Vielleicht kannst du deine Wohneinheit vermieten und damit eine Wohnung für dich und deine Kinder an einem anderen Ort finanzieren. Nur mal als Idee.
Das war auch mein spontaner erster Gedanke.
Vielleicht kannst du deine Wohneinheit vermieten und damit eine Wohnung für dich und deine Kinder an einem anderen Ort finanzieren. Nur mal als Idee.
Das war auch mein spontaner erster Gedanke.
Ich sehe es als Alkoholikerin sehr positiv wenn Angehörige sich dritten öffnen.
Als meine Tochter bei ihrer Therapeutin angesprochen hat, dass ich trinke, hab ich das natürlich - nass wie ich war- als eine Art ‚Verrat‘ empfunden.
Im Nachhinein bewerte ich das aber ganz anders. Sie hat das Thema nicht mehr auf sich genommen, mir keine falsche Loyalität mehr entgegen gebracht und so erste Schritte zur Selbsthilfe gemacht.
Ich bin dann später doch noch trocken geworden und nur deshalb haben wir heute noch ein so gutes Verhältnis.
Erwarte aber nicht, dass er postwendend trocken wird so bald dir geholfen wird. Es ist nur ein erster Schritt von dir raus aus dem Sucht-System. Denn du hast keinen Grund dich zu schämen- du bist du und er ein eigener Mensch.
Liebe Tobina,
alles ist noch frisch, die Wunde noch weit offen. Dass du so kurz vor der Hochzeit die Reißleine gezogen hast, zeigt wie groß der Leidensdruck war- du hast eine schwere Entscheidung getroffen.
Erst mal Hut ab dafür. Dass jetzt Trauer, ein bisschen Glorifizierung und Zweifel kommen ist völlig verständlich.
Dein ‚Beuteschema‘ erinnert mich an meins. ‚Die Wilden‘, ‚die Besonderen‘, ‚die verrückten‘ haben es mir von jeher angetan. Das kann ganz schön in die Hose gehen.
Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue und langjährig glückliche Paare befrage, höre ich was ganz anderes, als den großen Knall. Oft merkt man unter Freunden dass da doch mehr ist, oder ganz still und leise wurde gespürt, dass man dem netten hilfsbereiten Kollegen irgendwie gerne den Kopf auf die Schulter legen würde.
Ich glaube inzwischen, dass es für Liebe kein Feuerwerk braucht und dass zu viel ‚Hollywood’ sogar oft ein Problem ist. Denn ewig brennt so ein Feuerwerk nicht.
Komm erst mal bei dir an und schau danach auch mal bei vermeintlichen Langweilern genauer hin. Den Rat befolge ich zwar selbst nicht, aber ich glaube es wäre gut. Viel Erfolg!
Sein Verhalten ist ganz klar übergriffig! Du zeigst klar, dass du keinen Kontakt wünschst aber er nutzt Umwege um dich zu kontaktieren und fängt dich sogar ab!!!
Bitte mach dir klar, dass offenbar nicht nur Alkohol sein Problem ist, sondern die Missachtung deiner Grenzen.
Du tust so viel für dich- das klingt ganz toll- lass dir das nicht kaputt machen.
Wenn er wieder auftaucht genügt ein einfaches ‚geh weg‘. Keine Diskussionen. Es ist schon mehr als alles gesagt.
Um mal wieder was zum Thema beizutragen. Die Aussage ‚ich bin Alkoholiker‘ habe ich hier im Forum das erste Mal gemacht und auch damals noch Zweifel gehabt, dass das wirklich wahr ist.
Ich hatte nie körperliche Entzugssymptome, konnte auch mal wochenlang Nix trinken- alles damals Indizien für mich, dass es doch ‚noch ok ist‘. Nix war ok. Ich hatte meine Trinkmenge nicht im Griff, Alkoholkonsum beherrschte meine Freizeitgestaltung und ich lag oft mit Kater in der Ecke, statt für meine Kinder präsent zu sein.
Ich war ein anderer Mensch. Unausgeglichen, empfindlich und unreflektiert.
Aber all das sehe ich erst seit ich eine Weile nüchtern bin (fast genau 2 Jahre). Ich schäme mich zutiefst für mein Verhalten damals.
Obwohl mein Umfeld litt und ich sogar mit professioneller Unterstützung darauf hingewiesen wurde, trank ich weiter. Ich dachte ernsthaft, meine Trinkerei ginge niemanden was an. Dabei litten vor allem meine Kinder.
Ich konnte einfach nicht sehen, wie sehr ich vom Alkohol geprägt war und Kritik daran prallte an mir ab.
Von mir auch herzlichen Glückwunsch!
In nassen Zeiten dachte ich manchmal ich sei glücklich. Bei Problemen dachte ich, der Alkohol helfe zu entspannen.
Erst nüchtern im Rückblick verstehe ich, wie unglücklich ich in der nassen Zeit war.
Dieses ständig verdrängte schlechte Gewissen, dieses Lügen - vor allem mir selbst gegenüber. Ich hatte harte Ausfälle bis zu Krankenhausaufenthalten und habe das noch als lustige Anekdoten verkauft.
Als eine Art Rebellion gegen das ‚Spießertum‘.
Ich glaube nicht, dass man als nasser Alkoholiker wirklich völlig mit sich im reinen und glücklich sein kann. Aber vielleicht lehne ich mich da zu weit aus dem Fenster.
Jedenfalls ich persönlich konnte es definitiv nicht.
Die Erkenntnis, dass jetzt Schluss ist kam an einem Katermorgen mit Filmriss. Es war nicht das erste Mal, dass ich dachte ‚nie wieder Alkohol‘, aber diesmal spürte ich, dass es mir ernst ist. Wie bei anderen schon beschrieben, ging dem aber eine ganze Reihe von Eskalationen voraus- das kam nicht aus dem Nichts.
Und nochmal ganz deutlich: Niemand- wirklich gar niemand hätte da von außen was tun können! Auch nicht Menschen, die ich über alles liebe.
Als Mutter eines (unter anderem) Suchtkranken Kindes verstehe ich dich von ganzem Herzen. Leider ist meine Antwort ähnlich wie du sie schon öfter gelesen hast. Nimm Abstand!!!
Ich weiß wie schwer das ist und wie schlecht man sich dabei fühlt. Ja und ich kenne das Gefühl, deshalb verurteilt zu werden. Aber: Es hilft ihm nicht, wenn auch noch die Mutter ‚zetert‘ und gleichzeitig das Suchtsystem ohne Absicht aufrecht erhält.
Das klingt gemein, ist aber das, was ich selbst jahrelang getan habe und du wahrscheinlich auch tust- im besten Wissen und Gewissen.
Es muss ja nicht gleich ein radikaler Kontaktabbruch sein, aber das Abgeben der Verantwortung für sein Leben.
Keine Vorschläge mehr, keine Vorwürfe, keine Appelle. Treffen nur nüchtern und zeitlich begrenzt. Zeig ihm dass du ihn liebst, aber keine Verantwortung mehr tragen willst.
Das bewirkt kein Wunder bei ihm, aber DIR wird es besser gehen und das sollte dir wichtig sein!
Den Wert, schöne Erfahrungen für sich selbst zu machen, kann man gar nicht hoch genug schätzen.
Das müssen keine großen Sachen sein. Eine kleine Wanderung in der Nähe- vielleicht sogar mit Übernachtung irgendwo (wenn überhaupt) kann schon Wunder wirken.
Oft ist man so im Hamsterrad und in diesem ständigen ‚Hab Acht‘ gefangen, dass man gar nicht mehr über den Tellerrand schaut.
Aber auf einem Berg oder von mir aus auch Hügel zu stehen, den man selbst erklommen hat, weitet den Blick- auch nach innen.
Und nicht ein ‚ich mach das jetzt um Abstand von ihm zu kriegen‘ sondern ein ‚ich mach das jetzt für mich und es wird schön, ist für dich.
Du kannst ihn nicht ändern aber deine Haltung!
Im Oktober bin ich auf jeden Fall dabei!
Ich kann leider an dem Wochenende nicht und wünsche euch viel Spaß!
Ach hier bist du Rennschnecke
Bei mir ist es eher so, dass ich in heftigen Krisen eher nur bei mir im Faden schreibe, weil ich dann gar nicht so gut empathisch für andere sein kann. Deshalb war ich lange fast nur bei mir. Ich lass dir mal einen lieben Gruß da.
Ich verstehe deinen inneren Widerstand, alleine zu fahren. Aber ein ‚es geht nicht‘ und ‚zu gefährlich‘ kann man mal hinterfragen.
In welcher Situation genau würde dich ein ständig trinkender Mann vor Gefahren im Urlaub bewahren? Umgekehrt: Kann es nicht sogar zu gefährlichen Situationen kommen, wenn er sich so wie du beschreibst besoffen aufführt?
Wir überschätzen den ‚Nutzen‘ von männlicher Reisebegleitung oft enorm. Ich hatte auch Sorge vor meiner ersten Reise alleine, dass irgendwas unsicherer oder beschwerlicher ist. Null! Ob wild campen, nackt baden am einsamen Strand, schwere Bergtoren in den Alpen usw. ausnahmslos nie wäre es mit Mann sicherer und schon gar nicht einfacher gewesen.
Aber vielleicht ist so eine Fernreise wirklich erst mal heftig. Dann schieß das Geld in den Wind, storniere die große Reise, aber nutze die Zeit für dich ganz alleine! Geh raus in die Natur, weg von ihm, weg vom Putzen.
Urlaub in der Nähe kann man sehr billig machen. Verliere nicht viele Worte, nur dass du Zeit für dich brauchst. Verschwinde von der Bildfläche und tu dir was gutes. Was du richtig gerne tust. Gibt es da was?
Liebe Aniva,
mein erster Impuls war, warum musst du stornieren? Fahr doch alleine! Da schlägst du mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du kannst testen, wie es ohne ihn ist- wenn du ihn verlässt, willst du ja sicher auch noch in den Urlaub fahren.
Er hat Zeit, nachzudenken und eventuell zu handeln.
Wenn du wieder kommst und er hat durchgesoffen und Chaos gemacht, fällt dir die Entscheidung auch leichter.
So ein Urlaub alleine kann eine wunderbare Reise zu sich selbst sein. Nur Mut!
Ich habe am Anfang die strikte Ablehnung von alkoholfreien Alternativen auch nicht verstanden. Ich war so stolz, dass ich schon seit Wochen alkoholfreies Bier statt bisher das ‚richtige‘ trank und wurde richtig wütend, als mir hier keiner dafür auf die Schulter klopfte.
Ich dachte ‚ihr könnt gerne päpstlicher sein als der Papst- ich komme so gut klar‘. ABER das Ersatzbier hielt mich in alten Verhaltensmustern! Ich prostete wie immer, soff mit den gleichen Leuten und war sogar stolz, wenn keiner merkte, dass ich nüchtern war.
Wenn ich damit nicht aufgehört hätte, würde ich 100% heute wieder trinken. Das Ziel ist nicht, den 16:00 Uhr Sekt auf 0% umzustellen, sonder radikal das Verhalten zu ändern!
Erst mal heißt das Orte und Getränke zu meiden, die man mit Alkohol verbindet. Risikominimierung heißt das. Wirkt erst mal wie trister Verzicht, entpuppt sich aber mit der Zeit als recht spannender Weg zu einer völlig neuen Freizeitgestaltung.
Anstrengend ist das, aber es lohnt sich so sehr!
Ich hatte auch große Angst, Freunde zu verlieren und zu vereinsamen. Die echten Freunde sind aber geblieben, Saufkumpane waren schnell weg.
Ich habe eine ganz neue Spezies entdeckt: Menschen, die am Wochenende auch vormittags so fit sind, dass sie Dinge unternehmen können. Die hab ich früher schlicht nicht gesehen.
Bei dir scheint ja diese 17:00 Regel ziemlich hartnäckig zu sein. Mach doch um 17:00 was anderes schönes, auf das du dich freust. Der 17:00 Uhr Tee oder die 17:00 Uhr Meditation oder wilder der 17:00 Uhr Tanz zu lauter Musik im Wohnzimmer. Fühl dich frei- Hauptsache ohne Alkohol.
Ich mache inzwischen fast jeden Abend Yoga. Dabei denke ich nicht an Alkohol und tue gleichzeitig was für mich.
Leute. Ich habe es getan
Super! Aber jetzt schütze dich. Tausche die Schlösser aus, sei wachsam ob er irgendwo lauert, wechsle das Handy und vor allem den Vertrag! Ich weiß von was ich rede. Einen Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung verlässt man nicht einfach. Auch wenn er sich jetzt kooperativ zeigt, sei auf alles gefasst und schütze dich!!!! Wenn er noch Sachen holen will, dann sei nicht alleine. Man unterschätzt diese Typen.
Für mich wird Alkohol zu wenig als Droge behandelt. Der gehört so zum Alltag, als wäre nix dabei.
Das finde ich auch verrückt. Wenn jemand sagt „ich brauche jeden Tag mein Feierabendbier“ findet das keiner komisch. Würde er sagen „ohne Joint kann ich nicht gut einschlafen“ oder krasser „ohne Speed kann ich nicht feiern“ wird das völlig anders bewertet. Diese Verharmlosung der Droge Alkohol ist echt heftig!
Obwohl ich zählen bei vielen Dingen sehr hilfreich finde (z.B. bei Atemübungen), habe ich nie die Tage gezählt.
Da man ja, wenn man ein Datum hat, in Tage oder von mir aus in Stunden hochrechnen kann, würde ich das Tagezählen nicht überbewerten, verstehe aber sehr gut, was Hartmut meint.
So lange man das Gefühl hat etwas ‚Durchzuziehen‘ und ‚stark zu bleiben‘, muss man sich noch sehr anstrengen. Irgendwann ist völlig klar, dass Alkohol-Verzicht der völlig falsche Begriff ist, weil man ja auf nichts verzichten muss, sondern einfach was schädliches weglässt.
Nehmt den Druck aus Weihnachten raus. Wenn es für euch vom Glauben her eine Bedeutung hat, dann geht in die Kirche zu einem schönen Gottesdienst. Ansonsten ist es ein Tag wie jeder andere. Oft glaubt man man müsse es für irgendjemanden schön machen (der demente Vater), meistens sind es aber die eigenen Erwartungen die runtergeschraubt werden können.
Ignoriert es ein bisschen, lasst die Schwermut und diese bekloppte Besinnlichkeit einfach weg. Das macht nur unglücklich.
Ich habe mich jahrelang total gestresst damit. Perfektes Essen, perfekte Geschenke, perfekter Baum. Ich habe mich schick gemacht und jedes Weihnachten fragte meine Mutter ob ich mich noch umziehen will, Die Schwester war ab 18:00 besoffen und heulte, die Kinder waren nach der Bescherung sowieso mit ihren Geschenken beschäftigt. Ich hätte das alles auch entspannter haben können.
Wer in aller Welt hat fest gelegt, dass alle am 24.12. mit leuchtenden Augen ihre Familien ganz doll lieb haben müssen, egal wie kacke die Situation ist? NÖ!