Beiträge von AnnaBlume

    Ausserdem habe ich mich für Morgen Abend mit der oben genannten Freundin zum gemeinsamen Kochen verabredet bei Ihr verabredet

    In einer deutschen Kommödie würdet ihr bereits im Frühling heiraten.
    Aber wir sind ja nicht beim Film also wünsch ich dir einen freundschaftlichen Abend zu zweieinhalbt. Das wäre übrigens der Titel für die romantische Kommödie ‚Silvester für 2 1/2‘. Ja in mir schlummert eine Schnulzenautorin, aber dafür kannst du nix lieber Kazik und du machst das schon alles gut so.

    Von Ihr habe ich am selben Abend eine ganz tolle Nachricht zurückbekommen nach der Ich vor Rührung weinen musste

    Ach das freut mich für dich. Du scheinst ein liebenswerter Mensch zu sein wenn du so von der besten Freundin geschätzt wirst.

    Du wirst sehen, dass sich durch die Abstinenz mit der Zeit auch die innere Leere und Unruhe etwas legt.
    Gerade für dich mit deinem psychischen Päckchen ist sehr wichtig, dass du sensibel aufpasst, wann Situationen kritisch sind und dich rechtzeitig raus nimmst.

    Du deutest an dass du Probleme mit der tagesstruktur hast. Ich bin eigentlich kein so großer Fan davon aber hier könnte tatsächlich mal das gerade mächtig im Trend liegende ‚journaling‘ helfen. Anleitungen dazu findest du ganz viele im Netz.

    Alles Gute für dich!

    Ich komm mit der Situation klar

    Den Satz kannste bei mir am Anfang auch lesen, als ich noch hartnäckig an meinem Alkoholfreien Bier festgeklammert habe. Ich dachte ‚meine Güte, die sind ja hier päpstlicher als der Papst‘.
    Hab aber trotzdem drüber nachgedacht und es letztendlich bleiben lassen. Und tatsächlich macht es was mit mir, nicht mehr mit der ‚entschärften‘ Variante das gleiche wie vorher zu tun, sondern ganz bewusst etwas ganz anderes aus einem ganz anderen Gefäß zu trinken oder wenn möglich diese Anlässe ganz zu meiden.

    Der Satz ‚ich komme damit klar‘ erinnert stark an ‚ich hab’s im Griff‘, den viele hier aus nassen Zeiten kennen durften.

    Tief drinnen dachte ich, ich kann alkoholfreies Bier trinken, weil ich eben ‚noch nicht so schlimm‘ Alkoholikerin war wie die anderen hier. Dass das völliger Bullshit ist, hab ich spätestens nach den Berichten der ‚schlimmeren‘ Alkoholiker und vor allem der Angehörigen verstanden.

    Ich hab im Grunde immer noch geglaubt dass ich es besser im Griff habe als andere.

    Aber Nix da- ob Quartals-, Pegel-, Rausch- oder Immer- Trinker. Im Grunde unterscheidet sich da gar nix. Die wenigsten hier mussten jeden Morgen als erstes Schnaps trinken, um überhaupt die Kaffee Tasse halten zu können und vielen (wie auch mir) fiel es gar nicht schwer mal ein paar Wochen auf Alkohol zu verzichten.
    Dennoch vereint, dass wir einen wie auch immer gearteten kontrollverlust erlebten und uns anders benahmen als wir das für uns wollen.
    Deshalb meiden wir Gefahren wo es eben geht. Jeder geht auch mal in Abwägung Risiken ein (wie ich, die Abende mit trinkenden Personen verbracht hat), aber es ist gut dass diese Risiken benannt werden und das Verhalten nicht normal wird und auf die leichte Schulter genommen.

    Wir wollen es nüchtern gerne leicht haben. Derjenige sein der es locker geschafft hat und überall noch dabei ist. Aber für wen? Sitzt da irgendwo eine Jury und hält Nummern hoch?

    Manchmal ist es einfach besser vorsichtig zu sein und eben auch mal Schwäche zu zeigen.

    Lange Predigt, die ich mir im Grunde gerade selbst gehalten habe. Vielleicht ist da aber auch was für dich dabei lieber Bono59 .

    Eins noch Bono: nicht erst deine persönliche notfallmaßnahme raussuchen, wenn es so weit ist. Bereite dich vor, such dir was aus und nehme dir fest vor genau das zu tun, wenn dich plötzlich der Wunsch zu trinken überkommt. Wichtig ist die Vorbereitung um dann blitzschnell handeln zu können. So schnell wie so ein Druck kommt, so schnell geht er auch wieder vorbei. Auch hier schreiben hat mir geholfen. Man fühlt sich ja so ein wenig ‚fremdgesteuert‘ in dem Moment - mir hat geholfen mich zu vergewissern, dass ich die Zügel noch in der Hand habe. Sei vorbereitet.
    Und: Kinderpunsch? Warum?

    Versuche nicht weiterhin ‚dabei‘ zu sein und nicht aufzufallen. Immer wenn man ohne Alkohol irgendwo auffällt ist man dort falsch!

    Bei mir sind es Situationen die ich automatisch mit Trinken verknüpft habe: groß Kochen, essen mit Freunden und Familie.. Situationen die auf der Hand liegen wie z.B. die Bierkneipe meide ich komplett.
    Ich habe hier den Tipp bekommen, wenn sich solche Situationen gar nicht vermeiden lasse, drauf vorbereitet zu sein. Ich wusste z.b. dass meine Familie am heilig Abend Alkohol trinkt. Ich habe mich innerlich vorbereitet und einen besonders guten Saft von den Streuobstwiesen mitgebracht für mich. Das ging. Beim Kochen hat es mich spontan überfallen- dann hilft der Notfallkoffer. Such was raus was zu dir passt und mach das dann. Bei mir ist das frische Luft und/ oder Wechselatmung.bei dir ist das wahrscheinlich was anderes. Und: bitte nicht wie gehabt zum Nachbarn hocken und er trinkt Bier- du am Ende noch alkoholfreies dazu. Das geht gar nicht.
    Ändere die Situation. Biete dem Nachbarn Kaffee an- anderer Rahmen. Sag ihm auf jeden Fall dass du keinen Alkohol mehr trinkst (Thema war hier ja schon). Wenn er dann sowieso kein Interesse mehr hat- auch gut!

    Schütze dich! Tag 20 ist für dich als quartalstrinker eine sensible Kiste. Alle ‚Gelegenheiten‘ bitte großräumig umfahren!!!

    Wenn er sich die Sucht nun eingestehen würde und anschließend in Therapie ginge?

    Hätte, würde, könnte? Merkste selber, ne?

    Das Forum ist für ihn völlig falsch. So wie ich das verstanden habe, richtet es sich an Menschen, die bereits wissen dass sie Alkoholiker sind, die eine dauerhafte Abstinenz anstreben und im besten Falle die ersten Schritte schon getan haben- sprich nüchtern sind. Drei Bedingungen, 3x nein.

    Er sieht sein Problem nicht und trinkt weiter. Dieses Forum hilft ihm nur zu schauen was du so schreibst. Selbst wenn er nüchtern wäre, wären zwei verschiedene shg besser.

    Aber passiert ist passiert, er liest dann wohl jetzt mit.

    Ich wünsche euch allen heute viel Kraft für einen nüchternen Heilig Abend! Seid auf der Hut- es wird vielleicht nicht leicht.
    Weihnachten ist bei sehr vielen Menschen mit Alkohol verknüpft- auch bei nicht abhängigen. Achtet auf euch, zieht euch aus Situationen raus, die euch unter Druck setzen, nehmt euch Auszeiten. 5 min an die frische Luft und durchatmen hat schon so manchen schwiegermuttermord verhindert.

    Und vielleicht geht es ja noch anderen so wie mir: morgen früh werde ich aufwachen und das erste mal seit vielen Jahren einen weihnachtsmorgen ohne Kater und schlechtes Gewissen erleben. Da werde ich was für mich tun.

    In diesem Sinne: toi toi toi. Und ja auch frohe Weihnachten!

    wohl auch für die trockenen Alkoholiker eine gewisse Gefahr darstellen, kommt es mir bei mir auch grad vor

    Exakt so. Das ist dann wohl dein ganz persönlicher suchtdruck. Du hast eine Entscheidung getroffen und sie dir wahrlich nicht leicht gemacht. Also halte durch. Die Kinder haben jetzt Sehnsucht, aber wenn du schwach wirst und er eben ‚nicht durchhält‘ dann haben sie ganz andere Probleme. Stark bleiben! Du tust das richtige!

    lst ja alles nicht so schlimm!!.

    Ich glaube das ist gerade für dich als quartalstrinker eine riesige Gefahrenquelle. Es geht ja so lange ohne- eigentlich alles normal nur eben alle paar Wochen ein Absturz..

    Aber so einfach ist das nicht. Ich hatte das Gefühl diese Abstürze richtig zu brauchen. Ich habe das ‚reset Knopf‘ gennant, weil es kurzfristig den stresslevel runter gefahren hat. Aber das rächte sich mehrfach.

    Selbst in meinen trinkpausen war ich anders als jetzt, fahrig, launisch, unberechenbar. Ständig hatte ich so ein unterschwelliges Gefühl von Überforderung. Außerdem dieses grässliche Gefühl allen was vorzumachen. Die erfolgreiche power Frau, die sich nachts in den allerletzten Kaschemmen völlig abschießt. Nichts mehr mit intellektueller Schlagfertigkeit. Traurig lallendes Wrack.

    Du wirst sehen wie stolz du sein wirst, wie sich langsam der alte Bono an die Oberfläche zurück arbeitet.

    Das wird nicht allen gefallen- vielleicht für dich auch manchmal anstrengend sein. Aber was für ein tolles Gefühl!!!

    Das ist das beste. Das Risiko, die Scham usw. Ja auch ein Argument. Aber ungetrübt man selbst sein zu können durch und durch ist durch nichts zu ersetzen.
    Jetzt heißt es den Boden bereiten. Grundbausteine, sich Unterstützung ins Boot holen usw. und irgendwann merkst du dass das erste Pflänzchen kommt. Irgendwann mehr. Aber der Boden will weiter gepflegt werden. Freu dich drauf- das wird gut Bono!

    Ich liebe sie und möchte sie nicht verlieren

    Befürchtest du, du verlierst sie wenn du den Elefanten im Raum benennst? Ich hab mich auch nicht getraut zu sagen ‚so ich bin Alkoholikerin und jetzt nehmt alle rücksicht‘

    Aber ich habe gesagt ‚ich möchte keinen Alkohol mehr trinken- magst du mich bei diesem Vorhaben unterstützen?‘

    Sicher freut sie sich über dieses Vorhaben- denn du sagst selber sie weiß dass es da ein Problem gibt.
    Ich habe hier schon mehrfach dieses ‚einsamer Cowboy‘ Ding gelesen. ‚Die Suppe hab ich mir selber eingebrockt- da muss ich ganz alleine durch‘. Da schwingt viel Schuld mit. Aber wie auch immer es dazu gekommen ist- du bist leider Alkoholiker geworden und der sicherste Weg da wieder raus ist nicht alleine zu gehen. Wenn deine Frau dich auch liebt- und davon gehe ich stark aus- freut sie sich wenn sie pro aktiv an deiner Nüchternheit mitarbeiten kann- ist ja irgendwo auch ihr Leben.

    Ich hab das schon mal hier geschrieben- wir Alkoholiker machen uns in nassen Zeiten gar nicht klar, dass unser trinken eben nicht allein unsere Privatsache ist. Es wirkt sich aus auf unser Umfeld. Die wir lieben leiden und wir fühlen uns schuldig. Beim Ausstieg das gleiche ‚da muss ich alleine durch‘. Meinst du nicht deine Frau will selbst entscheiden ob sie dich dabei unterstützt oder nicht? Sie durfte schon nicht mit entscheiden wann du abstürzt- gib ihr wenigstens die Chance beim Aufstieg dabei zu sein.

    Meinst du es fiele ihr schwer auf Alkohol zu verzichten?

    Öffne dich! Es wird euch beiden gut tun, glaub mir. Nur weil das Problem benannt wird, wird es ja nicht plötzlich schlimmer.

    schlechte Gedanken, schlechtes Gewissen

    Das belastet. Das mit dem Tisch macht deiner Frau natürlich Angst- völlig zu recht! Gut dass du aufhörst! Dieses neben mir stehen hatte ich auch oft- im Straßenverkehr super gefährlich.

    Mußte mich sehr zusammenreißen, das die Anderen nichts mitbekommen.lst mir auch gelungen.Das konnte ich schon immer gut!!

    Konnte ich auch gut- hatte dabei aber so ein hochstabler Gefühl nach dem Motto: hier erlebt ihr mich total seriös, aber wenn ihr wüsstet…

    Mir hat geholfen mich recht schnell engen Personen zu offenbaren. Man schneidet sich quasi den Fluchtweg ab von wegen ‚dieses eine Mal noch‘. Dann ist es raus und die die es wissen können Rücksicht nehmen.

    Im Moment ist es ja bei dir wahrscheinlich nicht mal über eine normale trinkpause raus- von daher echt echt vorsichtig sein ☝️