Ich bin sicher, dass du am besten einschätzen kannst, welcher Weg richtig ist. Du mußt ja schließlich mit den Konsequenzen - egal wie du dich entscheidest - leben. Dazu fallen mir ein paar Fragen ein:
Würde deine Familie dich auch unterstützen, wenn du dich dagegen entscheidest, ihm diese Chance zu geben? Und wenn nicht, wie würde es dir damit gehen?
Du schreibst, dass dein Mann die Therapie verlängern wollte und verbindest damit die (Krankheits-)Einsicht. Ist er wirklich schon soweit, dass er sich die Krankheit 100% eingesteht?
Hast du eine Idee, wie du mit der Unsicherheit einer erneuten Enttäuschung gut umgehen kannst? Enttäuschungen wird es vermutlich auf dem langen Weg in ein alkoholfreies Leben deines Mannes noch so einige geben. Auch ein stationärer Aufenthalt bietet keine Garantie. Da ist es immer hilfreich, wenn du auf dich achtest und dich stärkst.
Ich freue mich für dich, dass du so klar sagst, dass er - trotz Alkohol - ein guter Vater und liebevoller Ehemann ist. Ich befürchte nur, dass sich das ändern wird, wenn die Spirale nach unten geht. Das habe ich so erlebt. Mit steigendem Suchtdruck sind meine Tochter und ich immer unwichtiger geworden. Oder es hat sich zumindest so angefühlt. Ich habe eine totale (negative) Veränderung des Mannes miterleben müssen, der mir immer so lieb und vertraut war.
Rückblickend wäre ich gern konsequenter gewesen. Nicht, weil ich denke, dass ich ihn damit "gerettet" hätte. Aber ich hätte mir einige Enttäuschungen erspart.
Liebe Grüße