Tiger1991 - Kleine Kinder und Co-Abhängig

  • vorallem mit dem dass ich aus heutiger Sicht sage, dass sich meine Eltern hätten trennen sollen

    Rückblickend würde ich das bei meinen Eltern auch so sehen. Diese ständigen (alkoholbedingten) Konflikte bekommst Du als Kind mit und sie hinterlassen Spuren.


    Im Übrigen auch, dass der Papa sich zurückzieht, keine Freunde oder Hobbys hat, nur noch auf die Partnerin fokussiert ist.

  • Guten Morgen Zusammen,

    Ich denke für Kinder, gerade kleine Kinder, ist das ambivalente Verhalten schädlich. Kinder verstehen Emotionen, Gesichtsausdruck, Zuneigung und Abneigung und verbinden diese mit Situationen, ihrem Verhalten. Wenn diese Dinge aber nicht mit einem bestimmten Verhalten, einer Situation verknüpft werden können, dann ist das meiner Meinung nach hoch schädlich für die Kinder, auch für das weitere Leben.

    LG Momo

  • Hallo zusammen,

    ich wollt mal updaten.

    Ich habe meinen Mann am 05.01. noch einmal auf seinen Bierkonsum angesprochen.

    Im Gespräch hat er erst total blockiert, war dann aber recht einsichtig und hat versprochen wenigstens nicht mehr heimlich zu trinken und vor allem nicht bevor er überhaupt von der Arbeit zuhause ist.

    Er trinkt wohl weil er sich von mir ungeliebt fühlt und heimlich, weil ich es ja verbiete.
    Die ersten paar Tage danach waren wirklich ok, ich konnte meinen „alten“ Mann fast wieder entdecken.
    Aber die Ernüchterung kam schnell, heute hat er das Feierabendsbier schon gar nicht mehr abgestritten.
    Ziehe ich Konsequenzen? Nein, weil ich immer noch hoffe..
    Ich bin einfach überfordert mit dieser Situation. Auf der einen Seite die schlechte Stimmung in diesem Haus, meiner armen kleinen Mädels, die so feinfühlig sind und sicher viel mitbekommen.. auf der anderen Seite die Hoffnung, dass ihr Papa irgendwann merkt was auf dem Spiel steht, dass er einsieht, dass es eben nicht normal nicht.

  • Er trinkt wohl weil er sich von mir ungeliebt fühlt und heimlich, weil ich es ja verbiete.

    Hallo Tiger, deine Worte könnten so von mir sein. Denn mein xy sagt genau dasselbe. Aber auch, weil er mit anderen Sachen nicht zufrieden ist, naja bei uns sowieso total kompliziert, aber Konsequenzen müssen gerade auch für nasse Alkoholiker sein! Sonst kann er doch immer so weitermachen, weil Du keine Konsequenzen ziehst! (Leider kann ich das bei ihm auch noch nicht, aber ich arbeite dran!)

    Damit möchte ich Dir nur mitteilen, dass es viel wichtiger wäre zu handeln, so einige Fachleute sagten zu mir, dass es manchmal wahrscheinlich erst so richtig schlimm für nasse Alkoholiker kommen muss, damit sie es eventuell selbst bemerken, was sie verlieren würden oder werden!

    Denk mal drüber nach, das sollen nur gut gemeinte Ratschläge bzw. Denkanstöße sein!

    Liebe Grüße

    Matrix

  • Ja ne, is klar, wegen Dir muss er trinken, der Arme ...

    Ernsthaft?!

    Klassische Schuldumkehr, kannst Du hier ganz oft lesen ...

    Ich weiß nicht, es ist tatsächlich nicht unbegründet, also ja, er bekommt keine Liebe von mir, ich hab ihm aber auch schon tausend mal erklärt, dass ich ihn einfach extrem unattraktiv finde wenn er immer nach Bier stinkt und durch das Bier so komisch ist.. es ist ein Teufelskreis. Tatsächlich ist das aber kein Grund zu trinken, gibt bestimmt genug Ehen die scheisse laufen ohne dass einer seinen Frust im Alkohol ertränkt.
    Ein bisschen Schuld fühle ich mich aber trotzdem.

    Hab letzte Woche mit unserem Hausarzt darüber geredet, er sagt das schlimmste was ich machen konnte war den Alkohol zu verbieten, damit hab ich ihn regelrecht gedrängt heimlich zu trinken - dadurch fühle ich mich noch schuldiger.
    Ich wollte ja aber nie, dass er gar nichts mehr trinkt, ich wollte dass er Bier als Genussmittel sieht und nicht als Durstlöscher und vor allem erst anfängt wenn die Kinder im Bett sind, weil er eben auch nach nur 1-2 Bier schon „anders“ ist.. und nicht jeden Tag.

  • Auch der andere Teil von der Nachricht ist hier bei mir so ähnlich, daher kann ich nachfühlen, wie es dir geht!

    Aber du bist scheinbarer schon einen Schritt weiter als ich, jedenfalls konnte ich deinem Feed entnehmen, dass du mit ihm schon über Trennung und Auszug konkret gesprochen hast oder?
    Hab auch gelesen, dass dein Sohn ganz schön mit seinen Gefühlen in Form von Ausrastern zu tun hat?
    Das merke ich bei meiner großen auch immer öfter, aber eigentlich nur, wenn mein Mann zuhause ist oder vorher was vorgefallen ist. Die Kinder sind so feinfühlig.. wobei das Medienverbot unter der Woche da wirklich schon viel Besserung gebracht hat, nur so als Erfahrungswert am Rande :)

  • Liebe Tiger,

    Dein Mann ist erwachsen... Das wäre ungefähr so, wenn ich sagen würde Du bist schuld, dass ich zunehme, wegen Dir esse ich zu viel. Und zu der Aussage Deines Arztes.... sage ich nicht viel. Also Du sollst taktieren, damit ein erwachsener Mensch nicht heimlich säuft.

    Und nochmal zur Erinnerung....Dein Mann ist erwachsen und trifft die Entscheidungen die er trifft. Du musst Dir überlegen, ob Du mit seinen Entscheidungen leben kannst und triffst dann Deine erwachsenen Entscheidungen.

    LG Momo

  • Hallo Tiger,

    das schlimmste was ich machen konnte war den Alkohol zu verbieten, damit hab ich ihn regelrecht gedrängt heimlich zu trinken

    Da gibt es noch mehr auf der Schiene: Alkohol verstecken, Alkohol auskippen, Strichliste führen und Fotos machen zur Beweisführung, ständiges "nachschnuppern" und konfrontieren... um da noch ein paar Sachen zu nennen.

    Alles menschlich nachvollziehbar wie auch sinnlos. Evtl. lässt Du ja das eine oder andere davon weg, spart Energie und Nerven.

    Der Hausarzt meinte es gut, und zwar mit Dir. Dadurch das Du das Verbot ausgesprochen hast, oblag es auch Dir die Einhaltung des Verbotes zu überprüfen. Das kostet Dir Kraft und Lebensqualität und ändert an der Tatsache des Trinkens leider nichts.

    Du hast Dir absolut nichts vorzuwerfen. Diese Schuldumkehr-Nebelkerzen sind typisch. Wenn Du Dich plötzlich änderst und Du ihm diese Liebe zuteil werden lässt welche er anführt, wirst Du schnell feststellen das sich seine Trinkmenge dadurch nicht wirklich ändert.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ja nur alleine das reden bringt leider nichts, da mein xy immer wieder ausreden findet um trinken zu können, bzw. die Schuld immer bei anderen sucht um trinken zu können ?..

    Und nun habe ich das Problem, da er mich nicht ernst nimmt, weil ich es mit dem ausziehen noch nicht umgesetzt habe.. (er geht einfach nicht von alleine, was ich schon krass finde..) das ist daran das schlimmste, oder unsere Sicht wird noch bagatellisiert usw. ...

  • hallo Tiger,

    Ein bisschen Schuld fühle ich mich aber trotzdem.

    du hast auch kein bisschen Schuld, diese Nebelkerzen, wie Whitewolf schreibt sind wirklich typisch. Sie dienen ihm dazu, in Ruhe weiter trinken zu können. Er zündet sie, damit du über dein Verhalten nachdenkst und bei dir nach Fehlern suchst und schon hat er dich und deine Kritik erst einmal ruhig gestellt.

    er sagt das schlimmste was ich machen konnte war den Alkohol zu verbieten, damit hab ich ihn regelrecht gedrängt heimlich zu trinken - dadurch fühle ich mich noch schuldiger.

    er hätte auch ohne dein Verbot weiter getrunken, weil er andere Wege findet. Du kannst das Trinkverhalten eines anderen Menschen nicht beeinflussen, du hast keine Schuld.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Er trinkt wohl weil er sich von mir ungeliebt fühlt und heimlich, weil ich es ja verbiete.


    Hi Tiger,


    das ist tatsächlich klassische Schuldumkehr, worauf die anderen schon zutreffend hingewiesen haben. Wenn Du es nicht bist, sind es die herrschsüchtige Mutter, die Schwiegermutter, die Arbeit, die Weltlage etc. Es gibt immer einen Grund. Bei meinem Vater war es auch so, leider. Da war der angebliche Grund die eigene Mutter. Als die Oma dann gestorben ist, wurde es aber nicht besser. Im Gegenteil.

    weil er eben auch nach nur 1-2 Bier schon „anders“ ist.. und nicht jeden Tag.

    Auch das kenne ich, leider. Ich hab immer gedacht, mein Gott, mein armer Vater - verträgt halt einfach nichts. Aber Du weißt nicht, wann der Trinkbeginn war, d.h. was vielleicht heimlich noch dazwischen getrunken wird. Mein Vater hatte sein Depot im Keller. Er ist zumeist nach einem kräftigen ersten Schluck unter irgendeinem Vorwand verschwunden und kam dann auch immer sehr verändert wieder in die Wohnung.


    Viele Grüße


    Seb

  • Ich weiß nicht, es ist tatsächlich nicht unbegründet, also ja, er bekommt keine Liebe von mir, ich hab ihm aber auch schon tausend mal erklärt, dass ich ihn einfach extrem unattraktiv finde wenn er immer nach Bier stinkt und durch das Bier so komisch ist.. es ist ein Teufelskreis.

    Nein, das ist kein Teufelskreis.

    Du könntest ihn mit Liebe überschütten und er würde trotzdem weitertrinken. Eben weil er süchtig ist und das nur etwas mit ihm, nichts aber mit dir zu tun hat.

    Du kannst ihn nicht trocken lieben.

  • Inzwischen sind wieder ein paar Tage vergangen und mein Kopf dreht sich ununterbrochen.

    Ich habe so viele Geschichten hier gelesen und frage mich, übertreibe ich ?

    Mein Mann ist nicht aggressiv, nicht bösartig, trinkt "nur" Bier, er bewältigt seinen Alltag, kümmert sich um das Abendbrot.

    Ich habe hier so viele schlimmere Geschichten gelesen und frage mich wirklich, was passiert hier? Bin ich nur zu gestört aus meiner Kindheit?

    Aber, das heimliche Trinken, auch wenn es "nur" 1-2 Bier sind (ich weiß ja nicht wie viel es wirklich ist), macht mich einfach krank.

    Er hatte mir ja versprochen, dass er kein Bier mehr trinkt bevor die Kinder im Bett sind.
    Letzte Woche konnte ich allerdings wieder mal einen Blick in seinen Diensttransporter werfen, da stand natürlich ein Kasten Bier drin.
    Am Wochenende war mir auch aufgefallen, dass er beim Rauchen sehr oft an seinen Transporter geht.

    Das fühlt sich so schlimm an. Seinen Autoschlüssel hütet er wie einen Augapfel, da kommt natürlich auch gleich wieder das Gefühl des Misstrauens.
    Ich weiß einfach nicht was richtig und was falsch ist. Soll ich ihm den Alkohol gönnen, ihm mehr Liebe geben, wenns das ist, was ihm fehlt und hoffen, dass sich die Situation entspannt, vielleicht trinkt er ja wirklich weniger, wenn er mehr Liebe kommt.

    Ich bin so ratlos, traurig und einsam. Inzwischen weiß ich auch nicht mehr, ob ich ihm diese vielen Monats Vertrauensbruch verzeihen kann. Ich bin so verletzt. Monatelang habe ich ihn gebeten den Alkohol sein zu lassen, gedroht ihn zu verlassen. Bin ich es ihm nicht wert. Sind es ihm die Kinder nicht wert?

    Kann mich jemand verstehen?

  • Monatelang habe ich ihn gebeten den Alkohol sein zu lassen, gedroht ihn zu verlassen. Bin ich es ihm nicht wert. Sind es ihm die Kinder nicht wert?

    Liebe Tiger, lies bitte Deinen Faden noch mal durch und nimm deine Gefühle ernst. Die Gesamtsituation ist schon lange schlimm und beängstigend für dich und es wird mit der Zeit nur schlimmer werden, genau wie sein Konsum .

  • Liebe Tiger1991,

    selbst wenn du ihm mehr Liebe schenkst, wird er weiter trinken. Was aber passieren wird, du wirst dich irgendwann immer mehr ekeln vor diesem Mann. Die Fahne, das Ausdünsten des Alkohols. Ich zumindest kann diesen Geruch schon lange nicht mehr ertragen und es ekelt mich an. Würdest du das denn wollen? Du weißt ja nicht, wie viel er wirklich trinkt. Die Menge wird ja über die Zeit auch nicht weniger werden.
    was in einem Alkoholiker vorgeht kann ich dir nicht sagen. Ich glaube nicht dass ihr es ihm nicht Wert seid, nur ist die Sucht einfach größer. Verstehst du wie ich das meine? Er liebt euch bestimmt, aber solange er nicht aufhören will zu trinken, wird der Alkohol einen unglaublich hohen Stellenwert in seinem Leben haben.
    Ich kann deine Gedanken aber sehr gut nachvollziehen. Ich hatte diese Gedanken anfangs auch. Ich mache das Ganze fast 7 Jahre mit, besser ist es nicht geworden. Das einzige was sich geändert hat, durch die mittlerweile sehr hohe Toleranzgrenze gibt es im Moment keine Abstürze. Aber eine Flasche Vodka in 12 Stunden geht hier locker ohne dass jemand was bemerkt.
    Vor knapp 7 Jahren hat der Mitbewohner auch nur Bier getrunken.

  • Hallo Tiger,

    Aber, das heimliche Trinken, auch wenn es "nur" 1-2 Bier sind (ich weiß ja nicht wie viel es wirklich ist), macht mich einfach krank.

    Im Grunde genommen reicht doch dieser Grund schon aus, was zu ändern. Und es ist ja nur einer von ganz vielen...

    vielleicht trinkt er ja wirklich weniger, wenn er mehr Liebe kommt.

    Also ich kann aus meiner Erfahrung und dem, was ich hier immer wieder lese und gelesen habe, sagen, dass du machen kannst, was du willst. Es ist nicht möglich, jemanden trockenzulieben.

    So lange der Alkoholiker nicht aus tiefstem Herzen trocken werden will, kannst du nichts machen. Du kannst nur die Liebe an dich selbst geben indem du dafür sorgst, dass es DIR wieder gutgeht.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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