Beiträge von Zwieback

    Noch was: Heute war ich wieder mit meiner Frau in der Stadt bummeln. Meine Frau sagt zu mir: „Schatz, ich geh mal da drüben auf der anderen Straßenseite in die Boutique. Wartest du bitte hier kurz, es dauert nicht lange.” Ich sage: „Klar.” Wie gewohnt waren es gefühlte 40 Minuten, als sie wieder aus der Boutique kam. Sie sagt zu mir: „Sorry, hat es lange gedauert?” Ich lächle und sage: „Nö.”

    Ich habe mir in der Zeit, in der sie in der Boutique war, ein leckeres Eis gekauft. Ich habe mich über das schöne Wetter gefreut und mir die vorbeigehenden Leute, Autos und Motorräder angeschaut.

    Es ging mir in den 40 Minuten gut.

    Früher wäre ich in diesen 40 Minuten vor Wut gekocht. Entweder wäre ich in die Boutique gegangen, hätte meine Frau übelst angeschaut und ihr mit meiner Mimik anmerken lassen, dass ich mich nicht verarschen lasse, oder ich hätte gewartet, bis sie aus der Boutique kommt, sie mehr oder weniger angeschnauzt, und wir wären, ohne ein Wort zu wechseln , nach Hause gefahren. Nun bin ich auch nicht die Ruhe in Person, aber den extremen Aggro-Scheiß bin ich los. Früher wollte ich den Kummer immer wegsaufen, aber zu verstehen, dass der ganze Kummer erst durch das Saufen entsteht – das zu kapieren, war für mich ein langer Weg. 😢

    Und für was stehen die Kugeln? In drei Farben und genau fünf.

    „Das ist symbolisch gemeint: Wenn man all die Farben nimmt, die es gibt, und diese zum Beispiel mit fünf multipliziert, und sich diese Kugeln vorstellt – also in Fünfergruppen, jede Farbe für sich betrachtet – dann ist alles so, wie es eigentlich sein soll. Wenn man nun aber sehr viel und sehr lange trinkt, dann entsteht im Kopf sehr viel Chaos, und diese symbolischen Kugelgruppen werden durcheinandergemischt. Um das wieder ordentlich zu sortieren, muss man trocken sein und Geduld haben. So war es bei mir: Im Laufe meiner Trockenheit hat sich sehr vieles automatisch sortiert. Die Kugeln haben wieder zueinander gefunden, zu der Gruppe, zu der sie hingehören. Das Chaos wurde immer weniger. Ich habe früher viele Sachen probiert, um diesem Chaos entgegenzuwirken, das Problem war aber, dass ich immer weiter gesoffen habe. Es war ein unendlicher Kreislauf aus Wut, Verzweiflung und saufen ,besser kann ich es nicht erklären.“

    Hallo aennie, ich beschreibe mich ganz kurz: Ich habe sehr früh angefangen, ziemlich viel zu trinken. Das habe ich sehr lange gemacht, und mein ganzes Leben war stark durch Wut geprägt.

    Stell dir kleine Kugeln vor: fünf rote, fünf weiße, fünf blaue…. von jeder Farbe fünf Stück, schön sortiert. Je mehr und länger man säuft, desto mehr vermischen sich diese Kugeln. Erst wenn man seinen Zustand annimmt und trocken wird, sortieren sich diese farbigen Kugeln langsam, und man sieht alltägliche Dinge wieder viel lockerer und positiver – aber es braucht Zeit.

    Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Beispiel etwas helfen konnte. Alles Gute 🙋🏻‍♂️

    Hallo JEB

    Die Person, die am allermeisten durch meinen Alkoholismus traumatisiert sein dürfte, ist meine Frau. Nach zwei Jahren meiner Trockenheit ist es für sie gerade mal okay, dass ich nicht mehr trinke🙁. Eigentlich hätte ich mir von ihr mehr Anerkennung erhofft, aber es ist für mich okay das es ihr fast egal ist😄

    Aber ich bin für mich selbst trocken geworden – das ist das Allerwichtigste für mich. Ich weiß, warum ich hier in diesem Forum bin, und was andere Leute davon denken und halten, interessiert mich gar nicht. Du kannst in die Ecken koxxen, und trotzdem wird es Leute geben, die sagen: „So schlimm war es doch gar nicht bei dir. Ich verstehe gar nicht, weshalb du mit dem Trinken aufgehört hast.”

    Du weißt, weshalb du hier in diesem Forum bist – genauso wie ich weiß, weshalb ich hier bin. Das ist es, worauf es ankommt. es gab mal so eine Werbung im Fernsehen. Ich glaube, Bonduelle….

    Da wird im Zeichentrick, ungeeignetes Gemüse auf eine witzige Art und Weise herausgefiltert….So in der Art filtert mein Kopf seit meiner Trockenheit. Alles raus, was meine Abstinenz gefährden könnte.

    Alles Gute🙋🏻‍♂️

    Ich habe all die Jahre gedacht, dass Alkohol saufen normal sei. Nun weiß ich, dass kein! Alkohol saufen normal ist, und mit diesen normal kommt man sehr gut klar, wenn man es zulässt, auch von mir alles gute 🎉

    Ich hatte unzählige Tiefpunkte, durch die ich immer wieder gehofft hatte, aus dieser Spirale auszusteigen zu können. Durch meine Tiefpunkte konnte ich nur Trinkpausen erreichen – immer wieder habe ich dann irgendwann gedacht: „Ach, ein Bier kannst du ja jetzt wieder trinken.” Und das war wieder der Anfang vom Ende. In kürzester Zeit war ich erneut soweit, dass es mir schlicht egal war, wie viel ich trinke. Ich habe mich nur noch darauf konzentriert, meinen Führerschein und dergleichen nicht zu riskieren.

    Lg🙋🏻‍♂️

    Herzlichen Glückwunsch zu deinen fast sechs Monaten 😊

    Für mich persönlich gibt es auf Alkohol bezogen nur ein richtig, und das ist 100% Abstinenz, alles andere ist falsch. Das richtige fühlt sich nicht nur richtig an, das ist es auch, deine Zukunft wird es dir danken 👍

    Weiterhin alles gute 🍀

    Hallo Absti, erst einmal finde ich es sehr gut, wie du die Situation gemeistert hast😎

    Im Leben ist es leider nicht immer so einfach Probleme zu lösen. Natürlich wäre es optimal, wenn man zeitnah alle Probleme Lösen könnte...

    Ich habe leider sehr oft, sehr viele unlösbare Probleme, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte…. Die machen mich oft sehr depressiv.
    Es ist nicht so, dass dadurch gleich Saufdruck entsteht ,aber so klitzekleine Gedanken kommen manchmal dadurch schon.
    Ich denke dann grob an die Anzahl meiner Probleme und stelle mir einen Taschenrechner vor, in den ich die Zahl eingebe, bis hierhin hat sich nichts verändert, nun kommt Alkohol ins Spiel… in meinen Gedanken tippe ich X 10 =
    Und schon sind die Gedanken an Alkohol wieder verflogen.

    Meine Gedanken sollen dir dabei helfen deine Abstinenz zu stabilisieren, nicht um deine aktuelle Wohnsituation hin zu nehmen.🙋🏻‍♂️

    Herzlichen Glückwunsch Paul 👏🏻

    Heute trinke ich nicht. Ist am Anfang meiner Meinung nach sehr hilfreich, für Neulinge die wenigen Tage, Wochen oder gar wenige Monate nichts getrunken haben, aber wenn man schon ein Jahr trocken ist, und auch zufrieden trocken, dann sollte man vielleicht das, Heute trinke ich nicht, gegen: “Das war’s. Mach’s gut“ eintauschen. 🙋🏻‍♂️

    Hallo Absti, darf ich mal fragen, wie alt du bist? du musst nicht genau antworten, also zwischen 30 und 35 zwischen 50 und 55 oder so würde mir schon genügen. Ich frage aus folgenden Grund.: In meinen früheren Jahren wollte ich oft mit dem Rauchen und saufen aufhören. Aber jedes Mal kam dieser Gedanke: „Du bist noch jung, das gehört doch dazu. Das ist die Zeit zum Feiern.“ Und genau mit diesem Gedanken habe ich jeden Rückfall immer wieder für mich geschmückt und gerechtfertigt – weil ich dachte, Vernunft kann noch warten.

    hast du auch ähnliche Gedanken

    Ich werde immer mal, wenn mir danach ist, hier aktiv sein.

    Hallo Peter, herzlich willkommen. Für mich hört sich das etwas nach auf die leichte Schulter nehmen an. So, wenn ich trocken werde, ist gut wenn nicht, ist auch gut. Also ich bin nun seit eineinhalb Jahren durch dieses Forum trocken, muss aber auch dazu sagen, dass ich jeden Tag hier lese, einmal weil es mir Freude bereitet, dass meine Trockenheit tagtäglich dadurch gesichert wird und zum zweiten weil ich unheimlich Schiss habe, wieder dorthin zu gelangen, wo ich herkomme.
    alles Gute Zwieback