Übrigens habe ich drei andere Firmenanlässe, wo es eigentlich normalerweise Alkohol gibt, anderes organisiert. Es gab einfach Kuchen/Zopf und Kaffee statt Sekt/Wein. Also ich höre meistens schon auf die Tipps hier ![]()
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Beiträge von Naira
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Ich habe heute in einem anderen Thread gelesen, dass man Weihnachtsmärkte meiden sollte. Ich liebe Weihnachtsmärkte, schon seitdem ich ein Kind war. Die Lichter, die Stände mit den vielen kleinen Handwersarbeiten, gebrannte Mandeln, Bratwurst… Ich hätte gar nicht daran gedacht, dass es problematisch sein könnte, wenn ich es nicht gelesen hätte hier. Getrunken habe ich meistens Kinderpunsch, wenn ich etwas getrunken habe.
Hm… Könnte natürlich schon sein, dass je nach Markt viel getrunken wird. Muss ich echt noch überlegen, ob ich dieses Jahr gehe oder nicht.
Weihnachtsfeiern kann oder will ich nicht Verpassen. Aber bei der einen geht es um Musik und Gemeinschaft. Dort trinken auch nicht alle Alkohol. Schon gar nicht Mittagessen. Und dort sind einige dabei, die wissen, dass ich keinen Alkohol trinken darf 😄. Die andere ist vom Job aus. Ob da getrunken wird, kann ich nicht sagen. Aber auch da geht es ganz sicher nicht hauptsächlich ums Trinken. Es gibt sicherlich genug, die auch keinen Alkohol trinken
Und sonst gehe ich gerade nach dem Essen. -
Ich habe gerade mal meinen ganzen Beitrag inklusive der Antworten durchgelesen. Unglaublich, wie ich mich bei fast jeder Antwort angegriffen fühlte und wie emotional ich reagiert habe.
Und erstaunlich, dass sich die von mir Angegriffenen trotzdem noch die Mühe gemacht haben und machen, mir zu antworten und mir weiterzuhelfen.Die ersten drei Monate waren wirklich eine extrem emotionale Achterbahnfahrt für mich. Ging das anderen auch so? Oder hängt das bei mir halt damit zusammen, dass nicht nur die Alkoholsucht, sondern noch einige andere Beschwerden und Änderungen zusätzlich stressen?
Irgendwie habe ich seit ein paar Tagen das Gefühl, dass ich innerlich viel mehr Frieden habe. Ich habe diese Akzeptanz, dass ich alkoholkrank bin, dass ich es übertrieben habe und es daher für mich keinen Alkohol mehr geben wird. Dass es eine Krankheit ist. Ich vergleiche es manchmal gerne mit PTBS- es gibt komplett symptomfreie Phasen, aber die Krankheit ist trotzdem da und wenn etwas triggert, brechen die Symptome wieder hervor und ich muss es wieder verarbeiten. So ist der Alkoholismus für mich auch ein wenig. Momentan hüte ich mich noch sehr vor Triggern. Aber irgendwann werde ich weniger daran denken und auch kein Problem mehr mit dem Verzicht haben. Trotzdem bleibt es auch dann eine Krankheit, und es wird Trigger oder Lebenssituationen geben, die diese Krankheit wieder hervorholen können. Und deswegen muss ich im Kopf parat bleiben, damit dann so umgehen zu können, dass ich auf keinen Fall auf die Idee komme, Alkohol zu konsumieren.
Und ich bin bereit für ein neues Leben. Neuer Job und neue Hobbys im Aussen, die ich gleich nüchtern beginnen kann. Wo Alkohol hoffentlich eine wesentlich kleinere Rolle spielt als bei den alten. Aber die wichtigsten Veränderungen sind die innerlichen. Und da befinde ich mich erst auf dem Weg: Mich nicht mehr für jeden kleinen Fehler abwerten. Mich mögen lernen. Selbstfürsorge üben. Die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und wo immer möglich und gesund auch befriedigen. Die Gefühle nicht mehr wegdrücken und wegtrinken, sondern akzeptieren und damit umgehen lernen. Meine Grenzen wahrnehmen und schauen, dass weder ich noch andere sie übertreten. Zu mir stehen und nicht jemand anderes sein zu wollen. Vergeben- weil auch ich Fehler mache und daher kein Recht habe, jemanden zu verurteilen, weil ich nicht in seiner Haut stecke. Verantwortung für mein Leben übernehmen anstatt in der Opferrolle zu bleiben. Aktiv handeln anstatt abzuwarten und mich fremdbestimmen zu lassen.
Klingt viel. Ist auch viel
Aber ich glaube, dass es nur so möglich ist, ICH zu werden und MEIN Leben zu leben. Und natürlich kommen die Bedürfnisse und Gefühle der anderen auch darin vor. Genauso wie meine. Nur eben nicht mehr nur die der anderen. Und ich glaube, dass es mir auch nur dann möglich ist, nüchtern zu bleiben. Wenn ich es mir wert bin, dafür alles zu tun.Ein weiter Weg mit vielen Löchern, in die ich reinfallen könnte. Aber nüchtern habe ich viel mehr Chancen, um die Löcher herum zu laufen anstatt hineinzufallen
(ich liebe Bilder
) Und ich bin ja nicht alleine auf diesem Weg. Ich habe 7 Personen im Aussen, die Bescheid wissen. Sie können es nicht ganz verstehen, aber ich bin ihnen wichtig genug, dass sie meine Entscheidung unterstützen. Und ich habe euch im Forum. Und dafür bin ich wirklich SEHR dankbar. 
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Ich hoffe, das kommt richtig rüber.
Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!
Ja Hera das habe ich so verstanden

Dir auch ein schönes Wochenende. -
Fremdbestimmung ist eben auch so ein Thema. Früher musste einfach gegessen werden, was auf den Tisch kommt. Und bevor der Teller nicht leer war, durfte ich nicht aufstehen. Genauso mit dem Alkohol. Dieser gehörte dazu. Ich war schon ein Exot (ab 14 Jahre!) zuhause weil ich Bier und Cognac nicht mochte. Es wurde dann für mich zuhause extra Sherry gekauft- den bekam ich runter und konnte dann mit anstossen. Limo wäre nicht erlaubt gewesen. Ich wäre sonst ausgegrenzt gewesen. Was ich sowieso immer war, da ich als Kind nicht in diese Familie passte und mir das auch häufig genug gespiegelt wurde. Oder wofür ich dann entsprechend gestraft wurde. Ich schreibe das ohne Bitterkeit oder Vorwürfe- aber es ist wichtig für mich zu verstehen.
Und heute ist das eben auch oft Thema. Auf Arbeit. Zuhause. In der Familie. Hier im Forum teilweise. Ich fühle mich oft fremdbestimmt- und reagiere darauf mittlerweile allergisch. Natürlich auch, weil es mich krank gemacht hat (und damit meine ich nicht den Alkohol, sondern insgesamt meine Gesundheit). Ich möchte das nicht mehr. Klar geht es im Job nicht ganz ohne- aber zuhause und hier stört es mich (auch das ist kein Vorwurf, nur eine Beschreibung, was in mir abgeht). Ich habe überall das Gefühl, falsch zu sein, Fehler zu machen und deswegen nicht respektiert zu werden. Ich habe so sehr gelernt mich anzupassen, Emotionen von anderen wahrzunehmen, Bedürfnisse von anderen schon wahrzunehmen bevor sie geäussert werden- damit ich nicht ausgrenzt oder bestraft werde.
Mir ist heute klar, dass das Quatsch ist. Es ist überhaupt nicht erwachsen. Ich übernehme in dem Moment eben nicht die Verantwortung für mich, meine Gesundheit und mein Leben. Sondern übergebe sie anderen, indem sie über mich bestimmen dürfen. Aber es ist für mich nicht ganz einfach, den Mittelweg zu finden zwischen "ich lasse niemanden mehr über mich bestimmen" und "ich habe meine Bedürfnisse und Grenzen und versuche sie so einhalten, dass der andere in Beziehungen aber auch seine Bedürfnisse und Grenzen einhalten kann". Und herauszufinden, was ist meine Komfortzone, wie weit kann ich diese übertreten ohne erneut krank zu werden und was sind Grenzen, die auf keinen Fall überschritten werden dürfen.
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Danke AnnaBlume für deine Antwort!
Bei mir ist das Problem gar nicht so sehr, dass ich nicht mehr trinken darf. Ich möchte gar nicht. Mich widert Alkohol total an. Heute Morgen habe ich eine Birne aufgeschnitten und gemerkt, dass diese schon alkoholisiert ist. Sie lag einfach zu lange herum. Der Geruch hat mich schon angeekelt.
Mein Tief sitzendes Problem ist eher das mit der Angst vor Ausgrenzung. Oder damit, was andere denken könnten. Meine Angst, aufzufliegen (bezüglich Alkoholabhängigkeit aber auch andere Themen wie ADHS). Besonders natürlich im Job. Ich möchte nicht auffallen (ich esse und habe bisher getrunken, was angeboten wurde, egal ob ich es mag oder nicht). Ich möchte niemanden verletzen oder kompliziert sein (daher kamen Extrawünsche oder Trinken ablehnen nie in Frage). Aber das muss ich lernen. In Bezug auf Alkohol und in Bezug auf andere Themen.
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Wo ist denn das heute noch so?
Das war im Sommer bei einem Firmenessen. Dort war gar keine Frage, daß jeder ein Glas Wein mittrinkt. Das habe ich selbst noch getrunken. Aber ich erinnerte mich, daß ich in den Jahren zuvor öfter mal eine alkoholfreie Phase hatte und dann ablehnte. Was kopfschüttelnd und abwertend kommentiert wurde.
Und das mit den Wein-Saucen gibt es sehr oft bei Firmenessen. Erst kürzlich wieder erlebt. Dort gab es jedoch zum Glück zwei Menüs, und ich konnte das andere wählen. Ich habe mir nur die Frage gestellt, was ich gemacht hätte, wenn es nur Wein-Sosse gegeben hätte. Das war nämlich im Sommer bei einem Firmenanlass der Fall. Zum Glück wusste ich es vorher und bin dann nicht hingegangen… obwohl das auch mehr als blöd war in meiner Funktion. Aber ich wollte das nicht ansprechen. -
Es freut mich sehr, daß dir gut geht. Und daß du schon sehr entspannt mit dem Thema Alkohol umgehen kannst. Du bist mir ja immer ca. 50 Tage voraus
Deswegen macht es mir immer bei dir besonders viel Mut, bei dir zu lesen 
Vielen Dank für deine Antwort und viel Spass beim räumen

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Liebe AnnaBlume, wie geht es dir denn?
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Dieses Forum hier ist der einzige Ort, an dem ich mich über Alkoholabhängigkeit und Abstinenz austauschen kann. Deswegen habe ich auch so viel Angst, etwas falsch zu machen hier. Denn ich möchte unbedingt abstinent bleiben. Aber ich habe Angst, es nicht alleine zu schaffen. Es ist sehr viel leichter, wenn man dabei nicht alleine ist und auch nicht der einzige Mensch weit und breit ist, der überhaupt so ein Problem hat. Und wenn ich dann hier das Gefühl habe, dass ich etwas falsches geschrieben habe, habe ich Angst, hier ausgeschlossen zu werden. Dies einfach zur Erklärung, warum ich dann manchmal so für euch komisch reagiere.
Wenn ich es richtig verstanden habe, war der Fehler nicht unbedingt, den Text zu schreiben- sondern nicht dazu zu schreiben, wo ich mich befinde? Stimmt das?
Ich denke, dass ich mich mehrheitlich in der letzten Phase befinde. Es ist für mich keine Last auf Alkohol zu verzichten. Im Gegenteil: ich bin sehr froh, dass es mir ohne so viel besser geht! An sich spielt der Alkohol auch kaum eine Rolle in meinem Alltag. Es ist auch nicht so, dass ich gerne Alkohol konsumieren würde, wenn ich andere trinken sehe. Es stört mich auch nicht, wenn in Filmen oder sonstwo getrunken wird. Schwierig finde ich, wenn bei Firmenessen die Sauce mit Alkohol gekocht wurde, oder wenn dort alle Wein trinken und einen noch "blöd anmachen", wenn man keinen möchte. Wenn man sich ausgrenzt fühlt, was für mich aufgrund früherer Erfahrungen sehr schwer auszuhalten ist. Oder wenn man gar irgendwo nachfragen muss, ob es man auch etwas anderes haben kann. Dabei ist dann aber eigentlich nicht der Alkoholverzicht die Last, sondern dass es wirklich heute noch Orte gibt, an denen selbstverständlich erwartet wird, dass alle gerne Alkohol konsumieren. Aber der Gedanke wäre wieder die Phase mit der Schuldsuche bei der Gesellschaft.
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Der Verzicht ist für uns normalerweise keine Last mehr.
Aber wenn es für die Umgebung normal ist, Alkohol zu trinken oder mit Alkohol zu kochen, und es quasi keine Alternativen dazu gibt, ist es doch nicht so einfach. Dann wird es vielleicht für den Moment doch wieder zur Last? Nicht wegen dem Alkoholverzicht an sich, sondern weil man dann der einzige Exot ist und sich womöglich noch rechtfertigen muss. Dabei sollten sich doch eher die rechtfertigen, die das Gift noch konsumieren

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Es ist aber nun mal mein Weg, mich möglichst viel weiterzubilden. Ich habe den Text in einem anderen Bezug gelesen, und fand ihn aber auch für die Alkoholabhängigkeit gut. Ich masse mir nicht an, alles von mir selbst heraus zu wissen. Es gibt gebildete Menschen, die teilweise studiert haben, was sie schreiben. Es wäre doch eher dumm von mir, wenn ich das nicht für mich in Anspruch nehmen würde. Ich lerne so viel dabei und kann es dann für mich anwenden.
Mir hat das mit der Verantwortung so extrem viel geholfen. In ganz vielen Bereichen. Deswegen habe ich es hier geschrieben.
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Mir ist es wichtig, mich weiterzubilden und so viel Wissen- auch über Alkoholabhängigkeit- anzusammeln. Ich kann mich nicht weiterentwickeln, wenn ich nur um mich selbst herum kreise. Das mag anderen anders gehen.
Ich würde gerne viel mehr noch von mir und meinem Leben schreiben. Es gibt so vieles momentan. Aber irgendwann wurde mir geschrieben, dass hier ausschliesslich die Alkoholabhängigkeit wichtig ist. Für mich persönlich spielt es aber eine Rolle. Für mich ist es jedoch ein Puzzleteil unter vielen.
Ich kann im offenen Forum nur allgemeingültig schreiben. Aber das soll ich nun auch nicht mehr machen. Es tut mir echt leid, aber ich weiss nicht, was ich hier schreiben darf und soll.
Für mich ist es auch ein Forum zum Austausch. Das habe ich wohl auch falsch verstanden? Denn es gibt ja schon auch welche, die meinen Text nicht schlecht fanden... Warum hätte ich ihn dann nicht schreiben dürfen?
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Es tut mir leid!!
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Tut mir leid.
Ist noch schwierig für mich herauszufinden, was man hier schreiben darf und was nicht.
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Wie schon erwähnt, hat sich ab diesem Zeitpunkt mein Leben total verändert. Und das macht mich heute sehr glücklich.
Das klingt sehr schön

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Wie ich es herauslese, ist bei Dir der Punkt noch nicht gekommen.
Ich habe nicht über mich geschrieben, sondern über etwas, worüber ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht habe. Das Modell, über welches ich geschrieben habe, stammt so nicht von mir. Ich habe es nur auf das Thema Alkoholsucht angewandt. Ich schreibe einfach gerne solche Texte.
Ist da noch ein Rest Hoffnung, dass Du wieder Alkohol trinken kannst? Ich lese da noch sehr viel Bedauern in Deinen Zeilen.
Da hast du etwas reininterpretiert, was so nicht stimmt
Ich bedauere überhaupt nichts
Und ich empfinde Nüchternheit auch nicht als Verpflichtung, sondern als Privileg. Und nein, ich möchte gar keinen Alkohol mehr trinken und deswegen hoffe ich auch nicht darauf 
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Ich mache mir in letzter Zeit sehr viele Gedanken um verschiedene Themen und Lebensbereiche. Dazu lese ich viele Bücher und höre Podcasts. Meist zu unterschiedlichen Themen- aber irgendwie kristallisieren sich Punkte heraus, die zu allen Bereichen passen.
Einer davon ist "Verantwortung". Und zwar die Verantwortung übernehmen. Die Verantwortung beispielsweise für seine Gesundheit. Dazu gehört die Work-Live-Balance. Dazu gehören Bewegung, Vitamine, genug Schlaf und in meinem Fall kein Alkohol mehr. Dazu gehört aber auch, dass seine Bedürfnisse und Gefühle zuerst einmal wahrnimmt. Das fällt mir schon schwer. Und dann, wenn man sie wahrnimmt, auch ernst nimmt und akzeptiert. Sich also nicht fertig macht, dass man ein bestimmtes Gefühl hat. Oder ein bestimmtes Bedürfnis. Das durchaus ernst nimmt und schaut: "ist es gut, wenn ich ihm nachgebe? Ist es gut, wenn ich ihm später nachgebe? Oder kann ich diesem gar nicht nachgeben?"
Bis zur Verantwortung sind es 6 Schritte. Dies gilt eigentlich für alle Lebensbereiche, aber ich nehm mal die Alkoholsucht. Irgendwann sagt einem vielleicht jemand oder man merkt es selbst, dass der eigene Alkoholkonsum nicht ganz normal ist. Aber "das kann doch gar nicht sein" oder "der/die trinkt doch viel mehr" oder "ich funktioniere ja noch überall". Man verdrängt und verleugnet. Danach sucht man erstmal einen Sündenbock. Gerne in der Vergangenheit. Eltern sind ja beispielsweise gern genommene Personen, denen man die Schuld für alles zuschieben kann, was im Leben schief gelaufen ist. Oder es finden sich auch sonst immer irgendwelche Personen, die man für seine Fehler verantwortlich machen könnte. Und deswegen "muss" man ja trinken. Das ist wohl der "Opfer-Status".
Irgendwann geht man dazu über, nicht mehr nur einzelne Personen für etwas verantwortlich zu machen, sondern gleich ein ganzes System: die Firma, die Gesellschaft, die Politik, die Industrie, die Medien etc. Dann dämmert es einem irgendwann, dass man doch eher selbst derjenige ist, der trinkt oder getrunken hat. Dass man sich selbst so tief in etwas hineingeritten hat. Da kommt dann die Phase der Selbstanklage. Man fragt sich, wie es dazu kommen konnte, dass man süchtig wurde. Warum nicht früher etwas daran geändert hat. Etc. Man merkt, dass man eigentlich sein eigener "Täter" ist- überspitzt formuliert.
Dann kommt die Phase der Verpflichtung. Man weiss, dass man nie mehr Alkohol trinken darf- auch wenn man vielleicht gerne noch würde. Man hält sich vielleicht absichtlich von Feiern oder Märkten fern, weil diese ja gefährlich werden könnten- und vermisst aber die Zeit, die man dort mit Freunden verbracht hat. Man verlässt Weihnachtsfeiern früher, damit man nicht in Versuchung kommt und fühlt sich beschämt. Man "muss" in Therapie, "muss" manches im Leben umstellen, "darf nichts" trinken, "muss" die Grundbausteine anwenden und so weiter. In dieser Phase ist der Alkoholverzicht eher eine Last.
Und dann kommt irgendwann der Moment (hoffentlich!), in dem man es annimmt. Man übernimmt die vollen Konsequenzen für seine Entscheidungen. Man schaut nicht mehr zurück, sondern man ist sich voll und ganz bewusst, dass man jetzt nüchtern bleibt lebenslang. Und es fühlt sich gut und stimmig an. Man weiss, wo man sich Hilfe suchen kann oder was einem hilft. Man achtet auf sich. Und vielleicht findet man sogar irgendwann noch etwas Positives an seinem "Tiefpunkt" oder "Wendepunkt"- weil man vielleicht das neue Leben so viel schöner, tiefgründiger und sinnvoller findet als das alte.
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One for the road habe ich kürzlich auch gesehen, Ich fand ihn gut.
Ein Buch, das mir selbst sehr hilft ist "Chianti zum Frühstück"- der Ausstieg einer Frau in Tagebuchform.
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Vielen Dank an alle, die dieses Forum gegründet und am Laufen gehalten haben. An alle, die sich die Mühe machen, anderen beim Weg in ein nüchternes Leben zu helfen. Daß immer jemand online ist- vor allem wenn es bei jemandem gerade kritisch ist. Ihr habt sehr vielen Menschen bereits geholfen und ihr werdet selbst nach so vielen Jahren nicht müde, immer noch weiteren "Neulingen" zu helfen. Vielen Dank!!!