Guten Morgen Krümel,
ich hoffe du konntest etwas schlafen. Es tut mir leid, dass du in dieser Situation bist. Ich möchte dir meine Gedanken dazu hier lassen.
Er hat mir gerade gesagt dass ich nicht von ihm verlangen könnte perfekt zu sein. Dass er viel für mich tut aber sich nicht den letzten Rest Spaß im Leben nehmen lassen wird.
Ob ich es schlimmer fände wenn seine Kinder ihn mal 2x im Jahr besoffen finden würden als wenn sie ihn garnicht mehr sehen würden.
Dass er nicht vorhätte 100 zu werden. Dass er im Gegensatz zu mir wenigstens Freunde hätte. Dass ich aufgrund meiner eigenen Kindheit und meiner Depressionen Probleme suchen würde wo keine sind. Dass er sein ganzes Leben schon eingeschränkt hätte für uns aber jetzt wäre Schluss.
Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis, aber ich konnte mich nicht erinnern, wann das ganze für mich los ging. Ich habe dann die Tage zufällig ein Buch gefunden, da habe ich damals immer alles aufgeschrieben, was ich ihm in dem Moment nicht sagen konnte, weil er seinen Rausch ausgeschlafen hat oder unterwegs mit Kumpels war. Und jetzt weiß ich es. Da wo du jetzt bist, war ich vor ungefähr 10 Jahren, nur leider ohne dieses Forum zu kennen. Nun bin ich 44 und meine Kinder 18 und 15 und ich habe das so lange mit mir machen lassen. Wofür? Für nichts. Das Ende ist das Drehbuch einer Dramas.
Das was er dir da gesagt hat ist nicht nur Schuldumkehr, sondern auch Manipulation. Solche Gespräche habe ich auch geführt und um unsere Liebe gekämpft, immer und immer wieder. Wie eine Gehirnwäsche.
Ich habe ihn gefragt ob denn da keine Liebe mehr für mich wäre da sagte er doch aber das wäre auch alles, abgesehen davon könne er mich nicht mehr ertrage
Und schon hat er dich wieder. Ich übersetze das mal in meine Sprache. „Ich liebe dich, aber nur wenn ich weiterhin saufen kann und du endlich aufhörst an mir rumzunörgeln.“
Er hat mir vorgeworfen dass die Kinder mein Lebensmittelpunkt sei aber die irgendwann groß sind und dann stünde ich alleine da. Was das denn für ein Lebensziel sei.
Ja, wie sollte es auch anders sein. Du bist Mutter und funktionierst auch noch für ihn. Er hat sich auch mal entschieden Vater zu sein. Und das ist wie mit einer Schwangerschaft. Das geht nicht nur „manchmal“ oder „ein bisschen“. Vater ist Vater. Immer und für den Rest seines Lebens.
Ich über setze das auch mal in meine Sprache. „Du kümmerst dich nur noch um die Kinder und vernachlässigst mich total. Deshalb treffe ich mich mit Kumpels. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wirst du einsam sein, weil ich dann auch weg bin.“
Ich kann das alles gerade nicht fassen. Das war ein andere Mensch der gerade vor mir stand.
Ja, das Gefühl kenne ich. Dieser Mensch wird jetzt immer öfter bei euch auftauchen und irgendwann bei euch dauerhaft einziehen. Das ist die Wesensveränderung. Er tut alles,um dich da hinzubringen, wo er dich braucht, damit er so weiter machen kann. Mit Erfolg. Solange du solche Gespräche zulässt, wird er sich nicht ändern.
Und im übrigen wird er da auch nicht halt vor den Kindern machen. Die werden älter, bekommen Situationen mit, spüren ganz viel und stellen Fragen. Auch die werden dann manipuliert und das sorgt für ganz viel Unsicherheit in den kleinen Köpfen. Meine große Tochter hat mit 17 Jahren aufgrund seines Verhaltens eine Angst- und Panikstörung entwickelt. Und das wünsche ich keinem Mutterherz.
Tatsächlich sogar unabhängig davon, ob er das Problem erkennt oder nicht.
Dass WIR unterm Strich wichtiger wären, ob das Problem nun bei mir oder bei ihm liegt.
Das seid ihr nicht. Das ist etwas, was ich bis heute nicht begreifen kann. Aber ich habe es akzeptiert. ALKOHOL IST IHM WICHTIGER
Fühl dich gedrückt.