Beiträge von Dietrich04

    Moiiiin,

    Nach wie vor nüchtern, kein verlangen nach Alkohol, nö.

    Ich hab mich in die letzten Beiträge von euch nochmal reingelesen und muss ehrlich sagen, dass ich diese extreme einfach nicht ernst nehmen kann. Nichts für ungut.

    Ich hab die ganzen Pullen immernoch in der Kellerbar stehen, alle in meinem Umfeld können es akzeptieren dass ich bei treffen nix trinke, und feddich. Wenn ich das nächste Mal Frühjahrsputz mache, kommen se weg und gut ist.

    Ich weiß nicht wieso ich mir so einen Stress machen sollte, wieso ich mir irgendeinen Quatsch über Malzbier durchlesen soll, das ich schon immer liebe. Ich hab letzten Schwarzwälderkirscheis gegessen. Ich wusste gar nicht dass da Alkohol drin ist, ohne scheiß. Dieser Geruch, meine eigene Fahne, quasi. Der Geschmack, urgh. Auf der Verpackung dann gelesen 0,02% oder was da drin ist.

    Zähne geputzt, Eis entsorgt, feddich.

    Ich hab mich viel in den edit durchgelesen, dort gibt's einen weltweiten Austausch zum Thema "edit". Die dortigen Erfahrungsberichte sind nicht so extrem konservativ und voller Panik.

    Ich fühle mich da irgendwie ein bisschen angenehmer aufgehoben, als hier und der Austausch ist intensiver. Und weniger subjektiv. Und viel motivierender, nicht so negativ, "denk an die Bausteine", "das sagen alle", usw. Um Gottes Willen, danke trotzdem für alle Beiträge aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein.

    Ich hatte in den letzten Wochen so dermaßene Tiefpunkte zwischendurch, dass es mir wirklich schlecht ging. Aber wieso sollte ich dann was trinken? Damits am nächsten Morgen noch 10 mal schlimmer ist? Weil der Kater dazukommt? Ach ne.. das ist doch alles Quatsch. Fitness, atmen, meditieren, ne Runde zocken, Podcasts, ist doch alles halb so wild. Ich sehe das Leben anders. Entspannter, nutze meine Zeit sinnvoll und abends denke ich oft: "Alter, um diese Uhrzeit wärst du vor ein paar Monaten schon dicke gewesen und könntest deine Zeit nicht mehr nutzen". Und im Endeffekt denke ich "GSD" (Gott sei Dank).

    Ich bedanke mich trotz alle dem für die Zeit hier, für die Unterstützung, für den engen und guten Austausch.

    Ich gehe meinen Weg, völlig ohne Alkohol und dabei bleibe ich. Viel Erfolg noch hier im Forum, jedem einzelnen und alles erdenklich gute!

    Dietrich

    Moin,

    Ich kann mir schon die vielen "ja aber, ja aber" vorstellen aber eine Sache will ich noch loswerden bevor ich mich erstmal auslogge und meinen Weg weiter gehe.

    Warum der Whiskey griffbereit steht und warum ich auf der Party war:

    Wenn ich wollte, könnte ich mir innerhalb kürzester Zeit eine ganze Kneipe bestellen. Ich lebe keine 5 Minuten von der absoluten Partymeile entfernt, bei der jedes Wochenende tausende Leute den Rausch suchen. Wenn ich wollte könnte ich mir sämtliche Substanzen innerhalb von weniger Minuten Mund-Propaganda suchen, anschließend mit ein paar Jungs ein Taxi zusammenschmeißen und 3 Kilometer fahren um Erotik zu erkaufen. Wenn ich wollte, will ich aber nicht. Wir haben hier sogar einen "Regiomaten" bei dem man 24/7 alkoholische Getränke kaufen kann. Das Ding ist so abgelegen dass mich niemand sehen würde.

    Ich wäre noch nicht Mal auf Öffnungszeiten von Tankstellen, etc. angewiesen. Dazu kommt dass ich immer Bargeld Zuhause habe und ein fahrbereites Auto. Selbst wenn ich schon dicke wäre, mir der Alkohol ausgehen würde, könnte ich mir zu jeder Tages- und Nachtzeit Alkohol kaufen. Selbst wenn mich der ganze Spaß 500€ kosten würde wäre es egal.

    Diese 100%ige Vermeidungsstrategie ist nur eine Verlagerung der Problematik, meiner Meinung nach macht sie - für mich zumindest - keinen Sinn.

    In einer imaginären Pro- und Kontraliste versuche ich das Konsumverhalten zu analysieren und versuche zu verstehen, wie sich so ein inadäquates Suchtmuster in mein Leben langsam aber kontinuierlich einschleichen konnte und wenn ich zurück denke komme ich immer wieder auf den Nenner, dass ich am Ende die 1,5 - 3 Liter Bier brauchte um mich so zu fühlen, wie ich mich jetzt nüchtern fühle: ausgelassen, zufrieden und sorgenfrei. Der kleine aber feine Unterschied ist, dass ich Probleme nicht mehr verlagere indem ich sie runterspüle sondern ich löse sie und fertig aus.

    Wenn ich mir mein VitaMalz kaufen will muss ich an unzähligen alkoholischen Getränken vorbei. Wenn ich am Wochenende einkaufen will muss ich mich durchs Partyvolk kämpfen. Wenn ich am Wochenende arbeite, erzählen die Kollegen von ihren wilden Partynächten und ich höre mir das an und denke "geil, freut mich für dich".

    Es gibt nix was mich triggert, ich habe keinen saufdruck, ich bin froh dass ich aufgehört habe Lebenszeit zu verschwenden und wenn ich in den Spiegel sehe denke ich: "alles richtig gemacht". Und dann sehe ich nach jedem 2 stündigen Fitnesstraining wo mich meine Ziele hinführen. Ich mische mich unters Volk, habe mehr Sozialkontakte als je zuvor. Ich habe keine Probleme mehr damit mit Menschen über mein Wohlbefinden zu kommunizieren anstatt den harten Kerl rauszulassen der im Endeffekt ein versoffenes Wrack ist das Zuhause vereinsamt.

    Ich spiele weiterhin Darts ohne Ende, auch mit den Jungs vom Stammtisch. Darts ist meine Leidenschaft. Inzwischen sind die Jungs sogar an dem Punkt wo sie merken, dass man ohne Alkohol bedeutend besser spielt. Ich höre weiterhin Gangsterrap bei dem es um exzessiven Alkohol- und Drogenkonsum geht und habe weiterhin Alkohol Zuhause. Aber meine Selbstdisziplin und mein Wille hält mich stark und diesen bärenstarken Willen behalte ich.

    Anstatt mir abends einen zu saufen und frustriert zu sein dass ich nach 4 Bier beim zocken nichts mehr geschissen kriege und mich kaum dran erinnern kann wie die Folge der Serie zuende ging die ich auf Netflix verfolge mache ich mir was richtig fettes zu essen, trinke mir meinen Eiweißshake, gehe völlig ausgeglichen und erfüllt ins Bett und freue mich am nächsten Morgen dass ich fit, ohne Kopfschmerzen und ohne Durchfall aufwache. Gut gelaunt und ready für den neuen Tag.

    Die Kohle die ich durch den nicht mehr vorhandenen Alkoholkonsum spare habe ich meinen Körper investiert. Erst die professionelle Zahnreinigung, dann habe ich mir das ein oder andere neue Spiel für die Playstation geholt und bei der Massage war ich.

    Ich kann inzwischen wieder stundenlang ausgeglichen zocken, mich konzentrieren, ich bin in den Morgenstunden schon bereit zum arbeiten und ich bin über diese Freiheiten unendlich dankbar.

    Das soll ich alles auf Spiel setzen für ein bisschen dummen Rausch bei dem ich nach 2 Stunden zu nix mehr in der Lage bin? Nö.

    Es wird immer der Punkt kommen, bei dem jeder einzelne von uns mit Alkohol konfrontiert wird. Dazu braucht es keinen Urlaub oder ein Treffen mit Angehörigen. Es sind die Alltagssituationen, das tägliche Leben, es ist eine Droge, die schlimmste legale Drogen welche sich als Volksdroge etabliert hat.

    Ich habe gelernt oder lerne gerade, mit der Sucht dieser Droge umzugehen.

    Aktuell bin ich so glücklich wie selten zuvor und mir fehlt es eigentlich an gar nichts. Ich habe so viel Kraft und Ausdauer wie nie zuvor, ich schaue in den Spiegel und denke "geiler Typ". Nach all den Jahren verlorener Zeit habe ich endlich wieder Ziele im Leben.

    Frohe Nüchternheit meine lieben und bis bald!

    Moiiiin,

    Ich hab mich aufgrund der vielen "was wäre wenn"... Gedanken mal n paar Tage hier rausgezogen.

    Ich melde mich aus dem "Home-Office" 😁 ich bin am Dienstag nach Hause gekommen und das erste was ich gemacht habe, ich habe meinen Partykeller aufgeräumt von der letzten Party. Es stank nach einer Hinterhofkneipe und die Pullen standen da nur so herum.

    Mein Plan mit dem Baseballschläger ging so leider nicht auf weil das Paket abhanden gekommen ist. Ist auch egal, hab die ganzen Flaschen ins Regal geräumt falls mal Gäste kommen.

    Naja was soll ich großartig sagen.. körperliche Veränderungen sind brutal. Ich schlafe sehr gut, ich habe nicht mehr ständig Bierschiss und bin wesentlich aktiver weil ich morgens nicht verkatert warte bis ich auf mein Leben klarkomme.

    Vorgestern war ich auf einer Party von einem Kollegen. Alle fragten mich ganz entsetzt: WIIIIEEEEEEEEE du trinkst heute nicht? Und ich sagte, nein Mann. Wieso muss ich mich rechtfertigen? Ich trinke nicht und fertig aus. Mit erhobenem Haupt und einem großen Maß an stolz nahm ich meine Cola und sah zu wie die meisten schon vor der Disko abkackten im Suff. Ich habe die Jungs dann gegen Mitternacht zur Diskothek gefahren und bin nach Hause.

    Ich etabliere keine worst-case Szenarien oder eventuelle was wäre wenn Fragen. Ich hab das Gefühl mit jedem Tag Nüchternheit werde ich klarer, fitter, unabhängiger und beantworte mir nach und nach die Fragen, was ich mit meinem Leben anstellen will.

    Ich hab auch gar kein Bock mehr ständig die Gedanken um Alkohol kreisen zu lassen.

    Ich blicke wieder mit Freude, Zuversicht und Gelassenheit auf mein weiteres Leben ohne den Bölkstoff.

    Dieses... "Wie, du trinkst heute nix?" 😁 Herrlich.. während alle auskatern und der Tag völlig verloren ist war ich schon im Fitnessstudio und habe meine Sätze durchgeknallt, geil. Seit der Nüchternheit gehen auch hier ca. 15 - 20% mehr Gewicht.

    Wünsche allen ne schöne Zeit, ich lasse mich hier immer mal wieder blicken 👋♥️

    Hallo,

    ich liege nicht besoffen am Bahnhof oder so, alles gut. Ich bin im Entzug geblieben.

    Ich muss ehrlich sagen dass die Anfangszeit mich maßlos überfordert hat, du kommst hier morgens aus dem Krankenhaus an und dir werden von 4 unterschiedlichen Leuten die gleichen Fragen gestellt. Nacheinander.

    Nach dem vierten Mal erzählen ging es mir langsam brutal auf die Nerven und neben dem Stress dann Blut abnehmen, Blutdruck messen, alles gleichzeitig. Ich bat einfach nur um eine kurze Auszeit und das war der Moment, als ich dann geschrieben hatte (s.o.). Ich wollte nur ganz kurz ankommen, ein Schluck Wasser trinken, kurz im Zimmer chillen.

    Nach einer halben Stunde hatte ich mich dann, hab Medikamente bekommen und konnte mich langsam umsehen und so.

    Die Truppe hier ist super, wir sitzen jeden Abend mit den Jungs gemeinsam in der Runde und spielen. Ab und zu nutze ich die Zeit für mich alleine und mache Fitnessübungen, lese, trinke Tee, gehe eine Runde spazieren.

    Die Einrichtung an sich ist voll okay, das Team ist teilweise unprofessionell, redet z.b. in unserer Anwesenheit darüber, dass sie eigentlich einen neuen Job wollen, etc. Aber das ist auch zweitrangig und deren Problem, nicht meins. Ich glaube nur es könnte irgendwann unangenehm für Patienten werden die länger hier sind.

    Was mir hart auf die Nerven ging, das Thema Blutdruck. Mein Blutdruck ist aktuell etwas höher, so an die 150/90. Zwischendurch war der auch auf 190, da habe ich mir dann Medikamente geben lassen aber selbst bei 150 wollen sie mir Medikamente gegen Entzugserscheinungen geben, das sehe ich heute in Anbetracht der Zeit überhaupt nicht ein. Nach einer Runde Sport, lesen, Ablenkungen, geht es meistens. Ich hab keine Entzugserscheinungen, ich bin glücklich über die mentalen und körperlichen Veränderungen, ich sehe immer wieder die Zeit vor Augen die ich verschwendet habe, und wie viel Druck teilweise die Beschaffung machte wenn der Sprit zuende ging.

    Viele der Mitpatienten haben viel Geschichte hinter sich, sitzen das vierte oder teilweise achte mal hier, wollen jetzt in die Langzeittherapie, etc. Eine einsame Seele läuft hier völlig auf *edit abgeschossen herum und spielt permanent Glücksspiele auf seinem Handy. Diese Parallelen sind schon krass. Da denkt man sich natürlich auch, dass man soweit nicht kommen will. Ich verurteile da natürlich absolut niemanden sondern finde es super stark wenn man es immer wieder versucht!

    Ich nehme keine Medikamente mehr, seit 2 Tagen. Möchte Montag oder Dienstag nach Hause. Ich werde die noch mit der Arbeit pausieren und mich dann langsam wieder an alles gewöhnen.

    Wenn ich eins sagen kann an dieser Stelle, das allermeiste was mir geholfen hat war die Zeit für mich und schlichtweg die Zeit sich mit mir selbst zu beschäftigen. Therapiemäßig war in der kurzen Zeit natürlich nicht viel.

    Wir alle sind so unendlich vielen Stressfaktoren jeden Tag ausgesetzt, dass wir uns selbst, unsere Werte und unsere Bedürfnisse hinten anstellen. Ich arbeite in einem Job bei dem es nur um das Wohlbefinden der anderen geht, nämlich der meiner Bewohner und meiner Mitarbeiter. Meine Kindheit und Jugend war grauenhaft. Ich habe so viel über mich selbst in den letzten Tagen nachgedacht. Viel öfter muss man sich, unabhängig von der Alkoholthematik mit sich selbst beschäftigen und sich Zeit nehmen für das, was einen glücklich macht. Und man muss das schlechte Gewissen den Arbeitgeber gegenüber ablegen wenn man mal krank ist oder wenn man sich auch wirklich mal eine Zeit für sich von der Familie nimmt. All das war für mich nie selbstverständlich weil ich wie ein Zombie mit Leistungsdruck durch meinen Alltag gerannt bin.

    Ich war bis zuletzt nicht einmal mehr in der Lage die aller kleinste Entscheidung zu treffen, ich habe alles infrage gestellt, selbst wenn es die banalste Entscheidung war.

    Sich so eine Auszeit zu nehmen, egal in welchem Form, ist das beste was man machen kann.

    Ich werde sowieso permanent mit dem Thema Alkohol konfrontiert werden und ich werde aufgrund des Jobs und Verpflichtungen relativ zeitnah wieder in mein altes Leben müssen.

    Aber wenn ich eins gelernt habe, dann das das Leben, das ich habe, eigentlich wunderschön ist doch das Selbstmitleid und Gesaufe hat mir dies verblendet. Diesen Knall hat es gebraucht um überhaupt wieder die Wertschätzung dafür zu bekommen, wo ich sie längst verloren habe.

    Ich hab gesoffen wie ein Loch weil mir die Realität nicht gut genug war. Weil ich mehr Geld wollte, NOCH mehr Geld. Weil ich erfolgreich sein und gleichzeitig aber weniger arbeiten wollte. Weil alles besser, teurer, schöner werden musste.

    Es gibt viele Dinge die ich bisher nicht verarbeitet habe, hier werde ich alle Hebel in Bewegung setzen um professionelle Hilfe zu finden, ebenso werde ich zur Suchtberatung gehen.

    Ich weiß, dass ich normalerweise jetzt 4 - 8 Wochen Reha machen sollte, mein Trinkverhalten reflektieren und alles verändern sollte, aber das Risiko muss ich eingehen.

    Ich gehe nicht mehr vom schlimmsten aus. Nö, ich will den Alkohol zerdeppern mit meinem Baseballschläger, dann räume ich die Scherben weg, und dann ist gut. Dann rege ich mich beim Rasenmähen im Sommer drüber auf, dass ich die Scherben in meinem Rasenmäher habe. Und dann werde ich mich an diesen Moment erinnern.

    Selbst wenn ich rückfällig werden sollte, ich weiß dass ich in der Klinik menschlich behandelt werde. Dass ich entscheiden darf wann ich gehen kann, dass da Menschen sind die mich unterstützen. Aber ich werde nicht davon ausgehen, dass ich beim nächsten Geruch von Alkohol saufen will. Ich rieche eh ständig Desinfektionsmittel, das after shave stinkt nach Alkohol, die ganzen volltrunkenen Halbstarken bei uns am Wochenende ab 13 Uhr auf der Straße taumeln wenn ich einkaufen fahre weil ich in einem touriort lebe.

    So wie jeder Mensch seine individuelle Geschichte in seinem Leben hat, so hat er auch seine individuelle Geschichte mit seinen Süchten. Wer wirklich aufhören will, wer sich selbst näher kennenlernt, selbstbewusstsein aufbaut, sich mit der Materie beschäftigt, der kann es auch schaffen. (Meiner Meinung nach)

    Ich fühle mich stabil genug um den Versuch zu wagen und ich muss sagen dass ich mich, mein Leben, meine Frau, eigentlich alles inzwischen anders sehe.

    Ich mache mir auch nicht vor, dass ich die Ausnahme im Universum wäre der jemals kontrolliert trinken kann. Das nüchterne Leben, ohne Kater, ohne Bierschiss, ohne die schlimmen Gedanken wen man eventuell am Vortag angerufen oder wen geschrieben hat, ist schön.

    Blutdruck nach einer kurzen Ruhephase von 5 Minuten eben bei 130/97. Ohne Medikamente.

    Seit gestern nehme ich keinerlei Medikamente.

    Ich fühle mich gut und ich hoffe es bleibt so, wenn nicht, weiß ich, was zu tun ist. Und sollte ich saufen wollen, weiß ich auch was zu tun ist. Mich kostet ein Anruf bei der Suchtberatung inzwischen keine Scham mehr. Auch habe ich für mich einen Notfallkoffer zusammengestellt für solche Situationen.

    Es ist verrückt wie viel sich verändert, mental und körperlich.

    Ich gehe Mittwoch direkt zum Hausarzt und pausieren dann wenn ich Zuhause bin noch die paar Tage bis ich dann wieder arbeiten.

    Ich werde mich zwischendurch immer mal wieder melden!

    Peace und stark bleiben!

    Liebe Grüße und bis demnächst!

    Hallo,

    ich bin jetzt in der Entgiftung und ich muss ehrlich sagen, ich fühle mich alles nur nicht wohl. Die letzten Tage im Krankenhaus waren irgendwie angenehmer, ich hatte mein relativ modernes Zimmer mit Fernseher, konnte raus gehen und hier ist alles so eingeschränkt. Ich hab keinen TV, ich will einfach die Entgiftung hinter mich bringen und am liebsten im Zimmer irgendwas auf Netflix gucken bis es vorbei ist und die Entzugserscheinungen vorbei sind.

    Meine Partnerin dürfte mich im Besucherzimmer besuchen, nicht in meinen Zimmer. Ich darf nicht raus um E-Zigarette zu rauchen sondern darf nur ins völlig verrauchte Raucherzimmer das nur eine nicht funktionierende Lüftung hat.

    Ich habe GOTT SEI DANK ein Einzelzimmer, es gibt teilweise 2 - 3 Bettzimmer.

    Heute morgen hatte ich einen emotionalen Zusammenbruch, ich vermisse mein Zuhause und meine Frau so sehr und zeitgleich wird mir klar was für ein Vollidiot ich in den letzten Jahren war. Die Aufnahme war ein bisschen überfordernd, ich musste 3 verschiedenen Leuten exakt das gleiche sagen, über das Trinkverhalten, was die letzten Tage war, usw. 3 mal innerhalb 1 1/2 stunden.

    Das hat mich wahnsinnig gemacht und ich hatte einen Puls von über 170. Jetzt wurde wieder dieses Medikament gegeben was bei Entzugserscheinungen hilft.

    Ich schwöre es euch, wenn der ganze scheiß vorbei ist werde ich jede Flasche Alkohol die ich noch im Haus habe kurz und klein kloppen mit einem Baseballschläger, das Zeug ekelt mich an. Schon wenn ich Desinfektionsmittel rieche will ich kotzen.

    Ich habe von vorneherein gesagt mein Aufenthalt wird kurz, aber ich werde definitiv im Anschluss zur Suchtberatung gehen und mich weiter ambulant behandeln lassen.

    Ich hoffe auch zeitnah einen Psychotherapietermin zu kriegen also vielleicht wenigstens dieses Jahr noch um meine Ängste und Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Ich bin sauer auf mich selbst, habe ein schlechtes Gewissen, es ist aktuell alles gleichzeitig das sich in meinem Kopf abspielt. Alles.

    Ich hoffe ich bin bis Sonntag so weit dass ich gehen kann, wenn nicht bleibe ich natürlich. Aber es ist die Hölle. Und der aktuelle Ist-Stand lässt einen nur sehr schwer positive Gedanken über die Zukunft fassen.

    Ich hasse Alkohol, und ich hasse es, dass ich ihn solange konsumiert habe.

    Ich werde jede Petition unterschreiben bei der es um Warnhinweise geht um Prävention, die Menschen von der sauferei abzuhalten.

    Puh. Das musste raus. Vielleicht ist ein Gemütszustand in ein paar Stunden anders.

    Guten Abend zusammen,

    Ich hoffe euch geht's allen gut und ihr habt so viel Schnee, wie aktuell hier runter kommt. Freue mich wie verrückt, ich hasse dieses regnerische in den Wintermonaten, ich liebe es wenn man ein paar Tage bizarr kaltes Wetter hat. Schneebälle auf die Kollegen werfen, mit den Schuhen rutschen und sich dann aufregen, dass man klatschnasse Füße hat, weil ich grundsätzlich nur Sneaker trage.

    Heute wurde Blut abgenommen aber nicht weiter mit mir gesprochen. Auch keine Antwort, ob und wann ich in den Entzug wechseln kann/ darf. Das war ein wenig frustrierend weil wir auch gesagt wurde, dass ein Ultraschall gemacht wird zwecks Leber. Auch dies wurde nicht mehr gemacht. Meine Freundin war aber den halben Tag hier und wir haben den halben Nachmittag unsere Lieblingsserie auf dem Handy geguckt. Sie hat mir Klamotten mitgebracht, die Rechnungen die bezahlen musste und ein paar riiiiiichtig geile Snacks. Das Essen ist zwar voll okay aber ich habe nie immer Brot morgens UND abends gegessen, lieber abends warm und 5 kleine statt 3 große Mahlzeiten.

    Nach Rücksprache mit dem Arzt habe ich die Medikation für heute von 2 - 1 - 2 - 1 auf 2 - 1 - 1 - 1 gesetzt. Ich habe mich heute irgendwie bereit dazu gefühlt und er sagte ich sollte mich melden wenn ich mich unwohl fühle.

    Die Decke fällt mir ein bisschen auf den Kopf, aber das viele Serie schauen hat abgelenkt und ich hab kurzzeitig vergessen dass ich hier bin.

    Die Zeit mit meiner Partnerin ist seit dem Outing ganz ganz anders. Jede Berührung ist anders, jeder Blick in ihre Augen ist anders und jedes "ich liebe dich", das nun bedeutend öfter kommt fühlt sich ganz anders an. Ich kann es nicht beschreiben. Der Arzt der mich behandelt ist ein wahnsinnig toller Mensch, klar hat er wenig Zeit aber das ist ja normal im Krankenhaus. Ich bin selbst gelernte Pflegefachkraft und kenne das sehr gut.

    Die Schwestern hier sind total gut gelaunt, ich durfte sogar als normaler Kassenpatient die Premium Lounge nutzen.

    Ich habe extra gefragt, ich kriege weder eine Rechnung im Nachhinein noch muss ich eine meiner Nieren am Ende des Aufenthalts abgeben.

    Ich habe Tee für mich entdeckt und statt 10 - 15 Kaffee trinke ich aktuell 2 Kaffee. Ich probiere mich durch die unterschiedlichen Sorten, habe Fenchel für mich entdeckt. Und beim Frühstück hab ich... Kümmelkäse gegessen 🤔 eigentlich war ich immer nur Butter, Salami, feddich.

    Mir ist aufgefallen dass ich ein wenig schlanker geworden bin. Die Ernährung hier ist nicht so proteinreich wie meine tägliche Ernährung bei der ich ca. 100g Protein täglich zu mir nehme. Da dachte ich kurzweilig achhhh duuu scheiße, du hast so lange trainiert.

    Mein innerer Schweinehund hat mir dann eben gesagt junge, du nimmst jetzt die Möglichkeiten die du hier hast. Den Stuhl für bizepsreps, ein Handtuch für paar pushups, ein paar Liegestütze. Alles in Ruhe, alles moderat, danach noch ein Tee.

    Geschlafen habe ich schlecht und unregelmäßig. Es ist wirklich Sau laut auf den Fluren und ich wache immer wieder auf. Aber ich denke mir scheiß egal, kannst ja den halben Tag pennen und fertig.

    Meine Chefin hatte ich heute am Telefon, die sagte mir ich solle mir alle Zeit der Welt lassen und bloß nicht zu früh wieder arbeiten und alles. Ich bin über dieses Feedback sehr froh, das ist wirklich sehr viel wert.

    Jetzt gleich will ich mich nochmal kurz in den Schnee stellen, ein bisschen die Ruhe genießen, an meiner E-Zigarette ziehen und anschließend genehmige ich mir eine intensive Dusche, so wie heute morgen und Creme mich gründlich mit der Olivencreme ein, die riecht genial und ich hab im Winter immer so empfindliche Haut.

    Mir ist aufgefallen dass sich mein Gesicht verändert hat. Die Augenringe sind nicht mehr so krass und ich bin nicht mehr so krass rot im Gesicht wie noch am Montag.

    Zusammenfassend fühle ich mich aktuell gut. Huch, ist ja doch ganz schön viel Text geworden 😁

    Liebe Grüße und schon Mal schönen Abend an alle!

    Hey Kazik,

    Es ist absolut deine Sache was du teilst und was nicht und wir müssen, auch wenn wir dasselbe Ziel haben nicht immer einer Meinung sein, von daher, alles cool.

    Ich stimme dir absolut zu, dass jeder seinen Weg findet. Ich denke bei mir ist es die Verarbeitung, die Konfrontation mit dem was ich alles erlebt habe. Aber das Grundsegment wird sein, dass ich heraus finde, woher die Angst kommt. Ich merke die Angst fällt langsam, indem ich in diesen Prozess gehe, in den ganzen Prozess.

    Ich denke die größte Stärke ist es sich seine Baustellen einzugestehen und Hilfe anzunehmen.

    Wenn du deinen Weg gefunden damit umzugehen, hast du hoffentlich an Lebensqualität gewonnen und kannst ein glückliches Leben leben.

    Ich wünsche dir bei deinem Weg in die Abstinenz alles alles erdenklich gute!! Freue mich über jeden Austausch, halt mich gerne über alles auf dem laufenden :)

    Bärenstark, meinen Respekt hast du.

    Der Arzt war eben da, dieses lächeln in seinem Gesicht als ich sagte, dass ich die Entzugsklinik möchte war Wahnsinn.

    Ich fühle keine Angst, ich fühle keine Sorgen, ich fühle eins: Stolz.

    Ich fühle mich unglaublich stolz, dass ich diesen Weg gehe. Und dass ich Hilfe annehme.

    Ich habe viel geheult die letzten 2 Tage weil all der Druck endlich fällt. All die Lügen, ich muss nicht mehr lügen.

    Ich bin überwältigt.

    Guten Morgen Stern,

    Ja, da kann ich dir ein Lied von singen mit dem Stichpunkt Humor und dem Doppelleben. Vor allem der angepasste Konsum an die Lebensgegebenheiten oder an eventuelle Arbeitszeiten.

    Wenn ich wusste dass ich morgen früh um 5 Uhr aufstehen und zum Frühdienst muss, habe ich um 16 Uhr spätestens angefangen. Ich habe dabei meistens gezockt. Eigentlich hatte ich noch zig Sachen auf der Agenda, Gartenarbeit, Erledigungen, all das. Ab 20 - 21 Uhr dann langsam das kämpfen, mit der Müdigkeit. Dann schon beim saufen die Gedanken, wieso tust du dir das an. Schnell vor dem pennen noch 2 Liter Wasser rein in der Hoffnung der Kater ist nicht so heftig.

    Dann morgens aufstehen, schnell duschen. Schnell Kaugummis suchen, wenn ich keine hatte, dann eine Zahnpastatube mitnehmen, damit ich kurz vor betreten der Arbeit nochmal was zerlutschen kann, damit es keiner riecht.

    Ekelhaft, dieser permanente Druck. Mit Lebensqualität hatte das irgendwann nicht mehr viel zu tun, ganz im Gegenteil. Mein einziger Hoffnungsschimmer und da aber die Verharmlosung war, dass ich immer wieder nüchterne Phasen hatte. Dann hab ich mir täglich eingeredet "heute trinkste nix, heute schaffst du es". Pustekuchen. Kaum Zuhause ging es weiter.

    Bezüglich des Materiellen: ich habe den Minimalismus absolut für mich entdeckt. Ich mache mir wahnsinnig intensiv inzwischen Gedanken darüber, ob ich das, was ich mir kaufen will wirklich brauche und das über Monate.

    Viel eher gebe ich mein Geld für Erlebnisse aus. Und das durch die Gegend fahren mit dem Deutschland Ticket hab ich damals für mich entdeckt.

    Mein Pessimismus kam vielleicht von einiges Vorstellungsthreads die ich gelesen habe, dass es einige Kandidaten gibt, die schon etliche Rückfälle hatten. Ich will um Gottes Willen niemanden verurteilen, aber das regt zum grübeln an.

    Deine parallele zu lesen ist wirklich angenehm und macht mut!

    Hallo Dietrich,

    du liest dich so voller Energie und so voller Freude auf dein nüchternes Leben. Zu Recht, denn es wird sich so viel verändern.
    Einiges wird sich von ganz alleine ändern, aber einiges wird sich auch nur ändern, wenn du es änderst.

    Kennst du schon unsere Grundbausteine?
    Sie wurden aus den Erfahrungen von Langzeittrockenen aus diesem Forum zusammengetragen und können auch dir ein guter Grundstein für dein nüchternes Leben sein.


    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hey Stern,

    Ich habe unglaublich viele Erfahrungsberichte, Strategien, den Notfallkoffer und wahnsinnig viele Beiträge von dir gelesen.

    Ich bin motiviert, motiviert alles zu verändern. Primär meine Alkoholsucht zu besiegen, aber auch mich von meinen Ängsten zu lösen.

    Die viele positive Rückmeldung die ich in den letzten Tagen hier bekam, ich hatte immer Angst als Alkoholiker einfach abgestempelt zu werden, die hoffnungslosen Alkis unter sich.. ich habe das erste Mal das Gefühl.. die Hilfe auch wirklich annehmen zu wollen und fühle mich ganzheitlich behandelt.

    Was mir auch gut tut... Einfach die Ruhe. Hier liegen, TV schauen, lesen.. keine Verantwortung. Ich genieße aktuell die Ruhe wirklich

    Hey,

    Google Lens sei Dank habe ich relativ zeitnah herausgefunden von welchen Medikamenten wir da sprechen und sie wurden schon von 8 auf 6 Pillen reduziert. Aktuell habe ich schon noch das Gefühl irgendwas zu brauchen.

    Ich habe sehr viel aus Angst gesoffen, ja. Angst davor mich meiner Vergangenheit zu stellen und oftmals bin ich im Suff in emotionalen Momenten gelandet. Am nächsten Morgen aber lammfromm wieder aufstehen, arbeiten, abliefern. Ich habe schon immer mit viel Humor geschafft alles zu verheimlichen.

    Es gibt Ereignisse die haben mich extrem geprägt und ich hatte oft als Kind und als Jugendlicher eine unfassbare Angst. Woher die Angst kam kann ich mir nicht erklären.

    Lange Zeit hatte ich ebenfalls Angst davor, Menschen zu vertrauen. In der digitalisierten Gesellschaft in der Menschen die völlig in ihren Familienstrukturen etabliert und verankert sind, hatte kaum einer Zeit für mich. Die Kollegen die man alle 6 Monate zum saufen trifft, der Bruder der endlich seine erste Partnerin hat und seitdem schlichtweg keine Zeit hat. Der Vater der einem immer wieder erzählt, Arschbacken zusammenkneifen und weiter machen.

    Ich habe nie das Gefühl gehabt, über meine Ängste und Sorgen sprechen zu dürfen. Ich konnte nie weinen, wenn ich einen kleinen Einblick gegeben habe war es so schmerzhaft, das ich direkt wieder zu gemacht habe.

    So habe ich mich von einem exzessiven zum nächsten exzessiven gestürzt. Casino, Drogen, wilde Partys, Fallschirmspringen, Adrenalin. Wenn ich 3 oder 4 Tage unter Adrenalin stand, habe ich den nächsten Kick gesucht.

    Inzwischen habe ich mehr Respekt vor allem, ich kann z.b. beim Klettern nicht mehr bis ganz oben klettern. Mir werden die Beine zittrig.

    Ich habe schon oft auf Wartelisten von Therapeuten gestanden. Das dumme war, dass ich durch Erfolgserlebnisse, finanzieller und Beruflicher Natur in einem Rausch war, der mich verpönte. Ich habe mich durch Uhren, Autos und allem möglichen teuren inspirieren lassen und mich damit belohnt.

    Irgendwann kam auch da der Rundumschlag bei dem ich dachte, was zum Teufel machst du hier eigentlich. Du versuchst dein Glück in materiellen Sachen zu finden.

    Ich habe so vieles verkauft und verschenkt, ich habe vieles abgeben und habe gemerkt je weniger ich habe desto besser.

    Ich hab oft im Suff auf meinem tollen teuren Soundsystem emotionale Musik gehört und geheult und geheult. Das hat mein Problem verlagert, mehr aber auch nicht.

    Es heute meiner Partnerin erzählt zu haben.. es hat irgendwas in mir ausgelöst.

    Ich lese Stunden hier herum, schaue mir Erfahrungsberichte an und Wechsel dann zu meinem Buch.

    Ich weiß dass die Tiefpunkte kommen werden. Ich weiß dass vielleicht Rückfälle kommen, dass mein Leben sich nicht verändert.

    Aber diese heftige Erfahrung da im RTW zu liegen.. ernst genommen zu werden, dem sani zu erzählen dass ich vermutlich voll auf Entzug bin weil ich Alkoholiker bin, die ganze Fürsorge die ich hier aktuell habe..

    Ich weiß, dass ich etwas wert bin, dass es sich zu leben lohnt und dass es viele Menschen dort draußen gibt, die mich lieben.

    Und erst als ich am tiefsten Tierpunkt meines Lebens war, als ich Angst um mein Leben hatte, da habe ich bemerkt wie sehr ich diese Menschen liebe.

    Ich habe mich nie öffnen können, weil das Familie Thema so viele negative Assoziationen tief in meinem innersten waren. Wenn jemand das Wort "Familie" in den Mund genommen hat da überkam mich ein ekelgefühl und ich hatte einen Kloß im Hals.

    Ich weiß, meine Alkoholsucht ist weiß Gott nicht meine einzige Baustelle aber ich werde alles, alles versuchen um ein abitinentes und glückliches Leben zu führen.

    Wie lange hast du gebraucht um deine Angst zu besiegen?

    1 Jahr keine Partys.. puhh.. 😅 ich liebe es eigentlich Darts und fusball live in der örtlichen Lokalität anzuschauen aber plausibel ist das ganze natürlich.

    Aber gut, da hab ich mir auch ein 0,5er Pils nach dem anderen reingehauen. Ich hoffe dass ich einfach diese Entschlossenheit die ich aktuell habe beibehalte, das muss ich. Das will ich und ich glaube meine Freundin ist mein Anker aktuell, ohne mich da emotional in irgendeiner Hinsicht abhängig zu machen.

    Die letzten Tage waren hart, die vielen positiven Rückmeldungen von Kollegen, dem eigenen Vater, dass man im Krankenhaus ist (warum wissen sie nicht genau) ist wild.

    Ich war so subjektiv so furchtbar alleine.

    Es meiner Partnerin gesagt zu haben hat so unendlich was in mir ausgelöst und ihre Reaktion, dass mir die Tränen in die Augen schießen, wenn ich diesen Satz nur schreibe. Denn das war meine größte Angst. Ich war nie gut darin über meine Gefühle, meine Emotionen, all das erlebte zu sprechen.

    Aber bereit für ein neues Leben bin ich und dieses beginnt jetzt. Freue mich auf einen guten Austausch mit euch, wie in guten und in schlechten Zeiten.

    Definitiv bin ich Alkoholiker, definitiv will ich ein abitinentes Leben.

    Ich bin aktuell noch im Krankenhaus, will mich aber in die Sichtklinik begeben. Heute Nachmittag war es plötzlich wieder ganz schön krass, Herzrasen und vermutlich Entzugserscheinungen.

    Meine Freundin war heute hier und sie wusste zwar dass ich viel trinke, jedoch nicht dass es zum Problem geworden ist. Habs oft heimlich gemacht.

    Unter Tränen habe ich es ihr heute gesagt, als wir uns verabschiedet haben, dann habe ich die medis zur Beruhigung genommen.

    Was heftig ist und mich noch heftiger zum emotionalen Ausbruch brachte war der Satz: "ich bin stolz auf dich, wir schaffen das". Ich habe gesehen dass die Entzugskliniken die Zeit des Aufenthalts von dem Therapieerfolg abhängig machen. Ich werde mir also die Zeit nehmen, die ich brauche.

    Moin,

    Ich hab die Nacht soweit gut geschlafen, war aber dauernd wach.

    Dann habe ich heute morgen gegen 8 gefrühstückt, anschließend die Medikamente genommen und dann nochmal bis eben tief und fest geschlafen. Das verrückte ist, ich habe seit langer Zeit wieder geträumt. Das hatte ich ganz ganz lange nicht mehr. Das war unglaublich. Es war so real, ich habe Avocados geschnitten und mit irgendwelchen fremden Leuten gefrühstückt.

    Vorgeschlagen wurde natürlich eine Verlegung in die stationäre Entgiftung also Psychiatrie. Ich kann mir das aktuell nicht erlauben, da geht's noch nicht Mal um die Arbeit sondern um eine Rechnungen die da liegen die ich bezahlen muss, einige Erledigungen die vorher gemacht werden müssen. Der Zeitraum ist scheiße aber ich kann mir eine geplante Einweisung sehr gut vorstellen, in ein paar Wochen. Und bis dahin erstmal ambulant.

    Ich werde nochmal 1 - 2 Nächte hier bleiben, alle sind unglaublich freundlich und ich habe zum ersten Mal gemerkt, dass mich niemand verurteilt. Mein Pfleger ist so toll. Wir saßen gestern relativ lange bei mir im Zimmer, haben einfach geredet. Die Nachtschwester war auch toll, sie ist unzufrieden mit ihrem Job. Vielleicht kriege ich sie ja abgeworben für unsere Einrichtung 😁😁 würde ne tolle Prämie geben.

    Man denkt immer Geld und Erfolg sind alles das man braucht. Niemand der finanziell gut aufgestellt ist und sich vieles erlauben kann, kann in so eine sucht/ Krankheit rutschen.

    Ich bin noch etwas kraftlos aber ich heute schon Frühstück gegessen. Ich habe das Gefühl seit gestern vieles anders zu sehen und begreife erst jetzt wie viel der Alkohol zerstört hat. Und dass dieses "kontrollierte trinken" bullshit ist. Bei YouTube gibt's aber wirklich viele die mittlerweile sehr offen über ihre Alkoholkrankheit sprechen und auch durch hatte Zeiten helfen. Habe mir da schon Mal einiges angeschaut.

    Entsprechend motiviert es mich demnächst morgens nicht mehr mit einem Kater zur Arbeit zu fahren sondern ausgeglichen, nüchtern. Mich motiviert es, mich morgens daran erinnern zu können, was ich abends für einen Film/ für eine Serie geschaut habe. In dem Kontext muss ich für mich noch herausfinden, ob ich eine Depression habe oder eine PTBS. Es gibt immer wieder Ausschnitte in meinem Leben. Aus der Kindheit, aus der Jugend, ich erinnere mich, aber nur teilweise an wirklich viele schlimme Sachen. Ich habe Angst herauszufinden dass ich missbraucht wurde. Aber ohne die Aufarbeitung wird es immer so bleiben.

    Ich denke dass viele erschüttert sein werden wenn ich bei der nächsten party nein zum trinken sagen werde. Aber das ist eigentlich nichts neues, weil ich damals aus sorge vor einem Absturz schon oftmals nein gesagt habe. Aber erstmal werde ich mich sowieso aus dem ganzen raushalten und solche Orte meiden. Ich genieße es gerade so sehr hier im Krankenbett zu liegen, TV zu schauen und 0,0% Verantwortung zu machen. Keine Wohnung die aufgeräumt werden muss, keiner der irgendwas von einem will.

    Ich war eigentlich immer willensstark, Studium, rauchen aufhören, hinter den Entscheidungen stehen die ich treffen möchte. Und jetzt gerade bin ich eigentlich ganz optimistisch.

    Ich habe nochmal diese 2 Tabletten bekommen, nach Dieter Zeit reduziert sich das Herzrasen und ich fühle mich wohl. Der Gedanke daran hi mehr zu sein ist toll.

    Mein Vater war heute hier und fragte ob ich Mal mit ihm einen Skiurlaub machen will. Ich hab von so vielen so besirgte Worte bekommen aber im Endeffekt weiß keiner, dass ich wegen ebtschugserscheibungen hier liege. Ich möchte mit diesen in einen anderen Rahmen reden. .

    Diese Panik die heute hatte und ich wusste ja woher sie kommt, ich möchte dies nie wieder erleben. Deswegen will ich in die Abstinenz. Ich werde mir meinem HA sprechen, dass ich das ganze amubulant machen möchte werde aber den Deal eingehen dass wenn ich rückfällig werde, ich sofort stationär eingewiesen werde. Ich muss leider noch einige Sachen Zuhause erledigen, Rechnungen überweisen, das Haus aufräumen und Gleichgesinnte finden bei der Suchtberatung.

    Ich habe das erste das Gefühl nicht mit Vorurteilen bombardiert zu sein sondern mit Verständis, es geht um zahlen und Fakten und du brauchst Hilfe.

    Jetzt aktuell hab ich total Haas wir Alkohol und habe das Gefühl meine Partnerin heute anders zu sehen und sie mehr als sonst zu lieben. Ich habe Lust der alte, optimistische Mensch zu werden der über jeden scheiß lachen kann, und nicht weil er besoffen ist sondern sondern glücklich ist.

    Eigentlich würde ich auch gern mal eine psychedelische Erfahrung machen, ein geführter Trip, wenn ich irgendwann stabil sein sollte.

    Aber ich muss sehr vieles ändern, sehr vieles.

    Es muss sich politisch was ändern, du kriegst überall Alkohol, überall. Und nirgends wird auf die Erfahrungen Hingewiesen.

    Danke, ich werde meinen Entzug weiter mit euch teilen, wenn ihr das möchtet. Auch als langfristiges Tagebuch.

    Hey

    Vorgestern hatte ich wie Panikattacken, einen Kater wie ich ihn nie zuvor hatte. Ich habe dann mit der Suchtberatung gesprochen und da ich keine Medikamente da hatte haben sie mir geraten zu trinken.

    Jeden Schluck habe ich gehasst aber nach jedem Glas Whiskey waren die Beschwerden immer weniger.

    Heute hatte ich wieder exakt diese Panikattacke, einen Puls im jenseits von gut und böse und war völlig am Ende. Ich hatte panische Angst zu sterben und habe mir einen RTW gerufen.

    Mit dem Arzt habe ich das alles besprochen und ich erklärte ihm von meinem Alkoholproblem. Es waren ein paar Angehörige da, ich wollte nicht dass sie es wissen, weswegen sie im Wartebereich gewartet haben der war weiter weg. Der Arzt war super verständnisvoll und meine Scham war nicht mehr da.

    Typisch wie im Film, zittern, hoher Puls, alles. Entzug des Todes.

    Ich habe ein Beruhigungsmittel bekommen, 2 Pillen. Ich weiß nicht was es ist, hab's einfach genommen und muss sagen, dass es hilft.

    Gleich kriege ich was zum pennen, damit ich hoffentlich penne und mich morgen etwas besser fühle.

    Danach mal schauen wie es weitergeht.

    Ich habe noch nie so viel Verständnis, Liebe und so viel Zuneigung wie heute gespürt. Das wovor ich immer Angst hatte war die tollste Erfahrung heute.