Beiträge von BuyMyselfFlowers

    Diese Krankheit kann ein Mensch, der nicht alkoholsüchtig ist, nicht nachvollziehen. Und das solltest Du auch nicht, Lavendel.

    Ich habe heute früh auch über die Feststellung von Lavendel nachgedacht, dass man Schwierigkeiten hat, die Krankheit nachzuvollziehen. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum man in die Co-Abhängigkeit schlittert. Man hat ja ständig die Lösung für den Süchtigen vor Augen und kann nicht glauben, dass er sie nicht sieht bzw. sich die Hilfe nicht holt.

    Ich habe mich richtig reingehängt, die Krankheit zu verstehen und dennoch bin ich immer wieder total perplex, dass mein Ex-Partner die Krankheit so massiv leugnet.

    Er hat sich dann bedankt, und hat gesagt ich hätte ihm jetzt sehr geholfen, und er will den Rückfall überwinden und trocken werden. Ich soll ihm bitte noch eine Chance geben.

    Liebe Cat-Mom,

    ich möchte dich auch bestärken durchzuziehen, was du dir vorgenommen hast. Du hast ihm eine Chance gegeben, sein Problem zu erkennen. Soll er seine Chance nutzen, sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen! Aber nicht in Deiner Wohnung.

    Ich kann gut verstehen, dass du in wanken kommst. Von außen ist es immer klarer. Aber dazu unterstützen wir uns ja hier.
    LG

    Schön zu wissen, dass dir meine Antwort hilft. Mir hilft es auch zu wissen, dass die Erfahrungen sich teilweise so ähneln und ich mit dem Problem nicht alleine bin.

    Wie du war ich am Ende meiner Kraft. Und ich weiß, dass ich ansonsten stark bin. Stark genug, um meine Tochter (und am Ende auch mich) zu schützen. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, was es mit meiner Tochter macht, wenn ich ihr das Leben mit einem Alkoholiker noch länger zumute. Die Sorge um ihre Zukunft treibt mich an. Ich hatte so viel über die negativen Folgen gelesen.

    Bei aller Traurigkeit und Wehmut, die natürlich immer wieder auftauchen, fühle ich mich jetzt besser. Der Alkohol hat meine Ex-Partner irgendwie zu einem Fremden gemacht, der hier mit uns im Haus wohnte. Mir hat die Unterstützung von guten Freunden und meiner Familie während dieser Zeit geholfen. Die Kraft kam aber erst zurück, als er ausgezogen ist.

    Meine Tochter hatte die Sorge, dass das Haus für uns allein zu groß ist. Ich habe ihr vorgeschlagen, dass wir es umgestalten. Da war sie ganz begeistert und ist nun fleißig am planen. :)

    LG

    Liebe Sonnenschein, wie gut, dass du zu deinen Töchtern eine enge Bindung hast und ihr gut in Kontakt seid! Das wird ihnen helfen.

    Meine Tochter ist ungefähr so alt wie deine jüngere Tochter. Ich hatte mich auch entschieden, mit ihr offen zu sprechen, damit sie weiß, dass sie ihrer Wahrnehmung trauen kann und mit Papa etwas nicht stimmt.

    Ich habe mich beraten lassen, wie ich altersgerecht und möglichst neutral mit ihr über die Alkoholkrankheit sprechen kann. Das war auch gut, da sie sich im Internet über die möglichen Folgen schon informiert hatte und voller Sorge war.

    Sie verdrängt das Thema (sowohl Alkohol als auch Trennung)nach meiner Einschätzung. Sie redet nicht darüber. Da sie ansonsten aber fröhlich ist und es keine Auffälligkeiten gibt, wurde mir geraten, weitere Gespräche nicht aufzudrängen. Sie weiß aber, dass ich für sie da bin und wir jederzeit Sprechen können.

    Ich finde es so wichtig, das Problem zu benennen. Es ist ja deine und ihre Realität. Wie sagt man so schön: Der Elefant steht ja im Raum.

    LG

    Ich habe große Angst um seine Gesundheit und um unsere Beziehung. Gerne möchte ich einen gangbaren Weg für uns finden. Ich weiß nur nicht wie?

    Vermutlich mache ich vieles falsch im Umgang mit ihm und mit seiner Sucht.

    Liebe Cardiaca, erstmal willkommen in der Gruppe. Du klingst sehr verzweifelt.

    Deine Erlebnisse erinnern mich sehr an meine. Ich kann deine Sorgen und Bemühungen daher gut nachvollziehen. Wichtig ist nur, dass du weder deinen Mann vor den Konsequenzen der Sucht bewahren kannst, noch kannst du mit deinem Verhalten die Beziehung retten.

    Dein Wunsch mit der Kontrolle aufzuhören ist verständlich. Mir ist es bis zum endgültigen Auszug meines Ex-Partners nicht gelungen, obwohl es sowieso nichts bringt und mir das klar war.

    Mich haben die Heimlichkeiten ebenfalls sehr verletzt. Das zerstört Vertrauen, was ja das Fundament einer Beziehung ist.

    Hilfe und Unterstützung zu suchen, dich zu stärken und dann deine Entscheidung zu treffen, finde ich richtig und wichtig!

    Zum Abschluss noch ein Gedanke: Du kannst dich nicht für oder gegen deine Erkrankung entscheiden. Dein Mann hat die Wahl in Bezug auf seine.

    LG

    Ich denke und hoffe, eine räumliche Trennung auf Zeit würde ihn wacher rütteln. Wenn es nicht der Fall ist, dann folgt eine endgültige Trennung.

    Ich verstehe dich so, dass es eine zeitnahe Entscheidung deines Mannes bezüglich der stationären Therapie braucht. Du bist da sehr klar, mit dem was du schreibst. Du könntest die Deadline für die Entscheidung setzen.

    Außerdem finde ich, dass die räumliche Trennung auch eine Form ist, ihm beizustehen. Hast du mit deinem Mann über diese Möglichkeit schon einmal gesprochen?

    Hey Sonnenschein, du bist nicht alleine! Das steht fest. Und du setzt dich mit der Situation und den Möglichkeiten auseinander. Das ist super.

    Ich bin sicher, dass es nicht auf die Größe der Schritte ankommt. Es ist gut, wenn die Richtung stimmt. Hast du eine Vorstellung, was es für den nächsten Schritt braucht?

    Ich stimme Hera zu. Kinder sind ein wichtiger Grund, die Situation zu verändern. Wie geht es ihnen deiner Einschätzung nach in der aktuellen Situation?

    Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, dass du Angst vor der Situation bei der Arbeit hast. Aber zur Zeit scheint es für dich so oder so nicht einfach zu sein. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel Kraft du aufwendest, um es unter Kontrolle zu haben. Oder?

    Liebe Grüße

    Ich bin sicher, dass du am besten einschätzen kannst, welcher Weg richtig ist. Du mußt ja schließlich mit den Konsequenzen - egal wie du dich entscheidest - leben. Dazu fallen mir ein paar Fragen ein:

    Würde deine Familie dich auch unterstützen, wenn du dich dagegen entscheidest, ihm diese Chance zu geben? Und wenn nicht, wie würde es dir damit gehen?

    Du schreibst, dass dein Mann die Therapie verlängern wollte und verbindest damit die (Krankheits-)Einsicht. Ist er wirklich schon soweit, dass er sich die Krankheit 100% eingesteht?

    Hast du eine Idee, wie du mit der Unsicherheit einer erneuten Enttäuschung gut umgehen kannst? Enttäuschungen wird es vermutlich auf dem langen Weg in ein alkoholfreies Leben deines Mannes noch so einige geben. Auch ein stationärer Aufenthalt bietet keine Garantie. Da ist es immer hilfreich, wenn du auf dich achtest und dich stärkst.

    Ich freue mich für dich, dass du so klar sagst, dass er - trotz Alkohol - ein guter Vater und liebevoller Ehemann ist. Ich befürchte nur, dass sich das ändern wird, wenn die Spirale nach unten geht. Das habe ich so erlebt. Mit steigendem Suchtdruck sind meine Tochter und ich immer unwichtiger geworden. Oder es hat sich zumindest so angefühlt. Ich habe eine totale (negative) Veränderung des Mannes miterleben müssen, der mir immer so lieb und vertraut war.

    Rückblickend wäre ich gern konsequenter gewesen. Nicht, weil ich denke, dass ich ihn damit "gerettet" hätte. Aber ich hätte mir einige Enttäuschungen erspart.

    Liebe Grüße

    Liebe Sarina,

    wenn ich deinen Text lese, dann habe ich den Eindruck, dass du eigentlich weißt, dass du etwas nicht mehr willst. Und doch hält dich etwas davon ab, deinen Weg zu gehen. Nehme ich das richtig wahr?
    Wenn ja, dann stellt sich mir die Frage, wo die Zweifel herkommen. Was hindert dich?

    Ich kann das mit der wiederholten Enttäuschung gut verstehen, die du nicht mehr erleben möchtest. Mir ging es genauso.

    Liebe Grüße

    Liebe Lanananana,

    da sprichst du einen wichtigen Aspekt an! Ich werde darüber nachdenken, was ich von ihr als Parentante erwarte bzw. mir von ihr für meine Tochter wünsche. Sie hat mich sogar kürzlich danach gefragt. Das allerdings in einer blöden Diskussion, als sie sich von mir angegriffen fühlte.

    Was hättest du dir damals von deiner Patentante gewünscht?


    Liebe Grüße und danke für deine Perspektive!

    Ich finde es gut, dass hier viel Wert auf die genaue Wortwahl gelegt wird. Das ist spannend und hilfreich! Es regt mich zum Nachdenken an, was ich wirklich brauche.

    Ich will gar nichts einfordern oder erzwingen. Es geht vielmehr darum, dass ich eine Erwartung habe. Erwartungen zu äußern, finde ich selbst immer fair.
    Wird meine Erwartung nicht respektiert und ich kann damit (momentan) nicht umgehen, dann kann ich die Entscheidung treffen, zu der Personen (temporär) auf Abstand gehen.

    Sie ist seine Schwester und ggf. Vielleicht in der gleichen Achterbahnfahrt wie Du. Es ist Ihre Entscheidung, wie Sie mit dem Thema umgeht sowie es Deine Entscheidung ist, wie Du damit umgehst.

    Momo, du hast vollkommen recht! Eigentlich war mit bewusst, dass sie in einer ähnlich schwierigen Situation wie ich ist. Es schwarz auf weiß zu lesen, hilft mir aber nochmal, meinen Umgang mit ihr zu überdenken.

    Vielleicht ist es genau der Punkt. Es geht gar nicht darum, was ich von ihr erwarte, sondern dass sie akzeptiert, dass ich mich von meinem Ex so stark wie möglich abgrenze.

    LG

    Ich habe einige der genannten Tipps in meinen Notfallkoffer übernommen und möchte auch etwas beitragen, was mir immer wieder hilft:

    Ich habe den WhatsApp Chat mit meinem Ex als "gesperrt" eingestellt. So lese ich Nachrichten von ihm nicht sofort und bekomme auch keine Vorschau vom Text.

    Da mich seine Nachrichten, die ich im falschen Moment erhalte bzw lese, ganz schön stressen, schütze ich mich so davor. Ich lese sie dann, wenn ich mich dazu in der Lage fühle und kann so besser bei mir bleiben.

    Mich würde interessieren, wie ihr mit Menschen im eigenen Umfeld umgeht, die von der Sucht wissen aber keinen konsequenten Standpunkt einnehmen.

    In meinem Fall ist es die Patentante meiner Tochter und gleichzeitig Schwester meines alkoholkranken Ex-Partners. Ich habe mich ihr recht früh anvertraut. Am Anfang war sie sehr betroffen, hat sich über Suchterkrankung informiert und hatte immer ein offenes Ohr für mich. Nach der Trennung ist es anders. Ich bin in ihrem Haus nicht mehr Willkommen. Angeblich, weil sie ihre alte Mutter (die mittlerweile nicht mehr mit mir redet) vor dem Thema schützen will. Auch findet sie Gründe, warum alles nicht so schlimm ist bzw. mein Ex sich ja so viel Mühe gibt.

    Eigentlich will ich den Kontakt für meine Tochter aufrecht erhalten. Ihre Patentante ist für sie eine wichtige Person. Allerdings tut der Kontakt nicht gut. Jetzt überlege ich, wie ich mich verhalte. Kontakt doch (temporär) abbrechen? Oder klar ansprechen, dass ich nur Menschen in meinen Umfeld brauche, die einen klaren Standpunkt haben.

    Mich würden andere Erfahrungen und Meinungen interessieren. Kann man von Freunden und Familie eine klare Position einfordern?

    Was natürlich auch geht, wenn ihn jemand „neutrales“ meldet. Vielleicht kennst du ja jemanden, der so ein bisschen mitbekommt, wenn er trinkt und dann Auto fährt.

    Guter Punkt!

    Ich habe eine Freundin gefragt, ob sie mit zur Polizei kommen würde. Sie hat „ja“ gesagt. Sie kennt ihn sehr gut und hat ihn schon häufiger erlebt, wenn er zu viel getrunken hat. Erst kürzlich, als er am Nachmittag den Hund mit dem Auto abgeholt hat. Da hatte er schon eine ordentliche Fahne.

    Vielleicht frage ich bei der Polizei einfach erstmal, was sie mir raten würden. Für meine Vermutung, das er alkoholisiert fährt, habe ich ja gute Gründe.

    Ich will weiter dran bleiben die Vorteile des nüchtern Seins zu erkennen und zu genießen (das ist der schönste Teil!).

    Mir muss noch viel klarer sein wie wichtig meine Nüchternheit für meine Kinder ist- nur nüchtern kann ich zuverlässig da sein, geduldiger reagieren und nicht zuletzt ein gutes Vorbild sein.

    Das klingt sehr vernünftig und auch verantwortungsvoll! <3

    Kinder merken sofort die Veränderung, wenn Alkohol im Spiel ist. Ich kenne es aus eigener Erfahrung als Kind nicht. Aber ich musste immer mit anschauen, wie meine Tochterauf den Pegel meines Ex reagiert hat.

    Ganz abgesehen davon, dass Kinder das mit in ihr erwachsenes Leben mitnehmen.

    Weiter so, liebe AnnaBlume! Sorge gut für dich und damit deine Kinder!

    Meines Wissens kann man eine Trunkenheitsfahrt auch direkt anzeigen wenn er los fährt- so kann die Polizei ihn auf frischer Tat ertappen.

    Lieber AnnaBlume, eine spontane Polizeikontrolle würde ich mir wünschen! Bisher hatte er immer Glück.
    Leider sind die Strecken, die er mit Hund und Kind fährt, in der Regel recht kurz. Ich bin nicht sicher, wie spontan die Polizei ist, wenn ich anrufe.

    Vielleicht gehe ich einfach mal zu Polizei und erkundige mich, was geht. Das Gerede im Ort würde wahrscheinlich eher ihm schaden.
    Ich glaube, anonym kann ich das nicht

    „Gibt es Groß- und/oder Pateneltern, die evtl. unterstützen können?“

    Die Patentante (seine Schwester) nimmt ihn in Schutz. Sie fand es schon unmöglich von mir, das ich Himmelfahrt eine Tour mit einem Camper-Van kurz vor dem Start unterbunden habe. Das, obwohl er an dem Tag schon vormittags getrunken hatte.

    Daraufhin hat der Patenonkel mit ihm gesprochen. Leider ohne Erfolg bzw. Einsicht. Aber gute Idee, mit ihm spreche ich nochmal.