Beiträge von Sonnenschein CoA

    Guten Morgen releaseme,

    das hast du super gemacht. Das sind die ersten Schritte in dein neues Leben.

    Im Kopf plane ich auch noch ein Gespräch bevor ich abreise- ich möchte ihm nochmal alles sagen, was ich denke, fühle und von ihm wissen, was seine Ziele fürs restliche Leben sind UND ihn vor die Entscheidung zwischen Alkohol und Familie stellen! Oder wird das sowieso nichts bringen?

    Stell dir mal folgende Fragen?

    Was erwarte ich mir von diesem Gespräch? Das er einsichtig ist und dann doch weiter trinkt wenn ich weg bin? Das unschöne Dinge gesagt werden, um mich in der Spur zu halten und ich dann mit negativen Gedanken in den Urlaub fahren muss? Ist nicht schon alles 100 Mal gesagt?

    Mmmhhh…..

    Guten Morgen Krümel,

    ich hoffe du konntest etwas schlafen. Es tut mir leid, dass du in dieser Situation bist. Ich möchte dir meine Gedanken dazu hier lassen.

    Er hat mir gerade gesagt dass ich nicht von ihm verlangen könnte perfekt zu sein. Dass er viel für mich tut aber sich nicht den letzten Rest Spaß im Leben nehmen lassen wird.
    Ob ich es schlimmer fände wenn seine Kinder ihn mal 2x im Jahr besoffen finden würden als wenn sie ihn garnicht mehr sehen würden.
    Dass er nicht vorhätte 100 zu werden. Dass er im Gegensatz zu mir wenigstens Freunde hätte. Dass ich aufgrund meiner eigenen Kindheit und meiner Depressionen Probleme suchen würde wo keine sind. Dass er sein ganzes Leben schon eingeschränkt hätte für uns aber jetzt wäre Schluss.

    Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis, aber ich konnte mich nicht erinnern, wann das ganze für mich los ging. Ich habe dann die Tage zufällig ein Buch gefunden, da habe ich damals immer alles aufgeschrieben, was ich ihm in dem Moment nicht sagen konnte, weil er seinen Rausch ausgeschlafen hat oder unterwegs mit Kumpels war. Und jetzt weiß ich es. Da wo du jetzt bist, war ich vor ungefähr 10 Jahren, nur leider ohne dieses Forum zu kennen. Nun bin ich 44 und meine Kinder 18 und 15 und ich habe das so lange mit mir machen lassen. Wofür? Für nichts. Das Ende ist das Drehbuch einer Dramas.

    Das was er dir da gesagt hat ist nicht nur Schuldumkehr, sondern auch Manipulation. Solche Gespräche habe ich auch geführt und um unsere Liebe gekämpft, immer und immer wieder. Wie eine Gehirnwäsche.

    Ich habe ihn gefragt ob denn da keine Liebe mehr für mich wäre da sagte er doch aber das wäre auch alles, abgesehen davon könne er mich nicht mehr ertrage

    Und schon hat er dich wieder. Ich übersetze das mal in meine Sprache. „Ich liebe dich, aber nur wenn ich weiterhin saufen kann und du endlich aufhörst an mir rumzunörgeln.“

    Er hat mir vorgeworfen dass die Kinder mein Lebensmittelpunkt sei aber die irgendwann groß sind und dann stünde ich alleine da. Was das denn für ein Lebensziel sei.

    Ja, wie sollte es auch anders sein. Du bist Mutter und funktionierst auch noch für ihn. Er hat sich auch mal entschieden Vater zu sein. Und das ist wie mit einer Schwangerschaft. Das geht nicht nur „manchmal“ oder „ein bisschen“. Vater ist Vater. Immer und für den Rest seines Lebens.

    Ich über setze das auch mal in meine Sprache. „Du kümmerst dich nur noch um die Kinder und vernachlässigst mich total. Deshalb treffe ich mich mit Kumpels. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wirst du einsam sein, weil ich dann auch weg bin.“

    Ich kann das alles gerade nicht fassen. Das war ein andere Mensch der gerade vor mir stand.

    Ja, das Gefühl kenne ich. Dieser Mensch wird jetzt immer öfter bei euch auftauchen und irgendwann bei euch dauerhaft einziehen. Das ist die Wesensveränderung. Er tut alles,um dich da hinzubringen, wo er dich braucht, damit er so weiter machen kann. Mit Erfolg. Solange du solche Gespräche zulässt, wird er sich nicht ändern.

    Und im übrigen wird er da auch nicht halt vor den Kindern machen. Die werden älter, bekommen Situationen mit, spüren ganz viel und stellen Fragen. Auch die werden dann manipuliert und das sorgt für ganz viel Unsicherheit in den kleinen Köpfen. Meine große Tochter hat mit 17 Jahren aufgrund seines Verhaltens eine Angst- und Panikstörung entwickelt. Und das wünsche ich keinem Mutterherz.

    Tatsächlich sogar unabhängig davon, ob er das Problem erkennt oder nicht.
    Dass WIR unterm Strich wichtiger wären, ob das Problem nun bei mir oder bei ihm liegt.

    Das seid ihr nicht. Das ist etwas, was ich bis heute nicht begreifen kann. Aber ich habe es akzeptiert. ALKOHOL IST IHM WICHTIGER

    Fühl dich gedrückt.

    Guten Morgen Franzi,

    Aber in mir ist zuviel kaputt gegangen. Vertrauen zerstört. Ich fühle mich wie ein Holzklotz oder wie ein Roboter, der funktioniert.

    Das Gefühl kenne ich zugut. Ich fühle mich immer, wie in einer Rüstung, die ich über die Jahre als Schutz angelegt habe und nun nicht mehr ablegen kann. Man funktioniert, aber man ist auch irgendwie abgestumpft.

    Und dann aber an Auroras Geschichte - und gestehe mir ein: er hat außer dem weglassen des Alkohols eigentlich nichts geändert. Und denke, dass ich wohl endlich KOMPLETT los lassen muss. An manchen Tagen fällt mir das so schwer - trotz allem was passiert ist.

    Das wird der richtige Weg für dich sein. Mein Noch-Mann hat es noch nicht geschafft den Alk aus seinem Leben zu verbannen , aber mich. Selbst wenn er nun eine erfolgreiche Therapie gemacht hätte und geläutet wieder vor mir stehen würde. Es ist kein Vertrauen mehr da, statt dessen viele Scherben. Und dann kommt noch seine Gesundheit hinzu. Ich bin nicht mehr bereit diesen Ballast mit mir rumzutragen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich nun auch nüchterner alles sehen kann und die rosarote Brille abgenommen habe.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Hallo Puppe,

    Wie kommt ihr damit klar wenn euer Partner säuft?

    Ich bin damit nicht klargekommen. Es bringt aber nichts, ihm da rein zu reden. Merkst du ja selbst. Ich habe irgendwann gesagt, dass ich da nicht mehr zuschaue. Dann habe ich die Situation verlassen. Dann kam die Regel, dass daheim nicht mehr getrunken wird. Und dann, dass er nicht betrunken Heim kommen darf. Ich habe akzeptiert, dass er trinken will. Das darf er für sich selbst entscheiden. Ich habe für mich dann entschieden, dass ich ihm nicht mehr zusehen werden, wie es mit seiner Gesundheit weiter bergab geht und er sich damit tötet.

    Ich habe daraufhin mein Leben umgestellt mit Fokus auf mich und die Kinder. Ich bin weg gegangen und habe mich mit Freunden getroffen ohne ihn. Und wenn es Anlässe gab, wo Alkohol konsumiert wird, dann habe ich abgesagt oder bin nur ohne ihn hingegangen. Ganz offen kommuniziert habe ich das ihm gegenüber, wenn eine Frage kam. Ich wollte, dass er genauso oft am Tag mit den negativen Folgen seines Konsums konfrontiert wird, wie ich. Nur nicht mit Worten, sondern mit meinem Verhalten ihm gegenüber. Er hat sich dann ganz schnell zurückgezogen und kam kaum noch Heim. Das war für ihn der einfachste Weg und ich konnte zwischendurch aufatmen.

    Je öfter solche Situationen kamen, um so mehr habe ich gemerkt, wie gut mir das tut und dass ich das jetzt immer will und nicht nur ein paar Stunden am Tag.

    Guten Morgen Cleo,

    Ist es denn überhaupt eine Abhängigkeit wenn sie alle 2 bis 3 Wochen was trinkt? Ich denke schon aber es ist halt nicht das klassische Bild.

    Diese Frage kennen wir Co‘s hier wohl alle. Du hast das Gefühl, dass irgendwas nicht passt, also ist es ein Problem. Du musst wieder lernen deiner Wahrnehmung zu trauen. Wenn Du anfängst, dich mehr und mehr mit dem Co-Thema zu beschäftigen, wirst Du erstaunt sein, wie ähnlich die Betroffenen ticken und wie lange eigentlich schon eine Schieflage da ist. Mein Noch-Mann hat in der Regel nur Montag bis Freitag getrunken. Nicht am Wochenende, nicht im Urlaub und nicht immer auf gemeinsamen Feiern. Das hat mich über meine Wahrnehmung grübelt lassen. Der typische Alkoholiker ist nicht nur der Penner in der Gosse, der jeden Morgen mit der Vodkaflasche startet.

    Hallo Josy,

    natürlich ist die Hoffnung da, dass es klappt und er tatsächlich aufhört. Mein Mann ist auch erst in die Klinik gegangen, nachdem ich ihn aufgegeben und die Trennung verkündet habe. Ich für mich musste ihm dann noch diese „Chance“ geben, weil er vorher nie so einsichtig war oder in eine Klinik gegangen ist. Aber ich war vorsichtig. Ich habe nicht alles auf 0,00 zurückgesetzt, sondern eine Stopp-Taste gedrückt und erst einmal beobachtet.

    Nun bist du aber nicht ich und du bist in einer ganz anderen Situation.

    Das Fass ist bei mir übergelaufen, als er rückfällig wurde und handgreiflich und verbal ausfallend gegenüber meiner Trochter geworden ist. Handgreiflich gegenüber den Kindern ist er übrigens in den 18 Jahren davor nicht einmal geworden. Möchtest du auch dieses Risiko eingehen?

    Und du wirst in kurzer Zeit entbinden. Was ist, wenn er dann oder kurz danach rückfällig wird? Dann ist deine Situation mit dem Zwerg gleich noch viel schlechter, als jetzt.

    Manche Wege müssen erst gegangen werden, bevor man das Ziel sieht. Wenn es sich richtig für dich anfühlt, dann gib ihm diese Chance. Wenn nicht, dann such dir eine andere Bleibe. Er kann auch aufhören, wenn du nicht dort wohnst. Und ein Entzug und Entwöhnung ohne schreienden Baby ist bestimmt viel angenehmer. Dann kann er dir zeigen, wie ernst er es meint.

    Hallo Co-Pilot,

    Du wirst wohl nicht auf ihre Mitarbeit/ Kooperation setzen können, also solltest du dich mit deinem Anwalt beraten, wie es laufen kann, wenn von ihr keinerlei Kooperation, sondern eher das Gegenteil kommen wird.

    Das seh ich genauso wie Panama. Vielleicht solltest du lieber kleine Brötchen backen und Schritt für Schritt vorgehen. Sie will keine Klärung, also macht ihr das vor Gericht bei der Scheidung. Bis dahin musst du aber erst einmal die Trennung verkünden. Und vielleicht kannst du dir schon mal eine Wohnung suchen. Du musst DEINEN Weg gehen und sie IHREN. Gemeinsam wird das wohl nichts mehr.

    Guten Morgen releaseme,

    da hattest du wohl wieder ein „typisches“ Wochenende. Das tut mir leid.

    Ich möchte dir einige Gedanken da lassen:

    Was richtig an mir nagt ist dieser Gedanke, dass er die Familie für den Alkohol opfert.. Das geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie man das machen kann...:-(

    An diesem Punkt war ich vor vielen Monaten und bin es noch immer. Das ist etwas, was ich einfach nicht verarbeitet bekomme. Ich fühle mich abgelehnt und verlassen, obwohl die Trennung faktisch von mir ausgegangen ist. Er hat mich und die Kinder verlassen für Frau Alk. Unfassbar.

    aber das ist ihm dann immer gleich zu viel und er explodiert oft wie aus dem nichts.. er schmeißt dann die Spielsachen in eine Ecke, weil "überall " Unordnung ist und die Kinder fühlen sich oft nicht mehr wohl, wenn er da ist, er schreit, und die Ausdrücke, die er den Kindern gegenüber benutzt sind einfach schlimm (sowas wie: haltet euer Maul usw.) Das setzt mir so zu und es ist mitunter der Hauptgrund warum ich immer stärker werde und ausbrechen möchte. Weil mir meine Kinder leid tun und weil ich mich oft schon vor den Wochenenden "fürchte", welche Konflikte denn diesmal wieder auftreten werden.

    Immer wenn es bei uns anstrengend wurde, dann kam der Satz: Das ist nicht auszuhalten, da geh ich dann lieber ins Büro. Bumm….. und schon war er verschwunden über viele Stunden und konnte trinken gehen. Zurückgelassen hat er dann Frau und Kinder alleine mit einem Gefühl von Schuld.

    Früher habe ich mit den Kindern mitgeweint, jetzt gehe ich dazwischen und kontere meinem Mann.

    Pass bitte auf dich auf. Mein Mann hat auch schon mit der geballten Faust vor mir gestanden. Aber du hast recht. Du musst die Kinder schützen und ihnen zeigen, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Sie verlieren sonst ihr Urvertrauen in dich. Das ist, wie wenn die Mutter zuschaut, wie der Vater schlägt und sich nicht traut etwas zu unternehmen. Mal auf die Spitze getrieben…

    allein schon, dass er sich null um seine Kinder kümmert,

    Das wird sich auch nicht ändern. Meiner ist jetzt seit Wochen weg und hat den Kindern lediglich zum Geburtstag eine WhatsApp geschrieben. Ansonsten hat er den Geldhahn komplett abgedreht ohne Kindesunterhalt zu zahlen. Damit erhofft er sich, dass meine Not so groß wird, dass ich ihn zurück holen muss. Was er seinen Kindern damit antut, darüber denkt er gar nicht nach. Sie haben ja schließlich genug Geld auf ihren Konten.

    Ich hätte nie gedacht, dass er einmal so werden könnte und das er so tief fallen würde und trotzdem sein Ende der Abwärtsspirale noch nicht erreicht hat. Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass er zu denen gehört, die den Absprung nie schaffen.

    Hallo Co-Pilot,

    da ich mich leider in letzter Zeit auch ausgiebig mit dem Thema Trennung beschäftigen musste, kann ich dir ein paar Infos mit an die Hand geben.

    Sie unterschreibt mir auch nicht den Trennungswunsch, oder besser gesagt will sie die Trennung garnicht.

    Das muss sie auch nicht bzw. du brauchst das nicht. Es darf auch nur einer sagen, ich will das nicht mehr.

    Also werde ich das wohl als Brief per Einschreiben machen müssen, schließlich benötige ich ja einen Nachweis später vor Gericht.


    Lies mal Paragraf 1567 BGB. Du kannst ihr gerne per WhatsApp schreiben, das du dich zum ….. trennst, weil….. und ihr seither getrennt lebt. Dann kannst du beim Finanzamt noch eine Erklärung zum Getrenntleben einreichen (dafür gibt es ein Formular) und dann ist alles offiziell.

    Wir leben seit kurzem in der ehelichen Wohnung getrennt, jeder hat seinen geschützten Bereich welcher auch abschließbar ist.

    Das musst du ggf. vorweisen können. Da wären getrennte Wohnungen besser. Wenn ihre Arbeitslosenzeit demnächst endet, dann kann sie Bürgergeld bekommen. Nicht aber, wenn ihr zusammen in einer Wohnung lebt. Das wird schwierig.

    Zu dem möchte ich natürlich niemandem zur Last fallen

    Diese blöde Verhaltensweise steckt auch in mir und meine Familie und Freunde schimpfen mich regelmäßig dafür. Das hat mich einerseits im Laufe der Jahre sehr stark gemacht, aber andererseits nicht wirklich weiter gebracht. Nimm die Unterstützung an, auch wenn es nur zeitlich begrenzt möglich ist. Bis dahin hast du vielleicht eine andere Bleibe gefunden. Das wichtigste ist doch, dass du nicht allein bist und die Zeit mit deinem Baby genießen kannst. Das würdest du für eine Freundin in deiner Situation bestimmt auch tun, oder?

    Guten Morgen Josy,

    es tut mir soooo leid, was du gerade durchstehen musst. Dabei sollte die Niederkunft mit ganz viel Liebe und Glück in Zusammenhang stehen. Ich würde dich am liebsten in den Arm und dann mit nach Hause nehmen.

    Ich kann mich nur meinen Vorrednerinnen anschließen. Du musst da dringend raus. Besser heute als morgen. Gerade kurz nach der Geburt und im ersten Jahr kann es sooo viele anstrengende Momente geben. So ganz ohne Hilfe und mit deinem Ballast von Partner weiß ich nicht wie du das schaffen willst.

    Hast du Familie oder Freunde, wo du für die nächsten Monate oder bis du wieder arbeitest, unterkommen kannst? Beschäftige dich jetzt nicht mit deinem Partner. Das ist verschenkte Zeit und Kraft. Nutze das jetzt für dich und dein Baby. Er hat immer die Möglichkeit sich für ein abstinentes Leben zu entscheiden. Vielleicht braucht er den Schritt, dass du gehst, aber vielleicht klappt es auch nicht. Unabhängig davon musst du jetzt dein neues Leben in Angriff nehmen. Wenn der Zwerg erst einmal da ist, werden dich Anstrengung und Gefühle überwältigen, die den Absprung für dich noch schwieriger machen.

    Josy, bitte geh such dir Hilfe. Ich denk an dich.

    Hallo Pingu,

    das hört sich nach Reflektion und Veränderung an. Bereite dich in Ruhe vor und dann geh deinen Weg. Auch wenn es sehr häßlich werden kann, es lohnt sich.

    Ich habe so viel gegeben und gehofft, wenn ich mich nur doll genug anstrenge, ändere und anpasse, dann sieht er was er hat und wie duch Zauberei gibt es keine Sucht und keine Probleme mehr.

    Der Satz könnte von mir sein. Ich habe immer gehofft, dass er für mich und die Kinder damit aufhören kann. Schließlich hat er immer die Liebe beteuert. Nun lässt er uns im Regen stehen. Vorletzte Nacht hat er mir geschrieben, dass ich ihm seit Jahren keine Zugeständnisse gemacht habe. Ich habe mir ein Bein ausgerissen und bin daran fast verblutet und dann sowas.

    Ich wünsche dir alles Gute Pingu und ganz viel Kraft. Du machst das richtig. DAS ist DEIN Weg.

    Guten Morgen Ino,

    danke für deinen Beitrag.

    was ich machen kann um mich nicht so oft verloren zu fühlen. Einen Plan zu haben, meinte sie, wäre gut. Wenn ich spüre, ich verliere meine Balance, die Liste rausholen mit den Punkten, welche ich zu erledigen habe - mich umarmen, einen Tee machen, eine Freundin anrufen… Das hat mich an dem Notfallkoffer in diesem Forum erinnert.

    Die Erinnerung an den Notfallkoffer habe ich gebraucht. Das wird mich nach der letzten Nacht heute durch den Tag bringen. Kennst du diese Baumarktwerbung? „Du brauchst ein Projekt!“ 😂 Davon habe ich auch noch einige vor mir bzw, geplant. Ich versuche heute etwas von meiner Liste abzuarbeiten.

    Meine Reise fühlt sich oft sehr anstrengend und teilweise frage ich mich, wo und wann werde ich ankommen? Was macht das ganze mit mir, welche Version meines Ich werde ich dann sein?

    Genau das ist es, anstrengend. Ich kann mich grad kaum aufraffen.

    Wie werden wir da herauskommen und wann wird es vorbei sein? Ich tue alles, um den Weg stetig weiterzugehen. Irgendwann muss das ein Ende haben. Pass auf dich auf. Du bist scheinbar bei deiner Therapeutin gut aufgehoben. Also wirst du vermutlich am Ende eine noch bessere Version deiner selbst sein. Eine starke Kriegerin mit Selbstdisziplin und viel Liebe für das Kind. So stell ich mir das vor.

    Soooo und jetzt bin ich bereit für meinen Kaffee. ☕️

    Guten Morgen,

    ich kann mal wieder nicht schlafen und möchte ein paar Gedanken hier lassen.

    Was mich beim Mitlesen immer wieder erstaunt ist, dass sich hier soooo viele Alkoholiker anmelden, die Hilfe suchen und sich dann doch nicht mehr melden. Wow, das sind lauter verschwundene Seelen, Tag für Tag. Hut ab an die Mods, wie ihr jeden Tag mehrfach die Neuankömmlinge begrüßt und mit klarer Weisung den Weg vorgebt. Manchmal denke ich mir bei der Vorstellung, der/die ist noch nicht so weit. Diese Schönrederei kenn ich auch zugut von meinem Noch-Mann. Und dann gibt es Anmeldungen, da lese ich einen unerschütterlichen Willen und dann kommt ganz schnell keine Beitrag mehr. Das ist sooo traurig und frustrierend. Liebe Mods, danke für eure Arbeit. Das ist unbezahlbar.

    Ich bin nun fast ein Jahr hier und unendlich dankbar euch gefunden zu haben. Je nach Gemütszustand gebe ich meinen Senf dazu, lese mehrmals täglich still mit oder bin auch mal tagelang abwesend, wenn es mich triggert.

    Ihr alle helft mir einen klaren Kopf zu bewahren und mich nicht beirren zu lassen. Mein Noch-Mann hat mir heute Nacht wieder mehrere Nachrichten zukommen lassen. Natürlich keine Rede von seinen Süchten. Nur Gejammer über kein Geld und Vorwürfe wie ich mit ihm umgehe und wie ich das alles tuen kann und ich würde nur lügen und nicht zu vergessen der andere Mann. Ich kann das einordnen und erkenne die Manipulation dahinter, aber ich frage mich immer wieder, ob ihm das bewusst ist. Lebt er einfach nur in einer anderen Realität und bringt viel durcheinander oder ist das berechnende Absicht?

    Wie kann man sooooo unterschiedliche Wahrnehmungen haben?

    Ich habe mich nun zusätzlich bei einer öffentlichen SHG für Angehörige angemeldet für die nächste Sitzung. Vielleicht kann ich dort noch einiges für mich und meine Kinder mitnehmen. Es ist immer noch so vieles für mich unbegreiflich. Vielleicht muss ich auch einfach nur das Erlebte aufarbeiten. Keine Ahnung 🤷‍♀️

    Guten Morgen releaseme,

    Ich sitze wieder hier alleine, man wechselt keine 50 Wörter mehr am Tag, wir kommen beide von der Arbeit, er ist nicht nüchtern, geht ins Bett.. Das ist mein Leben zur Zeit.. ich will so nicht mehr..

    Das Gefühl kenne ich zugut. Später ist mein Noch-Mann nachts gar nicht mehr nach Hause gekommen. Ich war immer allein mit beiden Kindern. Und ich hatte keine Familie in der Nähe. Es war ihm vollkommen egal ob ich oder die Kinder krank sind, es ging immer so weiter.

    aber richtig abgerutscht ist er seit seinem sehr anspruchsvollen Job. Mittlerweile weiß ich einfach, dass er mit dem Trinken seine berufliche Verantwortung und den Stress betäubt, das sagt er sogar selber. Er hat Burnout wenn man so will.

    Wenn wir wegen dem Trinken diskutieren dann kommt so oft von ihm, dass es ja wegen der Arbeit ist, er macht das ja sowieso nur alles für uns, dass wir gutes Geld haben, aber er kann ja kündigen, wenn mir das lieber ist , bla bla ... Und zack- schon hat er mich wieder- ich Undankbare, er macht das ja für die Familie .

    in Wahrheit ist es doch nur eine Manipulation an mir oder wie seht ihr das?

    Bei uns war es genauso. Er trinkt nur wegen seiner furchtbaren Kindheit. Nach langer Therapie war dann der verantwortungsvolle Job der Grund. Den er natürlich nur macht, weil ich und die Kinder so teuer sind und immer schöne Urlaube wollen. Und ich habe all die Jahre auch 30-40 Stunden die Woche gearbeitet. Und dann noch die Kinder betreut mit allen Hobbys und Arztterminen und den ganzen Haushalt. Nicht zu vergessen die Coronazeit mit dem Homeschooling. Da bin ich dann so richtig auf dem Zahnfleisch gegangen.

    Ich habe dann immer gesagt, dass das Leben und die Gesundheit viel wichtiger sind und er einen anderen Job machen soll. Das wir in einem Schuhkarton wohnen könnten, solange er da ist und Zeit für uns hat. Das ging komplett an ihm vorbei. Er hat sich über seinen Job definiert. Da wir fast immer zusammen gearbeitet haben, hatte ich genug Einblick. Tatsächlich hat er vormittags geschlafen, wenn er angeblich auf Terminen war und dann gleich angefangen zu Trinken. Abends hat er natürlich auch noch gearbeitet, weil er je nichts geschafft hat wegen den Terminen. Ich habe die letzen 2 Jahre zusätzlich seinen Job gemacht.

    Nun wo er weg ist, sehe ich was alles nicht passiert ist. Er hat die Firma fast gegen die Wand gefahren. All das gesagte und all die Zeit waren für die Katz. Er hat mir und den Kindern wertvolle Zeit genommen und das alles unter seinem Deckmantel es nur für uns zu tun. Reine Manipulation.

    Ich habe irgendwann nur noch EINE ganz klare Ansage gemacht und dann nicht mehr über das Thema gesprochen, sondern nur noch gehandelt. Auch ich hab mir vorher viele Sorgen gemacht. Aber ich sag dir was! Ich habe mich noch nie so frei und selbstbestimmt gefühlt, wie gerade. Ich habe wieder Kraft für alle Herausforderungen und soooo viel Spaß mit meinen Kindern.

    Du machst das richtig. Traue deiner Wahrnehmung. Es lohnt sich.

    Hallo releaseme,

    Was war dann wirklich euer erster Schritt - wenn ich die Trennung ausspreche, wie ging es dann bei euch weiter? Ich sollte dann wahrscheinlich schon einen Plan haben bzgl Wohnen? Ward ihr vorher mal bei einem Anwalt?

    Mein erster Schritt war die Vorbereitung. Geld beiseite legen, Krankenkasse der Kinder auf mich umschreiben, Gehaltserhöhung durchgesetzt und anwaltliche Beratung eingeholt. Und immer Information und Daten gesammelt.

    Als es dann zum Rückfall kam, musste ich gar nicht mehr darüber nachdenken, was ich tun soll. Das kam ganz automatisch.

    Eine große Sorge ist auch, das Sorgerecht.. ich will ihn nicht mit den Kindern allein lassen 🫣

    Wie alt sind die Kinder? Da kannst du auch viel Hilfe vom Jugendamt bekommen, grad wenn das Kindeswohl gefährdet ist.

    Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie weit ich ihn wieder in mein Leben lassen kann und will.


    Puhhhhh, ganz ehrlich?

    Ich würde nicht mal auf die Idee kommen, ihn noch einmal in mein Leben zu lassen, egal wie trocken und geläutert er ist. Lies dir bitte noch einmal durch, was du hier alles geschrieben hast. Ich hab das bei dir nur gelesen und mag mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, das tatsächlich erlebt zu haben. Meinst du, du kannst das vergessen und vergeben und einfach weitermachen?

    Und dann muss ich hier wieder an Hartmut denken. Er hat mir damals ganz klar zu verstehen gegeben, wie hoch die Rückfallquote im 1.Jahr ist. Willst du das alles noch einmal erleben und dann wieder mit der Entwöhnung von ihm von neuem beginnen?

    Da würde ich lieber den Mount Everest besteigen. Das klingt weniger anstrengend und riskant.

    Guten Morgen Simsalabim,

    mach das.

    Das sind so kleine versteckte fiese Botschaften, die einen an der eigenen Wahrnehmung zweifeln lassen.

    Mein Noch-Mann hat mir vor ein paar Tagen offenbart, dass er seinen letzten Klinikaufenthalt vorzeitig beendet hat, weil er Sorge hatte, dass ich mir einen anderen Mann suche, wenn er so lange weg ist.

    Die Wahrheit ist, dass er sein Problem nicht ernsthaft angegangen ist, sondern weiter Drogen konsumiert und die Regeln gebrochen hat und somit aus der Klinik geflogen ist. Ich kenne ihn seit 23 Jahren und habe ihm nie Grund zur Eifersucht gegeben. Selbst jetzt in der Trennung währe ein neuer Partner das letzte auf meiner Liste.

    Aber so hat er die Schuld für sein Scheitern auf mich abgewälzt und muss sich nicht weiterhin eingestehen, dass er krank ist oder sich damit auseinandersetzen. „Schließlich macht er das ja nur, weil ich einen anderen Mann habe.“ so einfach funktioniert sowas.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.