ich sehe das anders.

    Ich möchte mir weder den Schuh anziehen "durch-nicht-Hilfe-zu-helfen", noch mir sagen lassen, dass ich die Sucht "unterstütze" und genauso wenig sehe ich mich in der Pflicht einen Tiefpunkt herbei zu führen.

    All das weist mir weiterhin eine Verantwortung zu, die ich unangemessen finde.

    Natürlich bin ich im Nachhinein immer schlauer. Aber das kann ich nun mal erst hinterher wissen. Diesen Satz finde ich daher nicht okay:

    Schlimmstenfalls stirbt er und dann muss man mit seinen Entscheidungen leben.

    ER muss dann die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen tragen. Aber ich will mich da nicht verwickeln lassen.

    Klar weiß ich wie es gemeint ist! Ich will nachher in den Spiegel schauen und mir nichts vorwerfen. Aber aus meiner Sicht ist genau das ein typisches Co-Denken und eine völlige Überforderung. Und ungerecht.

    Ich versuche mir immer wieder klar zu machen, dass mein Einfluss letztlich gering ist. Und ich hier sicherlich keine "Schuld" habe. Es ist eine Krankheit, mit einer eigenen Dynamik.

    So etwas:

    mein Ex-Freund hat gesagt, ER hätte mehr Motivation gehabt, sich (früher) mit seiner Situation/Sucht auseinanderzusetzen, wenn seine Mutter nicht immer wieder für Kost und Logis eingesprungen wäre …

    macht mich SEHR wütend! Was für ein Bullshit! Nasses Denken bis zum geht-nicht-mehr behaupte ich jetzt mal.

    Was mich auch ärgert ist das angebliche "Helfersyndrom" von Angehörigen. Zu unterstellen wir würden das machen, um unseren Selbstwert zu erhöhen oder weil es so toll ist gebraucht zu werden.

    Das ist ein Überbleibsel von längst überholten Behauptungen, die leider immer wieder aufgewärmt werden. Es mag einige wenige betreffen, so wie es das auch in anderen, nicht-suchtbezogenen Konstellationen gibt. Aber es wird übergenerallisiert und wird den Angehörigen nicht nur nicht gerecht, sondern stigmatisiert sie.

    Foxi, was ich noch nicht verstehe ist, was es nutzt, wenn du deinem Sohn nun drei Monate Geld gibst? Davon bekommt er ja keine Wohnung? Jetzt ist er ja noch in der Klinik, wenn ich das richtig verstehe. Dort kann er sich an den Sozialdienst wenden. Und wenn er jetzt klar im Kopf ist, kann er weiter planen. Er könnte ja auch jobben, eine Aushilfsarbeit annehmen, um an Geld zu kommen... Bis vor kurzem war er ja noch berufstätig, also vollkommen hilflos stelle ich ihn mir jetzt nicht vor. Ich sage das auf dem Hintergrund, dass ich meinen eigenen Mann oft als hilfsbedürftiger wahrgenommen habe, als er dann tatsächlich war.

    Vielleicht noch zwei Erfahrungsberichte von mir:

    Mein Onkel war Alkoholiker. Er hatte einen sehr erfolgreichen Betrieb, eine Frau, ein Kind, eigenes Haus. Ein lieber, fleißiger Mensch. Alle haben alles versucht Aber er hat alles verloren. Und wurde tatsächlich obdachlos. Schlimm. Auch für seine Mutter, meine Oma. Auf der Straße hatte er dann seinen Tiefpunkt. Entzug. Reha. Meine Tante hat ihn wieder aufgenommen und er blieb trocken bis zu seinem Tod.

    Der Bruder meines Mannes war Alkoholiker. Hat es nie abgestritten. Hat sich bei seiner Mutter "eingenistet" im alten Zimmer seines Vaters, auch Alkoholiker und "endlich" tot, denn er hatte der Familie das Leben zur Hölle gemacht. Damit seine Mutter endlich Frieden findet, hat mein Mann dafür gesorgt, dass sein Bruder auszieht. Er war dann obdachlos. Er wollte aber dennoch immer weiter trinken. Er hat das explizit so gesagt. Hat schließlich einen Platz im betreuten Wohnen bekommen bis er mit Anfang 60 gestorben ist. Zwischendrin musste er als Auflage vom Sozialamt in Reha gehen, weil sie ihm sonst die Bezüge gestrichen hätten. Hat er also gemacht. Und direkt auf dem Rückweg weiter getrunken. Er war allerdings zufrieden damit.

    Ich kenne leider noch viele weitere Alkoholiker. Nicht obdachlos. Berufstätig. Liebende Menschen um sich. Manche trinken heute noch. Mehrere sind tot, Suizid, Folgen des Saufens...alles dabei. Ganz ohne Obdachlosigkeit. Trocken wurde keiner.

    Entschuldige die Länge meines Beitrags. Was ich sagen will ist, dass du, liebe Foxi, so handeln solltest und handeln "darfst", wie es sich für dich selbst richtig und am stimmigsten anfühlt. Wie es dir selbst am besten damit geht oder zumindest am wenigsten schrecklich. Einen langfristigen Einfluss auf die weitere Entwicklung wirst du vermutlich sowieso nicht haben.

    Herzlich, Jump! 🏵️

    Liebe Sonnenschein,

    es gibt überhaupt gar keinen Grund dich mies zu fühlen! Du solltest stolz sein darauf wie du das alles organisiert hast. Es ist nun mal nicht möglich immer und jederzeit die Kinder zu beschützen und umso wichtiger, dass deine Tochter die Erfahrung gemacht hat, dass es ein ganzes Hilfesystem gibt. Und du warst da. Du warst erreichbar.

    Und das was Api geschrieben hat, finde ich so wahr:

    Du hast gespürt, dass da was Schlimmes für Deine Tochter kommen wird, statt Dich um Dich und diese unverschämten WhatsApps zu drehen! Wie krass ist das denn!?!

    Mies fühlen müsste sich der Vater und nicht du.

    Hört sich vielleicht komisch an, aber ich dachte auch schon, dass er es dir durch sein so offensichtlich unmögliches Verhalten auch "leicht" macht, die Trennung durchzuziehen, ohne Zweifel. Da gibt's ja nix mehr schön zu interpretieren.

    Aber es tut mir natürlich sehr sehr leid, dass ihr das mitmachen müsst! Dass deine Tochter das erleben musste.

    Gut, dass deine Mutter jetzt kommt. Eine geballte transgenerationale Ladung Frauenpower ‼️♀️♥️

    Liebe ☀️,

    wenn ich bei dir lese, dann kommt mir wirklich immer wieder dein Bild vom Phönix aus der Asche! Es hört sich fast an, als würdest du mit jedem Tag weiter wachsen.

    Für deine Töchter so stabil, klar, geradlinig, verlässlich da zu sein ist so wertvoll. Und ich habe das Gefühl, dass dich das zwar natürlich auch erschöpft, aber auch selbst stärkt, weil du spürst wie richtig und wichtig das ist. Und du bekommst ja auch ganz viel zurück.

    So wie du mit deiner Decke die vielen Puzzleteile zusammen fügst und darauf achtest, dass die Motive deinen Töchtern entsprechen - so habe ich den Eindruck, dass du auch eure Lebens-Scherben neu zusammensetzt und dabei auch die Vergangenheit mit einwebst, die Form aber veränderst, größer und bunt machst. (hoffe es ist verständlich was ich meine und kommt nicht zu pathetisch rüber...wobei ich das was du geschafft hast und auch jetzt noch alles stemmst einfach großartig finde und da ist bisschen Pathos doch auch erlaubt)

    Da wo vorher so viel Hilflosigkeit war, da sehe ich jetzt eine riesige Portion Selbstwirksamkeit. Das Feedback auf deiner Arbeit ist einfach toll. Und auch die Entwicklung deiner Töchter. Du trittst nicht mehr auf der Stelle, sondern kommst voran (bei allem Schwierigen was da natürlich mit dazu kommt).

    Das mitzuerleben ist einfach nur schön. Danke!

    Jump! 🏵️

    Liebe Silberstreifen,

    Ist es fies wenn ich das Ganze einfach ignoriere?

    es ist nicht nur NICHT fies, sondern ich halte es für wichtig und richtig, dass du das ignorierst bzw. würde einen Schritt weiter gehen und WhatsApp ganz blockieren. Per Mail (wegen eures gemeinsamen Kindes) reicht doch.

    Eule, ich kenne dich noch nicht, aber das kann ich nicht unkommentiert lassen:

    Das ging so weit, dass ich tatsächlich noch schwanger (von mir ungeplant, von ihm... na, ich weiß nicht) wurde und wir jetzt einen gemeinsamen Sohn haben.

    Schwanger wirst du ja nicht von selbst. Da hast du doch eine eigene, sehr wichtige Verantwortung. Das irritiert mich. Bei aller Verstrickung hört es da für mich auf - ich muss Verantwortung für mich selbst übernehmen, für das was ich mache. Co-Abhängigkeit ist keine "Ausrede". Tut mir leid, wenn das jetzt zu hart rüber kommt. Ich kenne deinen Hintergrund nicht Eule...

    Silberstreifen, weißt du was, meine Rechtschreibekorrektur will aus deinem Namen dauernd: Superstreifen machen. Ich finde es jedenfalls super, dass du die Trennung damals durchgezogen hast. Und den Rest kriegst du auch noch hin!

    Alles Liebe, auch an dich Eule, von Jump! 🏵️

    Mensch Ella, das ist bitter! Auch wenn du es hast kommen sehen - wenn es passiert ist es trotzdem wieder eine Rutschpartie. Ja, also so, als sei der Boden plötzlich glatt, wie beim Sekundeneis, und ich muss höllisch aufpassen, um nicht zu fallen. So erlebe ich das.

    Ob Rückfall oder nicht - sein Verhalten tut dir jedenfalls nicht gut. Und es würde mich sehr wundern, wenn deine Ahnung sich nicht bestätigt.

    Ich kenne das natürlich alles nur zu gut. Muss nur 1 und 1 zusammen zählen und dann weiß ich, es ist wieder soweit. Offene Erdnuss-Dose = Alkoholkonsum - Fleisch im Kühlschrank dito - plötzlich gute Laune dito - putzt das ganze Haus dito - abends müde dito.... Gott ist das alles leicht durschaubar, quasi gar nicht möglich es nicht zu merken (rede jetzt über die Zeit bevor es kippt - dann ist es ja sowieso offensichtlich).

    Aktuell ist hier alles im grünen Bereich. Aber wie lange? Ich bange aber nicht mehr. Ich hab nun mein eigenes Leben, mein Hafen-Nest, gute rutschfeste Schuhe und eine tiefe Entschlossenheit ganz bei mir zu bleiben und nicht mehr zu "retten". Na ja, in guten Zeiten ist das alles so klar - aber wenn es dann los geht...?

    Ich wünsche dir, dass du es schaffst bei dir selbst zu bleiben. Du musst doch nix raus finden, du merkst noch früh genug was los ist.

    Ich finde es stark, dass du ihn jedenfalls nicht mehr in deine Wohnung aufgenommen hast. Obwohl du ja Sorge hattest er kommt in seiner eigenen nicht klar. Das ist so sehr wichtig, merke ich. Dein eigener Raum. Die Haustür als klare Grenze. Bei mir kommt keiner rein der getrunken hat. Punkt peng fertig.

    Ich lese dich! Jump! 🏵️

    (Oh, unsere Beiträge hatten sich überschnitten - hatte deinen letzten noch nicht gelesen)

    Nein, dann hätte er sich ja krankschreiben lassen können auf der Arbeit....

    Diese Logik verstehe ich ebenfalls nicht.

    Zum Krankschreiben muss er zum Arzt. Er müsste sagen, dass er Alkoholiker ist und deshalb nicht mehr arbeiten gehen kann, bevor er einen Entzug gemacht hat. Bzw. ein guter Arzt wird ihn nicht "einfach" krank schreiben, sondern damit eine Entgiftung verknüpfen.

    Da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn ich natürlich der Meinung bin ich brauche keine Hilfe und so schlimm ist es nicht, ich kann auch betrnken arbeiten - dann lasse ich mich nicht krank schreiben. Das heißt ich habe keinerlei Einsicht.

    Arbeitslos ist er, weil er süchtig ist. Das ist die Konsequenz. Die berühmten drei F: Führerschein, Firma, Frau. Alles weg nach und nach.

    Zuerst kommt die Abstinenz. Sonst ist alles nichts.

    Entschuldige, dass ich so hartnäckig bin. Ich habe halt den Eindruck hier geht so viel durcheinander. Ich ziehe mich jetzt mal raus...

    Ach und Rennschnecke, ich denke das mit dem Buch ist verlorene Mühe. Er war doch schon mal 4 Wochen stationär. Er weiß doch alles.

    Und hiimumaa, wenn du schreibst: "die- Frau-von-Foxis-Sohn" dann zeigt das ja schon über wieviele Ecken das ganze läuft...und wieviele Leute sich seinen Kopf machen.

    Und ich denke auch dass er vor lauter Stellen, die ihm bisher nicht geholfen haben ,frustriert ist

    Ich verstehe es immer noch nicht.

    Die allererste Anlaufstelle ist sein Hausarzt. Er muss ihm klar sagen was Sache ist. Dann bekommt er Hilfe beim Entzug.

    Die zweite ein Suchthilfezentrum. Dort wird niemand abgewiesen. Dort kann er gegebenfalls auch direkt in eine Gruppe gehen. Und die helfen beim Reha-Antrag.

    Er kann in verschiedenen Kliniken anrufen und sich auf eine Warteliste zur qualifizierten Entgiftung setzen lassen. Falls sein Hausarzt dort anruft kann dies beschleunigt werden. So war es jedenfalls bei meinem Mann.

    Natürlich kann er nicht einfach in eine Klinik marschieren und davon ausgehen, dass er sofort aufgenommen wird. Es sei denn er kommt als Notfall, dann muss er damit rechnen auf die Geschlossene zu kommen. Meinem Mann war es egal wohin, er war zu allem bereit, er wollte nur Hilfe.

    Für mich hört es sich auch nicht so an als ob dein Sohn wirklich an eine Suchtbehandlung denkt, sondern die Frage sich eher auf das finanziell geschickteste Vorgehen beim Amt bezieht?

    Es geht auch nicht darum, dass du ihm nichts raten darfst. Aber lass dir nicht weißmachen, dass er nirgends Hilfe bekommt. Er ist komplett uneinsichtig, nach allem was du schreibst. Das ist das Problem. Und nicht, dass er überall abgewiesen wird.

    Ich verstehe die Fragestellung nicht bzw. auf was er da hinaus will.

    Wenn er den Ernst seiner Krankheit verstanden hat, dann begibt er sich so schnell als möglich in einen ärztlich begleiteten Entzug, geht in die SH und meldet sich ggfls. zur Reha an.

    Den Entzug kann sein Hausarzt begleiten oder ihn einweisen. Ja, es gibt Wartelisten, aber steht er denn überhaupt auf einer? Oder verlässt er sich darauf, dass Ihr als Eltern das dann nach Gusto sofort privat finanziert?

    Als mein Mann vor kurzem in der Entgiftung war, haben dort die meisten soziale Leistungen bezogen. Darum hat sich dann der Sozialdienst gekümmert.

    Er bekommt doch außerdem alle Infos in den Suchthilfezentren. Seine Frau auch. Geht er dort hin? Was will er dauernd von euch?