Ich habe bezüglich vielen Dingen Schuldgefühle. Aber über den Begriff Schuld in Zusammenhang mit meiner Sucht habe ich nie nachgedacht.
Seit ich trinken durfte habe ich sehr viel getrunken und ja in meinem Umfeld galt das als normal, aber andere aus diesem Umfeld sind trotzdem nicht abhängig geworden.
Gibt bestimmt auch einen genetischen Faktor. Ich mach alles gleich sehr viel. Hab viel geraucht als ich geraucht hab, wenn ich Sport mache dann bis zur Erschöpfung usw. Grenzen testen vielleicht. Aber wo ist da die Schuld???
Es ist halt passiert aber ich bin stolz dass ich auf die Idee gekommen bin aufzuhören und mein Leben nochmal auf links zu krempeln, damit der Alkohol aus dem Zentrum ganz weit an den Rand geschoben wird.
Und wer weiß- vielleicht wäre mir nie so bewusst geworden wie schön es ist früh morgens aufzuwachen und fit zu sein. Noch einen Kaffee im Bett einfach aus Genuss und nicht weil ohne gar nix geht.
Ich will nicht übertreiben- natürlich hätte ich mir die Sucht gerne erspart aber einige Dinge sehe ich durch sie klarer.
Ich hab auch keine Ahnung an welcher Stelle meines Lebens ich einen anderen weg hätte nehmen sollen um nicht süchtig zu werden.
Es zog mich schon immer zu den ‚partymenschen‘ - suggerierten sie doch eine ‚Wildheit‘ die mir gut gefiel.
Aber an lallenden Leuten nachts um drei an einer Bar ist gar nix wild- außer der gemeinsam gestrickten Legende vom Abenteuer.