Beiträge von Seb25

    Ich fande seine Aussage so schlimm, das er sowieso nicht mit gehen möchte und er mit dem Tod nicht klar kommt.

    Das ist sie auch, es ist ehrlich gesagt eine Demütigung, ein Affront sondergleichen. Ich kenne sowas leider nur zu gut. Bei meinem Vater war auch jede externe Veranstaltung ein Riesendrama. Tage davor miese Laune und Streitlust. Nicht selten ist er dann unter einem Vorwand nicht mitgekommen. Ich führe es darauf zurück, das er woanders nicht ungehemmt seiner Sucht nachgehen konnte. Wo wir wieder bei Deinem XY und Fuerteventura wären.

    Die Frage ist doch:


    Was willst Du damit erreichen?

    Ich nehme mal an, es ist, dass von außen Druck auf ihn ausgeübt wird, sein Leben zu ändern. Es ist aber seine selbstbestimmte Entscheidung, weiter zu trinken.


    Das andere ist: Im Zweifel wissen es mehr Menschen, als Du Dir eingestehen willst. Bei uns wusste jeder Bescheid, nur gesprochen hat niemand drüber. Was Du also wahrscheinlich nicht bekommen wirst, ist Verständnis und Hilfe. Eher besteht die Gefahr, dass Du als Böse dargestellt wirst, die übertreibt und Dir als Krönung zu verstehen gegeben wird, dass es Deine Aufgabe ist als Ehefrau, Dich zu kümmern. Man darf nie vergessen, dass das erweiterte Umfeld vielleicht genauso gut ist im Leugnen und Decken wie man selbst (und darin war ich selbst auch unfassbar gut!). Alkoholismus ist eben eine Familienkrankheit. Gerade das macht sie ja so gemein.

    Liebe Minna,


    Du triffst die richtige Entscheidung. Deine Gefühle sind verständlich, loslassen ist immer schwer. Aber ich kann Dir sagen, dass es stimmt, was viele hier schreiben. Du kannst eine suchtkranke Person nicht retten. Wir haben das über zwei Jahrzehnte lang versucht und nichts konnte meinen Vater davon abbringen, auf den Alkohol zu verzichten.


    Du machst das ganz prima! Kannst stolz auf Dich sein.


    Viele Grüße


    Seb

    In all diesen schrecklichen 6 Jahren war mein Jüngster mein Halt, mein Tröster, Mutmacher und Verbündeter.

    Hallo Bergdohle,


    ich bin EKA und in meiner Familie hatte ich exakt die Aufgabe, die Du für Deinen Jüngsten beschreibst. Es gehört allerdings nicht zu den natürlichen Aufgaben von Kindern, für ihre Eltern da zu sein. Es sollte genau andersrum sein.


    Ich wünsche Dir sehr, dass Du jetzt Deinen Weg gehen kannst und Dir vielleicht Unterstützung von anderen Seiten holst. Dass Du hier schreibst, ist schon mal eine super Sache.


    Liebe Grüße


    Seb

    ich bin deiner Meinung, dass wirkt wie eine fiese Manipulation. Er schanzt dir die volle Verantwortung zu, da ist deine Wut verständlich.

    Schließe mich an. Es sind die bekannten Muster. Habe ich tausendmal gehört. Bei uns wurden symbolisch immer Schlüssel abgegeben und dann wurde im Garten übernachtet, damit alle schön Schuldgefühle bekommen und sich der Alkoholiker wieder erhaben fühlen kann.


    Ob es krankheitsbedingt ist oder nicht spielt keine Rolle. Da nicht überliefert ist, dass Alkoholismus die Steuerungsfähigkeit aufheben würde, ist es bewusst manipulatives Verhalten, dem man sich (und sei es nur zum Selbstschutz) entziehen darf.

    Hallo Wichtelmama,

    ich glaube, es würde schon helfen, wenn Du Dir Deine letzten beiden Posts hier nochmal in Ruhe durchlesen und sie auf Widersprüche untersuchen würdest.


    Schon allein diese Aussage passt irgendwie nicht:

    Ich will mit diesem Menschen auf gar keinen Fall auch nur irgendeine Beziehung führen, also als Paar. Ich meinte das eher, dass er ja auch fürsorglich sein kann und man an diesem bescheuertem Glauben festhält, dass das Leben ja wieder so sein könnte. Also dieser vernünftige Umgang miteinander.

    Wenn Du wirklich die Trennung im Kopf vollständig vollzogen hättest, wäre der Gedanke, dass es sich zum besseren wenden könnte, nicht mehr so präsent. Für mich liest sich das eher so, als würde die fehlende räumliche Trennung Dich in Deinem Fortkommen massiv behindern.


    Das erzeugt die Spannungen. Der Alkohol ist da nur teilweise beteiligt.

    Das ist leider eine Sache, die man sich als Betroffener immer gerne einredet, weil einem der Mut fehlt, sich das Offensichtliche einzugestehen. Tatsächlich spielt der Alkohol bei der Entstehung von Konflikten in einer Suchtfamilie die Hauptrolle. Und für die Kinder sind die Erfahrungen leider oft traumatisch.

    Liebe Grüße


    Seb

    In Deinem Faden hast Du auf die Frage, ob Deinem Partner klar ist, ob Ihr getrennt seid, Folgendes geantwortet:

    Panama mir ist das ehrlich gesagt egal ob ihm das bewusst ist oder nicht. Ich habe vor zwei Jahren ganz klar die Trennung ausgesprochen. Es gibt keine körperlichen Berührungen

    In einem anderen Faden schreibst Du aber später:

    Sobald die Kinder im Bett sind, ist der Mitbewohner wieder ganz fürsorglich und alle Spannungen sind wie weggeblasen. Und dann fühlt man sich natürlich wieder schlecht, weil man diesen Menschen verlassen will.

    Liest sich für mich von außen eher nicht so, als hättest Du die Trennung auch emotional vollzogen. Was ich aber noch problematischer finde ist die Aussage, dass sich die Laune scheinbar erst bessert, wenn die Kinder im Bett sind. Das heißt also, die Kinder bekommen die Spannungen voll mit? Für ein Kind ist das die Hölle, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.


    Liebe Svenja,

    Glückwunsch auch von mir. Es ist toll, dass Du den Entschluss gefasst hast, etwas zu verändern.

    ich sei die einzige, die immer zu ihm gehalten hätte, die immer für ihn da war, trotz aller Widrigkeiten.


    Beim Lesen Deines Fadens ist mir diese Aussage ins Auge gesprungen.


    Ich bin immer wieder entsetzt, mit welch chirurgischer Präzision das System der Abhängigleit etabliert und aufrechterhalten wird. Meine Mutter (auch ziemlich sicher Co) war mindestens dreißig Jahre darin gefangen. Auch hier konnte man den Wechsel von totaler Zuneigung und Zuwendung (das obige Zitat gabs wohl fast 1:1 von meinem Vater) und Demütigung bis hin zur psychischen Erniedrigung (Täter-Opfer-Umkehr, Selbstmitleid, Schuldfrage) gut beobachten. Es ist eine Form von Gehirnwäsche oder, wie Aurora zutreffend schreibt, psychischer Gewalt. Dadurch wird die eigene Persönlichkeit entwertet und das Leben ganz dem des Alkoholikers untergeordnet. Am Schluss ist nichts mehr da, keine eigenen Hobbys und Leidenschaften, keine Freunde, nichts. So konnte ich das von einer gewissen Entfernung gerade die letzten Jahre in Zeitlupe beobachten.


    Es ist gut, dass Du das System der Coabhängigkeit erkannt hast. Das ist der erste wichtige Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben!


    Ich drücke fest die Daumen, dass Du Deinen Weg weiter gehst!


    Seb

    Für die ist das der Normalzustand und das Einzige, was sie daraus lernen ist, dass man aushalten muss….irgendwie.

    Von vielen absolut richtigen Dingen, die Stern geschrieben hat, ist diese Feststellung aus meiner Sicht die wichtigste.


    Ich kann aus meinem Leben erzählen, dass es gerade in meiner Jugend mit 14/15, als die Sauferei meines Vaters merklich zugenommen hat, ein ständiger Überlebenskampf war. Ich weiß noch heute, wie ich immer verkrampft auf die Uhr geschaut habe, weil gegen 16:30 Uhr wurde das erste Bier aufgemacht und die Wesensveränserung nahm ihren Lauf. Selbstbewusstsein hatte ich zu dieser Zeit gleich null. Ich war ja stets damit beschäftigt, zu schauen, ob nicht wieder alles eskaliert. Hab mir dann im Suff das eine oder andere vorwerfen lassen müssen, wenn ich mal aufbegehrt oder rebelliert habe - da wurde ich richtig schön niedergemacht. Geschlafen habe ich zu dieser Zeit beschissen. Besser wurde es erst mit 19, als ich zum Grundwehrdienst beim Bund war (!!).

    Körperlich hat sich das irgendwann auch bemerkbar gemacht. Ich hatte überall Hautausschlag und Ekzeme. Eine Heilpraktikerin, die mich damals behandelt hat, und meinen Vater kannte, hat mich mal angesprochen, ob er wieder trinkt. Nach anfänglicher Leugnung habe ich es dann unter Tränen erzählt. Seine Wesensveränderungen, seine erheblichen Trinkmengen und dass ich Flaschen gefunden habe im Keller.


    Auch wenn es Deine Kinder jetzt nicht verstehen - später werden sie Dir dankbar sein. Kein Haus, kein Garten, keine Haustüre kann eine extrem belastete Kindheit kompensieren!

    Hättet ihr euch wirklich gewünscht, dass sich eure Mütter früher getrennt hätten, auch wenn ihr dadurch vl alles verloren hättet? Schulwechsel, das Zuhause, eine vollständige Familie.. ?


    Hallo releaseme,


    ich beantworte Deine Frage hier in Deinem Faden.


    Rückblickend ganz klar ja. Letztendlich wäre es besser gewesen, meine Mutter hätte diese Entscheidung für uns getroffen. Auch wenn sie Mut erfordert hätte und vielleicht mit finanziellen Abstrichen einhergegangen wäre.


    Als Kind selbst siehst Du das nicht so. Mir war wichtig, dass sich meine Eltern nicht trennen, weil ich natürlich auch meinen Vater geliebt und gehofft habe, das es irgendwann wieder besser wird. Dass er wieder der Mensch wird, der er früher war.


    Und jetzt kommt das große Aber:


    Das Aufwachsen in einer suchtbelasteten Familie ist nicht gesund. Punkt. Und als Kind/Jugendlicher weißt Du sehr genau, worin das Problem tatsächlich liegt. Man bekommt mit, dass die Eltern sich streiten, oft abends und laut. Irgendwann entscheidest Du, einzugreifen, weil Du schlafen willst und das nicht kannst, weil dauernd Konflikte sind. Deine Kinder werden auch spüren, das Mama teilweise neben sich steht und Kummer hat wegen Papa. Meine Mama hat oft geweint und ich hab ich dann als älteres Kind meine Schulter zum Ausheulen geliehen. Das ist aber nicht die natürliche Rolle des Kindes, das wirst Du selbst merken. Später wird es so sein, dass die Kinder sich nicht mehr trauen, Freunde mit nach Hause zu bringen, weil Papa am Abend immer voll ist und die Gefahr besteht, dass er dümmliche Bemerkungen macht. Es gibt als Kind in einer suchtbelasteten Familie wenig Unbeschwertheit, dafür ganz früh ganz viel Verantwortung.

    Du schreibst in dem Faden von Anthurie, dass Du Dich zu 100% um Deine Kinder kümmerst. Tatsächlich wirst Du Dir das einreden. Allein an deinen ausführlichen Texten hier sieht man, wie sehr Dich Dein Mann und seine Themen in Beschlag nehmen - und diese Energie fehlt Dir vielleicht bei Deinen Kindern. Bitte verstehe das nicht falsch, ich will Dir nichts unterstellen. Ich weiß nur eben selbst aus eigener Erfahrung, was für ein Drahtseilakt das Zusammenleben mit einer alkoholkranken Person ist. Man versucht so sehr, den Menschen zu retten, dass man alles um einen herum teilweise vergisst - sich selbst, die Kinder, einfach alles.


    Es tut mir leid, dass ich Deine Frage nicht anders beantworten kann.


    Viele Grüße


    Seb

    Liebe Anthurie,


    danke. Ja, geht so. Es ist ein etwas eigenartiger Zustand. Ich glaube, ich musste nach dem Tod erst einmal den Kontakt abbrechen, um mich selbst zu finden und mich mit seiner Sucht auseinandersetzen zu können. Mittlerweile kommt immer wieder Trauer und ich bin bereit, ihn auch wieder in mein Leben zu lassen.

    Oh Mann, Deine Geschichte könnte meine sein. Ich finde mich in ganze vielen Dingen, die Du schreibst, wieder.


    Bis zu meinem Auszug war ich sicher auch co-abhängig, hab geschaut, dass mein Vater nicht für die Arbeit verpennt und hab gleichzeitig die Tränen meiner Mutter getrocknet, wenn es mal wieder Kummer gab. Ich habe das große Mysterium um die Geschichte meiner Familie erst lösen können, als ich den Mut hatte, mich dem Offensichtlichen zu nähern. Dass sich damit nahezu alle Verhaltensweisen (oh ja, der Opferkult - ist mir auch nur zu sehr bekannt) erklären lassen, hätte ich allerdings niemals gedacht.


    Mittlerweile fühle ich mich - auch durch das Schreiben hier - sehr befreit. Aber Du liest Dich so, als wärst Du auf einem ähnlichen Weg.


    Liebe Grüße

    Seb

    Hallo Anthurie,


    herzlich willkommen hier, schön, dass Du uns gefunden hast.


    Ich bin auch EKA. Mein Vater hat sich letzten Sommer ins Grab gesoffen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich angefangen, mich mit dem Offensichtlichen auseinanderzusetzen. Dabei habe ich vor allem sehr viel über mich selbst und meine Kindheit erfahren.


    Die Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe gerade am Anfang das Gefühl gehabt, als würde ich in meinem Leben einen Re-Start durchführen.


    Zu Deiner Frage:

    Mich treibt nicht die Frage um, ob und wann es besser wird (das tut es ja), sondern, ob es irgendwann leichter wird.

    Nach meiner Erfahrung ja. Wichtig ist nur, dass man sich selbst zwei Dinge klar macht: Erstens, die Erfahrung aus der Vergangenheit ist prägend. Man hat sich Verhalten antrainiert, die für Kinder nicht normal sind - und die auch im Erwachsenenalter nachwirken. Ich versuche mir gerade klar zu machen, dass ich nicht für alles und jeden - und insbesondere nicht für meine Mutter -verantwortlich bin. Das ist nicht immer leicht, aber man bekommt ja Hilfe - vor allem durch die lieben Menschen hier in der SHG. Und man entdeckt gerade im ersten halben Jahr echt viel. Zweitens: Man kann für die Vergangenheit nichts und konnte auch nie etwas beeinflussen. Das Trinken und der Umgang mit der Sucht war die Entscheidung des von der Krankheit betroffenen Elternteils.


    Es braucht einfach Zeit. Sei geduldig mit Dir selbst. Und lies viel hier. Das hat mir sehr geholfen.


    Viele Grüße


    Seb

    Ich meinte damit, dass mein Kind mich bestärkt, ihn zu verlassen damit es mir besser geht und er v i e l l e i c h t. aufwacht

    Liebe Esther,

    das ist vielleicht nicht das, was Du jetzt hören willst: Aber auch in diese Position sollte ein Kind nicht gebracht werden.


    Ich war es selbst jahrelang und es hat nicht fast zerrissen. Erstens hat man als Kind ein eigenes Leben mit eigenen Problemen und Sorgen, vielleicht eine Familie mit kleinen Kindern. Das sind genug Aufgaben. Zweitens ist es so, dass ja auch zum anderen Elternteil noch eine Verbindung besteht, Alkoholkrankheit hin oder her. Auch wenn Du es nicht merkst, zwingst Du Dein Kind doch so in einen Gewissenskonflikt und machst Deine Sache unbewusst zu seiner.


    Grüße


    Seb

    Er trinkt wohl weil er sich von mir ungeliebt fühlt und heimlich, weil ich es ja verbiete.


    Hi Tiger,


    das ist tatsächlich klassische Schuldumkehr, worauf die anderen schon zutreffend hingewiesen haben. Wenn Du es nicht bist, sind es die herrschsüchtige Mutter, die Schwiegermutter, die Arbeit, die Weltlage etc. Es gibt immer einen Grund. Bei meinem Vater war es auch so, leider. Da war der angebliche Grund die eigene Mutter. Als die Oma dann gestorben ist, wurde es aber nicht besser. Im Gegenteil.

    weil er eben auch nach nur 1-2 Bier schon „anders“ ist.. und nicht jeden Tag.

    Auch das kenne ich, leider. Ich hab immer gedacht, mein Gott, mein armer Vater - verträgt halt einfach nichts. Aber Du weißt nicht, wann der Trinkbeginn war, d.h. was vielleicht heimlich noch dazwischen getrunken wird. Mein Vater hatte sein Depot im Keller. Er ist zumeist nach einem kräftigen ersten Schluck unter irgendeinem Vorwand verschwunden und kam dann auch immer sehr verändert wieder in die Wohnung.


    Viele Grüße


    Seb

    Liebe alle,

    es ist nun über ein halbes Jahr her, dass mein Vater von uns gegangen ist und mittlerweile muss ich sagen, dass ich mich voll in der Aufarbeitung befinde. Ich habe viele Bücher gelesen und viele Gespräche geführt. Das Thema Alkoholkrankheit ist leider sehr zentral in meinem Leben und beschäftigt mich sehr. Vieles, was ich bisher nicht gesehen habe, kann ich nun einordnen. Gleichzeitig trage ich oft im Traum Konflikte (mit meinem Vater) aus, die ich vielleicht schon zu seinen Lebzeiten eingehen hätte sollen.


    Das Loslassen hiervon fällt mir schwer. Ich merke auch, dass die Kindheit/Jugend doch mehr Wunden hinterlassen hat, als ich mir zunächst eingestehen wollte. Aber bei der Aufarbeitung hilft es mir sehr, die Beiträge in diesem Forum zu lesen. Dadurch merkt man, dass man mit diesem Schicksal nicht alleine ist und dass Alkoholismus eine komplexe Krankheit ist, für die der Betroffene wahrscheinlich wenig kann.


    Mein Ziel ist, dass ich es irgendwann schaffe, zu verzeihen und die guten Seiten meines Vaters wieder zum Strahlen zu bringen. Das sagt der Kopf, aber das Herz ist noch nicht soweit. Aber ich bin auf dem Weg.

    Liebe Grüße und danke an Euch alle, dass Ihr hier Eure Erfahrungen teilt!


    Seb

    vorallem mit dem dass ich aus heutiger Sicht sage, dass sich meine Eltern hätten trennen sollen

    Rückblickend würde ich das bei meinen Eltern auch so sehen. Diese ständigen (alkoholbedingten) Konflikte bekommst Du als Kind mit und sie hinterlassen Spuren.


    Im Übrigen auch, dass der Papa sich zurückzieht, keine Freunde oder Hobbys hat, nur noch auf die Partnerin fokussiert ist.

    Meine Kinder haben davon nicht wirklich was mitbekommen, außer, dass wir leider oft Streit haben.

    Meist dachte mein Sohn eher, dass ich überreagiere, da er den wahren Grund nicht mitbekommt und er auch nicht schlecht von ihm behandelt wurde.

    Sorry, an diesem Punkt muss ich mich als EKA kurz einklinken.


    Geh mal lieber davon aus, dass Dein Sohn mit 14 Jahren Zusammenhänge herstellen kann und längst festgestellt hat, dass eine Korrelation zwischen Trink- und Streitverhalten besteht.


    Ich war in dem gleichen Alter recht gut in der Lage, zu erfassen, dass aggressives Verhalten und Streitsucht immer abends nach Trinkbeginn stattfinden. Kinder sind nicht dumm, die verstehen mehr als Du denkst (oder Dir vielleicht eingestehen möchtest).

    Hi Lavendel,

    hier ist gerade eigentlich schon fast alles geschrieben worden, was Dir in dieser Situation helfen sollte.

    Ich kann für meinen Teil nur noch beitragen, dass wir bei meinem alkoholkranken Vater bis zu seinem Tod alles, aber auch wirklich alles versucht haben, um ihn zu retten. Geholfen hat es nichts, im Gegenteil. Der Weg ging, wie das hier im Forum schon so oft beschrieben wurde, nur in eine Richtung: bergab - und zwar für alle Beteiligten.


    Wenn Du ein Baby zu Hause hast (herzlichen Glückwunsch auch von mir!), hat es Deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient. Keiner kann von Dir verlangen, dass Du Dich gleichzeitig mit Deinem Vater und vor allem mit seinen Lebensentscheidungen auseinandersetzt.


    Liebe Grüße


    Seb