Ich liebe sie und möchte sie nicht verlieren
Befürchtest du, du verlierst sie wenn du den Elefanten im Raum benennst? Ich hab mich auch nicht getraut zu sagen ‚so ich bin Alkoholikerin und jetzt nehmt alle rücksicht‘
Aber ich habe gesagt ‚ich möchte keinen Alkohol mehr trinken- magst du mich bei diesem Vorhaben unterstützen?‘
Sicher freut sie sich über dieses Vorhaben- denn du sagst selber sie weiß dass es da ein Problem gibt.
Ich habe hier schon mehrfach dieses ‚einsamer Cowboy‘ Ding gelesen. ‚Die Suppe hab ich mir selber eingebrockt- da muss ich ganz alleine durch‘. Da schwingt viel Schuld mit. Aber wie auch immer es dazu gekommen ist- du bist leider Alkoholiker geworden und der sicherste Weg da wieder raus ist nicht alleine zu gehen. Wenn deine Frau dich auch liebt- und davon gehe ich stark aus- freut sie sich wenn sie pro aktiv an deiner Nüchternheit mitarbeiten kann- ist ja irgendwo auch ihr Leben.
Ich hab das schon mal hier geschrieben- wir Alkoholiker machen uns in nassen Zeiten gar nicht klar, dass unser trinken eben nicht allein unsere Privatsache ist. Es wirkt sich aus auf unser Umfeld. Die wir lieben leiden und wir fühlen uns schuldig. Beim Ausstieg das gleiche ‚da muss ich alleine durch‘. Meinst du nicht deine Frau will selbst entscheiden ob sie dich dabei unterstützt oder nicht? Sie durfte schon nicht mit entscheiden wann du abstürzt- gib ihr wenigstens die Chance beim Aufstieg dabei zu sein.
Meinst du es fiele ihr schwer auf Alkohol zu verzichten?
Öffne dich! Es wird euch beiden gut tun, glaub mir. Nur weil das Problem benannt wird, wird es ja nicht plötzlich schlimmer.