Hallo verzweifelte Tochter,
den gleichen User-Namen hätte ich mir auch geben können, denn auch meine Mutter ist Alkoholikerin. Hat „nur“ Wein getrunken und „nur“ abends - waren dann trotzdem im Schnitt 3 Liter pro Tag.
Auch bei ihr habe ich das Ausmaß erst gesehen in ihrem Schlafzimmer, leere Flaschen in den Schränken und in Umzugkartons. Dann der Umstieg auf Tetrapack bzw. diese 3 Liter Weinkartons, die konnte man einfach klein machen. Unzählige Blaue Säcke standen im Zimmer und Flur, alles oben, alles ohne das irgendwer was mitbekommt der sich unten aufhält.
Meine Mutter hat soweit getrunken, dass nichts mehr ging und sie bleibende Schäden davon getragen hat. Um mich zu lösen, nach ganz ganz viel Drama, Sorgen und Ängste habe ich den Kontakt abgebrochen. Endgültig. Auf allen Kanälen. Sie hat keine Krankheitseinsicht, will nicht wahrhaben das sie Alkoholikerin ist. Um mich zu schützen war dies die beste Entscheidung.
Aufgrund ihrer Folgeschäden ist sie nicht in der Lage selbstständig zu leben, hat einen gesetzlichen Betreuer und lebt in einer Pflegeeinrichtung. Zwangstrockengelegt.
Trinkt dein Vater hin und wieder auch? Arbeitet deine Mutter noch? Hast du noch weitere Familienmitglieder, die ggf. beim Gespräch dabei sein könnten?
Ich wünsche dir alles Gute!