Beiträge von BuyMyselfFlowers

    Sie ist seine Schwester und ggf. Vielleicht in der gleichen Achterbahnfahrt wie Du. Es ist Ihre Entscheidung, wie Sie mit dem Thema umgeht sowie es Deine Entscheidung ist, wie Du damit umgehst.

    Momo, du hast vollkommen recht! Eigentlich war mit bewusst, dass sie in einer ähnlich schwierigen Situation wie ich ist. Es schwarz auf weiß zu lesen, hilft mir aber nochmal, meinen Umgang mit ihr zu überdenken.

    Vielleicht ist es genau der Punkt. Es geht gar nicht darum, was ich von ihr erwarte, sondern dass sie akzeptiert, dass ich mich von meinem Ex so stark wie möglich abgrenze.

    LG

    Ich habe einige der genannten Tipps in meinen Notfallkoffer übernommen und möchte auch etwas beitragen, was mir immer wieder hilft:

    Ich habe den WhatsApp Chat mit meinem Ex als "gesperrt" eingestellt. So lese ich Nachrichten von ihm nicht sofort und bekomme auch keine Vorschau vom Text.

    Da mich seine Nachrichten, die ich im falschen Moment erhalte bzw lese, ganz schön stressen, schütze ich mich so davor. Ich lese sie dann, wenn ich mich dazu in der Lage fühle und kann so besser bei mir bleiben.

    Mich würde interessieren, wie ihr mit Menschen im eigenen Umfeld umgeht, die von der Sucht wissen aber keinen konsequenten Standpunkt einnehmen.

    In meinem Fall ist es die Patentante meiner Tochter und gleichzeitig Schwester meines alkoholkranken Ex-Partners. Ich habe mich ihr recht früh anvertraut. Am Anfang war sie sehr betroffen, hat sich über Suchterkrankung informiert und hatte immer ein offenes Ohr für mich. Nach der Trennung ist es anders. Ich bin in ihrem Haus nicht mehr Willkommen. Angeblich, weil sie ihre alte Mutter (die mittlerweile nicht mehr mit mir redet) vor dem Thema schützen will. Auch findet sie Gründe, warum alles nicht so schlimm ist bzw. mein Ex sich ja so viel Mühe gibt.

    Eigentlich will ich den Kontakt für meine Tochter aufrecht erhalten. Ihre Patentante ist für sie eine wichtige Person. Allerdings tut der Kontakt nicht gut. Jetzt überlege ich, wie ich mich verhalte. Kontakt doch (temporär) abbrechen? Oder klar ansprechen, dass ich nur Menschen in meinen Umfeld brauche, die einen klaren Standpunkt haben.

    Mich würden andere Erfahrungen und Meinungen interessieren. Kann man von Freunden und Familie eine klare Position einfordern?

    Was natürlich auch geht, wenn ihn jemand „neutrales“ meldet. Vielleicht kennst du ja jemanden, der so ein bisschen mitbekommt, wenn er trinkt und dann Auto fährt.

    Guter Punkt!

    Ich habe eine Freundin gefragt, ob sie mit zur Polizei kommen würde. Sie hat „ja“ gesagt. Sie kennt ihn sehr gut und hat ihn schon häufiger erlebt, wenn er zu viel getrunken hat. Erst kürzlich, als er am Nachmittag den Hund mit dem Auto abgeholt hat. Da hatte er schon eine ordentliche Fahne.

    Vielleicht frage ich bei der Polizei einfach erstmal, was sie mir raten würden. Für meine Vermutung, das er alkoholisiert fährt, habe ich ja gute Gründe.

    Ich will weiter dran bleiben die Vorteile des nüchtern Seins zu erkennen und zu genießen (das ist der schönste Teil!).

    Mir muss noch viel klarer sein wie wichtig meine Nüchternheit für meine Kinder ist- nur nüchtern kann ich zuverlässig da sein, geduldiger reagieren und nicht zuletzt ein gutes Vorbild sein.

    Das klingt sehr vernünftig und auch verantwortungsvoll! <3

    Kinder merken sofort die Veränderung, wenn Alkohol im Spiel ist. Ich kenne es aus eigener Erfahrung als Kind nicht. Aber ich musste immer mit anschauen, wie meine Tochterauf den Pegel meines Ex reagiert hat.

    Ganz abgesehen davon, dass Kinder das mit in ihr erwachsenes Leben mitnehmen.

    Weiter so, liebe AnnaBlume! Sorge gut für dich und damit deine Kinder!

    Meines Wissens kann man eine Trunkenheitsfahrt auch direkt anzeigen wenn er los fährt- so kann die Polizei ihn auf frischer Tat ertappen.

    Lieber AnnaBlume, eine spontane Polizeikontrolle würde ich mir wünschen! Bisher hatte er immer Glück.
    Leider sind die Strecken, die er mit Hund und Kind fährt, in der Regel recht kurz. Ich bin nicht sicher, wie spontan die Polizei ist, wenn ich anrufe.

    Vielleicht gehe ich einfach mal zu Polizei und erkundige mich, was geht. Das Gerede im Ort würde wahrscheinlich eher ihm schaden.
    Ich glaube, anonym kann ich das nicht

    „Gibt es Groß- und/oder Pateneltern, die evtl. unterstützen können?“

    Die Patentante (seine Schwester) nimmt ihn in Schutz. Sie fand es schon unmöglich von mir, das ich Himmelfahrt eine Tour mit einem Camper-Van kurz vor dem Start unterbunden habe. Das, obwohl er an dem Tag schon vormittags getrunken hatte.

    Daraufhin hat der Patenonkel mit ihm gesprochen. Leider ohne Erfolg bzw. Einsicht. Aber gute Idee, mit ihm spreche ich nochmal.

    Wie ist denn der Umgang überhaupt geregelt? Kann das Jugendamt nicht eingebunden werden, um solche Fahrten zu unterbinden? Gibt es Groß- und/oder Pateneltern, die evtl. unterstützen können?

    Hallo Rennschnecke, wir haben (noch) keine Regelung. Eigentlich war die Idee, dass nach den Bedürfnissen unserer Tochter flexibel zu gestalten. Das funktioniert aber leider nicht. Er hat ja so viel zu tun…
    Seit Wochen warte ich auf seinen Vorschlag, wie er regelmäßig mehr Zeit mit ihr verbringen möchte. Das ist ihr Wunsch.

    Ich gehe davon aus, dass das Jugendamt nicht viel machen kann. Ich kann ihm ja nichts nachweisen.

    Liebe Elly, wir wohnen eher ländlich. Da geht es ohne Auto nicht.

    Ich übernehme Fahrten, wenn ich es vorher mitbekomme. Das findet mein Ex bereits jetzt albern und anmaßend, da er seines Erachtens ja kein Alkoholproblem hat.

    Den Pegel merkt man ihm zudem nicht an. Da hat er eine hohe Toleranz entwickelt und ist geschickt, die Fahne zu vertuschen.
    Das kann meine Tochter nicht wirklich erkennen. Und das Mitfahren einfach ablehnen, das traut sie sich nicht. Hab ich schon versucht.

    Mir fällt es mittlerweile selbst schwer, seinen Zustand einzuschätzen. Ich gehe nur davon aus, dass sich sein Trinkverhalten durch den Auszug nicht geändert hat.

    Verbieten kann ich es ihm leider nicht, mit meiner Tochter zu fahren. Mein deutlicher Appell wirkt nur in Maßen.
    :/


    LG

    Liebe Haar, ich habe deinen Beitrag gelesen und bin beeindruckt. Gehe deinen Weg so mutig und entschlossen weiter! Auch wenn es sicher sehr viel Kraft kostet und manchmal Zweifel da sind. Das ist normal.
    Ich bin sicher, du hast alles richtig gemacht. Für dich! Und nur darum geht es.

    Liebe Grüße

    Liebe Community,

    ich würde gern eure Erfahrung und Meinung zu einem Thema einholen, das mich derzeit sehr beschäftigt:

    Mein Ex-Partner hat täglich zu Hause viel getrunken. Häufig ist er schon nachmittags in seinem Büro (hier im Haus) eingeschlafen oder saß abends, mit Handy und Weinglas in der Hand, schlafend auf dem Sessel. In den letzten Monaten vor der Trennung war er häufig schon beim Abendessen so alkoholisiert, dass er sehr verändert wirkte. Ich habe daher mit meiner Tochter über die Alkoholabhängigkeit ihres Vaters gesprochen, damit sie zuordnen kann, was sie erlebt und gesehen hat.

    Irgendwann wurde mir bewußt, dass mein Ex (weil er ja ständig trinkt) auch alkoholisiert Auto fährt. Man merkt es ihm aufgrund der hohen Alkoholtoleranz allerdings nicht an. Ich habe immer darauf geachtet, dass er nicht mit unserer Tochter fährt. Nun habe ich darüber keine Kontrolle mehr, wenn sie bei ihm ist. Daher habe ich ihm deutlich gesagt, dass ich nicht möchte, dass er mit ihr fährt, wenn er getrunken hat. Da er seine Sucht aber zutiefst leugnet, hält er sich daran nicht. Meine Tochter würde nie ablehnen mit ihm zu fahren.

    Daher frage ich mich, was ich tun kann. Wäre es eine Möglichkeit, dass ich ihn bei der Polizei melde? Aber bringt das was? Vielleicht gibt es auch andere Möglichkeiten, die ich nicht sehe? Freue mich auf eure Meinung!

    Wünsche allen einen guten Start in den Tag!

    Insgesamt würde ich sein Verhalten im Trennungsprozess bezeichnen als respektlos, feige, rückgradlos und niveaulos. Ob das der Alkohol aus ihm gemacht hat oder die Trennung oder beides oder ob das in seinem Charakter bereits so angelegt war, aber nicht zu Tage trat, das weiß ich nicht. Es ist traurig, den Mann verloren zu haben, der er mal war.

    Liebe Jana, ich kann mir vorstellen, dass der Alkohol deinen Partner so stark verändert hat. Mir ist es genauso gegangen. Am Ende unser Beziehung hatte ich den Eindruck, dass ein Fremder im Haus lebt.

    Meine Tochter hat es mal so treffend ausgedrückt. Sie sagte, dass sie so gerne mit Papa Zeit verbringt, aber nicht mit der „komischen Kopie von Papa“.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Mann, den ich damals kennen und lieben gelernt habe, gestorben ist.

    LG

    Liebe Jana , deine Nachricht tut gut.
    Wie sich doch die Geschichten ähneln. Und im Nachhinein ist alles so klar.
    Da bin ich manchmal fassungslos, wie akzeptiert Alkohol in der Gesellschaft ist und wie sorglos wir damit umgehen. Das führt ja dazu, dass man die Ereignisse erst zu spät hinterfragt.

    Eine Freundin hat mir das mit dem Ausräuchern auch vorgeschlagen. Ich glaube, dass ich es auch versuchen werde. Und wie du sagst, wenn es nur zum Spaß ist.

    Und die Blumen werde ich mir ab jetzt wöchentlich gönnen!:)

    LG

    Lieber Alex_aufdemweg,

    Danke für deinen Beitrag! Das bestätigt mich in meiner Einschätzung, die zur Trennung führte.

    Ich bin mittlerweile fest überzeugt, dass es erst starke körperliche Symptome braucht, damit er vielleicht irgendwann aufwacht.

    In manchen Artikel, die ich reichlich gelesen habe, wird von „hoch“ funktional gesprochen. Daher habe ich den Begriff benutzt.
    Für mich bedeutet es, dass im außen nichts sichtbar ist. Sogar enge Freunde, die ich Anfang des Jahres eingebunden habe, konnten es kaum glauben.

    Hätten wir keine gemeinsame 13-jährige Tochter, dann würde ich den Kontakt komplett abbrechen. Ich versuche es auf das Minimum zu reduzieren. Und du hast vollkommen recht. Es ist momentan das beste für mich. Ich kann diese komische Kopie dieses Mannes (so hat es meine Tochter ausgedrückt!) einfach nicht ertragen.

    Hallo Momo, es tut so gut zu wissen, dass es anderen Menschen auch so gegangen ist. Ich habe mir auch fest vorgenommen, dass ich zukünftig klarer meine Grenzen setzen werde und mir Kompromisse bei wichtigen Themen gut überlege.

    Ich fühlte mich manchmal so alleine mit der Situation, weil "im außen" niemand mitbekommen hat, was ich und meine Tochter uns regelmäßig ansehen müssten. Nach dem Schritt der Trennung habe ich festgestellt, was ich doch für einen wunderbaren Freundeskreis habe, den ich in der Zeit davor vernachlässigt hatte. Ich war ja so beschäftig damit, unsere Beziehung und den Alkoholiker (unbewußt) retten zu wollen.

    Mein Ex lügt sich und seinem Umfeld immer noch erfolgreich etwas vor. Manchmal ärgert mich das so sehr! Dabei weiß ich, dass ich viel mehr bei mir bleiben sollte.

    LG

    Hallo Sorrowful, es gab viele Momente, die mich im Nachhinein nachdenklich machen. Einiges hört sich sicher blöd an aber ist wirklich so gewesen:

    Mein Ex-Partner ist schon in den ersten 2-3 Jahren unserer Beziehung häufiger abends auf dem Klo eingeschlafen, was ich schon damals ekelhaft fand. Später ist er sogar am Tisch eingeschlafen, wenn wir Besuch hatten. Da hatte er schon beim Kochen so viel getrunken, dass der Wein zum Essen ihm den Rest gegeben hat. Da habe ich mich "fremdgeschämt". Die Abstände zwischen den Ereignissen waren aber so lang, dass ich sie gut verdrängen konnte.

    Er hat sich auf Feiern teilweise sehr betrunken, was ich für einen erwachsenen Mann, ungewöhnlich fand. Freunde fanden es lustig, dass sie ihm den Weg nach Hause zeigen mußten.

    Später waren es Trinkpausen, die wir uns gemeinsam vorgenommen hatten. Da war er in der Zeit so angespannt und verändert. Dass es etwas mit Symptomen einer Abhängigkeit zu tun haben könnte, das habe ich nicht gesehen.

    Ich bin erst wirklich aufgewacht, als ich Alkohol im Büro (Homeoffice) entdeckt habe, als ich wahrgenommen habe, dass er schon morgens trinkt.

    Das waren nur einige "red flags". Damit könnte ich ein Buch füllen. Ich bin mir kürzlich bewußt geworden, wie viele Situationen es gab und bin dann immer ganz erschrocken.