Hättet ihr euch wirklich gewünscht, dass sich eure Mütter früher getrennt hätten, auch wenn ihr dadurch vl alles verloren hättet? Schulwechsel, das Zuhause, eine vollständige Familie.. ?
Hallo releaseme,
ich beantworte Deine Frage hier in Deinem Faden.
Rückblickend ganz klar ja. Letztendlich wäre es besser gewesen, meine Mutter hätte diese Entscheidung für uns getroffen. Auch wenn sie Mut erfordert hätte und vielleicht mit finanziellen Abstrichen einhergegangen wäre.
Als Kind selbst siehst Du das nicht so. Mir war wichtig, dass sich meine Eltern nicht trennen, weil ich natürlich auch meinen Vater geliebt und gehofft habe, das es irgendwann wieder besser wird. Dass er wieder der Mensch wird, der er früher war.
Und jetzt kommt das große Aber:
Das Aufwachsen in einer suchtbelasteten Familie ist nicht gesund. Punkt. Und als Kind/Jugendlicher weißt Du sehr genau, worin das Problem tatsächlich liegt. Man bekommt mit, dass die Eltern sich streiten, oft abends und laut. Irgendwann entscheidest Du, einzugreifen, weil Du schlafen willst und das nicht kannst, weil dauernd Konflikte sind. Deine Kinder werden auch spüren, das Mama teilweise neben sich steht und Kummer hat wegen Papa. Meine Mama hat oft geweint und ich hab ich dann als älteres Kind meine Schulter zum Ausheulen geliehen. Das ist aber nicht die natürliche Rolle des Kindes, das wirst Du selbst merken. Später wird es so sein, dass die Kinder sich nicht mehr trauen, Freunde mit nach Hause zu bringen, weil Papa am Abend immer voll ist und die Gefahr besteht, dass er dümmliche Bemerkungen macht. Es gibt als Kind in einer suchtbelasteten Familie wenig Unbeschwertheit, dafür ganz früh ganz viel Verantwortung.
Du schreibst in dem Faden von Anthurie, dass Du Dich zu 100% um Deine Kinder kümmerst. Tatsächlich wirst Du Dir das einreden. Allein an deinen ausführlichen Texten hier sieht man, wie sehr Dich Dein Mann und seine Themen in Beschlag nehmen - und diese Energie fehlt Dir vielleicht bei Deinen Kindern. Bitte verstehe das nicht falsch, ich will Dir nichts unterstellen. Ich weiß nur eben selbst aus eigener Erfahrung, was für ein Drahtseilakt das Zusammenleben mit einer alkoholkranken Person ist. Man versucht so sehr, den Menschen zu retten, dass man alles um einen herum teilweise vergisst - sich selbst, die Kinder, einfach alles.
Es tut mir leid, dass ich Deine Frage nicht anders beantworten kann.
Viele Grüße
Seb