Beiträge von SummerSun

    Ich kann dich nur ermutigen endlich zu gehen. Solche Sachen, dass mein Mann nach einem Familienessen gehen musste, weil er mich nicht mehr ertragen konnte und ich dann alleine da saß, kenne ich auch. Man bleibt dann mit einem Kleinkind zurück und ist fassungslos. Ich habe mir auch oft vorgestellt, was wäre denn, wenn ich auf einmal abhauen würde? Würde man als Mutter tatsächlich nie machen.

    Ich habe mich vor fast 8 Wochen von meinem Mann getrennt. Seit ca. 4 Wochen ist er ausgezogen. Es wird alles. Es tut super Doll weh, den Traum von einem gemeinsamen Leben mit Kind aufzugeben, aber das war doch sowieso eine Illusion. Tatsächlich merke ich mehr und mehr wie Ruhe einkehrt. Ja mit Kleinkind ist vieles super anstrengend, aber die Erwartungshaltung nimmt maximal ab. Und das hat etwas befreiendes. Ja, ich bin für alles zuständig, aber ich habe auch alle Freiheiten und muss auch nicht grübeln wann und wie betrunken mein Mann nach Hause kommt. Der Mann, der natürlich jetzt aufgewacht ist und sein Leben ändern will...also vielleicht morgen oder übermorgen, ach zum neuen Jahr geht ja auch noch...

    Dann definiere ich kontrolliertes Trinken anders als ihr. Oder ich habe es Missverstanden. Er kann es nicht kontrollieren, meiner Meinung nach. Ich glaube, er trinkt gerade so viel wie er braucht ohne aufzufallen. er glaubt wahrscheinlich, dass er es so im Griff hat. So, dass er meint die Kontrolle darüber zu haben.

    Aber es fällt dir ja offensichtlich auf. Und alleine, dass er bis spät in die Nacht weg bleibt und glaubt das sei so normal, dass du keinen Verdacht schöpfst, ist schon bedenklich.

    Nach allem was du schreibst, wünsche ich dir, dass du den Absprung schaffst. Ich will ehrlich sein, ich hab es ja gewagt und es ist richtig bescheiden. Mir geht es furchtbar.

    ABER...Alkohol spielt hier keine Rolle mehr, außer ich trinken außerhalb mal ein Getränk, ich habe kein Enttäuschung mehr darüber, dass mein XY nicht heimkommt, obwohl er doch schon längst Zuhause sein wollte. Dementsprechend ist hier auch kein Dauerstreit mehr, kein Mann der dauernd lethargisch ist und sich oft hinlegen muss. Ich werde zwar noch über WA manipuliert, aber das ist durch die Distanz etwas leichter aushaltbar.

    Ich weiß nicht, ob dir das in irgendeiner Form helfen kann. Ich glaube fest daran, dass die Trauer irgendwann vorbei ist, dass es mir langfristig besser gehen wird und dass es für die Kinder das Beste ist. Eine Mama, die für dich und ihre Grenzen einsteht, die eine klare Linie, auch für den Schutz ihrer Kinder zieht...

    SummerSun, bist du dir sicher? Oder war es doch mehr aus der Hoffnung heraus? Wenn er spürt was er verliert wird er schon aufwachen?

    Natürlich war dieser Gedanke auch dabei. Nur zeigt sich ja offensichtlich, dass er nicht aufwachen wird. Und dann muss ich wohl lernen, das zu akzeptieren. Auch wenn ich gerne noch Hoffnung hätte, weiß ich dass es sinnlos ist. Vielleicht kommt es irgendwann auch ganz in meinem Inneren an.

    Ich glaube das weiß ich schon.

    Für mich ist es halt absolut nicht nachvollziehbar, dass jemand nichts ändern möchte und seine Familie lieber ziehen lässt. Das man da den verletzten Stolz als wichtiger erachtet, ist für mich unverständlich. Vor allem weil es ja kein Machtspiel von meiner Seite war, dass ich mich getrennt habe. Ich habe vernünftig erklärt, warum es nicht mehr so weitergehen kann. Jeder um mich herum versteht es, bis auf mein Mann. Der würde gar nicht auf die Idee kommen, dass er etwas mit der Sache zu tun hat.

    Das ist so hart, Micaela162 ! Mein XY hat auch etwas von einem Leichtigkeitsgefühl durch Alkohol erzählt. Und das mag ja auch richtig sein. Aber wenn ich erst einmal süchtig bin, dann ist der einzige Weg trocken zu werden, weil mal ein Leichtigkeitsgefühl einfach nicht mehr funktioniert.

    Ich habe mich gestern noch einmal ausgiebig zum Thema ungesunde Beziehungen eingelesen. Alkohol ist bei uns ja das eine Thema, aber diese Abwertungen sind auch nüchtern an der Tagesordnung gewesen.

    Man kann nur verlieren, weil es einfach einen Part gibt, der immer wieder Gift in die Beziehung streut. Räumt er nicht damit auf, hat man keine Chance außer sich selbst zu retten. Ich weiß, das hab ich hier bestimmt schon 100x geschrieben. Ich merke aber, dass ich das Mantra immer wieder brauche, damit ich so weitermachen kann und hoffentlich irgendwann selbst daran glaube.

    Und trotzdem fühlt sich hier alles so leer an und ich vermisse die guten Momente mit meinem Mann und das was wir hätten sein können, wenn er endlich seine Probleme angegangen wäre. Aber nein, er manipuliert munter weiter, versucht mich einzulullen, funktioniert das nicht, versucht er mich klein zu machen. Dieses Mal auf Distanz aber trotzdem. Es erschreckt mich wie jemand so mit einer Person, die er angeblich liebt, umgehen kann. Und ich wünschte ich hätte keine Gefühle mehr für ihn, weil es dann leichter wäre. Leider ist dem nicht so

    Ja, in etwa so ist es bei mir auch. Ich habe ihm nochmal.klipp und klar gesagt, Entzug und Therapie, sonst gibt es keinen Weg zurück. Er fand es dann unfair, dass ich weiterhin Alkohol trinken dürfe. Das hatte ich mit keinem Wort erwähnt. Zudem wäre es für mich unproblematisch mit einem abstinenten Partner auch alkoholfrei zu leben. Nach dieser Ansage hat er wieder irgendeinen fadenscheinigen Grund und Angriff gegen mich gefunden.

    So traurig das ist, so sehr hat es mir geholfen mich wieder gerade zu rücken.

    Es ist wie das Sprechen mit einem Kind. Oder noch schlimmer, der Wand. Einfach sinnbefreit.

    Das paradoxe ist, dass ich aktuell eher festhalten als loslassen möchte, obwohl mir von der Vernunft her klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe ihm also nochmal geschrieben, gesagt, dass ich den Mann von früher vermisse. Seine Antwort war ernüchternd. Er schrieb, dass ich das alles in einem neuen Mann finden werde. Es hat sich so emotionslos angefühlt. Als ob er schon längst abgeschlossen hätte.

    Das Zitat ist zwar schon etwas länger her, aber an diesem Punkt hänge ich irgendwie auch noch fest..

    Aber ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen aktuellen weiteren Weg!

    An was man sich festhält? Ganz klar an einer Vorstellung wie es hätte sein können. Und ich glaube tatsächlich, dass das Potenzial grundsätzlich da wäre. Man kennt ja seinen xy und auch durchaus die guten Seiten.

    Würde dieser also mit dem ganzen Mist aufräumen, trocken werden und die psychischen Themen bearbeiten, könnte das durchaus zu einer positiven Paarbeziehung führen. Ich weiß auch, dass das ein "hätte, wäre, könnte" ist, aber wir haben uns ja nicht ohne Grund an etwas festgehalten. Bei meinem Mann wird es nie eintreten. Und das raubt mir die Luft zum Atmen. Nicht einmal für sein Kind. Das ist der absolute Antrieb für mich. Aber es scheint unwichtig. Lieber so weitermachen, sich den Kummer weg trinken und die Schuld von sich weisen. Wenn man genug trinkt, klappt das sicher auch. :rolleyes:

    Ihr habt Recht und trotzdem würde man sich wünschen, dass eine Fee kommt und man einen Wunsch frei hat.

    Ich hoffe ich kann in ein paar Monaten mit mehr Abstand auf die Sache blicken.


    Ich weiß zumindest, dass ich alles getan habe und nicht mehr hätte machen können. Auch wenn wir beide leiden. Mein Kind und ich. Das spielt nämlich keine Rolle, zumindest nicht für meinen Mann.

    Mein Mann ist ausgezogen und es reißt mir den Boden unter den Füßen weg. In einer Nachricht hat er sich für alles entschuldigt. Ich habe ihn anschließend gefragt, warum er sich nicht ändern konnte, ich hätte ihm alle Chancen der Welt gegeben. Eine Antwort steht aus. Fraglich, ob ich sie jemals bekommen werde.

    Ich komme aus dem Weinen nicht mehr heraus.

    Ich danke euch für die aufbauenden Worte. Ich stehe eben am Anfang und da fühlt sich alles ganz schwer und unangenehm an. Wenn mein Mann ausgezogen ist und wir ein neues passendes Zuhause gefunden haben, wird es sicher einfacher. Gerade beginnt langsam nach einer langen sich steigendernden Eskalation die Phase der Trauer.

    Aber ich bin gewillt mich mit anderen AE zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Gerade muss ich aber so viel in meinem Leben umstellen, dass alles viel ist. Und ich bemitleide mich ehrlicherweise auch gerade selbst. Warum musste mir das passieren? Womit habe ich das verdient? Und noch schlimmer - womit hat mein Kind so einen nicht präsenten Vater verdient?

    Aber das gehört vermutlich alles zum Prozess. Deshalb versuche ich es bestmöglichst anzunehmen.

    Danke für deine Sorge!

    Er ist diese Woche verbal eskaliert, da habe ich gemerkt, dass es höchste Zeit für Schutz ist. Ich habe die Option zu meiner Familie zu gehen, sollte es bis Sonntag zu heftig werden. Ab Sonntag hat er kein Recht mehr die Wohnung zu betreten. Das gibt mir schon mal Sicherheit.


    Liebe Momo2006 ,

    aber was mache ich an den ganzen Wochenenden mit einem Kleinkind, mit dem man noch nicht so viel machen kann? Vielleicht wird es irgendwann besser, aber gerade fühlt es sich einfach mies an.

    Hallo, hier bin ich mal wieder.

    Da die Eskalationsstufe mittlerweile so hoch ist, habe ich die räumliche Trennung für dieses Wochenende festgesetzt. Mein Mann wird ausziehen.

    Mir geht es gerade ziemlich schlecht. Einmal, weil ich merke, was ich alles diese Jahre mit mir habe machen lassen, dann weil es sich jetzt so zuspitzt, dass ich das Gefühl habe mein Mann will mich emotional vernichten und zudem interessiert er sich null für sein Kind. Er ist auf Geschäftsreise, fragt nicht einmal nach, wie es dem Kind geht. Der Heimweg führt natürlich erst einmal in die Dorfkneipe, anstatt zum Kind.

    Ich weiß, dass ich die nächsten Jahre wirklich komplett Alleinerziehend sein werde. Ich habe Angst vor den Wochenenden, wenn die ganzen glücklichen Familien Sachen zusammen machen und ich nicht weiß, wie ich die Tage rumbringen soll. Ich merke jetzt schon wie schwierig es ist.

    Wie stehst du denn zu deiner Geschäftsführung? Kannst du mit denen, ohne zu intim zu werden sprechen? Oder gibt es Familie, die kurzzeitig die Betreuung übernehmen könnte?

    Du weißt nicht, was passiert, wenn du nicht Zuhause bist. Nachdem du dieses Dilemma jetzt mit erlebt hast, kannst du dann guten Gewissens zur Arbeit fahren?

    Ich weiß, dass man ein Verantwortungsgefühl der Firma gegenüber hat, aber das hast du sicher auch deinen Kindern gegenüber.

    Ja Emotionale Erpressung spielt eine Rolle, Manipulation, alles sch.....:( und echt nicht einfach da raus zu kommen, obwohl ich es so gerne möchte! Aber ich gebe nicht auf und bleibe dran! Das wünsche ich mir auch für euch hier im Forum!

    Eine gute Nachricht gibt es allerdings doch. Ich habe endlich meine ambulante Verhaltenstherapie bewilligt bekommen. Das ist Kombination aus Gruppe und Einzeltherapie Gespräche.

    Ich kenne das auch. Die Therapie wird dir sicher gut tun. Psychische Gewalt ist nur schwer aushaltbar. Umso wichtiger aus der Situation (d.h. räumliche Trennung) herauszukommen. Ich bin mit meinem xy aktuell noch in einem Haus und es eskaliert jeden Tag mehr. Ich bin so oft über meiner Grenze und mein Körper ist kraftlos. Deshalb - ändere schnellstmöglichst etwas an der Situation. Es wird nur noch schlimmer.

    Ja, Elly hat so recht!

    Ich bin allerdings auch jemand, (die zwar nach außen voll selbstbewusst und emanzipiert scheint), aber die sich unheimlich viel daraus macht, wenn andere mich für zb egoistisch oder so halten! Ich kann sehr gut meine eigene Meinung vertreten, diskutieren usw, aber wenn es um so "moralische" eigenschaften oder so bei mir selber geht, macht es mir viel zu viel zu viel aus, was andere von mir denken.

    Und das ist der entscheidende Punkt. Ich versuche bei allem was ich mache mit guten Werten und moralisch zu handeln. Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal unfair bin oder weil ich angegriffen bin, unangemessen reagiere, aber bei einer Entscheidung, die so durchdacht ist, so abgewägt, mit allen Chancen die man geben konnte, gespickt, da werde ich fast wütend, wenn jemand das nicht sieht. Und das ist mir dann nicht egal.

    Nach bestem Wissen und Gewissen mit so vielen Fakten.

    Wie kann da jemand auch nur einen Satz dagegen sagen? Was nimmt der sich raus?

    Das sind dann aufkommende Gedanken und Gefühle.