Ich hatte mal eine kurze Beziehung mit jemandem der fast nie und wenn dann nur sehr kleine Mengen getrunken hat. Ich war zwar damals schon Alkoholikerin und wusste es noch nicht, aber ich riss mich, wenn wir zusammen waren total zusammen und trank höchstens mal ein Glas Wein zum Essen. Eines Abends waren wir mit Freunden von mir in einer Bar. Ich wollte ihn nicht verschrecken und riss mich für meine Verhältnisse extrem zusammen und trank drei kleine Bier (normalerweise wären es mindestens 5-6 große gewesen). Danach war er ehrlich erschüttert über meinen ‚Zustand‘ ( Ich hielt mich für stocknüchtern) und sagte mir das auch. Ich war etwas verdattert aber auch nachdenklich. Geändert hat es damals nichts an meinem Trinkverhalten, aber ich trank jetzt gar nicht mehr wenn ich ihn traf und daher traf ich ihn immer weniger, was letztendlich zu einer recht unspektakulären Trennung führte. Es war gut dass er was gesagt hat, denn es hat ihn davor bewahrt sein Leben mit einer Alkoholikerin zu verbringen. Mehr konnte er für sich nicht tun. Ich hab das Problem erst Jahre später kapiert. Will sagen: Er konnte was für sich tun, aber nicht für mich.
Beiträge von AnnaBlume
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Reaktion hat mich gelehrt, dass das gar nicht gut war.
Die würde mich jetzt mal interessieren. Weil eigentlich finde ich das von dir echt eine gute Reaktion. Und es ist natürlich richtig es ehrlich zu benennen. Du hättest es nicht mal so verklausulieren müssen. Sondern- falls das auch zutrifft- ruhig klipp und klar sagen können ‚ich fühle mich unwohl dabei dir beim trinken zuzuschauen‘. Wenn sich daraus ein ehrlicher Austausch ergibt ist das doch schon mal viel und am Ende findet sich vielleicht eine Lösung die für beide ok ist.
Da mein kleiner ‚hier geht es um Kontrolle‘ Vogel auf der Schulter immer noch rumzwitschert. Stelle ich dir die Frage konkreter: Ihre offenbar unangenehme Reaktion bezog sich direkt auf den Alkohol oder darauf dass sie sich kontrolliert und gemaßregelt fühlt?
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Habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Er ist halt nass geblieben.
Oh je- das tut mir leid. Sowohl für dich als auch für ihn!
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Ich habe ihr bisher nur 2-3 mal zu sagen versucht, dass ich möchte, dass sie versteht und sich nicht wundert, wenn ich mich eventuell in Situationen, in denen es mir zu viel Alkohol wird, zurückziehe, weil ich mich nicht wohlfühle.
.. und das halte ich für Deine ganz eigene und geschickte Art eines Erziehungsversuches. Warum ziehst du dich nicht einfach zurück und bleibst bei dir?
Ja ich halte Statistiken auch für essentiell- Grundlage einer jeden Aussage menschlichen Verhaltens, aber wenn wir in den Bereich psychischer Erkrankungen kommen werden die Kriterien immer individuell angesetzt.
Krank ist jemand, dessen ungewöhnliche Verhaltensweisen oder Gefühle ihn oder andere belasten.
Unabhängig von der Dosis die wir Alkoholiker in nassen Zeiten zu uns genommen haben- und da ist die Spannweite ganz sicher immens- vereint uns, dass wir und/oder unsere Angehörigen unter den Folgen unseres Konsums gelitten haben.
Da reden wir nicht gleich von Arbeitsplatzverlust, Gewalt oder Leberzirrhose sondern es geht auch schon ‚kleiner‘ - aber bis auf die von dir akribisch registrierte Menge sehe ich da nichts.
Du betonst wie toll alles ist, wie zugewandt sie ist- niemals ausfällig oder betrunken, zuverlässig und präsent.
Wie gesagt- ich glaube das Problem hier ist nicht der Alkohol.
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Fühlt sich nicht gut an, also mach ichs nicht.
Das sind zwei Dinge die nicht immer leicht sind. Fühlen was sich gut anfühlt und dann entsprechend handeln.
Hier geht es um handeln für sich selbst- die Straßenseite wechseln weil betrunkene unangenehme Gefühle hervorrufen ist was anderes als sie zu bitten nicht so betrunken zu sein.
Auch in der Partnerschaft ist das eigene handeln immer ein handeln für sich selbst. Klar kann man mal sagen, dass es blöd ist wenn einer alles stehen und liegen lässt oder laut singt wenn man schlafen will, aber bei Eigenschaften oder Lebensgewohnheiten- und seien sie tatsächlich krank (machend), kann man nur sagen was man wahrnimmt und unterstützen wenn der Partner von sich aus (!) positive Veränderungen vornimmt.
Oder eben Grenzen setzen und Abstand nehmen.
Wenn ich einen Partner kennenlerne, der Alkohol trinkt (egal wie viel), kann ich nicht die Beziehung beginnen mit der Prämisse es ihm abzugewöhnen. Genauso wäre es, wenn man eine stark adipöse Person heiratet um sie dann auf Diät setzen zu wollen- das ist für beide Partner nicht zielführend.
Anders ist es wenn der Wunsch zur Änderung vom Partner selber kommt- da kann ein Partner viel Halt bieten.Erziehungsversuche bei Partnern funktionieren nicht und sorgen für Konflikte. Zumindest ist das meine Beobachtung.
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Lieber sorrowful- ich habe jetzt Deinen ganzen Faden gelesen. Offenbar lässt sich Deine Eingangsfrage ‚wie viel ist schon zu viel‘ hier nicht klären. Beim Lesen hatte ich aber schnell das Gefühl, dass es hier gar nicht wirklich um Alkohol geht. Hier geht es um Kontrolle und Vertrauen. Du sagst Du hast Dein Anliegen sie möge weniger trinken sehr gewaltfrei formuliert- Ich-Botschaften verwendet usw. ABER im Kern stellst Du ihr die Frage ‚wer ist wichtiger- Alkohol oder ich?‘. Dass sie darauf ablehnend reagiert, kann zwei mögliche Gründe haben:
1. Der Alkohol ist ihr wirklich wichtiger.
2. Der Alkohol steht in dieser Frage stellvertretend für ‚Deine Freunde‘, ‚Deine Autonomie‘.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass es hier zwar um Angst vor Kontrollverlust geht - aber nicht von deiner Frau über sich selbst!
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Gestern hat mich meine Tochter doch glatt gelobt. ‚Mama, seit du keinen Alkohol mehr trinkst ist es viel schöner mit dir- du bist netter und liegst nicht am Wochenende nur rum. Mach das bitte weiter so.‘
Was für eine schöne zusätzliche Motivation ist das bitte?
Die nächste Freundin fragte wegen treffen an - ‚mal wieder einen Trinken gehen‘. Diesmal fiel es mir schon deutlich leichter zu schreiben: ‚Treffen gerne- Trinken Nein. Wir treffen uns bei mir und es gibt Tee.‘
Keine Nachfragen, keine Beschwerden, nur ein einfaches ‚alles klar, freu mich, bis dann‘.Was hab ich mir einen Scheiß-Kopp gemacht wie meine Freunde reagieren. Denen ist es Wurst egal ob ich Tee, Rum oder Milch trinke- die wollen einfach gemeinsame Zeit verbringen.
Auch die Frage ‚warum trinkst Du keinen Alkohol mehr‘ kam nicht. Die die mich gut kennen haben es lange geahnt, den anderen ist es schlicht weg egal und das ist auch völlig ok.Ich glaube die Idee dass sich für andere viel ändert wenn ich nicht mehr mit ihnen trinke war ein Vorwand es kompliziert zu machen.
Nicht mal die mit denen ich mich regelmäßig abgeschossen habe, werden sich dafür interessieren. Ich komme nicht mehr in die einschlägigen Kneipen also bin ich aus den Augen aus dem Sinn. Wäre mir mit anderen genauso gegangen. Selbst wenn einer gesagt hätte ‚der XY kommt nicht mehr, der trinkt keinen Alkohol mehr‘ hätte ich kurz ‚soso‘ gelallt und das nächste Bier bestellt.
An diesen Theken geht es null um das WIR sondern nur um das WAS- auch wenn noch so großspurig von ‚Familie‘ gefaselt wird.
Einige sind seit vielen Jahren täglich da und das fühlt sich gewohnt und auch ein wenig behaglich an, aber außer Alkohol hält diese Menschen nichts zusammen…Sogar betrunken war mir das klar- es gab in einer dieser Kneipen so ein Doppelpack- zwei Männer, die immer und überall zu zweit unterwegs waren.
Eines Abends traf ich x ohne y und fragte ihn ‚wo ist denn heute der y‘? Und er schaute sich verdutzt um als würde ihm gerade erst auffallen dass er fehlt und zuckte mit den Schultern. Das machte mich an dem Abend betroffen.
Erkenntnis hieraus: saufkumpane sind absolut austauschbar. Jederzeit.Freunde nicht, egal was sie trinken.
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Und ich habe insbesondere den Part VOR der Party total genossen.
Das ging mir haargenauso! Ich hatte es gerade mit meiner Freundin davon, dass die Aufbruchstimmung vor einer Party oder einem Ausgehabend sehr häufig schöner ist als der Abend selbst.
Wir haben echt schon überlegt wie wir diese Momente auch so schaffen können- verkleidet Süßigkeiten verteilen und dabei noch ein wenig Schauspielern ist gar keine schlechte Idee… Danke dafür!!! -
Ja total! Auch kommen jetzt gerade ganz neue Sachen dazu. Ich kann besser riechen - was im Bus nicht immer von Vorteil ist. Und obwohl ich weder zu- noch abgenommen habe fühle ich mich besser in meinem Körper. Irgendwie fester auf der Erde stehend, sicherer. Ich gucke nicht mehr in jeden Spiegel und denke ‚herrje- hier ne falsche Wölbung, da zu viel…‘ Ich finde mich jetzt auch nicht plötzlich wunderschön, sondern eben ok. Das bin halt ich… ich weiß nicht ob das wirklich ALLES mit der Nüchternheit zu tun hat. Parallel mache ich eine Psychotherapie und übe mich im Nein Sagen und Dinge auch mal nicht perfekt machen.
Man glaubt immer alkoholismus und Perfektionismus schließen sich aus, aber bei mir hat sich das gut ergänzt. Nur besoffen konnte ich endlich mal los lassen, mir nur mit Kater erlauben mal einfach nichts zu tun.Ich war immer am machen, hab zu nichts nein gesagt, wollte alles super meistern und nie zugeben wenn ich Hilfe brauchte. Dabei wollte ich noch möglichst originell daher kommen. Als ginge es darum im Leben irgendeinen Wettbewerb zu gewinnen und am Ende hat man dann einen Pokal?
Viel umdenken passiert da gerade. Ok ist oft gut genug und der Mensch hat Grenzen- das muss ich lernen. Ich habe die gleichen Grenzen wie andere auch - bin weder seelisch noch körperlich aus Stahl. Bin gerade auch nah am Wasser gebaut- in beide Richtungen. Schnell traurig, schnell gerührt- als würde plötzlich der Panzer fehlen und die Haut darunter ist noch ganz zart- dazu passt das viele schlafen irgendwie auch. Alles kommt näher ran- das ist auch teilweise echt anstrengend!
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11 Stunden Schlaf heute Nacht- ich glaube das letzte Mal als ich so lange am Stück ohne Fieber geschlafen habe war ich ein Baby.
Fühl mich aber tatsächlich ausgeruht…
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Ich habe gerade das Problem, dass ich unglaublich viel Schlaf brauche. Ich dachte immer man ist nach ein paar Monaten ohne Alkohol fitter. In gewisser Weise stimmt das auch- ich bin klarer und gelassener, auch sportlich leistungsfähiger- aber ich könnte schlafen ohne Ende. Unter 9 Stunden komme ich nicht hin, wenn ich kann mach ich noch einen Mittagsschlaf- das waren sonst immer so 30min- jetzt schlafe ich manchmal tief und fest 2 Stunden. Seltsam- geht das noch jemandem so???
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Komme gerade vom Besuch bei meiner Freundin. Wir haben offen und schön geredet. Sie hat sich sehr bedeckt gehalten mit Aussagen zu meinem Alkoholismus und der neuen Nüchternheit. Ihr Vater ist seit sehr langer Zeit trocken, aber davor gab es viele Rückfälle die sie in ihrer Jugend sehr belastet haben. Daher traut sie der Sache noch nicht ganz, aber unterstützt selbstverständlich meinen Weg indem sie sich alkoholfrei mit mir trifft.
Sie hat zwar wahrgenommen dass ich an Feiern immer sehr betrunken war, aber wusste nicht wie oft das passierte weil sie nicht so oft ausgeht.So bekam jeder einen kleinen Schnipsel des Ausmaßes und ich konnte mich gut hinter dieser Fassade verstecken.
Sie hat mir auch nochmal vor Augen geführt- und ich lese es ja auch hier bei den Angehörigen- wie hart Alkoholismus die nächsten Menschen trifft.
Während des Saufens kommt man überhaupt nicht auf die Idee, dass es irgendwas mit den Menschen macht die man liebt- sie schauen ja dabei nicht direkt zu.
Man ist so dumm zu glauben, dass sie es nicht riechen, die Launen nicht zuordnen, den Kater nicht bemerken. Sogar als ich vor den Augen meiner Tochter und ihrer Freundin von fremden Menschen aus der Kneipe ins Haus getragen wurde, dachte ich noch die beiden Teenager sehen das nicht so dramatisch. Aber es muss schrecklich und auch peinlich für meine Tochter gewesen sein.
Es hat nichts mit mangelnder Liebe zu tun. Ich war blind für den Zusammenhang und glaubte, den Alkohol vom Rest des Lebens trennen zu können- auch wenn er einen riesigen Raum in diesem Leben einnimmt. Völlig paradox.
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Kann es sein, dass sie es nicht wahrhaben will, dass ihre eigene Tochter Alkoholikerin ist.
Da sagst du was. Es war schon krass genug dass ihre eigene Mutter ihre letzten 20 Lebensjahre besoffen im Bademantel vor der Glotze verbracht und über die guten alten Zeiten schwadroniert hat. Es wurde nie darüber geredet, aber dieser Anblick muss sie erschüttert haben.
Jetzt haben ihre Töchter beide das Problem- ich bin inzwischen offene Alkoholikerin und meine Schwester zeigt zumindest ein hochbedenkliches trinkverhalten. Da ist es geradezu verständlich wenn man sich erst mal wegduckt.
Ich werde freundlich aber klar mit ihr sprechen und vor allem klar machen dass es mein Problem ist und nicht ihres. Sie kann mich lediglich unterstützen indem sie mir keinen Alkohol anbietet und bestenfalls in meiner Gegenwart selbst keinen trinkt.
Mehr kann und soll sie ja nicht tun. Weder muss sie es unbedingt im weiteren verwandtenkreis ‚an die große Glocke hängen‘ (das befürchtet sie immer sehr) noch muss sie mir in irgendeiner Weise therapeutisch kommen.
Vielleicht bekomme ich sie so ins Boot- mit der Wahrheit konfrontieren und ihr eventuelle Schuldgefühle nehmen- sie hat mich weiß Gott nicht gezwungen mich regelmäßig bis zum umfallen zu betrinken!!! -
Und wenn Deine Schwester betrunken anruft, beendest Du schnellstmöglich das Gespräch. Ich möchte mich mit niemandem unterhalten, der getrunken hat.
Tatsächlich hatte sogar ich sie angerufen- mitten unter der Woche nach Feierabend und erst im Laufe des Gesprächs festgestellt dass sie offensichtlich betrunken ist. Dann habe ich das Gespräch zum ‚Ende geführt‘ was bei betrunkenen Menschen wie hier wahrscheinlich jeder weiß auch mal länger dauert… aber ja. Das muss schneller und konsequenter gehen.
Und in der nächsten Zeit würde ich Deine Mutter nicht zu Dir einladen. Möglich, dass sie sogar Alkohol im "Gepäck" hat.
Tatsächlich lade ich sie schon länger nicht mehr zu mir nach Hause ein, weil sie übergriffig ist und keine Grenzen akzeptiert. Die Situation fand bei ihr zu Hause statt- dort treffe ich mich, da ich dann gehen kann wenn es blöd wird und sie nicht ‚rausschmeißen‘ muss (in ihrem Fall wirklich das einzige Mittel).
Ich versuche es noch ein letztes Mal mit einem Gespräch und wenn nicht gehe ich konsequent so bald Flaschen ausgepackt werden.
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Danke für Eure guten und hilfreichen Antworten. Ja sie nimmt meine Abstinenz nicht ernst. Sie nimmt allerdings grundsätzlich mich als Person nicht ernst (auch meine Schwester nicht). Sie hat früher selbst auf Feiern viel getrunken aber nie im Alltag. Seit etwa 10 Jahren trinkt sie sehr selten Alkohol und wenn dann wirklich wenig, weil sie schlecht zu Fuß ist mit über 80 und Angst hat zu stürzen.
Ich befürchte dass sie es wieder als ‚albern‘ abtut wenn ich ihr den Ernst der Lage nochmal erkläre. Meine Schwester trinkt noch mehr als ich in meinen krassesten Zeiten- ich habe das Gefühl dass meine Abstinenz auch sie zum nachdenken anregt, aber vielleicht trinkt sie nur weniger wenn ich dabei bin- ich hatte sie 2-3 Mal betrunken am Telefon.
Bis zu meiner Abstinenz bin ich regelmäßig mit ihr extrem abgestürzt. Aber sie hat mich von Anfang an unterstützt und mir nie was Alkoholisches angeboten oder ähnliches. Auch sie hat zu meiner Mutter gesagt ‚lass sie‘- aber wie gesagt, unsere Mutter nimmt uns absolut nicht für voll. -
Hatte gestern ein blödes Erlebnis und weiß nicht was ich davon halten soll. Ich war mit meiner Mutter und Schwester zusammen- beide wissen dass ich keinen Alkohol trinke und warum. Die beiden machten spontan eine Flasche Sekt auf. Meine Mutter bot mir einen an und ich sagte ihr dass sie doch wisse dass ich nicht mehr trinke. Sie sagte dann lachend ‚ach du versuchst es ja mal ohne- nicht doch kleiner Schluck?‘ und hielt mir die offene Flasche unter die Nase. Ich hätte ihr am liebsten ins Gesicht geschlagen und sagte sehr laut NEIN. Sie zuckte nur mit den Schultern und sagte ‚dann eben ein andermal‘. Was ist das???? Verdrängung? Ein Test? Gemeinheit? Unbedarftheit?
Sie kennt sich sehr genau mit dem Thema aus- ist selbst Tochter einer Alkoholikerin, hatte auch schon in beruflichem Zusammenhang mit Alkoholsucht zu tun und ist geistig völlig klar. Selbst hat sie kein Alkoholproblem. Warum macht sie das? Kapiert das jemand?
Ich bin dann ziemlich schnell nach Hause gegangen.
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Worin genau siehst du ,dein Problem im vollen Umfang‘?
Ok erwischt. Ich hab nicht gesagt ‚xy ich hab erkannt, dass ich Alkoholikerin bin‘. Sondern nur ‚Ich trinke keinen Alkohol mehr‘. Da sie mir nahe steht will ich ihr aber sagen dass ich erkannt hab dass ich Alkoholikerin bin. Dass ich es bin wird sie vermutlich nicht sehr überraschen- dass ich es weiß ist neu.
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Eine alte Freundin will sich am Wochenende mit mir treffen. Sie ‚muss mal raus‘ - wollte mit mir eine Kneipentour machen. Sie trinkt sehr selten- ist eingespannt mit Familie, Beruf und Hobby. Aber sie hatte Lust ‚mal wieder einen drauf zu machen‘. Sie ist eigentlich eine gute Freundin, wohnt aber nicht in meiner Stadt und wir sehen uns nicht so häufig. Ich wollte also nicht gleich am Telefon mit der Tür ins Haus fallen und mein Problem im vollen Umfang schildern. Sagte aber dass ich sie gerne treffen würde, aber keinen Alkohol mehr trinke und auch nicht in Kneipen gehe. Ich habe ihr vorgeschlagen ein wenig zu Wandern und danach zu Hause zu kochen und zu schwätzen- ohne Alkohol. Wenn sie aber lieber eine Kneipentour machen möchte bin ich ihr gar nicht böse und wir treffen uns ein andermal. Und siehe da: sie fand die Idee mit Kochen und wandern schön und sagte ihr geht es gar nicht ums trinken sondern darum mal aus dem Familienalltag raus zu kommen.
Jetzt hab ich eine ‚ungefährliche‘ Verabredung und bin ein wenig stolz. Und verwundert- denn ich hätte mich von nichts und niemandem dazu überreden lassen die Kneipe gegen Kochen und Saft einzutauschen- schon gar nicht am Samstag Abend!!! Aber sie ist eben gesund und fand die Alternative gut.
Ich merke immer wieder, dass mein Umfeld lange dem Party-Alter entwachsen ist. Es spielt nicht mehr die zentrale Rolle ‚was am Wochenende so los ist‘ und wer wo einen Trinken geht. Viele haben Familie, sind beruflich erfolgreich - ich ja auch- nur der Fokus lag viel auf dem Wochenende und den Trinkanlässen.
Wie blind war ich bitte dass ich gar nicht gemerkt habe, dass mein wirklich engster Freundeskreis da gar nicht mehr mitgezogen hat? Wenn man sich zwischen den Freunden abwechselt, dann zusätzlich noch pure Saufbekanntschaften für ‚dazwischen‘ und ‚danach‘ hat, fällt einem gar nicht auf, dass die wirklichen Freunde eigentlich nur alle paar Wochen ausgehen, dabei moderat trinken und sich zu recht normalen Zeiten verabschieden.
Ich war jedes Wochenende unterwegs, blieb immer bis zum bitteren Ende und war Samstag und Sonntag tagsüber völlig ausgeknockt. Die Kinder sind erwachsen und waren am Wochenende meistens selbst unterwegs. Essen wurde bestellt. Mannomann…
Ich bin froh, dass niemand von meinen Freunden negativ auf meine Nüchternheit reagiert. Die meisten kenne ich über 30 Jahre und offensichtlich haben alle gemerkt dass ich zu viel trinke und reagieren jetzt echt unterstützend. Das rührt mich- offensichtlich hat die Verbindung nicht zu sehr unter der Sauferei gelitten und dafür bin ich dankbar.
Ich wurde im Suff nie aggressiv- nur eben nervig und aufgedreht- auch anhänglich und oft sehr emotional. Das muss für meine Freunde wirklich oft anstrengend gewesen sein. Wie oft haben sie mich nach Hause geschleift, mir beim kotzen die Haare aus dem Gesicht gehalten, mich ins Bett gebracht. Wie oft haben sie es nicht geschafft mich nach Hause zu bekommen und sich dann am nächsten Tag angehört was ich für einen Mist gebaut habe (und das Schlimmste hab ich sogar weggelassen).
Ich bin dankbar dass diese Menschen mir die Stange gehalten haben und hoffe dass ich ihnen viel zurückgeben kann! -
Ich komme auch vom Land- da kennt doch meistens jeder jeden. Kann man da nicht dafür sorgen, dass der Herr mal ‚zufällig‘ in eine Alkoholkontrolle gerät? Muss ja gar nicht mit Kind sein- Führerschein weg reicht ja…
Meines Wissens kann man eine Trunkenheitsfahrt auch direkt anzeigen wenn er los fährt- so kann die Polizei ihn auf frischer Tat ertappen. Ob das allerdings anonym geht weiß ich nicht (da wird das Dorf eventuell zum Nachteil).
An seine Vernunft kann man nicht appelieren und das Kind bringt man in einen Solidaritätskonflikt…
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Alles wie früher…… 🤔
Mir ist nach dem Lesen hier schon klar dass das so nicht läuft…
Das muss sich jetzt alles erst mal setzen.Ich fasse meine bisherigen Erkenntnisse aus diesem Forum zusammen:
Ich trinke seit 4 Monaten und 4 Tagen keinen Alkohol- bin aber auf gar keinen Fall trocken, weil ich noch patschnasses Denken drauf habe (Bier durch alkoholfreies ersetzen, gesellig nicht auffallen wollen usw.)- hier ist Umdenken angesagt!
Bei mir ist nichts aber auch gar nichts anders als bei allen anderen- meine Sucht war weder ‚noch gar nicht so schlimm‘ noch bin ich in irgendeiner Weise willensstärker.
Ich will unbedingt Risiken vermeiden (trinkende Freunde, Kneipen im Allgemeinen, Alkohol im Haus).
Ich will weiter dran bleiben die Vorteile des nüchtern Seins zu erkennen und zu genießen (das ist der schönste Teil!).
Mir muss noch viel klarer sein wie wichtig meine Nüchternheit für meine Kinder ist- nur nüchtern kann ich zuverlässig da sein, geduldiger reagieren und nicht zuletzt ein gutes Vorbild sein. Was ich von Angehörigen hier im Forum lese erschüttert mich zutiefst und ich werde verrückt bei dem Gedanken dass auch meine Kinder unter der Sauferei hart gelitten haben- auch wenn ich nach außen hin gut funktioniert habe.
Intellektuell ist die Erkenntnis da- jetzt muss es wirklich richtig ankommen. Das dauert vermute ich- Geduld ist keine Stärke von mir, aber der unbedingte Wille ist ja schon mal ein guter Anfang.